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tat Redaktion von 10—11 w»
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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
Nr.77 66.3afttfl.
Marburg a.Mn
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
2000 Todesopfer eines Erdbebens
Dr. Curtius verteidigt die Zollunion
Hitler rüst den Staatsgerichtshof an
solcker Heftigkeit, )e der Stadt in
niedergebrannt.
der
20 sind
die Verletzten zu retten. Der Erdstotz dauerte im ganzen nur vier bis sechs Sekunden, war jedoch von \ " datz er fast alle Gebäude
fk. Newyork, 1. April. Nach einer Meldung der Tropical-Rodio-Companie wurde in Managua nm 9.3V Uhr abends wieder ein Erdstoß verspürt. Wie ver-, kantet, sollen sich dort durch di« Erdbeben eine ungeheuere Katastrophe ereignet haben. Ganze Städte sollen in Flammen stehen und viele Menschen sollen den Tod gefunden haben.
Nach den neusten Meldungen über die Erdbebenkatastrophe in Nicaragua find be- rette 1000 Tote geborgen. Die Verwundeten beziffern sich auf mehrere Tausend. Der Materialschaden wird ans 30 Millionen Dollar geschätzt. Sämtliche Verbindungen mit Nicaragua find bis auf den drahtlosen Dienst unterbrochen. Da auch da, Funkgebäude ht der Hauptstadt von Nicaragua von der Katastrophe betroffen wurde, fehlt jede weitere Nach, richt.
Nach einem weiteren Funkspruch aus Managua wurden bei dem Erdbeben gestern vormittag innerhalb von zwei Minuten elf verschiedene Erdstöße gezählt. Der Brand wütet noch ungehindert fort und droht die ganze Stadt völlig zu vernichten.
Mehrere tausend Besetzte.
Managua zerstört
Schreckensmeldungen aus der Hauptstadt Nicaraguas
Auch die Zahl der Toten und Verletzten läßt sich nicht annähernd schätzen. Die in der Mitte der Stadt gelegene Markthalle, in der kurz nach dem Erdstoß Feuer ausbrach und die von Frauen und Kindern überfüllt war. stürzte infolge des Brandes zum Teil ein, wobei 35 Personen unter den Trümmern begraben wurden und verbrannten. Auch auf den Straßen liegen zahlreiche Tote und Verletzte. Die in Managua stationierten amerikanischen Marinesoldaten tun ihr möglichstes, um
sehen zu folgen. Ihre Pläne sind weniger erklusiv als die des tschechoslowakischen Außenministers, der unser Angebot im voraus ablehnte und eine Zollunion der Kleinen Entente mit Einbeziehung £>efterreid>s unter ausdrücklichem Ausschluß Deutschlands an-
Der rein wirtschaftliche Lharakter be« deutsch-österreichischen Planes steht nicht im Widerspruch zu völkerrechtlichen Ber- pflichtungen und Bindungen.
Wir haben gehört, daß Frankreich den Abschluß des in Aussicht genommenen deutsch- österreichischen Vertrages als rechtswidrig ansehe, weil er insbesondere mit den Abmachungen im Widerspruch stehe, die England, Frankreich, Italien und die Tschechoslowakei im Jahre 1922 mit Oesterreich getroffen haben. Es versteht sich von selbst, daß wir auch unsererseits diesen Pakt nicht unberücksichtigt lassen konnten. Wir waren uns darüber klar, daß auch der bloße Anschein einer Verletzung der Unabhängigkeit Oesterreichs vermieden werden müsse. Gerade das ist für
ursachten Katastrophe noch nicht zu übet« sehen, da die dichten Rauchschwaden, die über der Stadt hängen, es unmöglich machen, einen Ueberblick zu gewinnen.
Gegenbeweise!
Berlin, 31. Mörz. In der heutigen Atzung des Reichsrats hielt Reichsminister des Auswärtigen Dr. Curtius die an gekündigte Rede über die d e u t s ch - ö st e r - reichjs.chen Zollvereinbarüngen.
Der Minister führte etwa aus: Ich sehe meine heutige Aufgabe darin, einmal die wirtschaftliche B.deu uugdesVertra's- werkes flar herauszustellen und seine Einfügung in die Pläne einer besseren Organi- fähon der europäischen Eesamtwirtschast zu betonen, und bann, die hier und da aufge- tauchten Zweifel an der Einhaltung der Verträge und an der Loyalität unseres Vorgehens zu zerstreuen. Ich verfolge dabei das Ziel, die sachliche und gerechte Beurteilung des Planes zu erleichtern und die MM Teil erregte öffentliche Meinung zu entspannen.
Wirtschaftssorgen sind es. die die österreichische und deutsche Regierung zusammen geführt haben.
