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»lill Uhr.

Dietrichs gemäßigter Optimismus

Die Rechnung hat ziemlich gestimmt" Das Defizit überschreitet mit einer Fehlschätzung vonnur" 100 bis 200 Millionen allein jür das Lahr 1930 eine volle Milliarde

Anzeiger für (das frühere kirrhefsifche) Oberheffen

««zeiget bet amtliche« Bekanntmachungen ffir Stadt und «reis Marburg.

SbertMsche

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Henderson bei Briand

fl. Paris. 15. Za«. Wie erwartet, begab sich der englische Außenminister Henderson sofort nach seiner Ankunft i, Paris zu« Quai d' Orsay, wo er von L r i a a d empfange« wurde. Im Beisei« des eaglischen Botschafters i« Paris, Lord ryrvell, fand zwischen de« beiden Nutzenministern eine längere Unter­redung statt, in der sämtliche Punkte gestreift wurden, die sowohl auf den Zu­sammentritt des Studienausschusses für ore Bereinigten Staaten von Europa als auch auf die Tagesordnung der Bölkerbunds- ratssitzung Bezug haben. Die beiden Mi­nister werden heute vormittag (Donuers- teg) gegen 11 Uhr gemeinsam nach Senf «beeisen und aus der Reise noch reichlich Gelegenheit haben, de« Meinungsaus­tausch fortzusetzen.

Zn der französische« Preße mißt man der Zusammenkunft um so größere Be­deutung bei, als Henderson anstelle des deutschen Reichsaußenministers den Vorsitz der kommenden Tagung hat. Man macht darauf aufmerksam, daß eine günstige Entwicklung der deutschen-volnischen An­gelegenheiten in hohem Maße von der Haltung Englands abhängt. Wie diese Haltung sich äußern wird, glaubt das Echo de Paris" zu wißen. Das Blatt erklärt, Foreyn Office vertrete man die Auffassung, daß bie deutschen Forde­rungen einen ungewöhnlich weitgehenden Charakter trügen.

Der englische Außenminister soll Briaud die Versicherung gegeben haben, datz er sich bemühen werde, auf eine Mäßigung dieser Forde­rung«« hinzuarbeite« (!)

DerPetit Parisien" glaubt zu wißen, daß die beiden Außenminister bei der Unterredung auch den englisch-fran­zösischen Eoldverhandlungen einige Auf­merksamkeit geschenkt hätten.

Zu der gestrigen Unterredung des fran­zösischen Außenministers Briand mit dem englischen Außenminister Henderson schreibt derMatin". diebeiden Außen­minister hätten vor allem über ihre Hal­tung zum deutsch-polnischen Streitfall ge­sprochen Sie seien der Ansicht gewesen, daß der' Dölkerbundsrat es sich im allge­meinen Zntereße schuldig sei. zuzulaßen, daß die Vertreter Berlins und Warschau- frei ihre Argumente vorbringen unter der Bedingung, daß die Diskussion nicht aus dem Rahmen der Verträge betreffend den Schutz der Minderbeiten heraustrete und niemals die Vernflichtung aus dem Auge verliere, die die diese Verträge so­wohl Deutschland wie Polen auferlegen. 5n diekem Geiste habe der englische Außen­minister übrigens an Stelle des Reichs- außenminifters Dr. Curtius den Vorsitz der Ratstagung übernehmen zu müßen ge­glaubt. Briand und Henderson hätten auch den gegenwärtigen Stand der fran­zösisch - italienischen Flottenabrüstungsver­bandlungen und die finanziell e n Probleme geprüft, die gegenwärtig in London Gegenstand neuer Verhandlungen zwischen Vertretern des französischen Finanzministeriums und des englischen Schatzamtes seien.

AuchPetit P a r i s i e n" erklärt, die gestrige Unterredung zwischen Briand und Henderson habe sich wahrscheinlich auf die Finanzprobleme bezogen, die zur Zeit von einer Delegation des englischen Schatz­amtes in Paris zur Sprache gebracht wür­den und die fetzt in London zwischen Ver­tretern des englischen Schatzamtes und einer Abordnung des französischen Finanz­ministeriums weiter zur Verhandlung ständen.

- Schweres

ff. Rewyork» 15. Jan. Rach einer Mel­dung derAßociated Preß" aus Mexiko- Stadt ereignete sich ont Mittwoch ein starkes Erdbeben von mehr als zwei Minuten Dauer, das unter der Bevölkerung eine starke Panik hervorrief. Die Einwohner verließen schleunigst ihre Wohnungen, da sie den Einsturz der Häuser befürchteten. Zur Zeit des Erdbebens war ein eigenarti­ges gelbes Licht am Himmel zu be­obachten, aus dem leichte Blitze hervorzuckten und das über eine Stunde anhielt. Has Erd­beben war von wolkenbruchartigem Regen begleitet. Den ersten gewaltigen Erd­stößen folgten während 5 Minuten kleinere Stötze. Biele Gebäude wurden durch Riße be­schädigt. Einige Denkmäler find von den Sockeln herabgestürzt. Indessen find bisher weder ernste Schäden noch Todesfälle gemel­det. Die elektrische Straßenbeleuchtung der Stadt sowie der Sttaßeubahn- und Telephon­verkehr waren zeitweise unterbrochen.

