Bücherschau I
- „Deutschlands Erneuerung/' „Frankreich ohne den Rhein lebt im Zustande eines überfallenen Landes", schrieb die französische Pres e im April 1914. Noch heute find die führenden Preise Frankreichs der- eiben Meinung, denn die Ostgrenze des Landes liegt offen da und mit ihr der Tiefpunkt seines Herzlandes mit der Hauptstadt. So zeigt uns Prof. Dr. Georg S ch e e le in dem soeben erschienenen Heft 1 des 15. Jahrganges der nationalen Monatsschrift „Deuisch- lands Erneuerung" (3. F. Lehmanns Verlag, München, Preis Mk. 1.50), daß eine Ver- ständigung mit Frankreich vergebliches Bemühen ist, da die Feindschaft der beiden Völker durch die geographische Lage bedingt ist und sozusagen: „aus dem Boden heraus wächst". — Nicht besser sind die Verhältnisse an unserer Ostgrenze, zu deren weiteren Verschlechterung das deutsch-polnische Ausgleichsabkommen beiträgt, das dem Deutschtum nie wieder gutzumachenden Schaden bringt, für das Polentum aber einen gewaltigen wirt- schaftlichen und politischen Aufschwung ein- leitet, lieber die näheren Bestimmungen die- ses Vertrages unterrichtet uns Dr. B o v e n - scheu. Seine Ausführungen sind eine schwere Anklage gegen unsere Außenpolitik. — Eeneralmaior a. D. Ha en ich en wendet sich in seinem Aufsatze: „Seeckts Landesver- reidigung eine Selbsttäuschung'' gegen Seeckts Ansicht, bah die Zeit der Massenheere vor- bei sei, und kleine hochwertige Heere dem Geist wieder zur Herrschaft über die Materie verhelfen könnten. — Der folgende Aufsatz von Herbert Martens bringt Auszüge aus den Prozetzverhandlungen gegen den Flamenführer August Borms, die ein anschauliches Bild der völkischen Gegensätze innerhalb Belgiens ergeben. — Besondere Bedeutung ist dem Aufsatze von A. Steinhammer: „Drei Anmarschstraßen des Bolschewismus" zuzumessen. — Das Bild der Lage aus der Feder des Schriftleiters W. von Müffling gibt dem reichhaltigen und anregenden Hefte einen würdigen Abschluß.
das letzte große Landreservoir der weißen Rasse, zu einem neuen Lebensraume um. — Diese neuen Lieferungen beweisen wieder den schon zu Anfang erkannten Vorzug dieser wundervollen Publikation: die Erdkunde als Wissenschaft durch eine unübertreffliche bildhafte Darstellung für jedermann zugänglich und lebendig gemacht zu haben.
** Der Deutsche Hochschulführer 19 31, Lebens- und Studienverhältnisse an den deutschen Hochschulen. Herausgegeben vom Deutschen Studentenwerk e. V„ Preis 90 Pf., Verlag Walter de ©runter & Co., Berlin und Leipzig. Das Deutsche Studentenwerk übergibt soeben den Deutschen Hochschulführer für das Studienjahr 1931 der Oeffentlichkeit. Einführende Aufsätze von Professor D. A. Deißmann-Berlin, Professor Dr. Riebensahm-Charlottenburg und Professor Dr. Gerber-Tübingen behandeln das Wesen der Hochschule uud der Wissenschaft, ihre Verknüpfung mit dem Leben und den Fragen von Staat und Volk. Ein besonderer Abschnitt aus der Feder von Ministerialrat Dr. Mallwitz-Berlin ist der Notwendigkeit der körperlichen Ertüchtigung durch die Pflege der Leibesübungen gewidmet. Der Hauptteil bringt alle für ein Hochschulstudium notwendigen und wissenswerten Angaben in übersichtlicher Anordnung. Nach der Behandlung der Zulas- sungsbestiinmungen, des Studienbetriebes und der Gebühren folgt eine erschöpfende Darstellung über die Studien- und Lebenshaltungskosten, die mannigfaltigen Hilfseinrichtungen und Studienerleichterungen, das Stipendienwesen und den Gesundheitsdienst. Beiträge über das Studium im Ausland, das deutsche Studentenwesen, das vorhandene Schrifttum zur Studien- und Berufswahl enthalten wertvolle Anregungen und Hinweise für den jungen Studenten. Darüber hinaus finden sich in dem Führer die notwendigen Angaben über die deutschen Universitäten und Hochschulen und Lehrerbildungsanstalten, ebenso über die Universitäten und Hochschulen in Oesterreich und ^udeten- deutschland.
