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Nmmtttao, hn 2. Modi 1931

©te ^Vberbessische Sethmg* er- scheint sechsmal wöchentlich. ®fr zvgSpeet« monatlich 2.20® W au«- schiteßl. AustellungSgebahr, durch bk Post 2.45 ®M Mir etwa dnrch Streik. Maschinrnbefekt oder «1fr mente« »«igntst« eKfeneeN Nummern wird trt» Lrsa» »fr Miet Verlag. De. 6 Kttzeroch, Druck der Untd-Bnebdrnckeret Aod «Ng- «och. Mark, 21/28. Aernsd«tb«r: Sir 54 and Skr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt e. M. Rr 5015. - Sprechze« bet Redaktion von 1011

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesse«

M. 78 66. aalte. Morbme a. Lotze

Der Anzeigend reis beträgt f6t den 11 gesdatt, Zeilenmilltmeter 0.08 SM., sog. fleht« Anzeigen rntd Familienanzeigen bei Darzahlnng 0.07 ®9X amtliche nnd aafr wärtige Anzeigen 0.10 SM Bei schwierigem Sah sowie bet Ploch- erfoetft Vfx. Aufschlag Sammelanzeigen 100% Ans- schlag. {Reftom.^Xtnim 40098. Jeder Rabatt gilt als Daroadatt.

Ziel S Xeje.

Vffertrn Debübe: 25 Pfg. Beleg« werden berechnet. TrsOOnngSort Marburg.

Anzeiger her amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

S.A.-Führer Stennes abgesetzt

Kampfansage der C.A.-Führer Ost gegen Hitler Wilde Gerüchte Hitler fordert unbedingten Gehorsam

Stennes weigert sich Goebbels hinter Hitler

ImVölkische« Beobachter- erlasst der Ches des Stabes, Röhm, folgeade Ber- ffigung:

Der Gruppenführer Ost. Hauptmann Stennes, ist ab 1.4.31 seiner Dienststel-

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Hauptmann a. D. Stennes, der nationalsozialistische SA.-Führer für Nord- und Ostdeutschland, wurde durch Hitler seines Amtes enthoben.

lang enthoben und gilt bis auf weiteres al« beurlaubt. Hau"tmann Stennes hat M wiederholten Male« eine Einstellung bekundet, die den Richtlinie« der oberste« SA.-Fsisiruna zuwiderläukt und zuletzt i« einer Belnreckunq mit de« Standarten­führern Anslostunae« gemacht, die geeiq- net sind, die Beweg«««, zu qekäbrde«. In der augenblicklichen La»e ist es daher nickt tragbar, dielen Führer weiter a« verantwortlicher Stelle za belasten. Mit der kommistarische« Führung der Gruppe Ost wird Leutnant Schulz-Stettin beauf­tragt. Der Chef de« Stabes gez Röhm-. Hauptmann Stennes sagt sich von Hiller los.

Die Redaktion des Göbbel-Organs.Der Angriff', übermittelt der Telegrapden- Union eine Erklärung von Hauptmann Stennes, die gleichfalls von folgenden Ostführern der SA. unterzeichnet ist: Für den Gausturm Berlin gez. Wetzel, für den Gau- sturm Brandenburg-Ostmark gez. D e l t g e n s, für den Gausturm Mecklenburg gez. Püstow, für den Gaüsturm Pommern gez. Lustig, für den Gausturm Schlesien gez. Kremser. Sn der Erklärung heißt es:

Durch Verfügung des Stabschefs der SA., Hauptmann a. D. Röhm, bin ich meiner Dienststellung als Gruppenführer enthoben worden Damit ist der Treubruch Hitlers, den ich noch gestern für unmöglich gehalten habe, Tatsache geworden. Getragen von dem Vertrauen der mir unterstellten SA.-Derbände, habe ich die Uebernahme der Führung der Belegschaft in den Provinzen Mecklenburg, Pommern. Brandenburg-Ostmark, Schlesien und in der Reichsstadt durch die SA. ange­ordnet.

Die revolullonäre Kraft der SA. ist durch die polillsche Leitung der NSDAP, mit bür- «erlich - libecalisllschen Tendenzen durchsetzt worden. Damit ist der Lebensnerv einer Be­wegung getroffen worden, von der erwartet werben konnte, daß sie das soziale Send des

deutschen Volkes beheben würde. Die poli­tische Leitung hat das Volk mit diesen Er­wartungen betrogen, indem sie versuchte, aus der nationalsozialistischen Kampfbewegung eine Partei zu machen, die sich in nichts von ande­ren unterscheidet. Die Verwässerung und Verwickelung der Partei und die Abwande­rung des aktivistischen Kampfes ins Lager der Kommunisten und Strasserleute sFall Scherin­ger, Fall Kassels sind die weiteren Folgen sol­cher unverständlichen Haltung. Wer Kompro­misse schließt, kompromitiert sich selbst.