Das gestrige Erdbeben in Mexico wird nach den bisher vorliegenden Berichten als das schwerste bezeichnet, das man feit jenem gro-

An die Adresse Frankreichs

Popolo d'Ztalia über Frankreichs Paneuropapolittk.

In einer Vorschau auf die Tagung des Paneuropa-Studienkomitees meint der Genfer Sonderberichterstatter des Popolo d'Italia, es wäre logischer und ehrlicher, die Regierungen zu einer Aeberprüfung und Revision der gesamten wirtschaftlichen, militärischen, politischen und finanziellen Lage Europas einzuladen. Auch eine wirtschaftliche Union sei nicht realisierbar, wenn nicht zuvor der moralische, geistige, politische und juristische Zusammenschluß erreicht sei. Frankreich aber fordere mit seiner Initiative Europa und die West auf, nichts zu versuchen, was zu einer Aenderung der gegenwättigen allgemeinen Lage in Europa führe. Heber Europa liege die französische Drohung: Entweder Status quo oder Krieg. Richt einmal in dem ausschließlich wirtschaftlichen Gebiet zeige Frankreich bie Absicht, für das Wohl und Interesse aller Europäer zu arbeiten. Europa leide unter der Knappheit des Goldes, das alles in die Stahlkammern der Dank von Frankreich gewandert sei. Eine neue Verteilung dieses Goldes unter die europäischen Staaten wäre notwendig. Frankreich jedoch wolle sich dieser Gold­massen, die es zum guten Test unter un-

Und die Reparationen?

Der optimistische Demokrat Dr. Dietrich erwähnt mit keinem Wort die verhängnisvollen Wirkungen der Tributzahlungen

3m Haushaltsausschuß des Reichstages be­gann gestern die Etatsberatung. Reichs- finanzminister Dr. Dietrich leitete sie nut einer großen Rede ein, in der er darauf hm- wies, daß er in seiner Etatsrede am 3. De­zember den voraussichtlichen Fehlbetrag des laufenden Haushaltsjahres auf rund 900 Mil­lionen beziffert habe.

Erdbeben

ßtzn Beben int Juni 1911, bet dem irt 41 Städten über 2000 Menschen umkamen, erlebt hat. Das Epizentrum des Bebens war in der Nähe der Stadt Matamorasyzucar, südöstlich von Mexiko-Stadt/ im Staate Puebla. Der Seismoqraph Mexiko-Stadt versagte, nachdem er das ^Beben 4 Minuten lang ausgezeichnet hatte Es scheint, als ob das Erdbeben den Rio Panucc entlang gelaufen ist.

Die Zahl der Opfer ist noch unbekannt. Bisher ist ein Toter und vier Ver­letzte gemeldet. In Mexiko-Stadt brachen an mehreren Stellen Brände aus. In Tam­pico stieß eine Anzahl Vahnwagen zusammen.

Auch Städte des Staates Veracruz melden Erdstöße. In der Stadt Mexiko ging dem Erd­beben eine dreitägige ungewöhnliche Kälte mit Schnee, der in der Stadt Mexiko nur sel­ten fällt, voraus.

Die Zahl der Toten bei dem Erdbeben hat sich nach einer Meldung derAßociated Preß" auf 21 in der Stadt Mexiko erhöht. Etwa 50 Häuser find eingestürzt. Viele Automobile wurden durch einstürwndes Mauerwerk zer­stört. Das in der ersten Meldung erwähnte gelbe Licht, das zur Zeit des Erdbebens beob­achtet wurde, wird durch den Ausbruch des Vulkans Popocatepetl erklärt. Die Erd­stöße waren Hunderte von Meilen weit ver­nehmbar.

sagbare« Opfern des deutschen Volkes aus den Reparationen ziehe, bedienen, um mit außenpolitischen Absichten einen ständigen Truck auszuüben. Europa leide ferner un­ter einer ungerechten Verteilung des Reich- tumes und einer willkürlichen Gebiets­aufteilung. Das Gleichgewicht zwischen den Produktionszentren und den Absatz­märkten sei mit der Errichtung der in Versailleserfundenen" Rationen gewalt­sam gestört worden. In dem Artikel wird zum Schluß die Frage aufgeworfen, ob das, was bis jetzt dem Döllerbund nicht gelungen sei, Paneuropa gelingen könnte, und erllätt, eS sei nicht ausgeschlossen, daß das Studienkomitee eines Tages als das beste Organ für die Prüfung der Möglich­keit erscheinen werde, die Vestimmungen oes Artikels 19 des Völkerbundspaktes an­zuwenden, die die Revision der Friedens- verttäge vorsehen.

