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OberhesfisK« Zefinng. Marburg a. L., Montag, ben 16. März 1931
Nr. 63
Attentat auf den Prinzen von Wales?
Bombenexplofion in Buenos Aires.
London. 15, März. Am Sonntag, dem Tage de, Eröffnung der englischen Industrieausstellung in Buenos Aires durch de« Prinzen non Wales, explodierte in einem Straßenbahnwagen eine Bombe, wodurch drei Personen getötet und viele andere verletzt wurden. DX Bombe befand sich im Lefitz eine« Stelle« ners Pieretti und explodierte, als die« sei aus dem Wagen aussteigen «ollte. Auch er wurde getötet. Der Vorfall hat in Buenos Aires große Aufregung hervor, gerufen. Man vermutet, daß ein Anschlag aus den Prinzen von Wale, geplant war.
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Erpressungsversuche gegen die Reichsbahn
Berlin, 16. März. Die preußischen, bayerischen und badischen Polizeibehörden haben sich in den letzten Wochen mit einem sensationellen Erpressungsversuch beschäftigt, als besten Lpfer der General- direftor der Deutschen ReichSbahngesell- schäft, Dorpmüller, ausersehen war. Generaldirektor Dorpmüller hat in schneller Folge eine Reihe von Drohbriefen erhalten, in denen unbekannte Erpresser die schwersten Attentate ankündigten, falls ihnen nicht ein Darbettag von 100 000 M. auSgehändigt würde.
Die Briefe an Generaldirektor Dorpmüller sind zum Teil in Baden, zum Teil in Bayern aufgegeben worden. Die Erpresser haben genaue Angaben darüber gemacht, welche Eisenbahnbrücken sie zu sprengen beabsichtigten, und haben sogar die Kühnhell besessen, Vorschriften über die Aushändigung des Geldes zu machen. In einer bayerischen Großstadt sollte die Deutsche Reichsbahn das Geld deponieren.
Die Deutsche Reichsbahngesellschaft setzte, nachdem derartig "Briefe überhand nahmen, die Berliner Polizei in Kenntnis, und ein Sonderdezernat wurde mit den Gr- mitttungen beauftragt. Besonders intensiv war die Zusammenarbeit mit der Münchener Kriminalpolizei, da Spuren darauf hinwiesen, daß die Verbrecher ihren Sitz Ein Bayern hatten. An eine Stelle, die von den Erpressern angegeben war, wurde ein Paket mit ungültigen Geldscheinen gelegt, und die Verbrecher haben in der Lat die Unverfrorenheit besessen, das Paket abzuholen, ohne daß man ihrerhabhaftwerdenkonnte. Als die Erpresser sich enttäuscht sahen, richteten sie neue Drohbriefe an Dorpmüller und gaben einen neuen Ort an, wo das Geld deponiett werden sollte. Ein zweitesmal sind sie jedoch nicht mehr erschienen.
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Deutsches Reich
Sroener an die Kommandeure.
Im Zusammenhang mit dem Erlaß des Reichswehrministers E r o e n e r an die Reichswehroffiziere, der aus Anlaß des Leipziger Urteils gegen die Ulmer nationalsozialistischen Offiziere erfolgte, hatte der Reichswehrminister damals einen zweiten Erlaß an die Kommandeure und Befehlshaber der Reichswehr gerichtet, in dem es u. a. heißt: Wir dürfen nicht im Zweifel darüber sein, daß diese Haltung einiger junger Offiziere dem Ansehen der Wehrmacht empfindlichen Schaden zugefügt hat. Eine derartige Vertrauenskrise wäre uns erspart geblieben, wenn alle Kommandeure sich mehr um den Geist und die Ansichten ihres Offizierkorps gekümmert hätten. Aber leider, das muß einmal scharf ausgesprochen werden, gibt es Kommandeure, die aus innerer Unsicherheit oder gar aus mangelndem Bekenner- mut jedem politischen Gespräch mit ihren Untergebenen aus dem Wege gehen. Wir müsien aus diesen Vorkommnissen die Folgerung ziehen, in Zukunft nur noch solche Persönlichkeiten zu Leitern von Offizierkorps zu machen, die Bekennermut und genügend geistige lleberlegenheit haben, um unsere heurige Jugend zu erziehen.