Die SA. soll gewissenlos der politischen Be­wegung geopfert werden. Wir Kämpfer sind 1918, 1920 und 1923 um den Sieg unserer Sache betrogen worden. Jetzt sind wir aus der Hut und ziehen die Konsequenz.

Der Gruppenführer Ost: gez. Stennes.

Ein Teil der Berliner Morgenblätter be­richtet in großer Aufmachung über die Vor­kommnisse in der Nationalsozialistischen Par­tei, die Absetzung des Berliner SA.-Führers Stennes und den Protest der SA.-Mitglie- der und würdigt sie im Zusammenhang mit dem Rücktritt des thüringischen Snnenmini- fers Dr. Frick als einen erheblichen Rück­schlag der nationalsozialistischen Bewegung. Die Rechtspresse vermeidet fast vollständig jede Aeußerung und teilweise auch die Be- richterstattimg über die ganze Angelegenheit.

Nach aus Weimar vorliegenden Nachrichten hat Dr. Göbbels im Verlaufe einer Kund­gebung, in der er gemeinsam mit Hitler sprach, die Meldungen, daß zwischen ihm und Hiller Gegensätze beständen und er an irgend-

Beschwerde Düsterbergs

Polizei gegen nationale Verbände

Halle, 1. April. Der zweite Bundes­führer des Stahlhelms, Oberstleutnant a. D D ü st e r b e r g, hat an den Reichs­präsidenten folgendes Telegramm gesandt:

Preußische Volizef benutzt entgegen der amtlich?« Erklär««« der Reichsregierung, daß die Notverordnung sich «icht gegen das Volksbegehren des Stahlhelm- richtet, diese Notverordnung zu scharfem Kamvf gege« die vaterländische Bewegung. So wurde selbst eine B'smarckfeier am 31. März iu Halle während der Festrede poli­zeilich aus Grund der Notverordnung auf- aelöst. Wenn die Reichsregierung nicht einqreift. wird Notverordnung die natio­nalen Kreise Deutschlands politisch voll­ständig entrechten.

Eine ähnliche telegraphische Beschwerde ging an den Reichskanzler Brüning ab.

lieber die in dem Telegramm erwähnte Versammlung berichtet der Polizeibericht wörtlich: In einer am Dienstag abend in der Saalschloßbrauerei abgehaltenen- Stahlhelmkundgebung für das Dolksbe- aebren erwies sich eine Verwarnung des Redners wegen verschiedener auf eine Verächtlichmachung des Staates hinzielen­der Aeusierungen als notwendig. Beim Einschreiten des Polizeioffiziers wurde die Versammlung derartig erregt, daß sie unfriedlich zu werde« drohte", sie wurde daher aufgelöst.

Arke'ts^ Schaffung und Arbeits^treckung

Berlin, 1. April. Der Ausschuß, der unter dem Vorsitz des früheren Reichsarbeits­ministers Dr. Brauns eingesetzt worden ist, um die Möglichkeiten zur Verminderung der Arbeitslosigkeit zu prüfen, sollte über einen Teil seiner Vorschläge bis Ostern berichten. Wie wir erfahren, liegt ein solches Teil­gutachten nun im Reichsarbeitsministerium vor. Es enthält recht sorgfältige Unter­suchungen und kommt zu ähnlichen Ergeb­nissen, zu denen man auch bei den früheren Arbeiten im Ministerium g-^anat ist.

Dor allem handelt es sich dabei um zwei Probleme: 1

Arbeitsbeschaffung und Arbeitsstreckung.

Die Beschaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten hängt ganz davon ab, wie sich die Kredit­lage entwickelt. Das gilt namentlich auch für das Baugew-rbe. Ende April werden sich die zuständigen Stellen darüber klar werden, wieweit das Bau Programm ausgedehnt werden kann. Eine interessante Einzelbeit ist ferner, daß man einen besonderen Ge­danken aus der vielnmstrittenen Arbeitsdienst­pflicht ableitet, nämsich

eine Art freiwilligen Arbeitsdienstes, der überall dort eingeführt werden soll, wo sich praktiscke Möglichkeiten dafür bieten. Sie sind natürlich auch von der Kapitalfrage ab­hängig.

Um die Arbeitsstreckung durchzuführen, wird der Reichsorbeit^minister nach Ostern mit den einzelnen Jndustrstzw-men verhandeln. Es soll unter allen Umständen vermieden werden, daß die Wirtschaft durch Sch-matisie- rung oder Bürokrasisierunn di-ser Astion ae- schädint wird. Man wird deshalb wahr- schemlich für jede Industrie eine Kornmssston einsetzen. in der auch Fachleute der betreffen­den Industrie sitzen.

Der von dem Re'ch-ardeitsmi-ister an- gekündiote gesetzlich« Zwang soll nur da angewendet werden, wo man sich gegen «ine vernünftig« Regelung sperrt.

