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Nr. 26

CefrtffTntbt Srttima. Vkardnra a. L.. Sonnabend, den 31. Januar 1931

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Der KunWsleriler Mos. Mater am- Scrlin bera'ea

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>.v|. Pinder (^lunche!I),

der ausgezeichnete deutsche Kunsthistoriker, wurde vom preußischen Kultusminister an die Berliner Universität berufen. Man darf damit rechnen, daß der Gelehrte den Lut annehmen wird.

Auszeichnung für Rudolf Sobe. Dem bekannten Führer in der deutschen Gym- nastikbewegung Di. Rudolf Bod, ist aus Anlaß seines 50. Geburtstage? am 3 Fe­bruar d. Js. die preußische Staatsplakete für Verdienste auf dem Gebiete der Ju­gendpflege und der Leibesübungen ver­liehen worden.

Ei« Darmstadter GrSnlandforfcher verschollen. Unter Führung von Dr. Krü­ger aus Darmstadt und des Dänen Axel Bjerre war im Herbst 1929 eine Expedi­tion nach Nordgrönland abgereist. W'e aus Kopenhagen gemeldet ward, befürch­tet man fetzt dort, daß Dr. Krüger und Axel Bjerre in den Eisfeldern um­gekommen sind. Zwei der Expedition an­gehörende wiffenfchaitliche Teilnehmer sind bereits zu einem früheren Zeitvunkt nach Deutschland zurückgekehrt. In kanadischen Neaierungskrei'en glaubt man dagegen nicht, daß die Expedition umgekommen ist.

Der Gründer de? Frankfurter Goethe- Museums gestorben. Der Gründer des Frankfurter Eoethe-Mufeums und lang­jährige Generalsekretär des Frankfurter Hochstifts, Otto Heuer, ist in Hom­burg vor der Höhe gestorben. Der Ver­storbene hat das Hochstift und das Goethe- Museum Ücker durch die Wirren der In­flation geführt.

Die künftigen Führer -es Faschismus?

Winter kur für

und Nervös-Erschöpfte Spulalkurtnill! HCfhllm ImTaunö bei Frankfurt a.M.- Prospekte durch

Besuch in öer Aasöhütte

Sine Wanöeruns MarburgerDoppelkoppbrüöer"

schwarzen Stopf des Wales bedeckte ein sich ringelndes und windendes, hin und her glei­tendes Netzwerk: die glatten, geschmeidigen Arme des widerlichen Ungetüms, mittels derer es seinen Feind gepackt hielt, obwohl sein Storp er wie in einem Schraubstock zwi­schen den mit scharfen Zähnen bewehrten Stiefem seines gewaltigen Gegners steckte. Der leichenblasse Stopf des Oktopus stand im scharfen Gegensatz zu dem schwarzen, zuwei­len in Bräunliche spielenden Rumpf: die tief­schwarzen Augen, starr und glasig, mit breiten, helleren Rändern, zeichneten sich gespensterhast wie zwei grohe Scheiben ab. Zwei bis drei Minuten währte das gewaltige Ringen: der Pottwal zersägte förmlich mit seinen scharfen Zähnen den weichen Störper des Tinten­fisches, der hier seinen Meister gefunden hatte. Dann war alles porüber. Ruhig.lag der breite Streifen des Mondlichtes wieder über der See.

Hans Ernst Gehrke.

ganze Fahrt 4.90 SRJf. kostete. In Ernte» brück hatten wird iy2 Stunde Aufenhalt,. der mit dem ersten Doppelkopp ausgefüllt wurde. Dann fuhren wir bis Aue-Win- geshaufen und begannen von hier aus unsere Wanderung; zunächst in Matsch, dem beliebten und gewohnten, dann aber, je höher wir kamen, in Schnee und Eis. Sogar die Sonne erschien und begleitete uns auf unserer herrlichen Wanderung, die uns nach etwa zwei Stunden zum Jagdhaus führte, wo wir zur Mit­tagszeit ankamen, gerade rechtzeitig, um uns an einem köstlichen Mittagesien mit gutem Trunk bei Vater Wiese zu laben.