Deutschland mit einer Arbeitslosigkeit von fünf Millionen Arbeitswilligen. mit drückenden politischen Verpflichtungen, mit gänzlich unzureichender Kapitaldecke bei tiefer Notlage seiner Landwirtschaft ist von schweren wirtschaftlichen und sozialen Gefahren bedroht. Neben der Sanierung und Hebung des Binnenmarktes stehen wir unter dem Zwange der Markterweitrrung, der Ausweitung unseres Außenhandels. Oesterreich, das einer großen Wirtschaftseinheit herausge.i'sen ist, das eine zu schmale Grundlage für seinen Wirtschaftsapparat besitzt und dessen Bevölkerung seit einem Jahrzehnt unter ihrem Kulturniveau lebt, muß die gleichen Ziele ver- oerfolgen. Wir erwarten beide, durch Angleichung unserer zoll- und handelspolitischen Verhältniffe, durch freien Wirtschaftsverkehr, beide Volkswirtschaften zu beleben, zu heben und zu erweitern. Unser Vorgehen bewegt sich in den Bahnen der gesamten europäischen Kooperation.
Es ist in den internationalen Diskussionen der letzten Jahre oft bargelegt unb anerkannt worden, daß die Wirtschaftsnot Europas in erster Linie auf eine Zerstückelung zurückzu- führen ist. Was not tut, ist die Vereinigung zu größeren Wirtschaftsgebieten, die Niederlegung von Zollmauern, die Schaffung größerer und widerstandsfähiger Binnenmärkte. Das Ziel ist nicht der Abschluß solcher größerer Binnenmärkte nach außen.
Die Idee regionaler Berftändigunge« und Zusammenschlüsse tritt immer mehr in den Vordergrund.
Ich darf daran erinnern, daß die tschechoslowakische Regierung in ihrer Antwort auf bas Memorandum der französischen Regierung über europäische Zusammenarbeit ausge- führt hat, sie sei stets der Ansicht gewesen, „daß der natürlichste Ausgangspunkt die Zu- sami enarbeit zwischen den Staaten ist, die in denselven größeren ober kleineren geographischen Bezirken liegen." Der österreichische Bunbeskanzler Dr. Schober hat auf der Völkerbundsversammlung im September 1930 diese Eedankengänge aufgegriffen und den Weg regionaler Verständigung propagiert. Der Gedanke regionaler Wirtschaftsvereinbarungen beherrschte die Zusammenkünfte bet südeuropä'schen Agrarstaaten. Er führte zum grundsätzllchen Einverstänbnis über gemeinschaftliches Vorgehen zwischen den skandinavischen Staaten, Holland und Belgien. In seiner Linie liegen auch die Vorarbeiten wirtschaftsposftischer Organisationen. die im vorigen Herbst in Lüttich eine franzölis ch-belgische Zollunion angeregt haben.
Alle diese Bestrebungen und Pläne erforderten Einfügung in die gesamteuropäische Solidarität. Die deutsche und österreichische Regierung sind sich bewußt, mit ihrem Plan in der gleichen Richtung oorwärtszustreben. Ihre Erklärung der Bereitschaft zu Verhandlungen mit anderen Ländern über eine gleichwertige Regelung entspringt der lleberzeu- gung, damit den europäischen Mrtschastsge-
so kann man sich kaum bet Befürchtung erwehren,
als ob hier nicht mit dem gleichen Maße gemessen würde, als ob die Konstruktion der Vertragsverletzung auf einer Auslegung der Verträge unb des Genfer Protokolls beruht, die nicht mehr auf die Wahrung der UnabhängigkeitOesterreichs, sondern im Gegenteil auf seine Herabwürdigung zu einem Staatswesen zweiter Klasse hinausläuft.
Es geht überhaupt nicht an, die Basis der Gleichberechtigung zu verschieben, ohne die ein konstruktiver Aufbau Europas undenkbar ist. Sie wissen, daß die englische Regierung mit dem Vorschläge an uns herangetreten ist. vor weiterer Entschließung die rechtliche Seite der Frage im Völkerbundsrat zur Erörterung zu bringen. Ebenso bekannt ist Ihnen die Antwort, die der Reichskanzler dem englischen Botschafter gab. Es ist klar, daß wir unsererseits eine Erörterung der Rechtsfrage nicht für erforderlich erklären können, es versteht sich aber von selbst, daß wir uns einer solchen B e- handlung der Sache im Völkerbundsrat leitens der Stgnatarmächte des Genfer Protokolls von 1922 nicht entziehen. Wir brauchen sie ja in keiner Weise zu scheuen. Unser politischer Einwand bezog sich darauf, daß im Völkerbundsrat etwa unsere rein wirtschaftliche Vereinbarung als eine Gefährdung des Friedens zur Diskussion gestellt würde. Eine solche Argumentation wäre unzulässig.
Herr Henderson hat angekündigt, daß er beantragen werde, die Angelegenheit auf die Ratstagung im Mai anzusetzen. Wir können nichts dagegen einwenden und rechnen überdies damit, daß schon vorher in dem Paneuropäischen Studienkomitee eine Aussprache über die ganze Frage stattfinden wird.
Ich komme zu dem zweiten Hauptpunkt der gegen unser Vorgehen geübten Kritik, nämlich der
Beanstandung unserer diplomatischen Schritt«.
