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Furchtbare Flugzeugkatastrophe
Englisches Marine-Flugzeug ins Meer gestürzt - 9 Personen ertrunken -12 Schwerverletzte bei der Explosion auf dem U-Boot
tu. London, 4. gebt. Am Mittwoch stürzte infolge einer Explosion ein großes Marine-Wasserflugzeug bei Plymouth ins Meer. Während vier Offiziere gerettet werden konnten, sind voraussichtlich 1 Offizier und 7 Mann der Besatzung ertrunken. Das Flugzeug ist sofort gesunken.
Bei dem Absturz des großen Marine- Wasserflugzeuges bei Plymouth haben nach den bisherigen Feststellungen
neun Menschen das Leben verloren. Bei Manövern und Schießübungen, die das Flugzeug mit anderen Maschinen ausführte, kam die Maschine plötzlich in Steilflug, und als sie das Wasser berührte, erfolgte eine starke ExpIo - Ii o n , deren Ursache noch unbekannt ist.
>er Apparat sank für einige Augenblicke und kam dann kieloben wieder an die Oberfläche. Die Explosion war weithin hörbar. In kurzer Zeit war eine Reihe von Motorbooten und anderen Fahrzeugen an der Unglückssteste. Ein auf einem Flügel des Flugzeuges stehender Mann und drei andere, die bereits im Wasser trieben, wurden gerettet.
Das Flugzeug füllte sich rasch mit Wasser, sodaß die im Innern befindlichen Leute nicht mehr ins Freie gelangen konnten.
Sie gingen mit dem Apparat unter. Es wurden sofort die nötigen Maßnahmen getroffen, um durch Taucher die eingeschlossenen Mitalieder der Besatzung herauszuholen. Bon den vier Geretteten sind drei schwer verletzt. Das Unglück ereignete sich etwa 120 Meter vom Lande. Tausende von Menschen sammelten sich am Strande an und verfoloten die Rettungsarbeiten. Rach den bisherigen Angaben sind die noch eingeschlossenen Opfer ein F l u g k a p i t ä n, ein FI i e - gerleutnant, ein Unteroffizier und s e ch s M a n n.
Das Flugzeug war ein Blackburn-Iris III-Ganzmetall-Doppeldecker - Seeflugzeug mit drei Rollc-Rovce -Condor-Motoren zu je 675 PS. Es batte eine Spannweite von annähernd 30 Metern, eine Länge von 20 Metern und eine Höhe von sieben Metern. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 105 Seemeilen bei einer Durch- scknittsgeschwindiakeit von 80 Seemeilen. Offiziere und Manntckaften konnten an Bord wohnen und schlafen.
Wie die Blätter aus Plymouth melden, ist das Flugboot in zwei Teile gebrochen. Die vordere Hälfte wurde am Abend im Lichte von Sckeinwerfern nach der Halling der Flugbootstation geschleppt. In diesem Teil des Fl'mbootes wurde keine Leiche gefunden. Die hintere Hälfte liegt in tieferem Wasser unweit der Halling? die Stelle ist durch eine Schwimmbose kenntlich gemacht worden. Die Bergungsarbeiten sollen heute vormittag wieder beginnen. Ein Offizier gab folgende Darstellung der Katastrophe: Als das Flugboot mit einer Geschwindigkeit von etwa 110 Kilometern niederging um zu landen, gelang es dem Führer nicht, es in waaerechte Lage zu bringen. Der Bug und die an den Enden beider Tragflächen sitzenden Schwimmer praßten auf die Meeresoberfläcke und verschwanden unter Wasser. Während das Flugboot sich völlig überschlug, brach anscheinend das Schwanzende ab. Die Mitglieder der Besatzung hatten sämtlich Schwimmwesten an, und hierauf ist es wahrscheinlich zurückzuführen, daß einige gerettet werden konnten.
Die Bergungsarbeiten bei dem bei dem bei Plymouth gesunkenen Militärflugboot sind bisher nur teilweise geglückt. Von den 8 Leichen, die sich im Innern des Flugzeuges befinden, ist
die Leiche des Kommandanten und eines Mechanikers geborgen worden. Die Taucher legten zunächst Stahltaue unter das Flugzeug. Bei dem Versuch, es zu heben, brachen aber die Flügel ab. Bei Scheinwerferlicht wurden die Bergungsarbeiten fortgesetzt. Das Flugzeug wurde durch lange Stahlleinen langsam an den Strand herange
holt. Doch stellte sich heraus, daß nur das Vorderteil geborgen war, in dem sich keine Leichen befanden. Der hintere Teil des Flugzeuges liegt noch im Wasser.
Ein Fliegeroffizier, der sich an Bord befand, berichtet, das Unglück habe sich so unerwartet und plötzlich ereignet, daß die im Innern befindliche Besatzung nicht mehr herauskommen konnte,' obwohl drei Türen vorhanden gewesen seien. Es bestehen Meinungsverschiedenheiten darüber, wann sich die Explosion ereignet hat. Die meisten Zeugen sagen aus, daß sie unmittelbar nach dem Aufschlagen auf
Neue Erdstöße in Neuseeland
Wachsende Zahl der Todesopfer
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Landschaftsbilder von Neuseeland. Links oben: Einer der langgestreckten Gletscher im Innern der Insel, links unten: Riesige Schafherden, der Sauvtreichtum Neuseelands. Rechts: Blick in das Vangemuital, eine der schönsten Landschaften Neuseelands.
