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Marburg tu goto
Berlin bleibt ruhig
Sonnabrnb, dr«A.MürztSA
In Berliner politischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß der Berliner Besuch des österreichischen Iustizmmrfters Dr. Schürff nur im Zuge der Besprechungen über die Rechtsangleichung hegt, die bekanntlich schon seit 5 Jahren un Gange ist. Es handelt sich diesmal um die Probleme des Zwangsvollstreckungs- u»d Urheberrechtes. Gerüchte, die den Besuch mit der Zollunion in Verbindung
haben. Ich kann mir aber nicht denken, daß dies die endgültige Stellungnahme der deutschen Regierung sein wird, angesichts der eben erwähnten Tatsache, daß das Protokoll von 1922 ein Werk des Völkerbundes ist. In Beantwortung einer weiteren Frage erklärte Henderson: Die britischen Sachverständigen prüfen noch die rechtliche Seite des Falles.
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Henderson wartet ab
Kaas für Verständigung
Hoffnung auf die Einsicht der Gegner
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Frankreich droht mit Repressalien
Es will den deutsch-sranzösischen Handelsvertrag kündigen - Hoffnung aus die Mithilfe der übrigen Machte
Sommertagung des Reichstags
Berlin, 27. März. Obwohl sich der R e i ch s t a g bis z im 13. Oktober vertagt hat, Ledertet das noch nicht, daß diese Pause nun wirklich auch eingehalten wird. Wie Präsident Löbe schon gestern festgestellt hat, kann eine Mehrheit des Reichstags immer eine frühere Einberufung des Reichstages herbeiführen. Nun ist es ja kein Geheimnis, daß die Regierung nach Abschluß der Sachverstänüigen- arbeiten eine Reihe von Reformen in der Arbeitslosenversicherung plant, die auf dem Wege der Notverordnung in Kraft gesetzt werden sollen. Diese Notverordnung, die in den nächsten Monaten ^u erwarten ist, wird voraussichtlich für die Sozialdemokraten schon der Anlaß fein, die Einberufung des Reichstages zu verlangen. Eine Mehrheit für einen solchen Antrag ist ohne weiteres vochan- den, da auch die Kommunisten dafür eintreten würden. Mit einer Sommerlag u n g des Reichstages ist also trotz der Vertagung bis zum 13. Oktober durchaus zu rechnen.
bringen, werden von unferritfjteter Seite entschieden als vollkommen abwegig bezeichnet. Im übrigen weist man darauf hin, daß die gestrigen Ausführungen des englischen Unterstaatssekretars des Auswärtigen ausdrücklich bestätigen, daß England sich nicht etwa dem Standpunkte Frankreichs anaeschlofsen hat. Wenn übrigens der tschechoslowakische Außenministers eine Wendung gebraucht hat, nach der die Tschechoslowakei den Plan nicht annehmen könne, so ist oar-
Jieue Notverordnung?
Wie der „Vorwärts" wissen will, soll entsprechend einer Vereinbarung auf der Konferenz der Innenminister eine Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften zur Abwehr des politischen Terrors erfolgen. Da es nicht möglich war. dem Reichstag rechtzeitig «ne Vorlage zu unterbreit-n, soll aufgrund der Artikels 48 anfangs nächster Woche eine Notverordnung erlassen werden, die Aenderung im Vereins- und Versammlungsrecht, verschärfte Bestimmungen gegen Waffenbesitzt und Waffenhandel sowie Verschärfung der Strafbestimmungen wegen Aufforderung zu politischen .Gewalttaten enthalten soll.