Schwere Zusammenstöße zwischen Kommunisten und PÄizei.
Eberswalde, 15. März. Am Sonnabend und Sonntag veranstalteten Berliner und Eberswalder Kommunisten in Finow und Finowfurt mit dortigen Ortsangehörigen der KPD. mehrere Propagandaumzüge. Die Berliner Kommunisten waren in zwei Lastautos gekommen. Als am Sonntag ein De- monstrationszug in den Straßen des Ottes demonstrierte, kam es zu einem schweren Zusammenstoß. Ein Berliner Prioatauto hatte infolge des Straßenschmutzes die Marschteilnehmer bespritzt und war von den Demonstranten angehalten worden. Der Führer wurde bedroht und verpttigelt und das Verdeck des Autos mit Mestern entzwei ge-
D. V. P. und Regierung
Dingeldey warnt vor Kursänderung
München, 15. März. (TU.) Am Sonntag fand in München der ßanbeS- vettretettag des Landesverbandes Bayern rechts des Rheins der Deutschen Volks» Partei statt. Der Derttetettag beschäftigte sich hauptsächlich mit der Frage der Der-- fassiingsreform. Hierzu wurde eine Entschließung angenommen, wonach bei einer Derfasfungsreforrn Länder mit Selbstverwaltung aufrechterhallen bleiben, wenn sie, wie Bayern, die Eignung und den Willen zum eigenftaatlichen Leben besitzen. Lieber die politische Lage fühtte der Parteiführer Dingeldey u. a. aus: Das System eines laienhaft geführten Wohlfahrtsstaates müsse schleunigst aufgegeben werden. Die Bestrebungen des Reichskanzlers, daß Deutschland die Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit mit der internationalen Wirtschaft wiedergewinnen müsse, seien zu unterstützen, nicht zuletzt deshalb, damit wir bei künftigen Verhandlungen zur Revision unserer Tributverpflichtungen auch einmal ein Rein nicht nur diffamieren, sondern auch durchhalten könnten. Die RechtSopposition habe leider durch ihren Auszug aus dem Reichstag jede positive Beeinflussung der Entwicklung aus der Hand gegeben. Die Deutsche Dolkspartei unterstütze die Regiemng Brüning als einzige zurzeit sichtbare Verkörperung des
Willens zur inneren Reform. Eie erwarte aber vom Reichskanzler, daß er von den Sozialdemokraten für die Bewilligung der Rate des Panzerkreuzers „’B“ sich nicht von dem grundsätzsichen Weg abdrängen lasse. Zur Revisionsfrage erklärte Abgeordneter Dingeldey, es sei eine Schicksalsfrage, namentlich für die französischen Staatsmänner, zu erlernten, daß der Weg der Zwangsmethode am Ende zu einer gewaltsamen Entladung eines entehtten Volkes führen müßte. Solange Frankreich nicht ablasse von der Politik einer Hegemonie in Europa, die sich auf ein machtloses, krankes Deutschland stützt, solange könne Deutschland die russische Karte nicht aus dem Spiel herauslassen. Dr. Dingel» deh ging mit Dr. Schacht völlig einig, daß die Frage der TribMasten nur in ihrer Gesamtheit auf der ganzen Front angepackt werden könne, allerdings nach diplomatischer und wirtschaftlicher Rüstung. Es gelte, zur Erreichung des Zieles bestehende Gleichgültigkeit draußen in der Well gegenüber der Tributftage zu bekämpfen und im Innern einen statten, einigen Willen zu schaffen. — Den Schluß der Ausführungen des Redners bildeten Erörterungen über die Anträge der Fraktion zur Verfassungsreform.
