Montag, dkns.zebruarmi
®te .ObrrL-ssisch« Seitung* tv
sechsmal wöchentlich. Be- zvgSHrel« monatlich 2.20DM au*- schließt Zustellungsgebübr. durch -ie Post 2.45 SM Für etwa durch Streik, WaschinendrfeN oder ele- Menlare Lretguisse auSiallend« Nummern wird kew Srsa» ge- ktflet Verlag. Vr. S -»-rot-. Druck »er Uu«v-Duck>druckeiel goh. Slug. Koch, Mark» 21/23- Aernsprecker: Rr 54 uud Rr.br». Postscheckkonto? «m> Frankfurt a. M. Rr- 5015. - Sprech»«» der Ardakttou von 10-11 «”»
*7,1—1 Udr-
Sbechessssche
**• xt Ai Ti i ***
TageSammr Z 9 BX H B B B [ LrmdMittmg
Anzeiger für (das frühere knrheffifche) Overheffen
Sir. 33 66.Mrg.
Marburg o. Kotin
Der Anzelgenpkei« beträgt säe de» 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08SM „sog- Nein«Anzeige« und Famtlienan,eigen bei Barzahlung 0.07 SM., amtlich« und auswärtige Än,eigen 0 10 DM Bei schwierige« Satz sowie de, Platz- dorschrtst 60*1. Aufschlag - Sammetanzeigen 100*1« Aufschlag. Reklam.-MIlltm 0.00 SM. Jeder Rabatt gilt al« Barrabat/ Ziel 5 Tag«.
vfferteuiSebtzhrr 25 Pfch Beleg« werden berechnet.
SRocbutg.
Anzeiger bet amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Hindenburg gegen Major Anker
Die Vorgänge am 9. November im Hauptquartier - Die Behauptungen des Majors a. D. Anker sind unrichtig
„Auf meinen Rat"
Um das Volksbegehren
Maior a. D. Anker hat, woran sich, unsere Leser erinnern werden, auf Einladung des Marburger Reichsbanners am 10. Dezember in Marburg gesprochen und in seiner Rede die gleichen Unwahrheiten über die Vorgänge im Hauptquartier geäußert, gegen die sich der Herr Reichspräsident jetzt in aller Oeffentllch- keit wendet. Auch Hindenburg stellt in seiner Erklärung fest, daß Herr Anker im Jahre 1922 „eine ganz andere politische Einstellung hatte wie heute." Wir haben ja bereits in unserem Bericht über die
Berlin, 8. Februar. Der Herr Reichspräsident v. Hindenburg hat die „Kreuzzeitung" um Bekanntgabe einer ErÄSrung ersucht, in der es heißt:
Zeitungsnachrichten zufolge hält der M a j o r a. D. A n k e r zur Zeit Vorträge über die Ursachen des Zusammenbruchs im November 1918, in welchen er u. a. über eine Unterredung, die er im Jahre 1922 mit mir in Hannover gehabt hat, berichtet. In dieser Unterredung hätte ich mich ihm gegenüber angeblich dahin geäußert, daß die Ausreise Seiner Majestät des Kaisers und Königs ohne mein Wissen erfolgt sei, und daß ich dafür keine Verantwortung trage, wenn ich auch später der Oeffentlichkeit gegenüber einen Teil dr Verantwortung für diesen Schritt des Kaisers übernommen hätte.
Demgegenüber stelle ich folaendes fest: „Es ist richtig, daß ich den Major a. D. Anker, der damals eine ganz andere politische Einstellung hatte wie heute, als den Sohn eines alten Kameraden persönlich empfangen und mit ihm auch über die Dorgänae am 9. November im Hauptquartier gesprochen habe.
Unrichtig ist e8 jedoch, daß ich ihm die von ihm behaupteten Mitteilungen gemacht habe."
Nach einem Hinweis auf seine in der „Kreuzzeitunq" am 10. November 1928 erschienene Richtigstellung schließt die Erklärung des Reichspräsidenten mit dem Satz:
„Ich wiederhole, daß der Entschluß Seiner Majestät des Kaisers nicht nur mit meinem Wissen, sondern auf meinen und der anderen Herren Nat gefaßt wurde, und daß jede andere Darstellung falsch ist."
Die in der Erklärung des Reichspräsidenten erwähnte Richtigstellung zu der Behauptung, daß der Kaiser in fluchtar- ttger Hast und lediglich der Sorge seiner Umgebung für seine Person nachgebend nach Holland abaereist sei, besagte:, „Ich verweise demgegenüber auf die in der „Kreuizeitunq" vom 27. Juli 1919 veröffentlichte gemeinsame Erklärung des Ge^eralobettt von Mesien, des Staatssekretärs von Hintze, der Generale Freiherr von Marschall und Graf von der Schulenburg sowie von mir.