auf hinzuweisen, daß ja schließlich auch nur Deutschland und Oesterreich ihn anzunehmen haben; andere Mächte können nur Einwendungen nach der juristischen Seite hin machen, und der Kanzler hat ja erklärt, daß wir eine juristische Nachprüfung nicht zu scheuen hätten. Es handelt sich aber nicht darum, ob em dritter Staat den Plan „annimmt" oder nicht. Die französische Drohung, die Zollunion mit der Kündigung des Handelsvertrages zu beantworten, wird in Berliner Kreisen sehr ruhig aufgenommen. Schon vor einem Vierteljahr bei dem Abschluß des Zusatzabkommens ist von französischer Seite bemerkt worden, daß der Handelsvertrag demnächst gekündigt werden müsse. Der Vertrag hat sich nämlich anfänglich zugunsten Frankreichs entwickelt, dann aber seit anderthalb Jahren doch recht stark zu unseren Gunsten; das hängt mit der Konjunkturentwicklung und der Tatsache zusammen, daß Frankreich von der Wirtschaftskrise bisher noch verhältnismäßig wenig gemerkt hat und deshalb kaufkräftiger ist. was natürlich unserem Export zugute kommt. Aus diesem Sachverhalt ergibt sich, daß die Kündigung des Vertrages, die übrigens immer am Ende eines Mo- nats mit dreimonatiger Frist erfolgen kann, mit der Zollunion eigentlich wenig zu tun hat, sondern ohnehin erwartet werden mußte. Das bestätigen auch die Ausführungen, die der französische Handelsminister Rollin am 2L ge» bruct£ injiet Kammer gemaHt jßjL
Der Kammerausschuß für Handels- und Zollfragen hat $am deutsch-österreichischen Zollansgleichsprotokoll eine Entschließung angenommen, die dem Ministerpräsidenten, de« Außenminister, dem Handelsminister and dem Landwirtschaftsminister überreicht werden wird. Zn der Entschließung ersucht der Ausschuß de« Außenminister und de« Handelsminister, sich e n « r g i s ch dem endgültigen Abschluß der Ssterre'chisch- deutscheu Zollunion zu widersetze« uad, falls diese Opposition ergebnislos bleibe« sollte, sofort den sranzösisch-deut, sche« and de« französisch-österreichischen Handelsvertrag zu kündige«. Der Aus- schuß verlangt außerdem die Ausnahme von Verhandlungen mit de« übrigen europäische« Mächte«, um sie für di« Annullie- rung zu gewinnen.
Warschau erklärt sich befremdet.
Warschau, 27. März. Die Polnische Telgeraphenagentur meldet: Unterstaats- sekretär Beck, der während der Abwesenheit des Ministers Zaleski das Ministerium des Aeußeren leitet, hat heute den österreichischen Gesandten Baron Hein zu sich geladen, um ihn über die Einzelheiten des deutsch-österreichischen Vertrags zu befragen und gleichzeitig dem Befremden der polnischen Regierung Ausdruck zu geben, daß die österreichische Regierung, welche zweifellos die bisherige freundschaftliche Entwicklung der österreichisch- polnischen Beziehungen vor allem auf wirtschaftlichem Gebiete gebührend würdigt, bisher die polnische Regierung von gewissen Maßnahmen nicht in Kenntnis gesetzt hat, die sich auf die weitere Ent- wicklung dieser Beziehungen auswirken können.
Henderson über das deutsch-Ssterreichische Zollabkommen.
Reuter meldet aus Paris: Bei einem Presseempfang sagte gestern abend der britische Staatssekretär des Aeußern Henderson u. a.: Ich warte noch auf eine Mitteilung der deutschen und der österreichischen Regierung, ob sie die Anregung annehmen werden, die ich in der Frage des geplanten Zollabkommens gemacht habe. Es gibt sehr viele Gründe, aus denen ich glaube, daß der Weg, den ich mir erlaubt habe, den beiden Regierungen vorzuschlagen, beschritten werden sollte. Lor allem ist das Protokoll von 1922 unter den Auspizien des Völkerbundes ausgestellt worden, und wenn es unter irgendwelchen Unterzeichnern des Protokolls eine Meinungsverschiedenheit gibt, scheint es mir, daß die Körperschaft unter deren Leitung das Protokoll geschaffen wurde, zum mindestens Gelegenheit haben sollte, die Sache zu prüfen, und ich hoffe auf eine günstige Mitteilung in diesem Zusammenhang. (Diese Mitteilung, von der Henderson spricht, ist ihm bereits in der Form, wie sie aus dem WTB.- Kommunique vom 25.3. hervorgeht, geworden. Die Redaktion.) Auf die Frage, was geschehen werde, wenn Deutschland offiziell auf dem Standpunkte beharre, daß der Völkerbund nicht zuständig sei, erwiderte Henderson: Ich Würde die Lage sehr ernstlich zu erwägen
tungen nachzuknmmen. Man dürfe mcht von einem bösen Deutschland sprechen, wenn von Unmöglichkeiten der Zahlung die Reoe sei. Diese Tatsache rühre vielmehr von der Richtersüllunq der Verpflichtungen der Eläubigermächte her, d:e Deutschland ihre Hilfe versprochen hatten. Man müsse Deutschland sowohl in seinen wirtschaftlichen als auch finanziellen Verpflichtungen gewisse Erleichterungen gewähren, die ihm erlaubten, seine Lage zu verbessern Hinsichtlich der Abrüstungs- frage erklärte der Zentrumsführer, daß die kommende Konferenz unbedingt zu einem Erfolg führen müsie, da man sonst von einer wahren Katastrophe der bestehenden Zivilisation sprechen könne. Das Jahr 1932 sei das entscheidende Jahr nach dem Kriege, es werde die Zukunft Frankreichs, Deutschlands und ganz Europas bestimmen.