Oberschlesien-Feiern
Für ein ungeteiltes deutsches Oberschlesien
Berlin, 15. März. Außer der Ober- schlefienkundgebimg in Karlsruhe fanden am heutigen Sonntag noch in Frankfurt a. M., Dortmund, Bielefeld, Stettin und Mannheim ähnliche Kundgebungen statt. Die Abstimmungsgedenkfeier des Frankfurter Schlesier-Vereins im Dr. Hoch'- fchen Konsevatorium, auf der Pfarrer T a e s l e r die Hauptrede hielt, gestaltete sich zu einem großen Treugelöbnis für die deutschen Brüder in Oberschlesien und jenseits der Grenze. In der Dortmunder Feier hielt Oberbürgermeister K a r s ch - ner-Ratibor einen Vortrag, in dem ar die furchtbaren Schäden aufzeigte, die durch die Zerreißung des oberschlestfchen Jndustriebezirkes und durch die unhaltbare Grenzziehung ganz Deutschland in den letzten zehn Jahren zugefühtt sind. Die Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier hätten den Kampf gegen dieses Unrecht aufgenommen und erwarteten, daß sie in ihm von dem gesamten deutschen Volke unterstützt würden. Bei der Oberschlesien-Gedenkfeier in Bielefeld gab Dr. Kretzschmar- Ratibor ein erschütterndes Bild von den Röten und Leiden der Deutschen im abgetrennten Gebiet und Zahlen über die Verarmung und den Ver
fall des einst so blühenden deutschen Industrielandes Oberschlesien.
Zur Kundgebung in Stettin waren der Oberpräsident der Provinz Oberschlesien Dr. L u k a s ch e k, Eeneralfeldmar- schall von Mackensen und die prominentesten Vertreter der Stettiner Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden erschienen. Oberpräsident Dr. L u k a s ch e k zeichnete die Ereignisie in Oberschlefien vor und während der Abstimmung auf und wies auf den Heldenmut der Ober- schlester hin, die trotz allen Terrors dem Paterlande die Treue bewahtt hätten. In Mannheim erinnerte der oberschlefische Landrat Dr. ll r b a n e k an die Abstimmung in Oberschlesien, die nicht mit lautem Jubel, sondern nur in ernstem Gedenken der Nöte gefeiert werden dürfe, die durch die Losreißung von Polnisch-Ober- schlesien über das ganze oberschlesische Gebiet gekommen seien. In allen Kundgebungen wurden Entschließungen gefaßt, in denen schärfester Einspruch gegen den Raub Oberschlesiens erhoben und die Reichsregierung aufgefordert wird, mit allen ihr Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß Oberschlefien ungeteilt an Deutschland zurückgegeben werde.
schnitten. Als das in Finowfutt Rationierte Polizeikommando mit den Landjägereibeam- ten eingriff, wurden die Beamten ebenfalls von den Demonstranten angegriffen. Eine Anzahl Polizeibeamter wurde zu Boden geschlagen und von den Kommunisten schwer mißhandelt. Sie konnten sich nur mit dem Gummiknüppel der Iftberma.ht e-roefrcn. Erst als ein am Boden liegender Beamter einen Schreckschuß abgab, gelang es, die Menge zu zerstreuen. Auf dem Wege von Finow nach Finowfurt kam es noch zu mehreren Zusammenstößen. bei denen wiederum der Gummiknüppel in Tätigkeit treten mußte. In Eberswalde wurde der Haupttädelsführer Schaumberger aus Berlin festgenommen. Weiter erfolgten 16 Feststellungen wegen verbotenen Waffentragens. Bei dem Zusammenstoß in Finow wurden insgesamt vier Polizeibeamte schwer verletzt.
Das Befinde« Hermann Müllers.
