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Nr. 26
OberdeMfSe Zettnng. Marburg a. L, Sonnabend, den 31. Januar 1931
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Mörel (Kanton Wallis), 31. Jan. Eine von feier abgegangene Rettungskolonne von Führern aus Adelboden traf die vor 8 Tagen vom Jungfrauioch aufgebrochene und seither vermißte englische Touristengruppe mit Führern aus Adelboden in der Näh- von Rieder- furka an. Bier Mitglieder der Gruppe zwei englische Damen, ein englischer Herr und der Bergführer Bärtschi aus Adelboden, sind tot. „Ae6er den Hergang des Lawinenunglücks S*rb noch bekannt, daß die Staublawine, die Sreih."9« ^en ■ ^outt^n erfaßt hatte, eine einigen hundert Metern hatte Wahrend ein Führer und drei Damen in die Tiefe gerissen wurden, gelang eg den beiden anderen Führern, sich an Tannenästen festzu- S“1??“11' Die Suche nach den in der Tiefe Verschwundenen mußte wegen erneuten Schnee, falls und weiterer Lawinengefahr zunächst unterbrochen werden, bis die herbeigerufene ^iAU«8r5f°fcOnne bie Bergungsarbeiten 3i|<i) aufnehmen konnte. ,
Ausland
Gandhi zur indische« Frage.
fl. L o n d o n, 31. Jan. „D a i l y H e r a I d« veröffentlicht ein ihm von Gandhi zugegan- genes Telegramm, in dem Gandhi erklärt, daß die britische Regierungserklärung, oberflächlich betrachtet, völlig unzueichend sei, daß er jedoch wie die Mehrzahl der Kongreßführer sich sein Urteil vorbehalte. Persönlich sei er eifrig bemüht, Wege zu einem ehrenhaften 8*1 eden zu suchen. Die Freilassung nur der Mitglieder des Arbeitsausschusses des Kongresses und ihrer Frauen trage nur wenig zur Schaffung einer günstigen Atmosphäre bei. Zur ruhigen Diskussion sei die Freilassung aller der Kongreßpartei angehörenden Gefangenen die Aufhebung der unterdrückerischen Verordnungen und die Rückoabe des konfiszierten Eigentums unerläßlich In dem Tele- ®anbl)i dann Beispiele dafür an daß die Unterdrückung der Kongreßorgani- atwn ihren^Fortgang nehme, was die Frei- lassung der Führer wertlos mache.
Die englische Touristengruppe aufgefunde«. Bier Tote.
Deutsches Reich Reich-tagsabgeordneter Münchmryer verhaftet -Duisburg, 30., Ian. Eine hier abge- der^er ^lonalsozialiftische Versammlung, in qpr-be5- Reichstagsabgeordnete Pa tor a D Munchmeyer über das Thema „Wer bat uns.°?rraten?" sprach, nahm da'dmch efn 3?nr;^I9eS E"de, daß der Redner von der verhaftet wurde. Die Verhaf. tung erfolgte, weil Münchmeyer die Ver- V^IuÜ?b^'lnehmer aufforderte, sich die Polizeibeamten zu merken, die im Sinne des heutigen Systems besonders eifrig ihre Pflicht freigelassen^r murbe 21591 Münchmeyer wieder Kündigung des Manteltarifs der Metall- angeftellten.
. Berlin, 30. Ian. Nach einer Mitteilung des DSV. hat der Verband Berliner <D?etaH, industrieller heute den Manteltarifvertrag zum 31. März 1931 gekündigt. Nach Ansicht der Angestelltengewerkschaften ist der Manteltarif gekündigt worden, weil zugleich eine andere Gruppierung der Leistungsstaffelungen vorgenommen werden soll. Der Gehaltstarif der Angestellten läuft inzwischen weiter, und es ist anzunehmen, daß die Frage der Arbeitsund Gehaltskürzung für die kommende Zeit im Rahmen des Manteltarifes verankert werden soll.
Di« Giftmörderin Lutzenberger rechtskrSstig zum Tode verurteilt.