Senkung der Eisenpreise.

Düsseldorf, 14. Ja«. Die Eisen­industrie verbreitet eine längere Er- Närung, aus der sich ergibt, daß, für alle ab 1. Januar 1931 getätigte« Abschlüsse eine Ermäßigung der Eisenpreise um durchschnfttlich 11,50 bis 12 Mark eintritt.

Dieser Fehlbettag setztt sich ans 300 Mill. Mehrausgaben und 600 Mill.

Einnahmeausfällen zusammen.

Die Mehrausgaben entstanden bei der Ar­beitslosenversicherung, bet der 200 Milk, und bei der Krisenfürsor g e , bei der 100 Mill, über den Etatsansatz, hmaus aebraucht werden. Es kann jetzt nut ziem­licher Sicherheit getagt werden, daß diese 300 Mill, eine Scchstsumme sind, über die man nicht Hinauszugehen braucht. . Vielleicht steckt sogar in dieser Summe noch eme gewiße Heine Reserve. Dies hat es uns auch er­möglicht, die Fristen der Krisenfürsorge für die am 3. November 1930 in der Krtsenfür- sorge befindlichen Personen zu verlängern, so daß die Gemeinden von einem Teil der sonst bereits im Januar anwachsenden Wohlfahrts- lasten befreit bleiben.

Auf Grund des Novemberergebniffes habe ich das voraussichtliche Jahresaufkom­men an Zölle n und Steuern noch­mals einer genauen Schätzung unterzogen.

Ich bin habet zu dem Ergebnis gekommen, daß der gesamte Steuerausfall rund 980 Milk, betragen wird, von dem 255 Mill, auf die Länder, 125 Mill, auf Knappschafts­und Invalidenversicherung und 600 Mill, auf das Reich entfallen. Das tatsächliche Auf- kommen vom 1. 4. bis 30. 11. 1930 betrug bet den Besitz- und Verkehrssteuern 4270 Mill., bet den Zöllen und laufenden Abga­ben 2050 Mill., zusammen also 6320 Mtll.

Es müsse also mit der Möglichkeit gereg­net werden, daß der mit 600 Mill, angenom­mene Anteil des Reiches an dem Einnahmeausfall um etwa bis zu 100 Mill, überschritten werden könne, und zwar liege das u. a. auch daran, daß durch den Wegfall der Reichshilfe am 1. Februar und die dann einsetzende 6prozentige Gehaltskür­zung das Reich 30 Mill. Steuereinnahmen verliert, während bei Ländern und Gemein­den dadurch eine Verbesserung um 45 Mill, eintritt.

Insgesamt werd« der Fehlbetrag des ordentlichen Haushaltes 1930 also die Höchstsmnme von rund «in« Milliarde nicht übersteigen.

Der Fehlbetrag des außerordentlichen Hlms- haltes, der zu Beginn des Jahres 1930 770 Milk, betragen habe, werde zu Beginn 1931 auf 330 Mtll. surüdgegangen fein, und zwar durch den Erlös der Kreuger-Anlethe. Zur Kaßenlage bemertte der Minister, daß Ende März 1930 der Kassenbedarf des Reiches 1670 Mill, betragen habe, während er Ende März 1931 rund 1780 Mill, betragen werde, der durch die normalen De ckungs- mittel, die Begebung von Schatzanwetsun- cen und den im Dezember genehmigten lieber* brückungskredit von 530 Mill, abgedeckt wer­den könne.

Die entscheidende Frage sei, daß der Haus­halt 1931 auf gesicherter Grundlage be­ruhe. Durch die starken Ausgabenabstriche und die Abhängung der Aroeitslosenveruche- rung vorn Reichsetat fei der Etat 1931 auf feftereres Fundament gestellt. Eme Eefah- renquelle werde in den für 1930 geschätzten | Steuereinnahmen gesehen.

I Gegenüber dem Steuersoll fit 1930 »erbt im Etat 1931 mit einem Steuer­ausfall von 877 Mill, gerechnet, von denen auf das Reich über 500 Mill, ent­fielen. Diese Ausfallschätzung enthalt« rund 100 Mill, mehr, als der voraus­sichtliche Steuereingang für das Reich 1930 erbringen werde.

Es sei Gefühlssache, ob man sich bei ben Steuerschätzungen von einem gewissen Ver­trauen in die Zukunft leiten lasse, oder ob