Das Jagdhaus ist eine uralte Sied« I lang im Rothaargebtrge

.Der Slbctn in glommen

An den Ufern des Rheins sollen im Somtpet 1931 zum ersten Mal nach einem festen Programm Beleuchtungen der Städte, Burgen und sonstigen Sehens­würdigkeiten vorgenommen werden. Den Anfang machen Königswinter und Bad Godesberg am 14. Mai. An diesem Tage werden Drachenfels, Petersberg, das Sie­bengebirge und die Eodesburg festlich be­leuchtet. Im Laufe des Sommers beteili­gen sich an der Durchführung der Parole der Rhein in Flammen" ferner Düsiel- dorf und Köln (jeden Sonnabend und Sonntag Nheinbrücken, Rheinufer, Kölner Dom und Schloß Benrath), Mainz,- mannshausen (Burg Rheinstein), Koblenz (Ehrenbreitstein), Rüdesheim (National­denkmal) und Zons, die Seitentäler von Rhein, Mosel, Wupper und Ruhr.

ßenerol der Nnnteri v. Kamst!

73 alt

Victor und Bruno Mussolini, die beiden Söhne des Duce, erteilen ihren Kameraden Ausweise für ein grobes Fest im Tibur- tinischen Sfadtviertel. Die zwei Jungen sind in der faschistischen Jugend Italiens bereits führend tätig, auf ihre Entwicklung fetzt man allgemein grobe Hoffnung.

650 Meter hoch und ist von hier aus auf dem eben beschriebenen Wege am leichte­sten zu erreichen. Es befindet sich seit über 100 Jahren im Eigentum der Fa­milie Wiese und sein jetziger Besitzer hat es verstanden, hier eineBleib« zu schaffen, wo man sich wohl fühlen und erholen kann, sei es, daß man für Tage oder Wochen hinaufkommt; man findet alles, was Herz und Körper begehren, Er­holung und gute Pflege. Inmitten herr­licher Waldungen liegt es im Verein mit mehreren Landhäusern auf einem Kamm, der herrlichen Ausblick auf die umliegen­den Berge, Wälder und in die Ebene bie­tet. Während das Jagdhaus von West­falen aus sehr viel besucht wird, ist es hier noch ziemlich unbekannt, wer es aber einmal aufgesucht hat, wird, wie ich dauernder Besucher und Freund von ihm werden, zumal es noch den besonderen Vorteil hat, daß kaum ein Auto hinauf­kommt.

Nachdem wir uns gestärkt und umge­sehen hatten, traten wir nach nur V/a Stunden Aufenthalt die Wanderung nach Berleburg an, von der man uns gesagt hatte, sie würde etwa zwei Stunden dauern. In hohem Schnee, immer auf der Höhe entlang, durch herrliche Waldungen brauchten wir aber gute drei Stunden und kamen erst in Dunkelheit in Berle­burg an. War die Höhenwanderung wunderschön gewesen, so war der lehr steile, vereiste Abstieg nach Berleburg in der Dunkelheit geradezu lebensgefähr­lich, aber wirjungen Leute" zumeist 60ziger überwanden alles, wenn auch manchmal vom Ende her ein gutgemein­ter Fluch auf den Spitzenläufer ertönte. Durch fast sechsstündigen Marsch in Re­gen, Schnee und Eis hatten wir jeden­falls unsere Leistungsfähigkeit mal wie­der bewiesen. Nach einem guten Trunk und Imbiß in der Bahnhofswirtschaft setzen wir uns um 8 Uhr in das Zügle und waren um 103£ Uhr wieder daheim, im Bewußtsein, mal wieder einen sehr schönen Wandertag in Gottes herrlicher Natur verlebt zu haben und mit dem Vorsatz, das nächste Stiftungsfest desDoppelkopps" oben auf dem Jagdhaus im Rothaarge­birge zu feiern.

Allen Natur- und Wanderfreunden aber sei, wenn der Frühling auf die Berge steigt, ein Auslug in dieses beson­ders schöne Stückchen Heimat empfohlen.

Am 31. Januar begeht General Her­mann von Francois seinen 75. Geburtstag.