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Reichsehrenmal in Berka
Berlin. 27. März. Wie wir erfahren. hat das Reichskabinett in seiner heutige« Nachmittagssitzung eine Reihe laufender Angelegenheiten erledigt, di« vor der Osterpans« «och zur Beratung kommen muhten. De, wesentlichste Punkt ist, daß die Entscheid«»« übe» das Reichsehrenmal getroffen wurde. Das Kabinett beschloß als Ort de- Ehrenmals Berka in Thüringen auszuwählen.
Zn der Ministerbesprechung, die der Kabinettsfitzung heute vormittag vorausging, wurden die nächsten Aufgaben der Regierung durchgesprochen; vor allem erstattete der frühere Reichsarbeitsminister Braun Bericht über die Tättgkeit des Gutachterausschusses.
Der Führer der Zentrumspartei Dr. , Kaas, gewährte dem Berichterstatter I des „Exeelsior" eine Unterredung. | Die Charakterisierung des jetzigen Deutschland, so erklärte Kaas dem „Exeelfior" zufolge, sei eine völlige Desorganisierung, die aus der Aufgabe jeder Hoffnung auf bessere Zeiten entstanden sei. Er persönlich wende sich gegen alle diejenigen, die diese Unentschlossenheit auszunutzen rer- suchten. Die erste Bedingung für eine Wiedergesundung im Innern bestehe darin, den Abstieg Deutschlands aufzuhalten. Die Grundlage der Außenpolitik der Zentrumspariei und die erste Bedingung für einen Erfolg der Wiederaufbaubestrebungen liege in dem Versuch einer deutsch-französischen Verständigung. Um in dieser Frage zu einer befriedigenden Lösung zu gelangen, sei es zunächst notwendig, drei Hauptfragen zu bereinigen, die Reparationsfrage, die Abrüstungsfrage und die Frage des Schutzes der nationalen Minderheiten.
Kaas ging sodann auf die Verttäge ein und erklärte, daß man stets von „vertraglich übernommenen Verpflichtungen spreche und dabei vergesse, daß diese Verträge um lebendig zu bleiben, geeignet sein müßten, gewisse Aenderungen auszu- halte«. „Als wir den Vertrag von Versailles unterzeichneten, wußten wir, was das für uns bedeutet. Es war das einzige Mittel, unsere Lage nicht noch vernichtender zu gestalten.
Wir hätten diese Berträge aber niemals unterzeichnet, wenn wir nicht schon damals a« di« Möglichkett gedacht hätte«, sie eines Tages z» ändern.-
In Versailles, so fuhr er fort, habe man ein neues Europa geschaffen, habe aber vergessen, die materielle wirtschaftliche, politische und psychologische Voraussetzung zu schaffen, die einem neuen Europa die Lebensmöglichkeiten geben sollten. Man muß sich darüber klar werden, daß das derzeitige Verhältnis von Siegern und Besiegten nicht andauern kann, denn dieses Europa wird so notgedrungen in zwei Lager gespalten. Dieses Verhältnis müsse daher aufgegeben werden, da es em schweres Hindernis für die Annäherung sei. Er hoffe, daß das letzte Wort Frankreich nicht nut der These Tardieus übet» einstimme, der die Verträge als unabänderlich bezeichnet.
lleber seine Auffassung zum Poung- plan befragt, erklärte Kaas, daß Deutschland nach Maßgabe seiner Finanzlage den Wunsch habe, seinen Verpflrch-
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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhefsen
An-eiger der amtlichen Belanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.