Aus dieser Erklärung geht einwandfrei hervor, daß de, Entschluß des Kaisers auf meinen und ande, rer Rat erst nach qualvollen Seelen« kämpfe« gesagt und ausgefühtt wurde, um die Fortsetzung dos Kriege« oder einen BSrgerkriea zu vermeiden and dadurch dem Vaterland« Not und Elend zu ersparen."
Versammlung und später durch eine Veröffentlichung von Auszügen aus dem Buch „Unsere Stunde kommt" den Gesinnungswechsel des Herrn Anker gekennzeichnet. Ein sozialdemokratisches Blatt hat damals den Verfasier des Berichtes in übelster Weise persönlich zu verunglimpfen versucht. Wir stellen mit Genugtuung fest, daß Hindenburg sich in seiner ritterlichen Art gegen die falschen Behauptungen des Herrn Anker wehrt, sich heute rote vor 12 Jahren schützend vor den Kaiser stellt und der Wahrheit allein die Ehre gibt.
In der ausführlichen Begründung der | Ablehnung des Antrages des „Stahlhelm" auf Listenauslegung für ein Volksbegehren über Auflösung des Preußischen Landtages nimmt Innenminister Severing u. a. Bezug auf die Bestimmung der Landesabstimmungsordnung vom 23. Januar, wonach es Zur Glaubhaftmachung der Unterstützung des Antrages durch die Mitglieder eines Vereins genügt, wenn „aus der Satzung oder । aus der bekannt gewordenen Betätigung 1 des Vereins die Zustimmung seiner Mit-
Außenminister Tittoni f
Er bereitete den Abfall Italiens vor
Rom, 8. Febr. Der frühere Minister des Auswärtigen, Senator Tomafso Tittoni, ist gestern im Mter von 75 Jahren an den Folgen einer Grippe gestorben.
LomassoLittoni, der am 16. November 1855 in Rom geboren wurde, hat — nach einer erfolgreichen parlamentan- schen Laufbahn — als Außenminister verschiedener Kabinette in den für das Schicksal des Dreibundes entscheidenen Jahren 1903 bis 1909 mit kurzer Unterbrechung die internationale Politik Italiens geleitet. Es war einer der ausgesprochen ententtsttschen Staatsmänner Italiens. Sein Amtsantritt in dem neugebildeten Kabinett Givlitti im November 1903 erfolgte wenige Wochen, nachdem das italienische Königspaar in Paris einen offiziellen Besuch abgestattet hatte und neue Gerüchte über eine Lockerung des Dreibundes entstanden waren. Tittoni nahm wiederholl Gelegenheit, sein Feschalten an den Vertttigen mit Deutschland und Oesterreich zu betonen. Auch rückte er gleich zu Beginn feiner Tätigkeit von den irredentisttschen Bestrebungen ab, die sich gegen österreichische Gebiete ridyteten. Aber die Algeciras-Konferenz bestätigte den nach dem Besuch des französischen Präsidenten Loubet in Rom im Jahre 1904 auf Reue entstandenen Eindruck, daß die italienische Politik unter Leitung Tittonis immer mehr ins Fahrwasser Frankreichs und Englands geriet. Der Gegensatz zu Oesterreich verschärfte sich durch die bosnische Annektionskrise, in der Tittoni den von Oesterreich und Deutschland abgelehnten Bor
schlag einer europäischen Konferenz unterstützte. Sein Werk ist die bald darauf erfolgte Begegnung von Raccvnigi (1909), die die italienisch-russische Interessensoli- darität unterstrich. Im Iahre 1910 ging Tittoni als Botschafter nach Patts, wo er bis zum Iahre 1916, also bis nach dem Eintritt Italiens in den Krieg, blieb. Im 2hmi 1919 wurde er im Kabinett Mtti wiederum Außenminister und wirkte als solcher maßgebend an der Ausarbeitung der Verträge von St. Germain, Tttanvn und Reuillh mit In den Iahren 1920 bis 1922 führte er regelmäßig die italienischen Delegationen beim Völler- bund. Später wurde er zum Präsidenten des Senats gewählt. Dieses Amt bekleidete er auch nach dem Sieg des Faschismus bis zum Iahre 1929. Er war danach der erste Präsident der von, Mussolini gegründeten Accademia 6’3talia._ In der Ruova Antologia und anderen führenden Zeitschriften hat er in zahlreichen Aufsätzen zur Kttegsschuldfrage Stellung genommen, nachdem er selbst schon lange zu einer nur noch historischen Persönlichkeit geworden war.
