Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Polnischer „Systemwechsel
Veredelungswirtschaft!
Die Reichsbahn schafft Arbeit
Reichstag am 3. Februar
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Nr. 24 ßß.Mrg.
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der patriotischen Arbeit sollte weiter wohlwollend gefördert werden. (!)
or dnung befassen, die von einigen Parteien im Interesse einer Förderung der harlmkentakischen Arbeiten vvrgeschla- gen werden und in 'den letzten Tagen bereits innerhalb der Parteien erörtert worden sind.
Tribunale überleben, ebenso den perfiden Mißbrauch der Genfer Konvention, die bekanntlich in wenigen Jahren abläuft. Wir glauben, daß unser nationaler Eroberungsdrang stärker ist, als vorübergehende Genfer Erfolge, deren sich der Volkbund augenblicklich erfreut. Die Genfer Entscheidung wird unseren Fortschritt nicht behindern, vielleicht wird der Volkbund noch bedauern, daß er uns gezwungen hat, die polnische Gegenaktion noch zu verstärken."
rung eintritt, die Verzinsung des Baukavitals übernimmt. Dadurch sollen etwa 10 000 Arbeiter anderthalb Jahre lana Beschäftigung finden. Mit diesem rund 50 Mill. Mark betragenden Kredit soll die über die Eeislinaer Steige führende Strecke von Augsburg bis Stuttgart bis 1932 elektrifiziert werden, nachdem die Elektrifizierung der Strecke von München bis Augsburg in diesem Frükjahr fertiggestellt sein wird.
Ueber die weitere Elektrifizierung der Ostweststrecke von Stuttgart bis Karlsruhe und von Mühlacker bis Bruchsal schweben Verhandlungen und Prüfungen, die noch nicht abgeschlossen sind.
Der Verwaltungsrat beschloß, außer der durch die Notverordnung veranlaßten Kürzung der Beamtengehälter um 6 Prozent die nicht penstonsfähigen Bezüge ver leitenden Reichsbahnbeamten vom 1. Februar ab um 20 Prozent zu kürzen. Für den Generaldirektor und die Mitglieder des Vorstandes beträgt die Kürzung ihrer gesamten Bezüge vom 1. Januar ab 20 Prozent.
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Berlin, 28. Jan. Amtlich wird mitgeteilt: In der heutigen Sitzung unter Vorsitz des Reichskanzlers nahm das Reichskabinett einen umfassenden Bericht des Reichsaußenministers Dr. Curtius über den Verlauf der Sitzung des Europäischen Studienausschusses und der Tagung des Völkerbundsrates entgegen. Der Reichskanzler stellte abschließend fest, daß die von der Abordnung eingenommene Haltung und das in Genf erreichte Ergebnis die einstimmige Billigung des Reichskabinetts gefunden hätten. Er sprach dem Reichsmknister des Auswärtigen den aufrichtigen Dank des Reichskabinetts für die erfolgreiche Vertretung der deutschen Interessen aus.
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nach Möglichkeit versuchen, den Haushalt für 1931 bis zum 31. März, dem verfassungsmäßigen Termin für seine Verabschiedung, fertigzustellen. Auf jeden Fall wird sich die Haushaltsberatung im Reichstag bis Ende März ausdehnen. Ob es dann gelingt, den Haushalt parlamentarisch zu verabschieden, ist zwar noch nid>t sicher, wird aber in parlamentarischen Kreisen für wahrs cheinlich gehalten.
Aeben dem Haushalt wird der Reichstag noch eine Reihe wichtiger Gesetzentwürfe, so das neue Osthil feg setz, zu erledigen haben. Wie das Rachrichtenbüro des Ddz. hört, wird sich der Aeltesten- rat in seiner Sitzung am Montag auch mit den AenderungenderGeschäfts-.
Berlin, 28. Jan. Der Reichstag ist jetzt endgültig zum kommenden Dienstag, den 3. Februar, 3 Ahr nachmittags, einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen nur kleinere Vorlagen.
Die zweite Beratung Haushalts wird voraussichtlich Mittwoch beginnen. Heber die Reihenfolge der Etatsberatung wird man sich in einer Sitzung des AeltestenrateS schlüssig werden, die am Montag stattfinden soll. Mit der Beratung der einzelnen Haushalte werden die zahlreichen, dem Reichstag vorliegenden Interpellationen verbunden werden. Man wlll
Artikel wird bann zum Ausdruck gebracht, daß sich der Deutsche Volksbund nicht etwa der Hoffnung bingeben solle, durch den Völkerbundsrat eine Aenderung des Systems erreichen zu können, da er fönst sehr enttäuscht sein werde. (!) Der Volksbund werde durch seine ständigen Klagen nur die polnische Widerstandsfähigkeit und Aufmerksamkeit fördern, aber niemals eine Resignation erleben. »Wenn uns auch die Genfer Gerichte nicht angenehm sind", so heißt es dann, „so werden wir doch die polnischen Interessen in Schlesien nicht um den Preis unseres guten Ansehens aufgeben. Wir werden die Genfer Gerichte und verschiedene andere
3nt Haushaltsausschuß des Reichstages begründete gestern der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Schiele, seinen Etat in einer längeren Rede.
