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furchtbare Lawinen-Katastrophe

Ein Skikurs der bayerischen Landespolizei verschüttet - 7 Mann heute früh als Leichen geborgen

Rettungsarbeiten bei Nacht

Der Kampf um die Abrüstung

Rk.1? 68.Mkg. Marburgs. Lahn

RmSurm TrWßlmzetsek

Mische LanöeWtung

Mittwoch, -en 2l.3anuarlM

sprechen allerdings nicht dafür, daß die Sahern im Ernst daran denken, jetzt der Regierung parlamentarische Schwierio- rerten zu beresten, sondern zunächst einmal das Ergebnis des Verfahrens vor dem Staatsgerichtshof abwarten tooHen. Die bewirte Schärfe, die den Münchener Be­schluß auszeichnet, ist wohl auch zum Teil dazu bestimmt, besonderen Sitzungen inner­halb der Bayerischen LandeSparter ein Ventil zu geben.

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Droht eine Regierungskrise?

Der Vorstoß der Bayern

Woche gewonnen hat, u. a. waren auch Ministerpräsident Held und der Landes- vorsltzende der Bayerischen Dollspartei, der Abgeordnete S ch S f f e r, in Berlin, sprechen allerdings nicht ' """

MLncheu, 20. Jan. Der Ministerrat hat in seiner heutige« Sitzung einstimmig beschlossen, die Klage weg«« de» Steuer- vereinhektlichungsgesetzes bet« Staatsge­richtshof für das Deutsche Reich z« er­hebe». Die Klage wird samt der Begrün­dung in kürzester Frist abgehen.

I Der Beschluß des Landesausschusses der Bayerischen Volkspartei, daß wegen der Aufnahme des Steuervereinfachungsgeset­zes in die Notverordnung vom 1. Dezem­ber und der darin liegenden Verletzung der Rechte der Länder Klage beim Staats- gerichtshof erhoben werden soll, konnte die Reichsregierung nicht überraschen, da dergleichen schon im Dezember bei den Verhandlungen im Reichstag angekündigt worden war. Dr. Brüning hat damals in den Besprechungen mst der Bayerischen Volkspartei und dem Ministerpräsidenten Held zwar die Notwendigkeit betont, das Steuervereinfachungsgesetz durch die Not­verordnung in Kraft zu setzen, aber sich zugleich auch bereit erklärt, über spätere Aenderungen mit sich reden zu lassen, wenn die Praxis zeige, daß wirklich die -Interessen einiger Lander dabei zu kurz kämen. Bedenllicher könnte der Absatz in dem Münchener Beschluß stimmen, der zur Durchsetzung der Bayerischen Vollspartei allerdings ohne zeitliche Befristung der Anwendung derletzten politischen Mittel- verlangt. Als dieses politische Mittel könnte nur die Trennung von dem hinter Brüning stehenden Regierungsblock und die Zurückziehung des der Bayerischen Vollspartei angehörenden Reichspostmini- sters Schätzei in Betracht kommen. Die Eindrücke, die man in parlamentarischen Kreisen aus Unterhallungen der letzten

ve«ediktbe«er», 21. Jmmar. Nestor» nachmittag kurz nach 15 Uhr er­eignete sich an der Ostseite der Venedikten- Wand ei« furchtbare« Lawiaea- i. »«glück. Ei« Skikars der bayerischen La«despolizei wurde von einer Lawin« überrascht und nenn Mann wurden in die Tiefe gerissen. Durch die sofort eiu- setzende« Bergungsarbeiten konnte nur ei« Ma«« bewußtlos geborgen werden. Die übrigen acht find noch ver­schüttet und es kann kaum noch mit ihrer Rettung gerechnet werde». Auf sofortigen Marm gingen von Benediktbeuern und Bad Tölz Mannschaften bes Alpine« Ret- tungsdiensteg zur Hilfeleistung ab. Auch aus München ist einc Rettgungsexpedition, i bestehend aus zwei Offiziere«, einem Arzt «nd 30 Mann, in Kraftwagen an die lln- [ fallstelle abgefahren.

Stuf der der Landespolizei gehörenden Probsten-Alm sind zur Zeit verschiedene Mannschaften der Landespolizei statio­niert, die im dortigen Gebiet unter der Leitung eines eigenen Lehrers an einem Skikurs teilnehmen. Gestern nachmittag gegen 15.15 Uhr übten die Kursteilneh­mer am Steilhang zwischen dem Venedik- renwand-Ostgrad und den Achselköpfen, als sich plötzlich

eine gewaltige Lawine löste und neun Mann mit sich i« die Tiefe riß.

