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AenStao, drn 24. Februar ISA

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Marbvrsll rasttmeteek

Sberhessische Zeitung

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesse»

Mr. 46 66.3nhro.

Marburg a.Lahn

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-iie! 5 rag«. 0fferr«n:S«düdr: 25 Pstz. Beleg, werden berechnet. ikrftUlungso« Marburg.

It»;eiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Verständigung auf Kosten Deutschlands

Wieder das alte Spiel Frankreich fordert von England Zugeständnisse für die Abrüstungskonferenz

Sicherung der Verträge

Generalvollmacht

fk. Paris. 24. Febr. Die Besprechun­gen zwischen dem englischen Außenmini­ster Henderson und Briand über eine Angleichung des französischen Flot­tenbauprogramms wurde am Montag abend gegen 7 Uhr unterbrochen und sol­len heute (Dienstag vormittag) fortge­setzt werden. Der erste Lord der briti­schen Admiralität. Alexander, und seine Berater einerseits und der franzö­sische Kriegsmarineminister Dumont und sein Stab berieten jedoch noch bis in die späten Abendstunden über die tech­nische Seite des zutreffenden Abkom­mens. das trotz einiger Schwierigkeiten bereits im Laufe des heutigen Dienstags zustande zu kommen scheint.

Bei den Vorbesprechungen zwischen C r a i g i e und Massig 1 i hatte sich Frankreich bereits einverstanden erklärt, seine ursprüngliche Forderung von 805 000 Tonnen auf 640 000 herabzusetzen. Im Laufe der Besvrechungen am Mon­tag hat die englische Abordnung jedoch darauf bestanden, daß Frankreich 620 000 Tonnen nicht überschreite, während man französischerseits 630 000 Tonnen vorge­schlagen hat. lieber diese Punkte dürfte also eine baldige Einigung erwartet wer­den, da 10 000 Tonnen kaum Gegenstand ernster Schwierigkeiten werden dürften.

Einen anderen Punkt der Verhandlun­gen bildet der von Frankreich beabsich­tigte Bau des 23 üüv-to-Kreuzers, der eine Antwort auf den deutschen Panzer­kreuzer-Neubau darstellen soll. Hender­son hat Briand gebeten, sich durch die deutschen Flottenbauten nicht beeinflußen zu lasten und den Bau des 23 000=to- Kreuzers aufzugeben. Eine Entscheidung ist in dieser Frage noch nicht gefallen.

Frankreich verlangt natürlich gewiße Zugeständnisse. In der Befürchtung, daß Italien trotzdem eine französische lieber« legenheit von 150 000 Tonnen nicht an­erkennt, besteht Frankreck auf der E i n- führung einer Schutzklausel, die ihm die Möglichkeit gibt, in diesem Falle seine Tonnaaeziffer zu erhöhen. Außerdem verlangt Frankreich, daß das zutreffende Abkommen zu einem voll­ständigen Bestandteil des Londoner Drei­mächteabkommens wird, das auf ein Viermächteabkommen erweitert werden dürfte.

Die Hauptschwieriqkeit. die im Augen­blick noch zu bestehen scheint, liegt jedoch auf einem Gebiet, das auch Deutschland In höchstem Maße interessiert. Frank­reich stellt sich auf den Standpunkt, daß es unmöglich mit gebundenen Händen zur Abrüstungskonferenz schreiten könne, wenn es nicht von England ge­wiße Garantien erhalte, die chm eine volle Unterstützung in der Ab- riistungsfrage sichern. Man soll in diesem Zusammenhang von der strikten Aufrechterhaltung des status quo gespro­chen haben, ebenso von der Unabän­derlichkeit der Verträge, zu deren Garanten sich England machen solle.

Wie weit diese Besprechungen gediehen sind, läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Man darf aber annehmen, daß der britische Außenminister vor sei­ner Abreise von London über alle diese Punkte vollkommen unterrichtet ge­wesen ist.

Die Londoner Morgenpresse berichtet ausführlich über die Pariser Flottenver­handlungen. Eine Reutermeldung aus Paris erwähnt die Möglichkeit, daß der Außenminister Henderson und der erste Lord der Admiralität, Alexander, nach Erledigung ihrer Pariser Mission nach Rom weiter reisen werden, um Ita­liens Beitritt zum Londoner Flot­tenabkommen zu gewinnen.