** Vom Sudan bis zur Kängeruh- Insel fuhrt diesmal der Weg in den neuen Lieferungen des Handbuchs der geographischen Wissenschaft (Akademische Verlagsgesellschast Athenaion m. b. H. Wildpark-Potsdam). Drei Erbteilen gilt die Darstellung, die sich wieder in Wort und Bild so fesselnd, farbig, abwechslungsreich und zugleich wissenschaftlich klar gibt, daß die Lektüre, die auf so angenehme Art Unterhaltung und Belehrung ver- mittelt, zum doppelten Genuß wird. Prof. Ä lute, der Herausgeber dieses großen und schönen Werke«, behandelt die Landschaft, Pfanzcn- und Tierwelt Nordafrikas, lieber das kühlere Abessinien führt er den Leser nach Ostafrika, durch die immergrüne Buschzone der Küste, durch Steppe und tropischen Regen und Höhenwald. Einer der interessantesten Abschnitte gilt der Bevölkerung und Kultur Afrikas, dessen 140 Millionen Einwohner sich in eine große Anzahl von Rassen, und Sprachgemeinschaften gliedern. Mitten in das moderne Problem südamerikanischer Einwanderung führt dann die Schilderung von Prof. Kühn. Verkehr und Wirtschaft Argentiniens stehen im Vordergrund der wieder durch eine ungewöhnlich sorgfältige und schöne Bildaus- lese gekennzeichneten Darstellung. Die Pampa, eine Der größten Kornkammern der Erde und zugleich ein Jdealgebiet für Viehzucht, ist das Hauptthema dieses Abschnittes. Von dieser Kulturlandschaft bis zu den endlosen Trockengebieten des australischen Nordens ist cs ein weiter Weg. Aber in der meisterhaften Schilderung Prof. Geislers vergißt man ben jähen Ueberoang und wandert mit durch Zentral- und Südaustralien, erlebt Diesen Erdteil grotesker Gegensätzlichkeiten mit allen seinen oft noch unerschlossenen Wundern. Wirtschaft, Kultur uud Technik wandeln auch diesen noch nicht genug bekannten Kontinent,
MMÄke
Gegensätze.
Zu den nachstehenden ie 2 Wörtern sind die Gegensätze zu suchen. Jeder mutz ein zusammengesetztes Hauptwort ergeben.
1. Beutel Stratze. 2. Unruhig ging. 3. Leer Anfang. 4. Sprich Stuhl. 5. Personen Keller. 8. Doll Tisch. 7. Dame Frau 8. Kammer Frau.
«ileichklang.
Im Wasser kommt'« geschwommen, Wenn's keinen Grund mehr findet; Sollt'« in die Zeitung kommen, Wär's selber ungegründet.
Man sieht an diesem Tiere Zwar Beine, doch nur kleine; Als Trug auf dem Papiere Hat's auch nur kurze Beine
Bilder-Rätfel.
Zitaten-Rätsel.
1. Der Kern allein im schmalen Raum Verbirgt den Stolz des Waldes, den «b
Baum. t:>-
2. Die Wahrheit ist vorhanden für den ►-■*• Weifen.
3. Verwandte sind sich alle starken Seelen, y?
4. Die Unschuld hat im Himmel einen Freund.
5. Die Liebe ist der Liebe Preis.
6. Und es herrscht der Erde Gott, das Gold.
Vorstehenden Zitaten Schillers entnehme man derart je ein Wort, daß die entlehnten Wöter einen weiteren Ausspruch desselben Dichters ergeben.