Der Hüttenwirt der Landespolizei beobacht tete mit einige» auf der Hütte verbliebe- I nen Mannschaften das Unglück und sofort eilte ein Meldefahrer nach der 20 Minu- ten entfernten Tutzinger Hütte, um tele- I phomsch Hilfe zu erbitten. Wegen der stark vereisten Wege konnten die von Bav Tolz, Lenggries und Benediktbeuern alar­mierten Hilfsmannschaften nicht an die Unsallstelle gelangen. Zunächst waren nur drei bis vier Mann der Landespolizei mit I den Reitungsarbeiten beschäftigt, konnten aber von den acht Verschütteten niemand befreren. Der Kurs bestand aus einem I Anzier (Oberleutnant Remold) und 14 -Jiann. Am 21. Januar wäre der Kurs I "ach einwöchiger Dauer zu Ende ge­gangen.

Gegen 19.30 Uhr traf die Venediktbeusr -nettungskolonne, an der Mannschaften der Sanitätskolonne, des Eebirgsunfall- dienftes und des Sportvereins Benedikt- I beuern teilnehmen, an der Unfallstelle ein. Der Anstieg gestaltete sich wegen der außerordentlich starken Bereisung aller Wege äußerst schwierig. Die Rettungs­arbeiten wurden sofort mit allem Nach- I druck ausgenommen. Die anderen Ret- | mngsexpeditionen waren um 20 Uhr noch Acht an der Unglücksstelle eingetroffen. Auch die Namen der Verunglückten konn­ten noch nicht ermittelt werden.

Bergung eines Schwerverletzten.

Der Rettungskolonne gelang es nach angestrengter Arbeit, gegen 10 Uhr abends nen der verschütteten Landespolizeibe- °mten schwer verletzt zu bergen Von den adrigen sieben konnte noch, keine Spur ge- lnnden werden.

gegen 9.30 Uhr abends trafen 8!rern die Rettungsexpeditionen aus Lenzberg und Bad Tölz an der Sötte des Wurfs ein, während dik Mannschaften aas Lenggries und München noch unter­wegs waren. Die außergewöhnlich große

Auflösung des Heidelberger Asta-

Karlsruhe, 20. Jan. Der Minister des Kultus und Unterrichts hat den Allgemeinen Studentenausschuß der Unwettität Heidelberg (Asta) mit sofor­tiger Wirkung aufgelöst. Veranlas­sung hierzu gaben Verstöße des Asta- Vorstandes gegen die Satzungen der 2111= g-meinen Studentenschaft, vor allem ein nef vom 15. Januar an den Rektor der ^stmersität Heidelberg, wonach er die Richtbeteiligung an Universitätsfeierlich- keiten deswegen beschlossen habe, um der Forderung Nachdruck zu verleihen, Herrn Bros Gumbel nicht mehr als Mitglied der Dozentenschaft der Universität zu >ehen. Der Asta-Dorstand verlangte über semen früheren Beschluß hinausgehend nicht mehr, daß Prof. Gumbel den Uni­versitätsfeierlichkeiten fernbliebe, son­dern daß er aus dem Lehrkörper der Universität auszuscheiden habe.

Der Minister sieht dies als eine gröb­liche Ueberschreitung der satzungs- mcißigen Zuständigkeit des Ausschusses an

Genf, 20.2an. Der Dölkerbunds- tat begann beute vormittag feine Beratun­gen über die Einberufung der Abrüstungs- konferenz. Der Rat hat die Aufgabe, m Jür diese Konferenz, die im Volkerbundspatt vorgesehen und bisher im­mer wieder verschoben worden ist, festzusetzen. 5ies.®cuti9e Sitzung begann mit dem Be­richt, des spanischen Gesandten in Paris, Quinones de Leon. Dieser Berichtent- yatt noch keine Angaben über das Datum den Ott der Konferenz, sondern be- schrantt sich auf we kurze historische Dar­stellung über die/bisherigen Arbeiten des Völkerbundes auf dem Gebiete der Ab- rustung und insbesondere über die Ergebnisse des Vorbereitenden Abrüstungsausschusses.

Der britische Außenminister

Sendersim

erstatt u. a.: Wenn das Gebäude des Welt- ftledens auf eine sichere rind dauerhafte ftrÄh loklr, müßte der

Völkerbund die Volker zu emem kühnen Schritte auf dem Wege der Abrüstung führen.

Die Pflicht zur Abrüstung ergebe sich ganz klar aus Artikel 8 des Völker- bundspaktes, dem Bersaifl« Vertrag, dem Vertrag von Locarno und aus allen Reden, die fett 1920 i» Genf gehalten worben feien.

Alle Nationen seien nichtnur rechtlich sondern auch moralisch verpflichtet. Die

Lawine war in einer Breil» von 60 Metern 150 Meter niebergegau^en Ihre Tiefe betrug drei Meter. M

®ie Verunglückten tot geborgen.

Heilte, Mittwoch, morgen gegen 5.30 fonnten bte Bergungsarbeiten auf Aer Benediktenwand beendet werden. Die Arbeiten wurden während der Nacht bei regnerischem Wetter und Schneegestöber ausgefuhrt Wie die Tutzingerhütte auf Anfrage mitteilt, wurden

bie siebe» verschüttete« Lanbespoli- ziste« tot geborgen

Gitte pttvate, bei der Münchener Landes- polizei eingelaufene Meldung bestätigt diese Meldung.

