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Nr. 27

CTfrtrnnoe 3eWnn«. Mardura «. L. Mont««, bett 2. Februar 1931

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Löte wett Ke otaotöoibW geht

Die durch die rhein. westf. Umgemmn- bungen des Jahres 1929 geschaffene neueste deutsche Großstadt, Solingen, ist auch die erste deutsche Großstadt, die sich von der Staatsaufsicht einen Ober­bürgermeister für längere Dauer auf- zwinoen lassen muß. Die Linksmehrheit des EroßsoNnaer Stadtparlaments hatte zweimal einen Kommunisten zum Oberbürgermeister gewählt, doch hat die preußische Staatsregierung beide Male dem Gewählten die Bestättgunq versagt. Weil nun noch immer keine Möglichkeit zu ersehen ist, die Mehrheit der Stadtver­ordneten zu einer dem Grundsatz der Staatsregierung entsprechenden Wahl zu bewegen. hat das Staatsministerium die­ser Taae den bisheriaen kommissarischn Leiter der Solinger Stadtverwaltung, den Sozialdemokraten Drisch endgültig zum Oberbüroermeister der Großstadt ernannt, und zwar sogleich für 12 Jahre, d. h. für die in der rhein. Städteordnung vorge­sehene ..Wahlveriode" der Bürgermeister und besoldeten Beigeordneten, Der Er- . nannte ist einer derjenigen Parieifunktio- näre, die es nach dem Kriege zu hohen Reaierunqsbeamten gebracht haben. Don Beruf ehemals Maurer, war er s. Z. Land» rat in Delitzsch (Provinz Sachsen) und zu­letzt als Regierunqsdirektor Leiter des Oberverstcherungsamtes in Dortmund. Die Staatsaufsicht hat stch mit seiner Ernen­nung einen so schweren Eingriff in die ober st en Rechte der Selbstverwaltung vollzogen wie er selbst in dieser Zeit der fast täglichen Ersetzung von Beschlüssen der Selbstverwaltungs-Körverschaften durch solche der Staatskommissare noch nicht zu verzeichnen war.

Der Landesverband Hessen, Bund Königin Luise, hatte Ende Januar eine Landesverbandstagung in Frankfurt (Main). Neuwahl und wichtige Punkte wurden bei der Tagung besprochen: anschließend gemütliches Zusammensein und Gedankenaustausch. Am anderen Tag fand in Darmstadt ein Fiihrerinnenlehr- gang der Ortsgruvpenfiibrerinnen von Neugründungen statt. Richtlinien und Satzungen wurden durchgesprochen, An­sichten ausgetauscht. Zweck und Ziele des Bundes nochmals klar gelegt. Die neuen Kameradinnen wurden sich dadurch näher geführt und beherzigen die lehrreichen Stunden, um sie künftig in die Tat umzu­setzen. Rack einem gemütlichen Plauder­stündchen trennte man sich mit dem Wunscke, öfter zusammen sein zu können.

* Freier Rundfunk für Ar­beitslose. Der Reichsausschuß de« Berwaltungsrats der Reichspost hat in einer internen Sitzung beschlos­sen, J6en langfristigen Arbeitslosen dle Teilnahme am Rundfunk zu erleichtern und zwar soll jedem, der mindestens ein halbes Jahr arbeitslos ist. die Teilnahme am Rundfunk unentgeltlich gestattet wer­den, wenn er dem Postamt allmonatlich seine Stemvelkarte vorlegt.

fRachdruck verboten )

9er vcr'orone We'tNWfel

Kriminalroman von Arno Hohenfeld. Copyright Bv Literatur-BerlagGloria" Berlin-Steglitz.

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Du mein lieber, lieber Papa, wie her­zensgut du bist! Aber eins mußt du mir noch versprechen: daß du nie wieder an dir verzweifelst und zu mir kommst, wenn dich die Soraen einmal wieder über­mannen sollten."

Ich verspreche es dir. mein Kind."

Beide Arme schlang ste um den Hals ihres Paters, der sie fest an stch drückte. Sie weinten, aber es waren Tränen der Erlösung, die schreckliche Spannung war von ihnen genommen.

In Lieselotte regte sich neuer Lebens­mut.

Pava, ich möchte dir einen Porlchlag macken. Wenn hier wirklich alles gegen dich ist, so kommst du zu uns nach Lenin­grad. Vielleicht findest auch du dort eine deinem reichen Können entsprechende Po­sition, die dich b-friediat."

Dr Menzel nickte lächelnd.

Vielleicht! Wir werden ja sehen, wie sich olle« aestaltet."