Berlin, 15. März. Das Befinden des am Sonnabend operierten ehemaligen Reichskanzlers Hermann Müller ist nach wie vor äußerst ernst, jedoch den Umständen entsprechend zuftiedensteNend.
Berlin. 15. März. Das Aerztekonsilium hat im Befinden des früheren Reichskanzlers Hermann Müller eine gewisse Besserung fest- gestellt: der Patient hat einen ruhigen Tag verbracht.
Anschlag aus Dr. Goebbels.
"Berlin, 14. März. Wie die Gau- leitung der NSDAP, nvtteill, ist auf den Reichstagsabgeordneten Dr. Goebbels ein Anschlag verübt worden. Goebbels erhielt gestern mit der Post an seine Pri- vatanschrift ein Päckchen, in dem sich acht Stück zovftatte ExplosivWrper befanden, die mit einer Palverladung verbunden waren. Da das Päckchen unter Anwendung von Vorsichtsmaßregeln geöffnet wurde, ist es nicht zu der beabsichtigten Wirkung gekommen. Wie die Polize» hierM mel
det, ist die Angelegenheit heute bei ihr zur Anzeige gebracht worden. Sie wird von der Abteilung la untersucht.
Ei« Nationalsozialist meuchlings ermordet.
Essen, 14. März. Zn den frühen Morgenstunden des Samstags wurde ein Trupp von 15 Nationalsozialisten, der sich auf dem Heimwege nach Essen-Kray befand, an der Zeppelin-Brücke von unbekannten Tätern mehrfach beschossen. ES wurden insgesamt etwa 20 Schuh auf den Trupp abgegeben. Dabei wurde der 18 Jahre alte in Essen-Kray wohnende An- streichettehtting Friedrich Felgendreher durch einen Kopfschuß lebensgefährlich verletzt. Der Verletzte wurde dem Kranken- !haus zugeführt, wo et inzwischen verstorben ist. Für die Ermittlung der Täter hat der Regierungspräsident in Düffeldorf eine Belohnung von 1000 Matt ausgesetzt.
Niedriger Hauge»!
Paris, 14. März. (TA.) Der bekannte Landesverräter Friedrich Wilhelm Förster hiell am Sonnabend in der polnischen Propagandazenttale in Paris einen Vortrag über „Die Verpreußung Deutschlands und das Witten des Preußentums auf die deutsche Politik", der ihm Gelegenhell gab, seine bekannten Hetzereien gegen sein eigenes Datettand zu wiederholen. Nachdem er so ziemlich alles besudelt hatte, was uns Deutschen heilig ist, schloß er mit der Aufforderung an die anwesenden Polen und Franzosen, unter keinen Umständen dem verpreußten Deutschland Zugeständnisse zu machen, sondern am Versailler Vertrage feftUchalten und auch nicht abzurüsten.
Zn den statten Beifall, der dieser Auf- fordenmg folgte, stimmten der polnische
Botschafter und der frühere französische Ministerpräsident Francois Marsal ein, die als Ehrengäste in der ersten Reihe sahen.
Ausland
Staubt über die Mandatsfrage.
Rom, 14. Mäz. In feiner großen außenpolitischen Rede vor der Kammer äußerte Erandi sich auch zur Mandatsfrage. „Nicht nur innerhalb der Mandatskommission, sondern auch vor den zuständigen Organen des Völkerbundes hat Italien das Mandatssystem in der in den Friedensverträgen festgelegten Form verteidigt, d. h. in erster Linie den vorübergehenden Charakter und zweitens den Grundsatz, daß die Mandatsländer unabhängige internationale Einheiten werden sollen. Jalien wird diese Politik beibehalten. Vor allem ist nunmehr der Grundsatz angenommen, daß die Souveränität nicht bei den Mächten liegt, die das Mandat ausüben. „Diese Auslegung Erandis entspricht bekanntlich auch der deutschen These.