Duisburg, 24. Febr. Am Schluß der gestrigen Stadtverordnetenversamm­lung, auf deren Tagesordnung als einzi­ger Punkt die Stillegung der H.ü t t e Ruhrort-Meiderich stand, wurde nach ziemlich lebhafter Debatte, in deren Verlauf ein kommunistischer Stadtverord­neter wegen beleidigender Ausdrücke von sechs Sitzungen ausgeschloßen wurde, ein kommunistischer Antrag, nach dem die von Oberbürgermeister Dr. Zarreg im Zn- tereste der Bereinigten Stahlwerke AG. ausgegebenen Gelder zurückzuzahle« seien, und der die Stellungnahme des Ober­bürgermeisters zu der Angelegenheit der Hütte Ruhrort-Meiderich schärfens verurteilt, gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt.

Ein soz'aldemokrat scher Antrag. d:r dem Oberbürgermeister die Mißb illigung ausspricht, wurde jedoch mit den Stimmen der Antragstel-

Viel Lärm um nichts

Das beschlagnahmte nationalsozialistische Mater'al größtenteils freigegeben.

Berlin, 23. Febr. Der Unter« suchungsrichter hat jetzt größtenteils das durch die Berliner Polizei bei den Haus­suchungen in den Räumen der Berliner Rationals ozialistischen Parteiorganisatio­nen beschlagnahmte Material nach Durch­sicht Der Rationalsozialistischen Partei wieder zurückgegeben. Unter den frei­gegebenen Sachen befindet sich auch die beschlagnahmte Partei-Korrespondenz. Le­diglich die Korrespondenz zwischen der Berliner SA.-Leitung und dem Haupt­mann von Maltitz in Innsbruck, die aus neun bis zehn Briefen besteht, ist von Landgerichtsrat Beckmann bei den Unter­suchungsakten zurückbehalten worden.

Eine Verhaftung im Zusammenhang mit der Röntgentaler Schießerei.

Berlin, 23. Febr. In der Angelegen­heit der Schießerei in Röntgental wurde

Wie wir erfahren, hat sich das Reichs­kabinett in seiner gestrigen Abendsitzung, in der es nach der amtlichen.Mitteilung die Agrarpolitischen Erörterungen ab­schloß, darauf geeinigt, daß er

vom Reichstag die Eeneraler- mächtiguug verlange» wird, alle zur Förderung der Wirtschaft notwen­

dige« Maßnahmen zu ergreifen.

Mit dieser Formulierung, die etwa einem erweiterten Vertrauensvotum gleichkommt, würde der Regierung das Mittel gegeben sein, der Landwirtschaft die notwendige Hilfe zu bringen, soweit sieimRahmen

ler, der Kommunisten und einigen Split- terparteien angenommen.

Schwere politische Ausschreitungen.

Im Zusammenhang mit der Stadtver­ordnetenversammlung kam es in der Stadt an mehreren Stellen zu Zusammenrottun­gen und Ausschreitungen. Schon vor Be­ginn der um sechs Uhr angesetzten Stadt- verordnetenfitzung zeigten die Straßen besonders der inneren Stadt ein sehr leb­haftes Bild. Aus allen Richtungen zogen zusammenhanglose Trupps auswärtiger Demonstranten heran, die mehrmals ver­suchten, unter Absingen politischer Lieder in die Nähe des Rathauses zu gelangen. Die Polizei zeigte sich stets Herr der Situ- ation und vermochte die Demonstranten abzudrängen. Am späten Abend mußte jedoch der Platz vor dem Rathaus durch starke Polizeikommandos abgeriegelt wer­den, da die Lage bedrohlich wurde. Es kam dann zu Zusammenstößen und An­rempelungen. Ein Polizeibeamter wurde durch einen Bauchschuß schwer verletzt.