Bestimmt wäre das für dich und uns alle das beste. Sobald.Gert zurückkamMck, wollen wir mit ibm /darüber sprechen Wenn er nur schon da wäre und wir Ge­wißheit hätten, daß alles gut gegangen ist."

Mir kommt eben eine Idee. Ich trerbp sgio-st mal bei fjarffonf anigüten 'Und den Diener ersuchen, Eogers zu ver­anlassen. erst bei uns anrurufen, bevor er i^n anw-ihpt. Damit ich ibn verständigen kann. Die oon.,< Unterredung wird ja dad'"'ch- i'i>erf'ükstg.

,.^a bitte, tu das!" rief Lieselotte wie elektrisiert aus.

Es meldete wirklich fiartfnnfg Diener. Dr. Mcnzel war beruhigt, denn es hätte

Aus der Umgegend

«reis Marvury

Mellnau. 1. Febr. Nachdem vor einiger Zeit in der Försterei Mellnau (wic bereits berichtet) 3 Wildschweine zur Strecke kamen, fanden erneut einige Jagden statt. Am 22. 1. erlegte Dürgennei ier Hilberg. Wit­ter, einen Ueberläufer und am 30.1. Landwirt Bernhard Ebert. Mellnau ebenfalls einen solchen. Hoffentlich gibt es noch öfters Neu­schnee. damit diesen Schwarzkitteln weiter nachgestellt werden kann und die vielen Klagen der Landwirte über Wildschaden verstummen.

Wollmar, 1. Febr. 3m Knörrschen Saale fand die Hauptversammlung des hie­sigen Kleinkaltber-Schützenvererns statt. Nach Erstattung des Jahresberichts wurde die Kasse geprüft und dem Kassierer Entlastung erteilt. Die Vorstandswahlen hat­ten folgendes Ergebnis: Wiegand Koch, 1. Vorsitzender: Dolpert Holzapfel. Hauptschieß- leiter: Heinttch Dorweiß. Schriftführer; Hein- ridj Becker, Kassierer. Der Bau eines neuen Schiebstandes ist geplant und wird voraus­sichtlich gelegentllch des Frühjahrspreis­schiebens eingeweiht.

Niederasphe. 1. Febr. Die Na­tionalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Ortsgruppe Marburg, hielt in der Turnhalle eine sehr gut besuchte öffentliche Versamm­lung ab. Der Redner. B e i k n e r, fesselte die Zuhörer durch seinen sachllchen Vortrag. Der Erfolg des Abends für die national­sozialistische Idee war auffällig groß. Die Zuhörer waren begeistert, besonders während des Schlußwottes. in dem er den Aussprache­gegner glänzend abfertigte.

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Unter Naturschutz.

Kirchhain, 30. Jan. Nach einer Be­kanntmachung des Landratsamtes werden nachstehende Naturdenkmale im Kreise Kirch­hain unter Schutz gestellt: 1. Halsdorf: Dorflinde (Sommerlinde) im Dorfe: 2. Holz­hausen: Gruppe von 4 alten Sommereichen im Parke des Barons von Stumm: 3. Nie­derwald: Sommereiche auf der Pfingstweide an der Ohm: 4. Rauschenberg: a) Linden­grupp« (4 Winterlinden) bei der Hartmühle, b) Trauerbuche (Süntelbuche) an der Bu-^leite. c) Erohe Buche in der Buchleite, am Wald-' ausgang nach Himmelsberg zu. d) Grobe Eiche lSommereiche) am Anzefahrer Weg, e) 2 Winterlinden am Schwitzenberge: 5. Rau­schenberg: Grobe Linde (Winterlinde) bei der Kirche: 6. Rüdiaheim: Alte Pappel (Silber­pappel) am Wege nach Niederstem: 7. Schweinsberg: Der sogenannte Gasgenbaum (Stieleiche) samt zugehörigem Gelände, auf alter Eerschtsstätte: 8. Stg"sebach: Alte Dortlinde (Winterlinde) am Sübemoang des Dorfes: 9. Stonsebach: Alte Buche am Waldrande, am Wege nach Sindersfeld.