Leipzig, 30. Jan. Der Erste Strafsenat des Reichsgerichts bestätigte heute durch Verwerfung der Revision das Urteil des Schwurgerichts Augsburg vom 7. November v. 3s., durch das die 50 Jahre alte geschiedene Sägewerksbesitzerssrau Anna Monika Lutzenberger aus Schwabmünchen wegen Giftmordes an ihrem Stiefvater, dem Pferdehändler Zerrle, zum Tode und wegen wei
terer fünf Verbrechen des versuchten Giftmordes an ihrer Stiefmutter und der Familie des Obersekretär Schrott zu weiteren 12 Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehren- rechtsverlust verurteilt wurde. Die Verteidigung versuchte vergeblich das auf überzeugende Indizien aufgebaute Urteil damit zu erschüttern, daß sie die Beweiswürdigung angriff und behauptete, das Schwurgericht Jet von Anfang an gegen die Angeklagte eingestellt gewesen und habe deshalb einige Zeugen zu Unrecht wegen Verdachtes der Be- günstigung nicht vereidigt. *
Eine BanknotensSlscherband« festgenommen.
Essen, 30. Jan. Eine fünfköpfige Falschmünzerbande, die seit zwei Jahren Falschgeld herstellte und vertrieb, konnte jetzt aus- gehoben und in das Gerichtsgefängnis einge- liefert werden. Es handelt stcy um einen An- streichen, einen Dergpraktikanten und zwei Kaufleute. Das Haupt der Bande, ein Maschineningenieur, befinde: sich schon seit November 1930 in Untersuchungshaft.
Die Falschmünzer stellten Reichsbanknoten von 10 Mark her, die in Hunderten von , Stücken im rheinisch-westfälischen Industriegebiet vertrieben wurden und auch bis ins Ausland gelangten. Zuletzt stellten sie Reichsbanknoten zu 20 Mark her.
Frauenmord in Chemnitz.
Chemnitz, 30. Jan. Im Hausflur einer im Zentrum der Stadt gelegenen Schankwirtschaft wurde in den Abendstunden ein Paket entdeckt, in dem sich ein blutiger Frauenkopf befand. Die Ermittlungen der Mordkommission haben ergeben, daß die Abtrennung des Kopfes vom Halse der etwa 30 Jahre alten Frau mit einem schweren Schlächtermesser oder einem scharfen Beil erfolgt ist. Der Mord dürfte nicht länger als zwei bis drei Tage zurückliegen. Von dem Täter fehlt jede Spur.
Schweres Hutminglü*.
Drei Tote und zwei Schwerverletzte.
Schweidnitz, 30. 3an. Ein furchtbares Automobilunglück ereignete sich heute früh auf der Straße von Schweidnitz nach Breslau. Ein mit einer Berliner Nummer versehener Personenkraftwagen fuhr in voller Fahrt in den Straßengraben und überschlug sich mehrere Male. Von den fünf Insassen wurden zwei Damen und ein Herr getötet. Der Wagenführer und ein Insasse wurden schwerverletzt. Da der Führer weder Führerschein noch Ausweis besaß, konnten die Personalien noch nicht festgestellt werden. Er liegt ebenso wie der verletzte Fahrgast zurzeit vesinnungslos im Schweidnitzer Krankenhaus.
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Preußischer Landtag
Berlin, 30. San. In der heutigen Sitzung des Preußischen Landtages wurde in die Einzelberatung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung, der Domänenverwaltung und der Gestütsverwaltung eingetreten.
Bei der Einzelbesprechung zum Do- mänenetat kam es zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen dem Abgeordneten Jacoby-Raffauf (Ztr.) und dem Abg. Dr. Kaufhold (Dtn.). Abg. Jacoby- Raffauf warf dem Abgeordneten Dr. Kaufhold katholikenfeindliche Aeußerungen vor. Abg. Dr. Kaufhold erwiderte, er habe lediglich den Wunsch geäußert, daß im Interesse einer gewissen Parität auch der evangelische Osten bei Anlage von Beispielswirtschaften berücksichtigt werde. Abg. Jaocby-Raffaüf erhielt einen Ordnungsruf, weil er dem Abg. Kaufhold „Unverschämtheit" vorgeworfen hatte.
Angenommen wurde endgültig mit 180 Stimmen der Regierungsparteien gegen 138 Stimmen der Opposition das Jnitiativgesetz der Regierungspartei, daß die W a h I z e i t der Mitglieder der Landwirtschaftskammern um sechs Monate verlängert, um Zeit zu schaffen für die
parlamentarische Erledigung des neuen Lanb- wirtfchafi-kammergesetzes.
