Montag, drn iszebkiMlSA
Dle .Obeib-ssische Sdtung* tt> schein« sechsmal wöchentlich. De- >ugspr«is monatlich 2.20® 9R an#- schließt. Zusiellungogebübr, durch »le Post 2.45 SM Für etwa dnrch Streik. Maschinendefek« oder elementar« Ereignisse auofallend« gkummern wird kew Lrsa» g«- leistel Verlag. Dr. S HtNeroth, Druck 6« Univ-Vuchdruckere« Hob Aug kl och. Markt 21/23. Fernsprecher- Rr 54 uu» Nr. 5». Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr 5015. - Sprechzeit bet Redaktion von 10—11 un»
*/d—1 Uhr-
lVbLvheffische ss. 3cftuno
Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
9k. 39 66. Mt» Marburg a. Lahn
Der Auzetgenpreis beträgt für Oe« 11 gespalt. Zeilenmtlltmeter 0.0869R.. feg. Nein« Anzeigen u»d FamUienanzetge» bet Barzahlung 0.07 ®M.. amtlich« «ab ant- wärttge Anzeigen 0 10 GM Bei schwierigem Satz fea* bei Platz- dorschrtst 60*1. Aufschlag - Sammelanzeige» tWl« Aufschlag. Rcklam.-Mtlli» 0.40 GM. 3ebe't Rabatt gilt «le Barrabatt 3*1 5 $ogi.
Vfferten.Gebübr: 25 PfA. Belege werden berechnet. Lrftzilaug eert Marburg.
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kveis Marburg.____
Wieder Regierungskrise in Spanien
Das Kabinett Berenguer zurückgetreten — Die Ausschreibung der Corteswahlen rückgängig gemacht
Santiago Alba
Konservative Politik
Da sich infolge der Erklärung der Führer de, monarchisch-liberalen Parteien Spaniens die Lage erheblich zngespitzt hatte, ist Sonnabend mittag das Kadi, nett Berenguer zurückgetreten.
Ml
U-
Sm
X\
k 'Es
O 'S*’ rsi
i '• ...
Don Riceta Zamora (rechts) im Gefängnis von Madrid.
Die mrtimonarchistische Bewegung in Spanien gewinnt dauernd an Boden. Die Führer sind zwar verhaftet, aber sie scheinen ihren Aufenthalt im Gefängnis, der ihnen sehr leicht gemacht wird, nur als bald beendete Episode anzusehen.
Der Erlaß über die Vertagung der Einberufung der Cortes ist vom König unierze chnet mord« De B rtagung wird mit der Demission des Kabinetts begründet.
Die Agentur Fabra medet: Zu Verfolg ei«er heute früh zwischen dem König und dem zurückgetretenen Ministerpräsidenten Berenguer ersolgte« Unterredung, »n der nach uns zugegangenen vertrauenswürdigen Mitteilungen der König dem Ministerpräsidenten das bisherige Ergebnis seiner Beratungen darlegte, wurde beschlossen, an Santiago Alba die telegraphische Aufforderung zu richten, sich morgen abend in Madrid einzufinden. Falls er der Ausforderung Folge leistet, würde ihm die Bildung der neuen Regierung übertragen werden.
Der König verhandelt weiter.
Heber die politische Lage in Spanien meldet die französische Presse, daß König Alfons am Sonntag seine Besprechungen mit den politischen Führern wieder ausgenommen hat. Es handelt sich insbesondere um den Katalanenführer Sambo und den vielgenannten Admiral Aznar. Cambo hat vor seiner Abreise aus Barcelona erklärt, daß die Mehrheit des spanischen Volkes weder eine Revolution, noch eine Diktatur, noch die Rückkehr zum früheren Regime wünsche. Die politischen Auffassungen in Madrid und Barcelona seien völlig verschieden. In Madrid sei eine Minderheit am Werke, eine er
künstelte Atmosphäre der Revolution zu schaffen.