Rauschenberg. 30. Jan. Die Kreis- bauernschaft veranstaltete gestern abend einen Filmabend, der gut besucht war. Nach einleitenden SB orten des Vorsitzenden der Kreisbauernschaft, des Landwirts Konrad Römer aus Schweinsberg, wurde ein Film von der deutschen Landwirtschafts - gelel! schäft in Köln gezeigt. Der Bild­streifen vermittelte einen Einblick in diele gewaltige Schau der Landwirtschaft, deren mannigfache Betriebsarten und neuzeitlichen Einrichtungen dargestellt wurden. Im weiteren Verlauf des Abends fesselte der llfa-Film Kampf um die Scholle", dellen Hand­

lung sich anlehnt an Fritz Reuters Roman Ut Mine Stromtid", die aufmerksamen Be- iucher. Mit einem mahnenden Wort, den Berufsverbänden und Genossenschaften der Landwirtschaft die Treue zu halten, schloß Ge- ^ftsführ« Reitze den wohlgelungenen

Großse elheim, 1. Febr. In Rin­teln, seiner Heimat, starb der frühere Pfarrer, Heinrich Trusheim. Seit Juli 1917 wirkte dieser als Pfarrer im Kirch­spiel Großseelheim, Kleinseelheim und Schön­bach und war ein treuer Hirte seiner Herde. Außerdem war er ein eifriger Förderer des hiesigen Posaunenchors. Hilfe erhielten stets Kranke und Genesende, da auch die Frau Pfarrer als frühere Rot-Kreuz-Schwester zu jeder Tag- und Nachtzeit den Kranken und Gebrechlichen zur Seite stand. J.m Jahre 1921 ging Pfarrer Trusheim wieder nach Rinteln zurück, da sein Gesundheitsnistand ganz erheblich zu wünschen übrig ließ. Pfarrer Tnisheim hat noch 2 Jahre in Apelern (Kr. Rinteln) gewirtt, erb 'bete bann aber beinahe fast ganz unb mußte 1926 sehr ungern in den Ruhestand treten: vergangenen Kerbst hat er das hiesige Kirchspiel nochmals besucht.

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Frankenberg, 1. Febr. Bei dem letz­ten Holz »erkauf aus den städtischen Waldungen, wobei viel Eichenholz als Brennholz verkauft wurde, kostete bas Meter Eichenscheit 7 bis 8 Mark.

Geismar, 1. Febr. Der hiesige Büsten­halter mürbe von seinem älteren Zucht- 6u11<n, der sonst sehr zahm mar, ange­fallen und an die Wand gedrückt, so bah er Rippenverletzungen erlitt. Der Bulle rib sich bann los. unb es gelang nur vereinten Kräf­ten, ihn mieber zu fesseln. Ein Hänbler, an den er ihn verkaufte, wagte es nicht, ibn lebend zu verladen, sondern erst bann, nach­dem mehrere Kugeln bas Untier zu Boben gestreckt haften.

«rett Mevenkdof

Gladenbach, 30. Jan. In der Hauptversammlung bes Badever- e i n s erstattete bet Vorsitzende, Herr Eck­hardt den Jahresbericht, dem zu entnehmen ist. baß ber D^rftanb sich alle Mühe gegeben hat. um das Werk des Nosksbabes trotz der wittschaffstch schweren Zeit vorwärts zu bringen. Der Vorstand wurde wie folgt durch Zuruf gewährt: 1. Norlftenber Molmke, 2; Vorsitzender Reinhard Gebner, Sckrift- kührer Lehrer Eckhardt, Rechner Ludwia Kaufmann. Beisitzer Gustav v. Gebharde und Mattin Wi-bner. Die Annahme eines Dar- lehns auf G-nind eines Angebots ber Re- as-rnng zum Zinssatz Des n«[ben Diskonts ber Reichsbank wurde eMtimmig beschlossen. Gegen 11 Uhr schloß Herr Mahnke bie von 24 Mitgliedern besuchte Versammlung.

Gladenbach, 30. Ian. Die hiesige Ortsgruppe des hessischen Jagdklubs hielt ihre Generalversammlunng ab, bie mit einem Vortrag unb einer Trophäenaus­stellung verbunden war. Der sehr interellante Vortrag des Herrn Prof. Zimmer, Darm­stadt überWeibwerk unb Tierschutz" würbe mit grobem Beifast aufgenommen. Die Trophäenausstellung zeigte, dah ber Abschuß von ben Mifgliebem richtig gebanb- habf wirb. Es erhielten bas golbene Schild für Rehhöcke: Staatsförster Velten, Förster

Herrmann und Prof. Dr. Jeß für eine Kollektion. Das silberne Schild: Pros. Dr. Jeb (2 Schilder). 3. Balzer, Lanbesoberwege- meister Gernand, Apotheker Dornberger. Staatsoberfürster Poensgen für eine Kol­lektion unb Staatsförster Velten. Bronzenes Schilb: Baron o. Diedenfelb, Förster Pfeiffer, Apotheker Dornberger. Reg.-Baumeister a. D. Schulz, 3. Balzer unb Hauptmann a. D. Theis. Das goldene Schilb für kapitale Äeilerroaffen erhielt Herr 3. Balzer. Das silberne Schild für einen sehr edlen Rothirsch- zehner Herr Reg.-Rat Aurich. Der hessische Jagbklub Gladenbach zählt 65 Mitglieder mit 31 Revieren.