Anagramm-Scherze.
Die zu ergänzenden Wörter bestehen aus den gleichen Buchstaben in verschiedener Reihenfolge.
1. Wir sahen in dem Dorfe mehrere —, die — Hüte trugen.
2. Der Händler bot ein Tuch —, das jedem gleich ins Auge —.
3. Er zog einen feinen Fisch jedem Gebäck vor, so auch — den —.
4. Wir — schon — im Bett, als das Nebelhorn ertönte.
5. Gewisse Leute —, an den — könnten sie die Charaktere erkennen.
6. Wir —, wie die Bäuerin die — ab- schöpfte.
7. In Schleswig an der — sahen wir die .
Schnitter mit der — zum Mähen hinausziehen. -
Ketten-Rätsel.
Bau Berg Buch Fisch Haus Holz Kunst ? Recht Schild Spruch Stall Stock Tür Wein Zucht.
Äug vorstehenden 15 Wörtern ist die gleiche Zahl zweisilbiger Wörter zu bll» ben, und es sind diese sann zu einer Kette zu vereinigen.
8«H8|uug der Rätsel in nächster Wummer
Auflösung der Rätsel an» ooriaet Rümmer:
Auflösung des Geographische« Logogriphsr
1. Oder. 2. Saone. 3. Tiber. 4. Erlau. 5. Rom. 6. Nassau.
— Ostern. —
Auflösung des Wort-Rätsels:
— Insekt — in Sekt —
Auflösung des Silben-Rätsels:
1. Gavotte. 2. Oberst 3. Torpedo. 4. Traube. 5. Dohne. 6. Reinhart. 7 Unterricht. 8. Etikette. 9. Calshot. 10. Kirsche. 11. Talmigold 12. Dorado. 13. Amanul- lah. 14. Meridian. 15. Jnelett.
Gott drückt, damit du dich erhebest
Auflösung des Kreuzwort-RStsel»!
Verantwortlich Dr. Ernst Scheller.
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Blatter für Unterhaltung und Wljjen - Wöchentlirde Beilage der Lberhettischen Zeitung"
Nr. 5
Marburg, den 31. Fanuar
1931
Bauwerke im Sturm
Von Dr.-3ng. Robert Schönhöfer, Professor an der Technischen Hochschule Braunschweig.
Der Einsturz der beiden großen Funttürme in Aiümyen-Stadelheim von rund 100 Meter Höhe infolge eines gewaltigen Sturmes Gäbe November 1930 wurde in allen Tageszeitungen und bebilderten Zeitschriften dar- gestellt. Diese Funttürme, die als Meisterwerte der Holzbautechnik bekannt waren, sind von der rohen Faust des Sturmes niedergeschlagen worden, obwohl Statiker und Ingenieure diese Türme für den größten Winddruck berechnet und entworfen haben. Dabei ist zu beachten, daß hinsichtlich der Traggebilde für die Aufnahme der Windbe- lasiung eine etwa dreifache Sicherheit und für das Standvermögen gegen den Umsturz durch den Sturm eine etwa eineinhalbfache Sicherheit in Rechnung gebracht wird. Wie erklärt sich also der Einsturz? Ist die talsäch- lich vorgekommene Belastung durch den Sturm auf das Dreifache bezw. Anderthalbfache der veranschlagten größten Windbelastung ange- lchwollen? — Nichts von alledem. — Derartige Turmbauten werden für einen Wind- druck berechnet und entworfen, der den größten Stürmen entspricht. Wenn trotzdem Einstürze vorkommen, so werden sie stets von Wirbelstürmen verursacht. Diese richten namentlich in Amerika alljährlich ungeheuren Schaden an, sie sind in unseren Gegenden zwar selten, kommen aber doch ab und zu vor und werden dann besonders Masten und Türmen gefährlich, weil sie auf diese eine gewaltige Drehwirkung ansüben. Auf eine Derartige Drchwirkung sind unsere Bauwerke weder berechnet noch konstruiert, weil solch gewaltige Wirbelstürme überaus selten sind, und bann weil sich deren Wirkung rechnungsmäßig kaum erfassen läßt.