Wo wird bk Abrüstungskonferenz 1932 tagen?
fk. London, 16. März. Ein französischer Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet aus Paris, daß es immer zweifelhafter erscheine, ob die Allgemeine Abrüstungskonferenz im nächsten Jahre tatsächlich in Genf abgehallen werde. Man glaubt, so meint der Korrespondent, daß Briand, der noch im Januar d. I. für Genf gewesen sei, jetzt überzeugt davon sei, daß man in Genf nicht mehrere tausend Personen für eine längere Zelldauer un- terzubringen vermöge. Unter diesen Umständen hätten Lausanne und Luzern gute Aussichten, als Konferenzort ausersehen zu werden.
Ministerjnbilanm Aristib« Brianbs.
Paris, 14. März. (WTB.) Aristide BriaNd feiert heute das Jubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit als Minffter. Am 14. März 1906 trat Briand, der damals 43 Jahre all war, zum ersten Mal in eine Regierung ein. Sell diesem Zeitpunkt hat der jetzige Minister 25 verschiedenen Ministerien angehört und ist elfmal Ministerpräsident gewesen. Am häufigsten war er Außenminister, nämlich nicht weniger als 16 Mal. Der Außenminister verbringt sein Jublläum in aller Stille auf feinem Landgut Cocherelle. 2
Lebenslängliche Gefängnisstrafe für einen
Prohibitionsgegner.
Kansas City, 14. März. Ein 5H- jähriger Mann namens Butler, ber dreimal wegen Vergehens gegen das Prohi- birionsgesetz vorbestraft war, wurde zu lebenslänglicher Gefängnisstrafe verurteilt, weil man bei ihm einen Liter Schnaps gefunden hatte.
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Vermischtes vom Tage
Schwer« Bluttat von Einbrechern in Hamburg
Hamburg, 15. März. Als am Sonntag nachmittag die in ber Hanfastraße in Hamburg wohnhaften älteren Eheleute Brünnlein von einem Ausgang heimkehrten, überraschten sie im ersten Stockwerk drei Einbrecher. Diese gaben sofort auf das Ehepaar mehrere Revolverschüsse ab. Die Frau war lofort tot. Der 60 Jahre alte Ehemann erhielt einen schweren Bauchschuß. Es gelang, einen der Burschen festzunehmen. Es bandelt sich um einen 30 Jahre alten ' angeblich in Wien geborenen Kellner Wagner. Man fand bei ihm Münzen, die aus einem Einbruch stammen, und 230 Mark in bar.
Anklage gegen drei Lübecker Aerzte.
Lübeck, 14. März. 3n der Angelegenheit des Lübecker Säuglingssterbens fit nunmehr nach Abschluß der Voruntersuchung gegen die beteiligten Aerzte Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Körperoerletzung erhoben worden. Die Anklage richtet sich gegen Obermedizinalrat Dr. Eichsiedt, Professor Dr. Deycke und Professor Dr. Klotz.
Ein Speisewagen mit Schmuggelware beschlagnahmt.
Nach dem französischen Gesetz wird nicht nur die Schmuggelware, sondern auch das Fahrzeug beschlagnahmt, das zu Schmuggeltransparten benützt wurde. Das hat zu einem ungewöhnlichen Fall geführt. Die Zollbeamten der Grenzstation Jeumont entdeckten in dem Speisewagen eines aus Belgien kommenden Zuges 78 Pakete Zigaretten, die zwei Eeschirrwäscher einschmuggeln wollten. Die Beamten handelten nach dem Buchstaben des Gesetzes, setzten die beiden Schmuggler in Haft und ließen den 45 Tonnen schweren Speisewagen aushängen! Das Schmuggelgut hatte einen Wett von etwa 500 Fr., während der Speisewagen einen Wert von 1 Million Fr. repräsentiert. Den Beamten blieb es auch gleichgültig, daß durch das Aushängen des Wagens der Gesellschaft $erliyte entstanden. Laut Gesetz so und so mußten sie auch den Wagen in „Hast" behalten