Friedensdorf, 1. Febr. 3n der Ge­neralversammlung des hiesigen Männer­gesangvereins wurde beschlossen, den seit dem Tode de» Dirigenten Dalhaus im September v. 3s. ruhenden Gesangsbetrieb wieder aufzunehmen. Der Verein bat, nach­dem sich wieder einige alte aktive Mitglieder zurückgefunden hatten, einschließlich der Neu­aufgenommenen wieder 32 Sänger, die sich in Zukunft wieder aktiv betätigen werden.

Beeiden st ein, 30. 3an. Das vor einiger Zeit niedergebrannte Back­haus hat einem stattlichen Neubau Platz machen müssen. Derselbe enthält in seinem unteren Stock das Backhaus und Spritzen-" Haus, darüber befinden sich der Sitzungs­saal und das Amtszimmer des Bürger­meisters. An ber Vorderfront befindet sich ein Steighaus zu Hebungen für bie Feuer­wehr. An bemfelben ist für später eine Uhr vorgesehen, bie für unsere Stadt ein dringen­des Bedürfnis ist.

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Renovierungsarbeiten im Rüdersdorf« - Tunnel.

Dillenburg, 1. Febr. 3n dem zwi­schen Rüdersdorf und Dillbrecht gelegenen Tunnel, bekanntlich der fünftgrößte Deutsch­lands, sind während ber letzten 20 Wochen umfangreiche Renovierungsarbeiten vorge­nommen worben. Der Oberbau ist nach englischem Muster ausgeführt worben, unb zwar in Holz, ein Verfahren, das Sack- verstänbige für vorteilhafter halten, als die Ausführung in Eilen. Durch Verbesserung des Steinbelages ist auch eine bessere Ab­wässerung erreicht worden. Die 30-Meter- Stbienen sind in einer Gesamtlänge von 2460 Metern zusammengeschweiht worden.

Das KrimMer fliröMiwamm

Dienstag, den 3. Februar.

6.15: Wetterbericht. Anschließend: Mor­gengymnastik. 7.15: Konzert des Frank- furter Rundfunkguintetts. 12.00: Sckall- platten-Konzett. 13.05: Konzert b»s West- beuttchen Ruvbttmkvrchesters. 15.20: Haus- frauen-Nachmittag. 16.30: Konzert bes Frankfurter Runbfimkorchesters. 18.15: Das Enbe bes Liberalismus Sehnsucht nach Politiker Binbung", Vorttag. 18.45:Wirtschaftliche Serbinbungen mit ben Deutschen in aller Welt", Vortrag. 19.15:Dokument ober Dichtung?", Vor­trag. 19.45: Zither-Konzert. 20.30: Wilhelm Busch", heitere Rezitationen. 21.00:Sans Sachs", Komische Oper. 22.00: Nachrichten, Sport- und Wetter­bericht. 22.15: Tanzmusik.. 23.00: Frankfurter Sechstagerennen.

ebensoaut Hartkopf sein können, der das Eelvräch entgegennahm.

Haben Sie mich richftg verstanden?" fragte er den Diener, nachdem er ihn in­struiert hatte.

Gewiß, aber..

ft ft Ihnen etwas nicht klar?"

Alles ist mir fiar. nur, Her« Eggers bat die Villa schon wieder verlallen. Er bat mit dem Herrn Generaldirektor be­reits gesprochen."

So Und wann ist er von Ihnen fott- gefafiTen?

Eben erst."

Dr. Menzel bedankte sich für die Aus- fimft und wandte sich wieder seiner Toch­ter zn.

Gegners ist schon wieder auf dem Heim­weg. Schade, daß mir der Gedanke iu t"ät kam. Ra. nun werden wir ia gleich *<5ren. was sich zuaetraaen bat. Auf alle ll-älle kannst du »gekommen berubint Hn. denn war« irgend etwas einaetroffen, was du in deiner Angst befllrck»tet hast. dg"n hätte mir der Diener nicht so seelen­ruhig negsitwortet."

..Gottlob, daß es fo ist. Hoffentlich kommt G»rt recht bald."

Da« Mädchen er Wen und fragte nach M'"->k^En der Herrschaft bezüglich des Abendellen«,

..Leo-n Sie drei Gedecke auf Sonst "''bis besonderes", antwortete Dr. Men» zel.

Pater und Tochter begaben sick nach dem Fneik-'imwer denn G-mers mutzte ja je» den Auoenbllck eintreffen.