Unsere Bauwerke werden nut auf eine waagerecht ober schwach geneigt wirkende Windbelastung berechnet. Deren Berücksichtigung in dieser Form reicht Jahrhunderte zurück. Die Größe des in Anschlag zu bringenden Winddruckes wurde jedoch früher bedeutend unterschätzt. Dieser Mangel hat sich naturgemäß bei den Hochbauten nur selten ausgeroirlt, da diese ja zumeist geschützt liegen. Dagegen sind manche Brücken infolge der zu geringen Berücksichtigung der Wind- belastung bei großen Stürmen zerstört worden. Von bieten Einstürzen verbient be» sonbers einer hervorgehoben zu werden, und zwar einerseits wegen des gewaltigen Umlanges les Unfalles und andererseits wegen des Anstoßes, ben biefes Unglück in Bezug auf bie Berechnung der Brücken auf Wind- belastung gegeben hat. Es betrifft bi es bie Brücke über den Firth of Tay bei Dundee in Schottland.
Die eingleisige Eisenbahn Edinburg-Dundee überbrückt ben Meeresarm Firth of Tan auf einer 3200 Meter langen, eisernen, durchlaufenden Fachwerk-Balkenbrücke mit 85 verschieden großen Oeffnungen. Die Brücke wurde im Jahre 1878 dem Verkehr über
geben. Am 28. Dezember 1879 herrschte ein gewaltiger Sturm. Der abends um 7 Uhr 14 über die Brücke gelassene Personenzug stürzte samt den über 13 mittlere Oeffnungen gespannten Tragwerken in die Fluten des Meeres. Alle Menschen im Zuge, ungefähr 70, fanden ein nasses Grab. Dieser Unfall erregte damals das allergrößte Aufsehen, nicht nur in England, sondern in der ganzen Welt. 3n erschütternder Darstellung haben Theodor Fontane in seiner Ballade „Die Brück' am Tay" und der bekannte schwäbische Dichter- Ingenieur Mar Eyth in einem Roman dieses Ereignis geschildert.
Der Zusammenbruch der Tay-Brücke rief auch in den Fachkreisen die allergrößte Bestürzung hervor. In England bilvete sich sogleich ein besonderer Ausschuß von Fachleuten, der nicht nur die Ursachen des Brückeneinsturzes untersuchte, sondern sich darüber hinaus die Aufgabe stellte, aus dem Unfall die Folgerungen für bie Berücksichtigung der Windbelastung bei Brücken zu ziehen. So errechneten die englischen Sachverständigen aus dem Einsturz der Taybrücke einen Winddruck, der stellenweise 122 bis 125 Kilogramm je Quadratmeter betragen hat. Weiter gab der genannte Fachmänner- Äusschuß Richtlinien für die Berechnung der Brücken auf Winddruck heraus, welche auch in den Brückenoorschriften der anderen Kultur- staaten Aufnahme fanden.
Der auf die Bauwerke wirkende Winddruck kann auf zwei Wegen ermittelt werden. Einmal auf Grund der beobachteten Windgeschwindigkeit. bie mit Hilfe ber bekannten Winbmesser (Schalenanemometer) bestimmt wird, und zum andern durch den Umsturz verschieden standfester Scheiben bei großem Sturm. Auf Grund dieser Beobachtungen wird die Windbelastung für die Bauwerke mit folgenden Werten veranschlagt.
Bei den gewöhnlichen Hochbauten, die ja im allgemeinen meistens eine windgeschützte Lage haben, beträgt der rechnungsmäßige Winddruck 100 bis 150 Kilogramm je Quadratmeter. In Gegenden mit großen Stürmen werben diese Zahlen noch um 25 bis 50 v. H. erhöht.
