Einzelbild herunterladen
 

Sonnaberd, den A.Sebruar 1931

DK .vberhesstsche Zriiung^ n scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2.20VM au«- schlirßl ZusiellungSgebübr. durch die Poft 2.45 GM Für etwa durch Streik. Maschtnendrfekt oder ele­mentar, Lretgniss« ausfallend» Kummern wird tew Lrsa» q«- letsiel Verlag. Dr. 6 Ktgerotb. Druck bet Untd-Bukddruckerel geb Sug «och. Markt 21/23. Fernsprecher Kr 54 uud Rr. 55. Postscheckkonto: 8ml Frankfurt a. M. Kr 5015. SvreedzeU der Redaktion von 1011 und

Vel1 Ubt-

öbechessische

***** ***

tiwmwr Ä U7 II | h tnM&MM

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Rr. 44 66. Sohra. Marburg a. Bahn

Oer Anzeigenpreis beträgt für den 11 gespalt. Zeilenmilltmeter O.OSSM.sog. kleine Anzeigen und Famtllenanzetg«, de« Aarzabim-g 0.07 SM. amtlich» und aus- märtig, Anzeigen 0 10 SM Bei schwierigem Satz fett* bei Platz- onrschrtft 50*1. Aufschlag - Sammelanzeige» 'W^i. Auf- ßchtag RekIam.-MtU«m 0 40 SM. Zeder -Rabatt gilt «1« Barrabatt

*1 5 Loga

Vffrrten Sedüdr: 25 Pstz, Belea« werden berechnet. TrfOlluug»«« Marburg

Rrrxeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Attentat auf König Zogu

Schwere Schlagwetterexplosion in Eschweiler Bisher 14 Tote geborgen - 13 Bergleute noch eingeschlosien

Zogus Adjutant getötet Schreckschüsse im Reichstag

Wien, 20. Febr. Nach der heutigen Vorstellung i« der Staatsoper wurde« vor dem Operngebäude von einem bisher unbekannten Mann mehrere Nevol - » erschüsse abgegeben. Der An­schlag soll de* seit einigen Wochen in Wien weilenden König Zog« vo« Albanien gegolten haben, der der he«, tigen Vorstellung der Oper beiwohnte.

Nach Schluss der Vorstellung gegen y2ll Uhr verliess König Zogu mit seinem Gefolge und begleitet von vier Kriminalbeamten das Theater. Während der König mit einigen Herren seiner Begleitung vom Hauptportal der Oper wegfubr, bestiegen lein persönlicher Adjutant, Masor Lleih Tovollas und ein zweiter Hofbeamter ein Auto in einem Seitengange in der Overnstraße.

Kaum sähe« sie i« dem Auto, als sich zwei elegant aeNeidete iunge Männer dem Aaio näherten und auf die In­sassen mehrere Revolverschüsse abgaben. Der Adjutant fiel sofort tot in de« Sitz zurück.

Der zweite Beamte, obwohl recht schwer verletzt, konnte einen Revolver ziehen und auf einen der Täter mehrere Schüße ad- geben, ohne ihn jedoch zu treffen. Dieser Täter wurde vom Publikum sofort festgenommen und der Polizei über- geben. Der zweite versuchte zu fliehen, wurde aber eingeholt und ebenfalls fest­genommen. Die beiden Täter werden zur Zeit von der Polizei verhört. Außer ihnen wurden noch zwei weitere Albanier verhaftet, die an dem Attentat beteiligt sein sollen. Ihre Identität konnte nach nicht festbestellt werden. Es handelt stch aber zweifellos um albanische Emi­granten. Das Attentat hatte dem Kö­nig gegolten.

Der verletzte Hoffunktionär ist der H o f- minister Libshova. Er erhielt einen Steckschuss ins Bein und wurde, nachdem man ihn verbunden hatte, in ein Sanatorium gebracht. Dem Adjutanten drang eine Kugel ins -Kleingehirn und führte seinen sofortigen Tod herbei. Enr- gegen einer früheren Meldung ist festzu. stellen, daß König Zogu Zeuge des Attentates war, da er ebenfalls beim Seitenausgang des Operngebäudes das Auto bestiegen hat und nicht am Haupt­eingang. Er ging in das Operngebäude zuruck und begab sich erst später in sein Hotel. Vizekanzler Schober suchte noch spätabends den König im Hotel auf. um ihm das Bedauern der Regierung über die Tat auszusprechen.

Attentat in Agram

Belgrad, 19. Febr. In Agram wurde gestern abend gegen den pensio­nierten kroatischen Professor Suflay ein Anschlag verübt. Ein Unbekannter griff den Gelehrten an und brachte ihm mit einem Stock eine lebensgefähr­liche Verletzung am Kopfe bei. Der Angreifer ist spurlos verschwunden. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet.