Die Rettungsexpeditton von Tölz, Penzberg, Lenggries, Benediktbeuern und München, insgesamt 13.0 Mann, standen unter der Leitung des geretteten Ober­leutnants v. Remold und des Ober- -5?.lnunts v. H e n g e I der Landespolizei München. Ein Teil der Helfer ist bereits von der llnglücksstelle abgezogen. Der schwerverletzte Landespolizist, dessen Name noch nicht bekannt ist, wird im Laufe des heutigen Vormittags nach Benediktbeuern ins Krankenhaus gebracht, die sieben Todesopfer des Unglücks nach Lenggries.

| Mitglieder des Völkerbundes feien auch durch ^.eigensten Interessen zur Abrüstung ver- I pflichtet. Die Welt leide unter einer schwe-

Lc", Krise, die zum größten Teil eine F?lge des Krieges sei. Die Ge­schichte der letzten zwei Jahrzehnte habe klar ^wiesen, daß jedes Land, möge es nun Mttglied des Völkerbundes sein oder nicht, em Interesse daran habe, sein Teil zur Ver- hutung von Knegen beizutragen. Man mache vielfach den Einwand, daß die Abrüstung unzeitgemäß, sei, da überall von Unruhen I und von Kriegsgefahr gesprochen werde.

Ein« unmittelbar« Kriegsgefahr bestehe zwar nicht, aber ein Fehlschlag der Ab­rüstungskonferenz würbe zu einer Lag« führen, bie ber von 1914 ähnlich sei.

Esgebe Leute die behaupten, daß man sich letzt, schon auf diesem gefährlichen

I v eQe befinde, daß die Nationen wieder zu dem,Vorkriegssystem der Militär- a-llranzen zurückkehtten. Das seien ge­fährliche Erwägungen. Nach seiner Meinung

I stl es unmöglich, heute einen Vettrag ab« I ^schließen, der sich nicht völlig in das System der Volkerbundsvetträge eingliedere. Keine Regierung, so mächtig sie auch sei, dürste es wagen, sich über den Völker­bund hinwegzusetzen. Henderson rich- tete einen dringenden Appell an die Ratsmit- glieber, m ihrem eigenen Interesse alles zu tun, damit die Abrüstungskonferenz zu einem Erfolg führe.

Nach Henderson sprach der ttalienische Außenmmister

Eranbi,

der u. a. erklärte, die grundsätzliche Auf- fassung der italienischen Regierung über di« Frage der Abrüstung entspreche den Erund- fätzen des Völkerbundes, dem Italien treu bleibe. Was die Beziehungen zwischen Sicher­heit und Abrüstung angehe, so sei die Sicher­heit zwar ein Element, dem man bei Fest­setzung des Maßes der Abrüstung Rechnung tragen müsse; aber die Sicherheit sei nicht eine Vorbedingung für die Abrüstung.

Der Rat habe bie Pflicht, einen Termin für bie Abrüstungskonferenz festzusetzen. Eine nochmalige Berschiebung bfirfe un­ter keine» Umständen erfolgen.

Die Polttiker könnten es nicht begreifen, daß. während Europa unter einer unerhörten Wirtschaftskrise leide, während Milliarden für Kriegsschäden und Reparationen ausgegeben würden, während täglich Millionen von Ar­beitslosen auf die Straße geworfen würden, der Völkerbundsrat nicht den Entschluß fasse, die Abrüstungskonferenz einzuberufen. Diese Konferenz, die von ganz hervorragender Be­deutung sein werde, habe nicht nur die Auf­gabe, die Militärlasten zu senken, sondern sie mäste den Friedenswillen stärken und Sicher­heit schaffen, und zwar eine solche Sicherheit, bie es Europa und der ganzen Welt ermög­liche, das Friedensideal des Völ­kerbundes zu verwirklichen.

Der deutsche Außenminister

Dr. Eurtius

schloß sich zunächst dem Appell an, den vor­her der britische Außenminister Henderson an die Regierungen gerichtet hatte. Dr. (Eurtius führte sodann aus:

ÄberheUsche Zeitung

Anzeiger für (bas frühere knrhesfifche) Oberheffen

Anreger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt mti> Kreis Marburg

Wie wir in Deutschland den Konventions­entwurf selbst beurteilen, wissen teie. Aber seit dem Zusammentritt der Vorbereitenden Abrüstungskommission mußten wir mit jedem Jahre immer mehr erkennen, daß der Weg den die Kommission einschlug, sich ständig weiter von dem eigentlichen Ziele entfernte. kJ a a Vunie,r er Einwände wurden fcer Konoentionsentwurf hinsichtlich der Land- abrustung Stuck um Stück bereinigen wesent- icben Elemente beraubt, bie zu einer wirk­lichen Äorustung geyören würden.

Das Rüstungsschema, bas so entstaub, läuft höchstens auf bie Stabilisierung bes heutigen Rüstungsftanbes hinaus.