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der Redaktion von 1011 und

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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

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Marburg a.Labn

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Anzeiger Her amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Die Cemeindewahlen in Braunschweig

Geringere Wahlbeteiligung Schwere Verluste der SPD. Zunahme der NSDAP, und KPD.

Zunehmende Radikalisierung

Polnische Rechtssprechung

fk. B r a « n s ch w e i g, 2. März. Am gestrigen Sonntag fanden i« Braun­schweig die Kommunal- und Kreistags­wahlen statt. Bei einer Wahlbetei­ligung vo« nicht ganz 80 vom H u n de r t ergibt sich nach einer vorläufi­gen Zusammenzählung der Ergebnisse aus den 6 Landkreisen und der Stadt Braun­schweig, daß die Sozialdemokraten und die bürgerlichen Parteien gegen die Landtagswahlen 1930 verlo­ren, die Nationalsozialisten und Kommunisten gewönne« haben.

Bei den Wahlen zum braunschweigischen Landtag am 14. September vori­gen Jahres wurden 307 000 Stimmen abgegeben, während sich die Zahl der Wahlberechtigten auf rund 340 000 belief. Sie verteilten sich auf die Stadt Braun­schweig und die sechs Kreise des Landes wie folgt: Sozialdemokraten 125 586 (17 Mandate), Kommunisten 20 988 (2), Staatspartei 9 268, Nationale Mitte 727 (0), Bürgerliche Einheitsliste (DNVP., DVP.. Wirtschaftspartei) 79 478 (11). In der Stadt Braunschweig wurden bei dieser Wahl abgegeben für SPD. 41509, KPD. 8 754, Staatspartei 2 632, NSDAP. 21844, Dolksrechtspartei 915, Nationale Mitte 176, Bürgerliche Einheitsliste 25 047.

Bei den gestrigen Kommunalwahken im Freistaat Braunschweig wurden abgege­ben: Sozialdemokraten 113114 (126 972 bei der Reichstagswahl 1930). National­sozialisten 85 979 (67 398), Kommunisten 26 231 (21317) Stimmen.

Das Stadtparlament setzt sich wie folgt zusammen: 14 Sozialdemokraten, 10 Na­tionalsozialisten, 4 Kommunisten, 7 Deutschnationale Bolkspartei und der Einheitsliste, also 18 Linke gegen 17 Rechte. Die Wahlbeteiligung betrug 84%. Die Sozialdemokraten haben 6 Mandats verloren, die Nationalsozialisten dagegen 9 Mandate und die Kommunisten 4 Man­dat« gewonnen.

Das Endergebnis der Stadtver­ordnetenwahlen in der Stadt Braunschweig ist folgendes: Sozial­demokraten 37 672 (gegen Stadtverordne­tenwahlen 1928: 44 803), Nationalsozia­listen 27 040 (3814), Kommunisten 12 236 (4324), Deutsche Staatspartei 1427, Reichspartei der nationalen Mitte 154, Mittelstandsliste 7924. Bei der letzten Neichstagswahl erhielten Sozialdemokra­ten 41621, Nationalsozialisten 25 252, Kommunisten 8828, Deutsche Staatspartei 2968, Deutschnationale 4999.

Einzelergebnisse.

Die Zahlen in Klammern stellen die bei den letzten Reichtstagswahlen ab­gegebenen Stimmen dar.

Kreis Blankenberg a. Harz.

Sozialdemokraten 8025 (8419) Kom- r.uniften 3197 (3450) Nationalsozia­listen 5791 (5581) Bürger!. Einh.-Liste 4296 (6140) Staatspartei 370 (953).

Kreis Blankenburg:

Soz. 7929 (8419), Nat.-Soz. 5750 (5581), Komm. 3196 (3451), Einh.-Liste 4392, Staatspartei 370.

Kreig Gandersheim.

SPD. 13 950 (15122), Nat.-Soz. 8541 (7047), KPD. 1058 (950), Nationalwirtsch. Einheitsliste 4665.