Er gab einleitend einen Ueberblick über die agrarpolitischen Maßnahmen im letzten Jahre und stellte zusammenfassend fest, daß es zwar wegen der unerhörten Zuspitzung der allgemeinen Krisenzustande nicht gelungen sei, dem wachsenden Substanzoerzehr der Landwirtschaft radikal Einhalt zu gebieten, daß aber auf den wichtigsten Gebieten
Verlin, 28. Jan. Am 26. und 27. Januar hielt der Verwaltungsrat der Deutschen. Äeichsbabngesellschaft seine erste Sitzung im Jahre 1931 ab Einstimmig wiedergewählt wurden als Präsident Dr. C. F. v. Siemens, als Vizepräsidenten Dr. Stieler und Dr. von, Vatocki.
Der Verwaltungsrat billigte die bekannten Frachtsenkungen, die von der Hauptverwaltung im Interesse der Preissenkungsaktion der Reichsregierung feit Ende November 1930 vorgenommen worden sind. Das Ausmaß dieser Tarifsenkungen beträgt jährlich rund 43 Millionen Mark, ohne daß Aussicht besteht, daß dieser Ausfall durch eine Vermehrung des Verkehrs einigermaßen ausgeglichen würde.
Um auch den Wünschen der Reichsregierung nach Arbeitsbeschaffung Rechnung zu tragen, stimmte der Verwaltungsrat der Annahme eines Kredites zur weiteren Streckenelektrifizierung grundsätzlich zu, zumal in Aussicht siebt, daß die Reichsregierung für die ersten Fahre, bis die Rentabilsität der Elekttifizie-
Reue Unruhen in Heidelberg
Heidelberg, 28. Jan. Gestern abend kam es in der Stadt in den späten Abendstunden wiederum zu Unruhen, die dadurch veranlaßt wurden, daß sich vor der Stadthalle eine Anzahl von Leuten ansammelte, die eine von der Polizei verbotene Veranstaltung besuchen wollten. Es war nicht allen Kreisen der Bevölkerung bekannt geworden, daß diese Versammlung verboten war. Anschließend daran sammelten sich wiederholt in den Straßen große Menschenmassen an, die von der Polizei zerstreut wurden. Zum Teil wurden die Straßen abgesperrt. In mehreren Fällen griff die Polizei mit dem Gummiknüppel ein. Es wurden 22 Personen festgenommen, die ins Amtsgericht eingeliefert wurden. Weitere 24 Personen kamen wegen Widerstandes, Ruhestörung, Waffenbesitzes usr/. zur Anzeige. Die Polizei warnt die Bevölkerung, sich bei etwaigen besonderen Anlassen aus Neugier auf den Straßen anzusammeln.
die Anbahnung einer dauerhaften Ordnung des Produktions- und Absatzverhältnisses deutlich erkennbar sei. Im kommenden Jahre müßte die bisherige Politik für den Getreidebau konsequent fortgeführt und durch eine stärkere Fürsorge für den Negu- minosenbau ergänzt werden. Für den Kartoffelbau sei die Fortführung der Flocken- aktion und die Erhöhung des Vrennrechtes zu fordern. Das Zustandekommen der internationalen Vereinbarungen und die Einigung von bereits 97 Prozent der deutschen 3 u der industrie gäben die Hoffnung, daß das Werk des Zusammenschlusses endgültig gelingen würde.
Ausführlich behandelte der Minister alsdann die Fragen der Produktionsumstellung und machte Mitteilungen über den in Ausarbeitung begriffenen R e i ch s b e st e ll u n g s- plan.
Der Gesamtplan müsse von einer not» wendigen Einschränkung des Roggen-, Hafer- und Zuckerrübenanbaues um rund 1,5 Millionen Hektar ausgehen. Diese freiwerdenden Ackerflächen könnten zu insgesamt 1 Million Hektar für die Erweiterung des Weizen- und Eerstenan» baues Berwendung finden. Der Rest von 500000 Hektar müsse zur Verstärkung der nationalwirtschaftlichen Futter» mittelbasis der deutschen Veredelungswirtschaft bienen.