DerPester Lloyd" führt den Anscklag auf Prof. Suflay auf politische Be­weggründe zurück. Pros. Suflay war nicht nur als Historiker der Balkan­länder, sondern auch als glühender kroatischer Patriot bekannt. Es sei ein offenes Geheimnis gewesen, daß

Professor Suflay wegen seiner kroati- 'cken Gesinnung unter ständiger p o l i - ^etlicher Aufsicht stand und daß seine Briefe einer Zensur unterworfen waren. Er sei auch wegen angeblicher Agitation gegen das herrschende Regime verhaftet und verurteilt worden. Das Blatt glaubt daher ohne weiteres anneh­men zu können, daß feine Ermordung die Tat eines fanatischen Serben sei.

Agram, 20. Febr. Professor Dr. Mi­lan Suflav ist den Verletzungen erleaen. die ihm gestern von einem bisher unbe­kannten Mann beigebracht wurden.

fk Eickiweiler, 21. Febr. Auf de« bei Notbera gelegenen Grube Esckwei- ler-Reserve fand heute eine Schlag­wetterexplosion statt. Nach den bis jetzt vorliegenden Nackrichte« handelt es sich um eine örtliche Schlaawetter-Ent- züadung. Bis 10 Uhr find 1 4 Tote ge­borgen; 13 sollen noch eingeschlossen sein.

Die Versuche zur Rettunq der Einge- ichlossenen werden fieberhaft fort«e^etzr. Bor den Zechentoren spiele« sich erschüt­ternde Szene« ab.

Berlin, 20. Febr. In der Wandel­halle des Reichstages Kam es am Frei­tag nachmittag gegen 18 Uhr zu einem aufreaenden Zwischenfall. Ein älte­rer Herr, der sich dort schon seit län­gerer Zeit aufgehalten hatte, gab plötz­lich auf den neben ihm stehenden Reichs­tagsabgeordneten Dr. Külz lStaatsp.s drei Schüsse ab. Dr. Külz fvrang auf den statin zu. Darauf gab dieler einen weiteren Schuß ab. Dr. Külz über­gab darauf den Mann den herbeieilenden Dienern. Der Revolver wurde ihm ab­genommen und die Kriminalpolizei ver­ständigt. Der Festgenommene war schon

Sttllegung der Hütte Ruhrort.

# D u isburg-Hamborn, 20. Febr. Die Direktion der Vereinigten Stahl­werke Ruhrort-Meiderich macht durch Anschlag betomtt, daß die Hütte morgen geschloßen wird. Trotz des Ergebnisses der Belegschaftsbefragung durch Ober­bürgermeister Dr. Jarres sehe sie sich bei dem einmütigen Widerstand der Gewerk­schaften gegen die Fortführung zu ver­minderten Löhnen außerstande, die Still­legung zu vermeiden.

seit mehreren Tagen in der Wandelhalle erschienen, wie er sagte, als Vertreter der Bayerischen Kleinrentner. Durch sein merkwürdiges Wesen war er am heutigen Freitag dem Abgeordneten Dr. Külz ausgefallen. Dieser beobachtete den Mann deshalb unauffällig. Durch die Schüsse wurde nach den bisherigen Fest­stellungen niemand verletzt. Man weiß auch nicht, ob es f'ck üh<"-Hauvt um hharfe Schüsse gebandelt bat. c^nhe liest sich ohne weiteren Widerstand fest­nehmen. Es handelt sich offenbar um einen Geistesgestörten.

Der Sckütze aus der Reichstagswandel­halle ist inzwischen vom Reichstag nach dem Polizeipräsidium gebracht worden. Bei feiner ersten Vernebmung aab er durchaus klare Antworten. Die Auf­astung. daß es sich um einen Geistes­kranken banb-lt. scheint sich n'-bt au be­stätigen. Sckmidt konnte eine Reibe non Ausweisen noraeiaen, wonach er tatsäch­lich Vertreter verschie denen Rentnerorgansationen ist. Er aab an. daß er bei den Abgeordneten in den letzten Tagen veraeblich vorstellig geworden fei und nicht unverrichteter Dinae nach Haufe zurückkehren wollte. Er hat deshalb einige Schreckschüsse ab- aeaeben. um die Aufmerksamkeit der O e ff en t li ch k ei t auf sich zu lenken.

Nu« eine Schreckfcknstviftole.

Zu dem Voriall in der Wandelhalle des Reichstages wird weiter bekannt, daß der Täter ein gewisser Sckmidt aus W ii r z b u r a ist. der bis ietzt in einem berliner Hosviz wohnte. Die Waste, die er benutzte, war eine Sckreckfchuß- vistole. Bei der Festnahme bat Schmidt den Abgeordneten Kül.r wegen feiner Tat flehentlich um Entschuldigung.

