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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kveis Marburg.____

Wieder Regierungskrise in Spanien

Das Kabinett Berenguer zurückgetreten Die Ausschreibung der Corteswahlen rückgängig gemacht

Santiago Alba

Konservative Politik

Da sich infolge der Erklärung der Füh­rer de, monarchisch-liberalen Parteien Spaniens die Lage erheblich zngespitzt hatte, ist Sonnabend mittag das Kadi, nett Berenguer zurückgetreten.

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Don Riceta Zamora (rechts) im Gefängnis von Madrid.

Die mrtimonarchistische Bewegung in Spa­nien gewinnt dauernd an Boden. Die Füh­rer sind zwar verhaftet, aber sie scheinen ihren Aufenthalt im Gefängnis, der ihnen sehr leicht gemacht wird, nur als bald beendete Episode anzusehen.

Der Erlaß über die Vertagung der Einberufung der Cortes ist vom König unierze chnet mord« De B rtagung wird mit der Demission des Kabinetts be­gründet.

Die Agentur Fabra medet: Zu Verfolg ei«er heute früh zwischen dem König und dem zurückgetretenen Ministerpräsidenten Berenguer ersolgte« Unterredung, »n der nach uns zugegangenen vertrauens­würdigen Mitteilungen der König dem Ministerpräsidenten das bisherige Ergeb­nis seiner Beratungen darlegte, wurde beschlossen, an Santiago Alba die telegraphische Aufforderung zu richten, sich morgen abend in Madrid einzufinden. Falls er der Ausforderung Folge leistet, würde ihm die Bildung der neuen Regie­rung übertragen werden.

Der König verhandelt weiter.

Heber die politische Lage in Spanien meldet die französische Presse, daß König Alfons am Sonntag seine Besprechun­gen mit den politischen Führern wieder ausgenommen hat. Es handelt sich ins­besondere um den Katalanenführer Sambo und den vielgenannten Admiral Aznar. Cambo hat vor seiner Abreise aus Barcelona erklärt, daß die Mehrheit des spanischen Volkes weder eine Revolu­tion, noch eine Diktatur, noch die Rückkehr zum früheren Regime wünsche. Die poli­tischen Auffassungen in Madrid und Bar­celona seien völlig verschieden. In Madrid sei eine Minderheit am Werke, eine er­

künstelte Atmosphäre der Revolution zu schaffen.

Die republikanischen Parteien in Mad­rid hatten 7 öffentliche Versammlungen einberufen, die in den Theatern stattfin­den sollten. Als die Massen anrückten, hatte die Polizei auf Anordnung der Re­gierung die Säle gesperrt. Darauf zogen Zehntausende in geschlosse­nem Zuge durch die Straßen der Stadt zum Gefängnis, wo die zwei ge­fangenen republikanischen Führer fitzen. Die Demonstranten wurden durch Gendar­merie auseinander getrieben. Es kam im Laufe der Nacht zu schweren Zusam­men st ö tz e n.

Die Demonstranten fordern, daß der König solange Spanien verlafie, bis eine Nationalversammlung getagt habe.

Berlin, 15. Febr. Im Rahmen der ersten Rrichstagung der Konservativen Volkspartei fand am Montag eine Kundgebung im Sitzungssaal des Reichswitt- ^chaftsrats statt, auf der Reichsmimster Treviranus sprach. Er beschäftigte sich zunächst mit dem Vorwurf der Rechtspar­teien, daß die Regierung abhängig sei von der Sozialdemokratie sowohl im Reich wie in Preußen und erwidette, daß die nationale Opposition nichts getan habe, um eine un­abhängige Regierungsführung abseits von parlamentarischen Mehrheitsmethoden zu ge­währleisten.

Ein« zwangsläufig« Abdrängung nach links komme nicht in Frag«.

Man werde sich durch das Vorgehen bet I Rechtsparteien nicht aus der Ruhe bringen I lassen, werde vielmehr in eine sehr positive i Auseinandersetzung mit den treibenden Kräf- I ten und Menschen der nationalen Opposition

König Alfons X11L und feine Gemahlin bei einer Ausfahrt

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Der 9. November 1918

Erklärung des Generals

Zu den Erklärungen Hindenburgs und Ankers über den 9.November 1918 veröffentlicht dieKreuzzeitung" folgende Zuschrift des Generals a.D. Graf von der Goltz:

1. Anker beruft sich auf das BuchEr« innerungen des Kronprinzen Milhelm". Das Buch befaßt sich als Bericht über nur mit Erinnerungen bis zum Mittag des 9. Novembers.Die Einzelheiten über den Verlauf des verhängnisvollen Nachmittags habe ich erst sehr viel später aus Ge­sprächen . . . erfahren."