Es folgte die zweite Beratung des Wohlfahrtshaushalts. Der Ausschuß fordert u. a. eine Denkschrift über den Gesundheitszustand der Kinder in den Volksschulen, Ausbau der hygienischen Volksbelehrung in den Schulen, Ausdehnung der Gebührenfreiheit für Krankenscheine auf die Familienhilfe. Schaffung eines Zentralinstituts zur Bekämpfung der Krebskrankheit, Erwirkung des Rentnerversorgungsgesehes, stärkere Förde- rung des Baues von Eigenheimen und Belebung der Bautätigkeit.
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Scrmhrcn beim MaKlen kranker Türe
Vom Landratsamt wird uns geschrieben: Die Verwertung des Fleisches solcher Tiere, die wegen Krankheit geschlachtet werden mutzten (Notschlachtungen im landläufigen Sinne) stützt auf immer grö- tzere Schwierigkeiten. Zum nicht geringen Teil beruht das darauf, dah bei den Not- schlachtungen nicht sachgemäß verfahren wird. Dadurch wird nicht selten das Fleisch notgeschlachteter Tiere unansehnlich und wenig appetitlich, ja sogar gesundheitsschädlich. Die Gefahr, daß das Fleisch gesundheitsschädlich wird, besteht besonders dann, wenn es über grötzere Entfernung transportiert wird (z. B. zwecks Verwertung auf der Freibank einer Schlachthausgemeinde). Ein solcher Transport sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Wenn ein Tier an einem Orte erkrankt, an dem die Verwertung minderwertigen Fleisches nicht möglich ist, sollte es tunlichst noch lebend transportiert und dort geschlachtet werden, wo das Fleisch verwertet werden kann. Die Verwertung des Fleisches am Anfallorte selbst ist jeooch, wenn sie irgend möglich ist, sowohl in hygienischer als auch in wtrtschaftlicher Hinsicht als die beste Lösung anzusehen. Das Fleisch kommt hierbei in frischem Zustande ohne Belastung mit Transportkosten, Freibankgebühren usw. und ohne ungünstige Beeinflussung schnell in die Hand des Verbrauchers. Leider besteht bei der Bevölkerung in Landgemeinden allgemein eine große Abneigung gegen den Genuß des Fleisches notgeschlachteter Tiere. Diese Abneigung wird nur dann überwunden werden können, wenn bei der Schlachtung erkrankter Tiere folgendes beachtet wird. 1. Möglichst frühzeitige Schlachtung, so datz noch mit vollständiger Ausblutung des Tieres und unverminderter Haltbarkeit des Fleisches gerechnet werden kann. 2. Möglichst schon vor dem Abstechen der Tiere alles vorbereiten, damit sie sofort abgehäutet (Schweine gebrüht), aufgehängt und aus- I weidet werden können. Bei verspätetem Ausweiden ist das Fleisch untauglich. 3. Sachgemäße Ausführung des Halsschnittes oder Bruststiches und wiederholtes Nachsehen, ob die Ausblutung nicht durch Blutgerinsel usw. behindert ist. 4. Sauberes Ausschlachten. Strengstens zu vermeiden ist hierbei das Anschneiden des Magens, der Darm, der Gebärmutter, der Harnblase, der Gallenblase und etwa vorhandener Krankheitsherde (Abseß, Tuberkeln usw. 5.. ^(X^^ der Schlachtung müssen die Tierkörper und die verwertbaren Eingeweide kühl und fultig hängen, nötigenfalls mit möglichst dünnen und luftdurchlässigen Laken oder Mulltüchern umwickelt werden. Das Transportieren des Fleisches und das Hinlegen auf Tischen oder sonstigen harten, undurchlässigen Unterlagen vor Eintritt der Musrel- starre und vollständiger Abkühlung uno Abtrocknung ist (auch für Schweine mit
Schwarte) sehr nachteilig. Durch Einlegen der Organe (Zunge, Herz, Lunge Leber, Nieren, Euter) in Wasser werden diese Teile weniger haltbar, durch längere Berührung mit Magen und Därmen logar untauglich. 6. Magen und Därme müssen, wenn sie benutzt werden sollen, sofort nach dem Ausscheiden abgemickert, entleert und gereinigt werden. 7. Alle Teile der Schlachttiere müssen bis zum Abschluß der Fleischbeschau aufbewahrt werden, auch wenn sie nicht zum menschlichen Genuß bestimmt sind (z. B. Milz, Gebärmutter, Euter, Kälbernabel). 8. Wo ein Kühlraum zu erreichen ist, ist möglichst frühzeitiges Einbringen des Fleisches sehr zu empfehlen, jedoch nicht vor Eintritt der Muskelstarre und oberflächlicher Abtrocknung. 9. Auch nach Eintritt der Muskelsstarre ist das Fleisch möglichst gegen harten Druck, Stotz oder sonstige Einwirkungen, die einer Vermehrung der Fäulnis- und Krankheitserreger Vorschub leisten (z. B. Aufeinanderpacken) und gegen Beschmutzung zu schützen.