Die Opfer des Krakauer Eisenbahnunglücks
Kattowitz, 7. Febr. (WTB.) Bei dem Zusammenstoß eines Schnellzuges und eines Personenzuges in der Nähe von Krakau und nicht, wie zuerst gemeldet, zweier Schnellzüge, sind nach den neuesten Feststellungen 6 Tote, 15 Schwer- und 31 Leichtverletzte zu beklagen. Die meisten Opfer sollen Ostoberschlesier fein.
Diese Version wird bestätigt durch eine Auskunft beim Hauptbahnhof Beuthen, wonach der sonst um 8.28 Uhr von Beuchen abfahrende Bukarester Wagen heute erst nut einer Verspätung von 198 Minuten in Beuchen eintraf und erst mit dem um 12.22 Uhr von Beuchen abfahrenden D-Zug nach "Berlin geleitet werden konnte. Wenn es sich um den Zusammenstoß zweier Schnellzüge gehandell hätte, wäre auch der Bukarester Wagen nicht bloß mit einer immerhin erheblichen Verspätung in Mitleidenschaft gezogen worden.
»lieber zu den vom Anträge verfolgten Ziele erkennbar ist".
Die Satzung des Stahlhelm lasse nach keiner Richtung erkennen, daß der Stahlhelm die Auflösung des Preußischen Landtages zu seinem Ziele gemacht hat.
Auch aus der Betätigung des Stahlhelms kann eine Zustimmung von 100000 stimmberechtigten Mitgliedern zu dem mit dem Anträge verfolgten Ziele der Auflösung des Preußischen Landtages nicht herbergeleitet werden.
Auch die Berufung aus den Beschluß des Stahlhelm-Vorstandes vom 4. Oktober 1930 und die zu ihm angeblich erfolgte Zustimmung von 140 000 Mitgliedern auf dem Stahlhelmtag in Koblenz am 5. Oktober 1930 greift nicht durch. Es stehe keineswegs fest, daß die Teilnehmer an der Koblenzer Tagung tatfächlich einem auf Landtagsauflöfuna gerichteten Volksbe- -ohren ihre Zustimmung geben wollten. Im übrigen fei die Angabe, daß an dem Stahlhelmtag 140 000 stimmberechtigte Staatsbürger teilgenommen hätten, keinesfalls glaubhaft gemacht. Nach zuverlässigen amtlichen Feststellungen ba^e die Zahl der Teilnehmer an dem Stahlhelmtage höchstens etwa 70 000 betragen. Eine verhältnismäßig sehr hohe Zahl der Teilnehmer waren übrigens Angehörige des Jung-Stahlhelms, von denen etwa die Hälfte nicht fttmmberechtigt gewesen ser. Es müsse auch festgestellt werden, daß von den Teilnehmern an der Koblenzer Tagung nicht nur preußische Staatsbürger, sondern auch Staatsbürger anderer deutscher Länder und sogar noch Ausländer, z.B. eine Abordnung von Faschisten aus Italien, teilgenommen haben. Der Stahlhelm könne ferner nicht einer politischen Vartei gleichgeachtet werden, deren Mit- gliedermhl bei den Wahlen ohne weiteres in Erscheinung tritt, und bei der unterstellt werden kann, daß die Mitglieder einen einheitlich gerichteten politischen Willen haben. Nack, seiner eigenen Satzung sei der „Stahlhelm" em Bund, der alle Frontsoldaten ohne Rücksicht auf Stand, Partei und Bildung umfassen will. Es könne daher keineswegs ohne weiteres der Schluß gezogen werden, daß etwa alle Mitglieder des Stahlhelms hinter einem Volksbegehren auf Auflösung des Landtags stehen würden.
Die Unterschriften werden gesammelt
Das Bundesamt des Stahlhelm teilt mit:
Das Volksbegehren marschiert; Die recht wortreiche Erklärung des £>errn Severing, weshalb er auch heute noch nicht glauben möchte, daß hunderttausend stimmberechtigte Stahlhelmer das Volksbegehren auf Landtagsauflösung unterstützen, kann rasch erledigt werden. Der Stahlhelm hat entsprechend der bisherigen Amtsführung der SPD. in Preußen natürlich von vornherem damit gerechnet, daß die derzeitige Regierung in Preußen aller demokratiscken Auffassung -um Trotze den Voskswillen durchaus mißachtet. Das ist nunmehr erneut bewiesen. Wir danken Herrn Severing für diese von ihm offenbar nicht bedachte erste Unterstützung unserer Propaganda im Volke. Die Abhilfe ist einfach. Der Stahlhelm hat bereits bei Anmeldung des Volksbegehrens b*inhlen. bafe in den