heute abend ein Mann festgenommen, und Mar ein Angehöriger des Kampfbundes, der der KPD. nahesteht. Im Laufe der Ermittlungen wurde festgestellt, daß am 12. Februar bereits ein Ueberfall auf einen Mann in Röntgental erfolgt war. Am Abend dieses Tages fand eine national­sozialistische Versammlung im Lokal ^Edel­weiß" statt, während in einem anderen Lo­kal eine kommunistische Versammlung ab­gehalten wurde. Don dem Kampfbund war ein Beobachtungstrupp nach dem Lo­kalEdelweiß." gesandt worden. Dabei wurde ein Mann, den man für einen Ra­tionalsozialisten hielt, niedergeschlagen und beraubt. Der heute abend Festgenommene ließ damals beim Aeberfall die Worte fallen:Du Lump kommst aus demEdel­weiß. Dich mühte man totfchießen!" Bei dem Verhafteten wurde eine Waffe vor­gefunden. Der Verhaftete hat bereits ge­standen, an dem Aeberfall am 12. Februar beteiligt gewesen zu sein. Außerdem steht er in Verdacht, auch an dem Ueberfall am. 17. Februar teilgenommen zu haben.

der Eesamtwirtschaft möglich er­scheint. Außerdem wird den Einwänden psychologischen Art, die von den Gegnern der Pläne des Reichsernährungsministers erhoben worden sind, durch die Aus­dehnung der Ermächtigung auf die Eesamtwirtschaft Rechnung getragen werden. Das Kabinett hat auch bereits die Formel für die Ermächtigung ausgearbeitet, die von ihm selbst an eine bestimmte Frist gebunden wird. Die Ein­zelheiten der Maßnahmen, namentlich auf dem Gebiet der Deredlungswirtschaft, dürften der Reichsregierung zum ge­eigneten Zeitpunkt vorbehalten bleiben. Zn politischen Kreisen sieht man der heu­tigen Erklärung des Reichsernährungs­ministers mit großer Spannung entgegen, da sie eine Reihe programmatischer Ein­zelheiten enthalten wird.

Das Reichskaibnett hat gestern drei Sitzungen abgehalten. Es hat zunächst den Vormittag über beraten, hat dann nachmittags wieder getagt und ist schließ­lich um 7.15 Uhr abends erneut zusammen­getreten. Daraus ist zu entnehmen, daß unter allen Umständen versucht werden soll, bis heute eine Einigung über die schwierigen Agrarfragen herbeizuführen. Der Reichsernährungsmini st er bringt nämlich heute nachmittag um 3 Uhr den Etat seines Ministeriums mit einer Eßen Rede ein, und er hat den Wunsch, dabei bereits ausführlich über das carprogramm des Kabinetts zu äußern. Er wird offenbar auch vom Reichs­kanzler stark unterstützt, der gestern abend zwischen den Kabinettssitzungen auch noch eine Besprechung mit dem Reichsfinanzminister Dietrich und dem Reichsarbeitsminister Stegerwald hatte, um ihre Bedenken gegen die Rest- punkte zu zerstreuen. Hier ist es gelungen, über eine Reihe von Punkten eine Ver­ständigung herbeizuführen. Dabei han­delt es sich einmal um die Bewilligung der 5 Millionen für den Ausbau der Genos­senschaften. Ferner ist ein Ausschuß von Vertretern der Reichsbank, der Renten­bankkreditanstalt, der Preußenkasse und anderer beteiligter Institute einge'etzt worden, der die Frage der Zinsverbilligung Sr alle Personalkredite der Landwirt- iQft prüfen soll. Schließlich ist auch Ein­verständnis über die Holzfrage erzielt wor­den und zwar in Form der vom Reichs- ernährungsminister verlangten Ermächti­gung, die freilich an die Voraussetzung ge­bunden ist, daß es in Verhandlungen mit Schweden und Oesterreich gelingt, die gegenwärtigen Bindungen zu beseitigen.

Zn der Abendsitzung des Kabinetts kam es nun darauf an, auch eine Form der Veredlungsschaft zu finden, der die bisher widerstrebenden Mitglieder des Reichskabinetts ihre Zustimmung geben können. Dazu kommt noch weiter, daß der Reichsernährungsminister einer Rati­fizierung der Genfer Konvention über den Zollfrieden und der Unterzeichnung des Handelsvertrages mit Polen widerstrebt, während beides von anderen Mitgliedern des Kabinetts verlangt wird.

Bestrafte Initiative

Mißtrauensvotum gegen Oberbürgermeister Dr. Jarres