Bei den Brücken, die ja in ber Regel eine sehr freie Lage haben, werben zwei verschieden große Zahlen für ben Winddruck in die Rechnung gesetzt. Ist die Brücke belastet, pulst also der Verkehr darüber, so wirb ber Winbbruck mit 150 bis 170 Kilogramm je Quadratmeter veranschlagt. Ist die Brücke unbelastet, was der Annahme entspricht, daß wegen eines gewaltigen Sturmes ber Verkehr stockt, so wird ber Winddruck sogar auf 250 bis 270 Kilogramm je Quadratmeter erhöht. Diese Unterscheidung in „belastet" und „unbelastet" ist insofern von Wichtigkeit, ats bei belasteter Brücke zu dem Winddruck auf die Brücke noch ber Winddruck auf "bie Ver- kehrsmiftel hinzukommt. Bei ben Straßenbrücken wird biesbezüoli-b ein w'ndbeloftetes Verkehrsband von 2.2 Meter und be? den Eisenbahnbrücken ein solches von 3,5 Meter Höhe angenommen.
Bei allen a”b»ren freisteh-'nden Jnaeni^ir- bauten, wie Wassertürmen, Funktürmen, Lei
tungsmasten, Kranen, Verladebrücken rechnet man mit den gleichen Windbelastungen roi» bei den unbelasteten Brücken.
Die Berücksichtigung des Winddruckes bet ben Bauwerken hat eine Reihe wichtiger konstruktiver Maßnahmen zur Folge. Bei den Hochbauten sind es Windverbände, Wand- rahmen und andere Windaussteifungen. Bei den Brücken sind es Windverbände, Wind« kreuze und Windrahmen. Bei den Masten, Türmen und Brückenpfeilern kommen noch die Windverankerungen dazu.
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gtoer - Schlitzt» — 5«
Von Dr. med. E. Mosbacher, Abteilungsdirektor z. D. im Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin.
In dieser Jahreszeit, in der sich die Erkältungskrankheiten häufen, JpkH das Auftreten, Steigen und Fallen von „Fieder" eine gar gewichtige Rolle. Wird doch — und vielfach auch mit Recht — die Schwere der Erkrankung mit ber Höhe und Dauer des Fiebers in Verbindung gebracht: wird doch vom Rückgang ber Körpertemperatur auf das Abklingen bet Krankheit geschlossen. Kurzum, bas Fieber unb sein Verlauf stnb in vielen Fällen auch für den Arzt bei ber Beurteilung ber ganzen Sachlage unentbehrlich.
Ja, bisweilen ist bie Art bes Auftretens unb die Weiterentwicklung ber erhöhten Körperwärme einer ber wichtigsten Anhaltspunkte zur Erkennung ber jeweiligen Krankheit. Nichts ist daher törichter als wenn man bei Auftreten von Fieber sofort ohne vorherigen ärztlichen Nat eins ber vielen Fiebermittel einnehmen wollte. Sicherlich gelingt es zwar meist, bie Temperaturerhöhung voräbergehenb zu beseitigen: aber gleichzeitig wirb boch bie normale Fieberkurve abgeänbert unb bamit dem Arzte ein wichtiges Hilfsmittel zur Dia- gnofenstellung genommen. Ganz abgesehen davon, daß in vielen Fällen der Verlauf ber Krankheit als solcher überhaupt nicht ober gar in ungünstigem Sinne beeinflußt wirb. Erunbsätzlich sollten baher Fiebermittel ohne Anorbnung bes Arztes nicht genommen oder gar anbeten gegeben werben.
Die Zeiten, in benen man jebes Fieber als eine ju bekämpfenbe Erscheinung ansah, sinb vorbei. Heutzutage erblickt man im Fieber eine Art Abwehr- unb Heilrnah- nähme bes Organismus.
Wie stellt sich nun bie Wissenschaft bas Zustandekommen von Fieber unb bie Wirksamkeit von Fiebermitteln vor?
Der gesamte Mechanismus der Wärmeerzeugung unb Wärmeabgabe wirb von einer Zentralstelle im Gehirn reguliert. Wenn dieses im sogenannte Zwischenhitn gelegene Wärmezentrum gereizt wirb, bann treten eben Temperatursteigerungen auf. Experimentell kann man Fieber z. B. durch Einstich in bas Zwischenhirn, durch Einträufeln von Quecksilber in biese Eehirngegenb, durch Be-