General von Francois ist ein Sohn des im Kriege 1870/71 bei Spichern gefallenen deutschen Generals Bruno von Francois. Er wurde im Kadettenkorps erzogen und 1874 Offizier im 1. Garderegiment zu Fuß. Seine weitere Laufbahn verlief haupt­sächlich im Generalstab. 1913 trat er an­stelle des Generals von Kluck an die Spitze des 1. Armeekorps in Königsberg in Pr. So war er berufen, gleich nach Krtegs- ausbruch im August 1914 einen ersten kräftigen Offensivstoh gegen die pn - drängenden Russen auszuführen, die er bei Etallupönen und Gumbinnen schlug. Ebenso führte er sein Korps erfolgreich in de. Schlacht Bet Tannenberg. Spä­ter kämpfte er als Führer des 7. Armeekorps vorwiegend im Westen. Bor Berdun befehligte er im Sommer 1916 die Maasgruppe West und leitete Deren schwere Kämpfe am TotenMann uifi> und um dte Höh e 3 0 4. Alsdann wurde ihm die Ausbildung von Heeresreserven hinter der Front übertragen, und im Juni 1918 nahm er erfolgreichen AnteU an dem Angriff an der Oise. Rach dem Krieg nahm er den Abschied.

General von Francois, der im April 1925 das 50jährige Militärdienstjubiläum feierte, wurde von der Universität Er­langen zum Dr. phll. h. c. ernannt.

Abenteuer mit Rrefentmtenftschen

Eine Krake packt em Floß - -»anvarme von 12 Meter Länge - Kampf zwischen Pottwal nn- Oktopus

f.-mr.rt.saijln-Mwi. Na

wohnien Gewässer, läßt sich nur ahnen, ebenso wie die furchtbaren Kämpfe, die zwi­schen ihnen untereinander ober mit anderen fürchterlichen Riesen der See dann und wann stattfinden müssen. Ein mehr als glücklicher Zufall hat es gefügt, daß ein solcher Kampf auf Tod und Leben, da er sich zeitweilig an der Meeresobettläche abspielte, von Menschen­augen beobachtet werden konnte. Frank T. Buller, Matrose an Bord eines amerikani­schen Walfängers, starrte in einer schönen Tropennacht, über die Reling gelehnt, nach­denklich in den glitzernden Streifen des Mondlichtes auf dem Wasser, als plötzl'ch ge­rade in diesem Streifen die See in Unruhe geriet Bullers erster Gedanke, als er eine riesige dunkle Masse unerwartet auftaudjen sah, war. ein unterirdisches Beben habe eine vulkanische Insel über dem Meeresspiegel ent­stehen lassen. Ein Blick durch das Glas zeigte ihm dann jedoch einen ungeheuren Pottwal im Kampf mit einem Riesentintenfisch. Den

Wer je in einem Aquarium Gelegenheit satte, einen Tintenfisch oder Oktopus zu sehen, wird diesem achtarmigen Geschöpf mit den starren Augen, den wie ein Bündel Schlan­gen wirkenden, mit Saugnäpfen besetzten Armen und dem papageienschnabelähnlichen Maul ohne Bedenken den Preis der Häßlich­keit zuerkennen. Rur selten ahnt er, daß diese Tierart in ihren größeren Vertretern zu den gefürchtetsten und gefährlichsten Bewohnern der Tiefsee gehört.

Der gewöhnliche Tintenfisch des Mittel­meeres. der in der Regel unsere Aquarien mit seinesgleichen versorgt, erreicht selten eine Störperlänge von mehr als ein viertel Meter. Er gilt in Süditalien als beliebter und billi­ger Leckerbissen. Ungleich großer werden je­doch seine Artgenossen in den tropischen Ge­wässern. z. B. in Westindien, wo sie eine Länge von mehr als einem Meter bei vier bis fünf Meter langen Armen erreichen. Aber selbst sie erscheinen zwerghaft im Ver­gleich mit einer anderen Tintensischqrt, dem Architeuthis. der zudem ,noch über zwei, al­lerdings nur an den Spitzen Saugnäpfe tra­gende Arme verfügt. Dieses Untier dürfte Veranlassung zu den aus dem Mittelalter «nd auch noch späteren Jahrhunderten über­lieferten Schauergeschichten vom Strafen ge­geben haben, der plötzlich aus dem Meere auftaucht, Schiffe von ansehnlicher Große mit leinen Fangarmen packt und mit sich in die Tiefe zieht. 3n der Thomaskirche zu St Malo hängt noch ein Bild, auf dem ein Dreimastschoner von der Bauart des 18. Jahrhunderts abgebildet ist, der ein solch grausiges Geschick erlitten haben soll. Daß einzelne Boote gelegentlich von diesen Un­geheuern der Tiefe gepackt und zum Kentern gebracht sind, wurde mehrfach erwiesen.