. Es sei daher sein Ziel, zur Förderung der Vieh wirt schäft für eine derartige Umstellung m der Ackernutzung einen wirk- samen Anreiz zu schaffen. Vorläufig sind noch die Zukunftsaussichten für die tierische Veredelungswirtschaft wenig günstig. Der internationale Ueberfluß an Getreide und Futtermitteln beginnt sich immer deutlicher in eine Überproduktion pon tierischen Veredelungserzeugnissen umzu- sehen. Daher ist die Regierung vor neue dringende Aufgaben zum Schutze der bäuerlichen Veredelungswirtschaft gestellt.
Unsere agrarische AußenhandelspoMk, so fuhr der Minister fojt, ist heute vor die Notwendigkeit gestellt, so bald als möglich die Einfuhr zu drossel, um unserer eigenen Erzeugung den heimischen Markt zu er- halten und ihr darüber hinaus neue Absatz- Möglichkeiten zu erschließen. Ueber diese grundsätzliche Zielsetzung unserer Zoll- und Handelspolitik befinde ich mich in völliger Uebereinstimmung mit den Darlegungen, die Minister Curtius in Genf in der Europa- Konferenz gemacht hat. Gerade bei richtiger Würdigung der innerwirtschaftlichen Aufga- ben der Agrarpolitik kommt man nicht umhin, die Agrarzölle als die Wächter der Ordnung “n »er Schwelle des Wiederaufbaues der deutschen Landwirtschaft anzuerkennen.
Ich hab« nie em Hehl daraus gemacht, daß ich di« Synthese zwischen allgemeiner Handelspolitik und agrarischer Zollpolttik, wie sie in dem gegenwärtigen Handels- vertragssyftem vorgenommen ist, nicht für glücklich hakt«. Ich erachte ein« allmähliche Abkehr von dieser Politik für unerläßlich, hakte «s aber angesichts bet heutigen Lag« für g«bot«n, nur mit Vor- bedacht an di« Reform der bestehenden
Handelsverträge heranzugehen.
Wie bet Finnland können wir zunächst den Weg der Verhandlungen zur Lösung lästiger Zollbindungen gehen, müssen ihn allerdings für eine Reihe von Erzeugnissen auch ungesäumt beschreiten.
Der Minister wandte sich dann den Fragen der Preispolitik zu. Er wies darauf hin, daß sich die Spanne zwischen Industrie- und Agrarpreisen bisher nur völlig unzureichend ermäßigt habe. Der notwendige Ausgleich müsse vor allem durch die Senkung des industriellen Preisniveaus erreicht werden. Der Vergleich des Agrarindei
Die „Polska Zachodni a", das Blatt des Wojewoden Graczynski, nimmt jetzt reichlich spät in einem Artikel zu der Entscheidung des Völkerbundsrates Stellung. Die Ausführungen des Blattes zeigen mit aller Deutlichkeit, wie man sich in nationalpolnischen Kreisen die Aenderung des in Eens verurteilten Systems denkt. In dem Artikel heißt es u. a., die Genfer Entscheidung habe in Kreisen des Deutschen Dolksbundes „das Gefühl der Widerspenstigkeit verstärkt, denn es liege im Plan der Reichsregierung, daß sich jede Völkerbundstagung mit aktuellen Klagen aus Oberschlesien beschäftige. Das polnische Ansehen verlange zwar, daß alles getan werde, um diese Prozeß-Sucht auf ein Mindestmaß zu beschränken, aber nur Kanaillen könnten glauben, daß sie sich vor den Anklagen des Völkerbundes nur dann retten könnten, wenn die Bevölkerung der aktiven und aufmerksamen polnischen Kräfte in Oberschlesien beraubt sei. Es sei nur ein Glück, daß der Wert des Pazifierungsprogrammes, wie es bereits vor dem Amtsantritt Eracznnskis ausvrobiert wurde, rechtzeittg erkannt worden sei. Damals (vor der Amtszeit Eraczynskis) sei der Volksbund auf der ganzen Linie in der Offensive gewesen und er habe Triumphe gefeiert. Der nationale Gedanke sei damals vollständig erkaltet gewesen und bas Polentum habe den Gnadenstoß erwartet.
Das Polentum in Schlesien könne daher im Kampf gegen die revisionistischen Absichten Deutschlands solche aktiven Persönlichkeiten wie Erarzynsk» und ebenso die Tätigkeit des West- marken-Bereins nicht entbehren. Jede
Schieles Reichsbestellungsplan
Einschränkung des Roggen-, Hafer- und Zuckerrübenanbaues Abkehr von der bisherigen Zollpolitik
SberhMfche Zeitung
Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhessen
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