SetteSNentt
Sonnabend, 31. Januar.
St. Jo st-Kapelle (vor Weidsnhausen). 20.30 Uhr: Siturg. Wochenschluß-Abend- fegen, canb. theol. Schöntag.
Sonntag, 1. Februar.
Pfarrkirche. 10 Uhr: Gottesdienst, Pfr. Dr. Geller; 11.15 Uhr: Kindergottesdienst, Pfr. Dr. Geller; 17 Uhr: Gottesdienst, Vikar Frey.
Elisabethkirche. 10 Uhr: Gottesdienst, Pfr. Waltemath; 11.15 Uhr: Kinber- gottesdienst, Pfr. Waltemath; 14 Uhr: Pfr. Dr. Geller.
Ockershausen. 13.30 Uhr: Kindergottes, dienst, Vikar Frey.
Reformierte Gemeinde. 10 Uhr: Pfr. Veerhoff; Tert: Hebr. 12, 1—3; Lieder: 11, 242, 262, 4. 11.15 Uhr: Kin- bergottesbienft, Pfr. Veerhoff; 18 Uhr: Pfr. Dr. Ritter: Tert: Matth. 20, 1—16; Lieder: 342, 242. — Cappel. 12 Uhr: Vikar Barth.
Diakoniss.-Mutterhaus „Hebron" Wehrda. 10 Uhr: Pfr. Köhler.
Katholische Kirche. 6.30 Uhr: Hlg. Messe; 7.30 Uhr: Hlg. Messe mit Predigt und gemeinschaftliche hlg. Kommunion der Männer u. Jünglinge; 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt; 11 Uhr: Hlg. Messe mit Predigt; 18 Uhr: Segensandacht.
Selbständige ev.-luth. Gemeinde, Nikolaistr. 1. 10 Uhr: Predigtgottesdienst, Kand. Siebert.
Neuavostolilche Gemeinde. Heu» singerstraße 5. Gottesdienste: Sonntag 9.15 u. 16 Uhr; Mittwoch 20.15 Uhr.
Methodistengemeinde, Wörths 15a. Sonntag 9.30 Uhr: Gottesdienst; 11 Uhr: Sonntagschule; 20.15 Uhr: Gottesdienst; Mittwoch 20.30 Uhr: Bibelstunde.
Landeskirchi. Gern ein ichafl Mar- bur g - S ü d", Schwanallee 47. Sonntag 8 Uhr: Morgenandacht; 10.30 Uhr: Sonn« tagsfchule; 16 Uhr: Iugendbundandacht; 20.30 Uhr: Evangelisation; Mittwoch 20.30 Uhr: Jungmänner - Bibelstunde; Donnerstag 20.30 Uhr: Jugendbund- Bibelstunde; Freitag 20.30 Uhr: Bibelbe- sprechstunde.
Christi. Verein junger Mädchen, Philippshaus. Sonntag 16 und 20 Uhr: Äereinsstunde; Montag 14 und 16 Uhr; Dienstag 20.15 Uhr; Donnerstag 20.15 Uhr; Freitag 20 Uhr.
Montag, 2. Februar.
Philippshaus. 20 Uhr: Frauenhilfe der Pfarrkirche eingeladen zum Vorttag von Pfr. Dr. Rambeaud.
Philippshaus. 20 Uhr: Ausgabe des Gemeindeboten für beide Eemeindebezirke.
Philippshaus. Frauenhilfe für beide bezirke. 20.15 Uhr: Vortrag von Frl. Niebergall (Kindergärtnerin) über: „Kin- berfceidjäftigung".
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