2. Hebet diesen Nachmittag sagt der dienstliche Bericht des Geh. LegationS- rais Freiherr von Grünau an das Auswärüge Amt, veröffentlicht 1928, also auch Anker zugänglich, u. a.:Der Feld­marschall und General Grüner waren beim Bekanntwerden der Mläf-Depesche nicht mehr in der Kaiservilla. Die neue Lage machte ein« abermalige Rücksprache mit ihnen erforderlich. Herr von Hintze i und ich trafen uns bald nach 4 Ahr mit I General Grüner, Generaloberst von I

a. D. Graf v. d. Goltz

Plessen, General von Marschall Graf Schulenburg beim Feldmar­schall . . . Demgemäß wurde beschlossen, dem Kaiser vorzuschlagen, die vollzogenen Tatsachen anzuerkennen und sofott die Gastfteundschaft Hollands in Anspruch zu nehmen. Zu diesem Zweck begaben sich der Feldmarschallt General von Grüner und Herr von Hintze zum Kaiser. . . Als jedoch der Kaiser kurz vor dem Abendessen von der Billa Fraineuse nach der Hof« bürg kam, hatte er sich inzwischen ent­schlossen, bei der Armee zublei­ben. Bei Tisch rief mich Herr von Hintze, der hiervon Nachricht erhalten hatte, an und bat mich in seinem Namen und in dem ber O. H. L., die mit ihm völlig über­einstimme, dem Kaiser nochmals zu sagen, daß dringend geraten werde, an dem ursprünglichen Reiseplan festzuhalten... Nunmehr wurde die Reise endgülttg für den nächsten Morgen 5 Mr festgesetzt."

Eintreten. Das Werk bet Entschuldung sei gestern von ber Regierung auf Iahte hmaus festgelegt worben. Man müsse ben deutschen Bauern Mut machen, nicht auf ber Scholle 3u bleiben, sonbetn an die Grenze zu gehen, weil Deutschland ihnen die Gewißheit gebe,

Für das Volksbegehren

Die anläßlich der Reichstagung der Konservativen Volkspartei abgehaltene Vertreterversammlung aus 35 Wahlkrei­sen hat folgende Entschließung gefaßt:

Die Reichstagung der Konservativen, die am 15. Februar in Berlin 150 Ver­treter der Konservativen Volkspartei aus dem Reich vereinte, beschließt einstimmig, das vom Stahlhelm in Preußen einge­brachte Volksbegehren zu unterstützen. Sie geht dabei davon aus, daß damit nicht der Ersatz einer herrschenden Parteien­koalition durch eine andere, sondern der Umbau von Preußen und Reich in einer Reform an Haupt und Gliedern einge­leitet werden soll."

baß es biese Grenzen niemals preisgeben werbe. Brünings unb Schieles Forbetung nach einem Reichsbestellungsplan bet Land­wirtschaft führe hinein in neue Wirtschafts­formen, die allerdings erst wachsen sollten, bevor man ihnen einen Namen gebe. Wenn man die Forderung erhebezurück zur Helffe- rich-Mark", so vergesse man, daß Wunder sich nicht wiederholten.

Treviranus kam dann auf die Außen­politik zu sprechen. Wir wissen, so er» klärte er u. a daß die erste Ehrenfordetung für uns die Forderung der Rüsttingsfreiheit ist.

Durch ben Bruch ber selbstverständlichen Zusag« ber Vertragspartner von Ver­sailles sinb wir berechtigt, unsere Frei- hett auch auf bem Gebiete von Wehr unb Waffen zu fordern unb zu nehmen.

Wir benutzen die Plattform des Völkerbun­des, um die Unwahrhastigkeit vor aller Welt aufzuzeigen in dem Sinne, daß die Befrie­dung der Welt nottut, daß die Gleichberechti­gung zur Tat wird. Der Abbau ber Tri­butlasten ist für uns deshalb eine Eyren- frage, weil sie verhängt worden sind auf Grund der Lüge von ber Schuld Deutschlands am Kriege. Wenn wir weiter das Grenzunrecht nicht, länget ertra­gen werden, ohne daß ber nationale Lebens­wille des Volkes über die Ufer tritt, so ha­ben wir darin eine träftige Waffe gegen­über denen, die den Status quo des Ver­sailler Vertrages vertreten. Wenn man der Regierung das Recht bestreitet, für die Na­tion zu sprechen, so ist das kein geeigneter Weg, das Volk zu festigen für ben Kampf um bie nationale Befreiung. Ein neues Volksbegehren in Preußen würde die Ge­fahr mit sich bringen, daß ein Versorgungs­staat besonderer Prägung durch einen Ver­sorgungsstaat anderer Färbung ersetzt wird. Wit wollen auf dem Wege westet gehen, dem Volke von seiner Zwangsjacke Stück für Stück abzunehmen, und wir hosten m diesem Sinne auf lange Patlamentsferien.

Im Anschluß daran wurde ein von ber Vertreterversammlung verfaßtes konservatilxs Manifest

zur Verlesung gebracht. Darin werben zu­nächst die Begriffe konservativer Zielsetzung und konservativer Politik gedeutet. Es heißt dann u. a.: Der Zustand des heutigen Staa­tes fit aus dem Irrglauben erwachsen, als könnten Volk und Gesellschaft von oben durch staatlichen Zwang geleitet werden. Dem­gegenüber wird der konservative, der Frei­heitsstaat, beitrebt sein, alle ursprünglichen Kräfte bet Selbsthilfe und Selbstverwaltung