Nochmals Remarque-Mm

Berlin, 20. Febr. Jin Haus- haltsausschuß des Reichstages haben die Kommunisten am Freitag einen An­trag eingebracht, der die Aufhebung des Verbots des Remarquefilms 3m Westen nichts Neues" verlangt, oder, falls dies abgelehnt wird, die Aufforderung an die Regierung ausspricht, auf die Auf­hebung des Verbots hinzuwirken. In par­lamentarischen Kreisen sieht man der Ab­stimmung über diesen Antrag, die am Sonnabend nach Beendigung der De­batte über den Etat des Innenministers erfolgen dürfte, mit Spannung entgegen, da bei dem Fehlen der Rechts- opposition im Ausschuß die Möglich­keit besteht, daß sich für den kommunistt- scheu Antrag eine aus Sozialdemo­kraten und Kommuni st en be­stehende Mehrheit findet.

Unter dem Vorsitz des Reichstagspräst- denten Lobe verhandelten heute abend Vertreter der sozialdemokratischen Reichstagsfraktton mit den Fraktionen der bürgerlichen Mittelparteien über die Ermöglichung der Wiederzulas­sung des Remarque-Films. In die­ser Besprechung vertraten die Vertreter Des Zentrums die Auffassung, daß aus Gründen der Staatsautotttät die Auf­hebung des Zensurverbots nicht zu emp­fehlen sei. Man trat der Auffassung des Reichsinnenministers Dr. Witth bei, der diesen Film im Imeresse der Aufrecht­erhaltung der öffentlichen Ordnung ver­boten hatte.

Lawinen-Katastrophen

Das furchtbare Gesetz der Serie

D i s e n t i s sSraubünden), 20. Febr. Im Medelsertal hat sich heute morgen ein schweres Lawinenunglück ereignet. Durch eine große Lawine wurde dasGasthaus zur Post- i« Platt« verschüttet. Das ge­räumige Haus wurde aus der West, und Nordseite eingedrückt. Es war bewohnt von dem betagten Ehepaar We«zin und ihren beiden verheirateten Söhne« mit Kinder«. Bisher wurden tot geborgen die etwa 6570 Jahre alte Mutter Wen- zin sowie ei« sechsjähriges Ki«d, während eine Fra« und drei Kinder des einen Soh­nes noch vermißt werde«. Die übrigen Bewohner konnte« i« Sicherheit gebracht werde«.

Basel, 20. Febr. lieber den Hergang des schrecklichen Lawinenunglücks, das sich heute morgen im Medelser Tal ereignet hat, berichtet dieRationalzettung" fol­gende Einzelheiten: Eine ungeheure Staublawine stürzte um 7 Uhr zu Tal. Sie bedeckte denGasthof zur Posts' bet dem Orte Platta vollständig. Der Vater Wenzi« war im Augenblick damit beschäf­tigt, den tiefen Schnee vor dem Hause wegzuschaufeln. Es gelang ihm, sich recht­zeitig zu retten. Ein Bediensteter, der mit der Fütterung des Viehs beschäftigt war, konnte sich ebenfalls retten. Der Sohn des Gastwirts, der Lehrer Wenzi«, befand sich in der Stube und wurde durch die Wucht der Lawine aus dem Fenster ge­

schleudert. Er konnte sich ebenfalls tn Sicherheit bringen und die Umgebung alarmieren. Seine Angehörigen wurden ebenfalls rasch gerettet. Bei den Opfern handelt es sich um die betagte Großmutter Wenzin, deren Leiche zuerst gefunden wurde, ferner um Frau Wenzin und ihre vier Kinder, die erst am späten Nachmit­tag ausgegraben werden konnten. Drei Kinder und die Mutter waren bereits tot, während das vierte Kind noch lebend ge­borgen werden konnte, aber bald darauf starb.

N-«es schweres LawiueuuuglSck. Acht Tote.

Innsbruck 20. Febr. Z« dem im westlichen Ostttrol gelegene« Billgra, teuer Tal hat sich bei Imiervlllgrate« ei«, furchtbare Lawiaeakatastrophe ereig­net. Die Lawine ging von 2400 Meter Höhe in die Tiefe, ritz auf ihrem Wege drei bis vier Mühlen nieder und erfatzte fchlietzlich da- Ha«s des Bauern Josef Meir, da» vollkommen vernich­tet wurde. De, Bauer selbst »nd seine siebe« Kinder stad tot. Die Mutter konnte schwer verletzt gebor­gt« werden. Boa den Todesopfer« schei­nen zwei den Tod durch Ersticken, die anderen durch Erdrücken gesunde« zu habe«.

Schlagw etterexplosion

..> r # .V: * < ----