Die Zahl der Menschenverluste bei dem Erdbeben in Neuseeland ist wahrscheinlich größer als man zuerst annahm. Telegramme aus Wellington rechnen jetzt mit 1000 Toten, davon 400 in der Sadt Napier, und annähernd 2000 Verletzten. Die Regierung von Neuseeland teilt mit, daß Napier innerhalb von 48 Stunden geräumt werden soll, da die Kanalisierungsanlagen sobald nicht wieder in Ordnung gebracht werden können und man infolge- desien mit dem Ausbruch von Seuchen rechnet. An vielen Stellen brennt es noch immer lichterloh. Das Kriegsschiff „Vero- nica" hat Dynamit angefordert, um, da es an Wasier fehlt, die brennenden Gebäude zu sprengen. Zwei Kreuzer sind zur Hilfeleistung in Napier eingetroffen. Die Tribünen der Rennplatzes sind in Hilfslazarette umgewandelt worden. Schwestern und Aerzte muffen in der Nacht bei Kerzenlicht und brennenden Holzscheiten arbeiten. Das neue Theater war sofort ein Flammenmeer. Aehnlich erging es der Kirche. Es werden immer noch Erdstöße verspürt, die die Bevölkerung jedesmal in neuen Schrecken versetzen.
In der Umgebung von Napier haben die Erderjchütterungen wieder
begonnen. Infolgedessen sind neue Einstürze erfolgt, und die Panik der Bevölkerung hat noch zugenommen. Beamte des Roten Kreuzes sind der Meinung, daß die ZahlderTotenweitüber 1000 beträgt und mehr -als 3000 Verletzte zu verzeichnen sind. Die Stadt Napier steht noch an verschiedenen Stellen in Flammen. Es spielten sich erneut erschütternde Szenen ab. Die Rettungsarbeiten können nur unter größter Gefahr ausgeübt werden.
Der Mob fing an, die Stadt z« plündern.
Ein hn Erdbebengebiet eingetroffener Journalist meldet: Als Stadt hat Napier aufgehört zu bestehen. Seine Einwohner irren in der Umgebung umher. Die Stadt ist ein Haufen von Ruinen. Im Zentrum der Stadt steht nicht mehr ein einziges Gebäude. Die auf den Anhöhen stehenden Häuser wurden durch das Erdbeben auf die tiefer liegenden geschleudert. Wie die Einwohner berichten, wurde ein ausgedehntes Stück der Erdoberfläche durch einen ungeheuren Stotz in die Höhe gehoben und fiel dann in sich zusammen.
das Wasser erfolgte, während eine Frau steif und fest behauptet, daß das Flugzeug fchon in der Luft unmittelbar vor dem Aufschlag auf das Wasser explodierte. Die Ursache des Unglücks wird fast allgemein darin erblickt, daß der Führer sich durch die glitzernde Wasserfläche habe verwirren lassen und so den Abstand von der Wasseroberfläche falsch beurteilt hat.
Die Explosion auf dem englischen U-Boot. Zwölf Schwerverletzte.
London, 4. Febr. Die Explosion aus dem englischen Unterseeboot „XI“. war, wie sich nunmehr herausstellt, weit ernster als Anfangs zugegeben wurde. Insgesamt sind 12 Mann schwerverletzt worden. Am schwersten die secks Heizer, die 'm Molckinenraum in unmittelbarer Nähe des Motors arbeiteten. Brennendes Oel, das aus der Maschine hera"slpritzte, bedeckte ihre nackten Oberkdrver und die Gewalt der Explckfion fckleuderte sie zu Boden, wo sie von unzähligen glühenden Metallstücken bedeckt wurden. Die Wand, die den Mafchinenraum von dem nächsten Raum trennt, wurde eingedrückt. Die Erschütterung war so stark, daß ein Teil der Mannschaft in anderen Teilen des U-Bootes ohnmächtig wurde. Sofort nach der Katastrophe sandte der Kommandant eine drahtlose Bitte um ärztliche Hilfe nach der Küste. Die Schwerverwundeten wurden von einem Schlepper nach dem Festland gebracht.
Der Stahlhelm fordert Landtagsauflösung
Die Bundesleituna des Stahlhelms hat gestern abend an den preußischen Minister des Innern einSckreiben anqesandt, in dem beantragt wird, das folgende Volksbegehren zuzulassen:
„Der azn 2v. Mai 1928 ge- wählte Landtag ist aufzu» lösen".
Das Schreibe« nimmt fü« den Stahlhelm in Anspruch, daß sich schon aus seiner Mitgliederzahl die erforderlich« Glaubhaftmachung einer ausreichenden Unterstützung einwandfrei ergibt, sodaß es dex Beibringung weiterer Unterschriften nicht bedürfe. Nach den gesetzlichen Bestimmungen müssen nämlich 20 000 Unterschriften auf vorgoschriebenen Formularen beigebracht oder es mutz glaubhaft gemacht werden, dah 100 000 Stimmberechtigt« de« Antrag unterstützen.
Wie wir noch erfahren, ist für den Fall, daß di« Glaubhaftmachung nicht anerkannt werden sollte, bereits die Sammlung von Unterschriften eingeleitet. Uebri- gens beabsichtigt die Bundesleitung des Stahlhelms nicht, einen besonderen Roichsausschutz etwa mit anderen rechtsstehenden Gruppe« oder Parteien ins Le, ben zu rufen, um di« Front des Volksbegehrens nicht durch parteimäßige Begrenzung zu verschmälern.