Mit diesen Riesenttntenfischen ist fn der Tat nicht zu spaßen. Das mußten vor eini­gen Jahren in der Nähe von St. John auf Neufundland zwei auf einem kleinen Floß ihrem Berufe nachgehende Fischer erfahren. Sie sahen eine dunkle Masse auf dem Wasser treiben, anscheinend em gekentertes Boot. Einer von den beiden schlug mit einem Bootshaken darauf ein, als plötzlich Leben in die seltsame Erscheinung kam. Ein Stoß von unten brachte das Floß fast zum St entern, zugleich begannen zwei lange, dicke Arme sich darum zu, schlingen und daran festzusaugen. Schnell griff der eine Fischer nach einem Beil, das sich glücklicherweise an Bord befand, «nb hackte die beiden fürchterlichen Arme ah. 3n der Wolke einer dunsten, trüben Flüssig­keit ver chwand das Ungeheuer alsbald in der Tiefe. Es geriet dabei teilweise über die Was eroberflädje wodurch die Fischer Ge- legenhett bekamen, seine Größe zu erkennen, die sie später mit 20 Metern (!) angaben Tj bet anderthalb Meter Breite. Hierbei mögen bie begreifliche Aufregung unb Furcht flbertreibenb gewirkt haben. Daß ber Ok­topus nicht gerabe stein gewesen sein kann, bewiesen bie beiben am Floß haftenben unb später an Lanb gebrachten, abgehauenen Arme. Obwohl er doch nur einen Teil bes nanjen Gliebes bilbete. maß ieber fiebenfin* halb Meter unb besaß an der abgehackten Stelle Oberschenkeldicke.

Diese Riesentintenfische, die aus ihrem ge­wöhnlichen Aufenthaltsorte, der Tiefsee, nur ausnahmsweise lebend an die Oberfläche kommen, werden gerade auf den Neufund- lanbbänfen verhältnismäßig häufig tot ober sterbenb im Wasser treibend anoetroffen. Ge­legentlich geraten sie babei auch einmal auf den Straub, was Anlaß zu genaueren Mes­sungen gibt. Der Körper bes größten auf diese Weise untersuchten Tieres maß fast fünf Meter, bie beiben längsten Arme zwölf Meter. Daran saßen bis zu siebzehn Zenti­meter breite Saugnäpfe, währenb bie Augen des Ungeheuers einen Durchmesser von 23 Zentimetern aufwiesen. Man farni schon einen Schreck bekommen, wenn solch ein We­sen mit seinen in Wahrheit tellergroßen Augen einen anglotzt.

Wie diese Geschöpfe in der Tiefe Hausen, als furchtbare Gebieter der von ihnen be-

Was ist und wo liegt dasJagd­haus?" Diese Frage ist so oft an mich gestellt worden, so oft ich von ihm und seinen Schönheiten erzählte. Um sie prak­tisch zu beantworten, forderte ich einige Freunde undDoppelkoppbrüder" auf, die Fahrt und Wanderung zu ihm einmal mit mir zu machen. Am Sonntag zwischen den Jahren fuhren wir morgens 6% Uhr mit Sonntagskarte bis Laasphe (Ko­stenpunkt 2.30 R-K.). Wir waren noch nicht bis Siebet topf gekommen, da fing es, wie dies ja leider feit langem die Re­gel ist, an zu regnen. In Wallau goß es in Strömen, besann sich aber bis Laasphe und hörte langsam auf. Schnell entschlos­sen nahmen wir wieder Sonntagskarte bis Berleburg für 2.60 XJL, sodaß die