Vertreter der Braukvhlenindusirie haben vor etwa acht Tagen dem Reichs- arbeit-minister ihre Vereitwilliak-it erllärt, eine Arbeitszeitverkürzung varzunehmen. die die Mögsichf-it bietet. 10 Prozent Arbeiter mehr einzustellm. D'etes A"gebot w'rd als ein sehr erfreulicher Fortschritt betrachtet.

Dr. Sahm Oberbürgermeister von Berlin?

Berlin, 1. April. Die Wahl des frü­heren Danziger Senat-Präsidenten Dr. Heinrich Sahm zum Oberbürger­meister von Berlin scheint gesichert M sein. WieTempo" berichtet, hat die sozialdemokratische Fraktion der Berliner Stadwerordnetenversamm- lung nach langwierigen interfraktionellen Berhandlungen der Kandidatur Dr. Sahm ihre Zustimmung gegeben und erhebt als Ersatz dafür Anspruchaufeinender beiden Dürgermeisterposten. Di« Wahl Dr. Sahms dürfte demnach am 14. April mit genügender Mehrheit erfolgen.

welchen Absplitterungsversuch«« beteiligt fei, in schärfster Form als unrichttg bezeichnet.

Auch der mitteldeutsche Führer der National­sozialisten, Kapitänleutnant von Killin- ger, erklärte in einer Unterredung mit dem Dresdener Vertteter derT>. A. Z.", daß et nach wie vor hinter Hitler stände und es ~b» lehne, sich mit Hauptmann Stennes solida­risch zu erklären. DemVorwärts- zu­folge hat sich der Brandenburger Gausturm­führer Wetzel für Stennes ausgesprochen. Kapitän Ehrhardt soll, wie das gleiche Blatt berichtet, mit Stennes Fühlung genom­men und ein gemeinsames Vorgehen gegen Hitler besprochen haben. Nach Darstellungen anderer Blätter sollen die Berliner SA.-Leute entschlossen sein, die Amtsübernahme durch Oberleutnant Schulz mit Gewalt zu v-r- hindern. Das Parteibüro in der Hedmann- straße ist feit gestern nachmittag stark mit SA.-Leuten besetzt.

Hitler und Göbbels spreche« in Weimar.

fk. Weimar. 2. April. Als Antwort auf die vom Landtag beschlossenen Annahme der Mißtrauensanträge veranstalteten die Natio­nalsozialisten am Mittwoch abend eine stark besuchte Versammlung. Der Führer der Reichspartei, Adolf Hitler, führte aus: Die Nationalsozialisten rüsten zum neuen An­griffskrieg. Er werde jetzt erst recht dafür sorgen, daß die Partei eins werde im Willen und Gehorsam.

Alles werde herausbefördert, was sich nicht blind der vorgeschlagenen Marsch­route anschlietze.

Schwierigkeiten gebe es für ihn nicht, weder äußerliche in Form von Notverordnungen, noch innerliche in Form von Parteizwistigkei­ten. Die Partei werde sich nicht auf das Glatteis locken lassen und eine unüberlegte Handlung in Form eines Uebertretens der Notverordnung begehen. Keine der bestehen­den Parteien sei mehr fähig, die deutsche Auf­gabe zu lösen. Es werde eine gigantische Propaganda aufgezogen werden, durch die auch die Gegner eines Tages zur Erkennt­nis kommen würden. Der L April, so be­hauptet Hitler, werde der schwärzeste Tag ht der Geschickte der Deutschen Volkspartei, ihr Sterbetag, sowohl in Thüringen als auch im Reiche werden. Der Tag werde die Partei zerschmettern.

Ms Diskussionsredner sprach dann Dr. Göbbels: Er erklärte, die BlSttermel- düng, daß er in Gegensätze parteipolitt- scher und persönlicher Art zur Parteifüh­rung geraten sei, sei unrichttg.

Seine heutige Anwesenheit inmitten der Par­teifreunde sei der beste Beweis, daß diese Blättermeldungen falsch seien. Er werde nach wie vor weiter für die Partei wirken. Aus der Asphaltwüste Berlins wolle er, so drückte sich Göbbels aus, wieder em deutsches Berlin machen. Der Austteibungsprozetz, der eben begonnen habe, werde aber nicht so schnell vor sich gehen.

Zum Schluß sprach der ehemalige Flleger­hauptmann ©oering. Er erklärte u. a., für die Nationalsozialisten sei ihr Gewillen und ihr Führer ein und dasselbe. Sowie es sich um die Wahrnehmung der nationalen Be­lange handle, sei Adolf Hitler für die Partei unfehlbar, wie der Papst für die Katholiken. Zum Schluß der Versammlung nahm Hitler von der aufmarschierenden SA-Abteilung ein Treugelöbnis ab.

Ein Vertrauensvotum für Hauptmann Stennes

Sn ei. :r Versammlung der Vertrauens­leute der Berliner SA. wurde eine Entschlie­ßung gefaßt, in der Hitler u.a. Flucht vor