Kreis Holzminden.

SPD. 12 395 (14 225), Nat.-Soz. 7677 (7218), KPD. 2035 (1500), National­wirtsch. Einheitsliste 4000.

Kreis Helmstedt.

SPD. 15 967 (17 538), Nat.-Soz. 12 267 (11921), KPD. 2474 (2091), Nat. Front der DNVP. 2990 (2855), Mittelstands­liste 4906, Nat. Einheitsliste 2812.

Die Staatspartei hat sich im Kreise Blankenberg mit den Sozial­demokraten zusammengejchlos- sen.

Kattowitz, 28. Febr. In Kattowitz wurde am Sonnabend erneut wegen zwölf im Landkreise Kattowitz verübter Gewalttaten verhandelt Nach dem Ergebnis der bisheri­gen Prozesse dieser Art war auch hier anzu­nehmen, daß es in den meisten Fällen nicht zu einer Verurteilung der angeklagten Aufständi­schen kommen würde. Tatsächlich verhängte das Gericht lediglich in zwei Fällen Gefängnis st rasen von zwei Wochen bzw acht Tagen wegen Zeitungsdiebstahls und Einschlagen von Fensterscheiben. Den Ver­urteilten wurde aber eine einjährige V e - Währungsfrist zugebilligt. Bezeichnend war das überaus selbstbewußte und freche Be­nehmen der Angeklagten vor Gericht.

Selbst in Gegenwart des Richters wurden die Kläger von den airgeschuldigten Auf­ständischen bedroht, ohne daß diese dafür

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Die Flottenverhandlungen

Einigung zwischen Nom und Varis

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Von links nach rechts: Der italienisch, Marineminister Sirianni. italienischer Außenminister Erandi. englischer Außenminister Senderfon. Muüolini und englischer Marineminister Alexander

Paris. 1. März. Um 19 Uhr franz. Zeit haben Briand und Henderson au den italienische« Außenminister Erandi ei» Telegramm gerichtet, indem sie ihr ge­meinsames Einverständnis m<t de« in Rom getroffenen Ber- eiabarnngea feststellen, der italieni­sche« Regierung für ihre loyale und freundschaftl che Haltung danken und ihre Bereitschaft erklären, die erzielte« Ab­machungen ihre« bzw. de« interessierte« Regierungen zur Billigung vorzulegen. Die Sitzung im Quai d'Orsay ist abge­schlossen.

Das Flottenkompromitz.

Nach einer in der Pariser Morgenpresie veröffentlichten Agenturmeldung aus Rom solle« die Bedingungen des gestern zwischen den französischen und italienischen Flot­tensachverständigen verabredeten Flotten­kompromisses wie folgt lauten: 1. Frank­reich wird gegenüber Italien in der

Eesamtonnage eine Ueberlegenheit be­wahren. 2. Italien wird in der Kategorie der Torpedobootzerstörer und der leichten Kreuzer eine etwas höhere Tonnage erhalten als Frankreich. 3. Frank­reich wird in der Kategorie der Untersee­boote eine ziemlich beträchtliche Ueberle­genheit gegenüber Italien erhalten. 4. Frankreich darf einige seiner großen Schlachtschiffe modernisieren mit dem Vor­behalt, daß diese für den Dienst zwischen dem Mutterlande und den französischen Kolonien in llebersee Verwendung finden. 5. Hinsichtlich der 10 000 Tonnenkreuzer sollen sich Frankreich und Italien gleich­stehen. 6. In der allgemeinen Kategorie der Hilfsschiffe soll Frankreich eine leichte Ueberlegenheit gegenüber Italien erhal­ten.