Ich habe mir auch im vorliegenden Falle nichts oorzuwerfen. Erst am Donnerstag, 19. März, war die übereinstimmende Auffasiung des Berliner und des Wiener Kabinetts gesichert, und schon am übernächsten Tage sind die Demarchen der deutschen und österreichischen Missionschefs in London, Paris und Rom erfolgt.
Man kann vorn internationalen Standpunkt nicht loyaler handeln, als wenn man vor dem Abschluß eines Vertrages die Absichten und Grundgedanken dieses Vertrages vor aller Welt sozusagen auf den Tisch des Hauses legt. Wir wären froh, wenn man «ns immer mit gleicher
Loyalität und Offenheit behandelte.
Wir wollen im Rahmen der geltenden Verträge mit möglichster Beschleunigung unseren beiden in schwerer Not befindlichen Ländern die Vortei l ver chaffen, die sich aus der Erweiterung des W.rljchafts- gebietes ergeben. Wir wollen zugleich den Bemühungen um eine Neuorganisierung der europäischen Wirtschaft einen neuen Impuls geben. Es ist mir eine Genugtuung, feststellen zu können, daß diese unsere Ziele in der Welt weitgehendes "Verständnis gefunden haben. Wenn trotzdem der deutsch-österreichische Plan Erregung verursacht hat, so geben die wirklichen Absichten Deutschlands und Oesterreichs dazu keinen Anlaß.
Ich kann deshalb auch nicht zugeben, daß der deutlch-österreichische Plan zu einem Hemmnis für die Abrüstungskonferenz des nächsten Jahres werden könnte. Kein Land in der Welt ist an dem Frieden Europas und seinem gemeinsamen Ausbau mehr interessiert als Deutschland und Oesterreich. Wird dec deutsch-österreichische Plan so verstanden und gewürdigt, wie er von den beiden Partnern gedacht ist, so wird sich die Erkenntnis durchsetzen, daß et sich in die allgemeinen europäischen Bestrebungen einordnet.
Der Korrespondent der Associated Preß in Managua berichtet: Eine größere Anzahl Leichen amerikanischer Frauen und Kinder ist noch nicht identifiziert. Die Zahl der Verletzten wird auf mehrere tausend geschätzt. Die Eesandtjchaftsgebäude, Regierungsgebäude, Banken und Geschäfte find sämtlich zerstört und niedergebrannt. Es herrscht ernster Mangel an Wasser und Nahrungsmittel. Der bisher angerichtete Sachschaden wird auf 30 Millionen Dollar geschätzt. Straßenblocks im GeschSftsviertel
den ganzen Aufbau des Paktes, wie er in den vereinbarten Richtlinien skizziert worden ist, maßgebend gewesen.
Es ist angesichts dieser Struktur der Vereinbarungen schwer zu verstehen, inwiefern durch sie die Unabhängigkeit Oesterreichs angetastet «erden könnte. Man behauptet zwar, die Vertragswidrigkeit be« Planes, hat aber bisher noch niemals versucht, sie zu begründen.
Wenn ßuiemburgs Zollunion mit B e lgien, die doch eine ungleich stärkere Bindung des Heinen Landes mit sich bringt, keine Schmälerung seiner Souveränität und Unabhängigkeit zur Folge hat, so kann dies unmöglich bei der deutfch-österreichischen Zollunion der Fall sein, deren innerer Aufbau die politische, administrative und wirtschaftliche Selbständigkeit beider Länder gleichermaßen gewährleistet. Berücksichtigt man daneben, wie sorgfältig wir auf Ächtung der nun einmal auf Oesterreich lastenden besonderen Bindungen Bedacht genommen haben.
Trümmer legte.
Der Versuch, durch Dynamitsprengungen den Brand, der in der vom Erdbeben heimgesuchten Stadt wütet, einzudämmen, ist erfolglos geblieben, weil die Dynamitvorräte bald aufgebraucht waren. Auch die Löscharbeiten sind unmöglich, da die Wasserleitungen durch das Erdbeben zerstört wurden. Die Straßen find mit Flüchtlingen angefüllt, die, von einer Panik ergriffen, aus der brennenden Stadt zu flüchten suchen. Infolge der Trümmermassen find die Straßen jedoch kaum pasfierbar. In der ganzen Stadt ist kein einziges Gebäude unbeschädigt geblieben. Das Feuer breitet sich noch immer weiter aus.
2500 Tote?
Ans Managua wirb heute früh 11 Uhr gemeldet, baß gestern abend weitere Erdstöße verspürt wurden. Ete besonder» starker Stoß «« 9.30 Uhr vollen d e t e b i e Zerstörung der Stabt, sodaß kau« «och ein Wohngebäude ganz geblieben ist. Die ganze Nacht brachen immer neue Brände au», die wegen Mangel an Wasser und Löschgeräte« nicht gelöscht werde« konnte«. Die Nettengsaktionen stehe« ««tet Leite«, der amerikanischen Mariueoffiziere, daran beteiligt sich i« erheblichem Maße die Nationalgarbe. Bisher wird die Zahl der Toten auf 2500 geschützt.
Nach einem direkten Funkspruch Associated Preß aus Managua ist das Ausmaß der durch das Erdbeben ver-