Die republikanischen Parteien in Madrid hatten 7 öffentliche Versammlungen einberufen, die in den Theatern stattfinden sollten. Als die Massen anrückten, hatte die Polizei auf Anordnung der Regierung die Säle gesperrt. Darauf zogen Zehntausende in geschlossenem Zuge durch die Straßen der Stadt zum Gefängnis, wo die zwei gefangenen republikanischen Führer fitzen. Die Demonstranten wurden durch Gendarmerie auseinander getrieben. Es kam im Laufe der Nacht zu schweren Zusammen st ö tz e n.
Die Demonstranten fordern, daß der König solange Spanien verlafie, bis eine Nationalversammlung getagt habe.
Berlin, 15. Febr. Im Rahmen der ersten Rrichstagung der Konservativen Volkspartei fand am Montag eine Kundgebung im Sitzungssaal des Reichswitt- ^chaftsrats statt, auf der Reichsmimster Treviranus sprach. Er beschäftigte sich zunächst mit dem Vorwurf der Rechtsparteien, daß die Regierung abhängig sei von der Sozialdemokratie sowohl im Reich wie in Preußen und erwidette, daß die nationale Opposition nichts getan habe, um eine unabhängige Regierungsführung abseits von parlamentarischen Mehrheitsmethoden zu gewährleisten.
Ein« zwangsläufig« Abdrängung nach links komme nicht in Frag«.
Man werde sich durch das Vorgehen bet I Rechtsparteien nicht aus der Ruhe bringen I lassen, werde vielmehr in eine sehr positive i Auseinandersetzung mit den treibenden Kräf- I ten und Menschen der nationalen Opposition
König Alfons X11L und feine Gemahlin bei einer Ausfahrt
-
1 - ■■
...
•W
Der 9. November 1918
Erklärung des Generals
Zu den Erklärungen Hindenburgs und Ankers über den 9.November 1918 veröffentlicht die „Kreuzzeitung" folgende Zuschrift des Generals a.D. Graf von der Goltz:
1. Anker beruft sich auf das Buch „Er« innerungen des Kronprinzen Milhelm". Das Buch befaßt sich als Bericht über nur mit Erinnerungen bis zum Mittag des 9. Novembers. „Die Einzelheiten über den Verlauf des verhängnisvollen Nachmittags habe ich erst sehr viel später aus Gesprächen . . . erfahren."
2. Hebet diesen Nachmittag sagt der dienstliche Bericht des Geh. LegationS- rais Freiherr von Grünau an das Auswärüge Amt, veröffentlicht 1928, also auch Anker zugänglich, u. a.: „Der Feldmarschall und General Grüner waren beim Bekanntwerden der Mläf-Depesche nicht mehr in der Kaiservilla. Die neue Lage machte ein« abermalige Rücksprache mit । ihnen erforderlich. Herr von Hintze i und ich trafen uns bald nach 4 Ahr mit I General Grüner, Generaloberst von I
a. D. Graf v. d. Goltz
Plessen, General von Marschall Graf Schulenburg beim Feldmarschall . . . Demgemäß wurde beschlossen, dem Kaiser vorzuschlagen, die vollzogenen Tatsachen anzuerkennen und sofott die Gastfteundschaft Hollands in Anspruch zu nehmen. Zu diesem Zweck begaben sich der Feldmarschallt General von Grüner und Herr von Hintze zum Kaiser. . . Als jedoch der Kaiser kurz vor dem Abendessen von der Billa Fraineuse nach der Hof« bürg kam, hatte er sich inzwischen entschlossen, bei der Armee zubleiben. Bei Tisch rief mich Herr von Hintze, der hiervon Nachricht erhalten hatte, an und bat mich in seinem Namen und in dem ber O. H. L., die mit ihm völlig übereinstimme, dem Kaiser nochmals zu sagen, daß dringend geraten werde, an dem ursprünglichen Reiseplan festzuhalten... Nunmehr wurde die Reise endgülttg für den nächsten Morgen 5 Mr festgesetzt."