DerE c o n o m i st" schreibt zu dem Abschluß der Flottenverhandlüngen in Rom: Die italienisch-französischen Flotten­gegensätze seien in London stets als eine Bedrohung des europäischen Friedens an­gesehen worden. Sie hätten den Grund

zur Ordnung gerufen wurden. Im Ge­richtsgebäude drohten die Aufständische« sogar den Berichterstattern der deutschen Zeitungen, daß sie ihnen die Knochen zer­schlagen würden, falls sie über die Ver­handlung berichten sollten.

In Königshütte wurde in der Be­rufungsinstanz gegen vier Aufständische ver­handelt, die in erster Instanz wegen Mißhand­lung von deutschen Stimmzettelverteilern zu einem Monat bezw. zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt worden waren. Als Entlastungs­zeugen wurden zwei Aufständische vernommen, die wegen der gleichen Vergehen angeklagt waren, aber noch nicht verurteilt sind. Das Gericht hob die Gefängnisstrafen auf und verurteilte die Angeklagten zu Geld­strafen von 20 bis 40 Zloty.

Auch das Burggericht in Sohr au verhan­delte gegen mehrere Aufständische, die wegen Körperverletzung angeklagt waren. Sie hat­ten einen deutschen Formermeister auf dem Wege zur Arbeitsstelle überfallen und derart mißhandelt, daß er mehrere Wochen im Kran­kenhaus zudringen mußte. Das Gericht sah für diese Ausschreitungen Geldstrafen von je 30 Zloty und eine Buße an das Rote Kreuz in Höhe von je 5 Zloty für die drei Angeklag­ten als ausreichende Sühne an.

Schließlich wurde am Sonnabend noch gegen zwei Aufständische verhandelt, die den Ver- ttauensmann der Deutschen Wahlgemeinschast in Sohrau in der Wohnung mit der Schuß­waffe bedroht hatten. Ein Geldstrafe von je 15 Zloty, also von rund 7 5RJl war dre Strafe" für diesen Vorfall, und damit ist nach Ansicht des polnischen Gerichtes dem Recht Genüge getan.

In den nächsten Wochen find insgesamt et* wa 200 Prozesse dieser Art zu erwarten, dar­unter auch die Verhandlungen wegen der be­kannten geradezu unglaublichen Vorfälle in, Hohenkirchen.

gelegt für eine Spaltung in zwei feind­liche Lager. Noch mehr verschärft habe sich die europäische Lage nach Ansicht von Mitgliedern des englischen Arbetterkabi-H netts, zu denen auch Henderson gehöre, durch den Ausgang der deutschen Wahlen im September 1930. Dieser hätte außen­politisch eine Annäherung der revisio­nistischen Staaten Europas zur Folge ge­habt. Auf der Tagung der vorbereitenden Abrüstungskonferenz hätten sich außerdem Italien, Rußland und Deutschland häufig geschloffen im Gegensatz zu der französi­schen Gruppe befunden. Dieser gefähr­lichen Entwicklung habe durch eine Ent­spannung zwischen Italien und Frankreich Einhalt getan werden müssen.

Neuer Umschwung in Peru

fk. N e u y o r k, 2. März. Nach einer Meldung derAssociated Preß" aus Lima hat sich die peruanische Flotte den Aufstän­dischen angeschlossen. In einer Kundgebung forderte sie den Cbef der vorläufigen Regie­rung von Peru, Oberst Cerro, auf, zu- rückzutreten und die Regierung einer neuen Junta $u übergeben. Die Kundgebung erklärt, die Soldaten in vier Earnisonstädten beabsichtigten, gegen Lima vorzumarschieren, es bestehe also die Gefahr eines all­gemeinen Bürgerkrieges.

Auf Grund dieser ultimativen Forderung von Heer und Flotte ist Präsident Sanchez Cerro mit dem gesamten Kabinett zu­rückgetreten. Unter dem Vorsitz des fräsidenten des Obersten Gerichtshofes, lias, ist eine neue Junta gebildet worden, der der Eeneralstabschef und der Oberbefehlshaber der Flotte angehören. Die Junta hat sofott mit den Aufständischen Arequipa Verhandlungen eingeleitet.