Eine halbe Sttmd» verarsch f-doch. ohne er sich einfand Das Abe--^ell»n wurde binausgeschohen. Umlgnft. Die Ubr ging weiter. Enaers erschien weder, noch gab er telenbonilch Nachricht übet den Verlauf der Unterredung.

G« blieb nichts andere« übrig, als allein au lnekien Sie waren beide ner­vös, ihre Gedanken kreisten unausgesetzt

um die Fraae, warum Eggers nichts von sich bören ließ. Bald glaubten sie ein Ge­räusch zu bören, das auf fein Kommen beutete, bald ließ die Huveseines vorbei- fabrenben Autos sie aufboreben od-r ein Klingelton tauschte ihnen einen Aittus vor.

Herrgott, welche Dummheit!" rief Dr. Menzel plötzlich aus.Sitzen wir beide hier und warten, statt einfach in seiner Wohnung anzurufen.

Er erhob sich und rief in der Pension Sentier an, in der Eggers wohnte.

Bedauere lehr", erhielt er auf seine Frage nach Egaers zur Antwort,aber Herr Eggers wobnt nickt mehr bei uns."

Wohnt nicht mehr bei Ihnen? Hier mutz ein Irrtum Dorliegen. Ich meine Herrn Ehemiker Gert Eggers"

Hat beute Abend seine.Wohnung bei uns aufgegeben."

Wollen Sie mit bitte seine neue Adresse nennen."

lut mir leid, ich kenn« sie nicht."

Dr. Menzel legte kopfschüttelnd den Hörer auf. /

Unbekannt verzogen! Ausgerechnet heute abend!"

Ich erinnere mich, daß er mit der Be­dienung jtitbt reckt zufrieden war. Sollte et sich irgendwo anders einquttttieten und dann zu uns kommen?"

Möglich. Ich wüßte wenigstens keine andere Lösung."

Sie warteten in qualvoller Ungeduld, bis die Ubr die Mitternachtsstunde zeigte.

Es hat keinen Zweck, noch länger aus­zusitzen, wir wollen schlafen gehen", sagre Dr. Menzel.

Der Entschluß fiel beiden schwer, aber diese, Herumsitzen schien tatsächlich sinn, los.

Der Vorsicht halber stellte Dr Menzel das TelephiM nach seinem Schlafzimmer um.

Die Rockt wurde für beide Wimm, sie schliefen kaum, immer wieder ritz die

Sorge ste vom Lager auf und nötigte sie, einen Blick auf die Uhr zu werfen.

Mit übernächtigen Gesichtern erschienen sie am Frhstückstisch. Sie lächelten stch zu, versuchten, stch gegenseitig zu täuschen und doch las einer dem anderen vom Gesicht ab, wie gegäult er die Rackt verbracht batte. Es war doch zu beunruhigend, daß Eggers absolut nichts von sich batte hören lallen. Es mußte etwas passiert lein! Aber was? Was hatte sich zugetragen, ngckdem er Hartkopf verlallen hatte?

Das Mädcken kam mit der Morgenzei­tung. Dr. Menzel streckte sonst immer die Hand danach aus. heute aber sagte er: Leg-n Sie bie Zeitung nur drüben auf ben Tilch." Keiner von beiden hatte Lust, sich mit ihren gleichgültigen Zeitungs­nachrichten zu beschäftigen.

Sie faßen wieder unb grübelten. Plötz­lich kam Menael bie Befürchtung. Hart­kopf könnte sckon Andeutunaen über das Abkommen in die Welt posaunt haben. Er stand auf, um stch den Handelsteil daraufhin anzusehen.

Lieselotte war dem Tun ihres Vaters mit den Augen gefolgt. Jetzt bemerkte sie, wie er konsterniert auf das Zeitungsblatt.

Das ist doch nickt möolick!" stieß Dr. Menael in diesem Augenblick wider Wil­len aus.

Pava. was ist"? rief Lieselotte und eilte zu ihm.

Dr. Menzel suchte schnell das Zeitungs­blatt zu wenden, doch noch ehe ihm das gelang, batte Lieselotte bereits die großen Rückgaben überilooen. die eine sensatio­nelle Nachricht verkündeten.

Eeneraldirektor»Alfred Hartkopf in sei­ner Villa ermordet oufaefunben. Der Tä­ter, Eßerniker Gert Eggers, geflüchtet, konnte noch in der Nacht gefaßt und ver­haftet werden."

Bapa!" sckrie Lieselotte auf.

Dr. Menael griff scknell zu und hielt leine hem Umsinken nahe Tochter in den Armen.

(Fortietzung folgt.)