Eintreten. Das Werk bet Entschuldung sei gestern von ber Regierung auf Iahte hmaus festgelegt worben. Man müsse ben deutschen Bauern Mut machen, nicht auf ber Scholle 3u bleiben, sonbetn an die Grenze zu gehen, weil Deutschland ihnen die Gewißheit gebe,
Für das Volksbegehren
Die anläßlich der Reichstagung der Konservativen Volkspartei abgehaltene Vertreterversammlung aus 35 Wahlkreisen hat folgende Entschließung gefaßt:
„Die Reichstagung der Konservativen, die am 15. Februar in Berlin 150 Vertreter der Konservativen Volkspartei aus dem Reich vereinte, beschließt einstimmig, das vom Stahlhelm in Preußen eingebrachte Volksbegehren zu unterstützen. Sie geht dabei davon aus, daß damit nicht der Ersatz einer herrschenden Parteienkoalition durch eine andere, sondern der Umbau von Preußen und Reich in einer Reform an Haupt und Gliedern eingeleitet werden soll."
baß es biese Grenzen niemals preisgeben werbe. Brünings unb Schieles Forbetung nach einem Reichsbestellungsplan bet Landwirtschaft führe hinein in neue Wirtschaftsformen, die allerdings erst wachsen sollten, bevor man ihnen einen Namen gebe. Wenn man die Forderung erhebe „zurück zur Helffe- rich-Mark", so vergesse man, daß Wunder sich nicht wiederholten.
Treviranus kam dann auf die Außenpolitik zu sprechen. Wir wissen, so er» klärte er u. a„ daß die erste Ehrenfordetung für uns die Forderung der Rüsttingsfreiheit ist.
Durch ben Bruch ber selbstverständlichen Zusag« ber Vertragspartner von Versailles sinb wir berechtigt, unsere Frei- hett auch auf bem Gebiete von Wehr unb Waffen zu fordern unb zu nehmen.
Wir benutzen die Plattform des Völkerbundes, um die Unwahrhastigkeit vor aller Welt aufzuzeigen in dem Sinne, daß die Befriedung der Welt nottut, daß die Gleichberechtigung zur Tat wird. Der Abbau ber Tributlasten ist für uns deshalb eine Eyren- frage, weil sie verhängt worden sind auf Grund der Lüge von ber Schuld Deutschlands am Kriege. Wenn wir weiter das Grenzunrecht nicht, länget ertragen werden, ohne daß ber nationale Lebenswille des Volkes über die Ufer tritt, so haben wir darin eine träftige Waffe gegenüber denen, die den Status quo des Versailler Vertrages vertreten. Wenn man der Regierung das Recht bestreitet, für die Nation zu sprechen, so ist das kein geeigneter Weg, das Volk zu festigen für ben Kampf um bie nationale Befreiung. Ein neues Volksbegehren in Preußen würde die Gefahr mit sich bringen, daß ein Versorgungsstaat besonderer Prägung durch einen Versorgungsstaat anderer Färbung ersetzt wird. Wit wollen auf dem Wege westet gehen, dem Volke von seiner Zwangsjacke Stück für Stück abzunehmen, und wir hosten m diesem Sinne auf lange Patlamentsferien.
Im Anschluß daran wurde ein von ber Vertreterversammlung verfaßtes konservatilxs Manifest
zur Verlesung gebracht. Darin werben zunächst die Begriffe konservativer Zielsetzung und konservativer Politik gedeutet. Es heißt dann u. a.: Der Zustand des heutigen Staates fit aus dem Irrglauben erwachsen, als könnten Volk und Gesellschaft von oben durch staatlichen Zwang geleitet werden. Demgegenüber wird der konservative, der Freiheitsstaat, beitrebt sein, alle ursprünglichen Kräfte bet Selbsthilfe und Selbstverwaltung