Einzelbild herunterladen
 

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburgs

Erneute Besprechungen

Boungplan und Goldproblem

iomit

ests-

tann, die besonders

Marbmger ramaazeisrr

fk. Montreal, 9. Za«. Der Prä­sident der Royal Bank of Canada sagte in einer Rede bei der Jahresversammlung der Bank, die Konzentration vo« Gold in den Vereinigten Staaten und Frankreich habe die Kontrolle der Welt­preise in die Hand dieser beiden Län­der gelegt. Solange die beiden Länder ihre Pflicht gegenüber der übrige« Welt nicht anerkennen, oder solange nicht eine andere Verteilung des Goldes erfolge,

Wd*

EanteSitilimo

St. 7 66. Sofft?.

Marburg «.Lahn

Die Notverordnung wird vereits aus die für morgen Vormittag angesetzte weitere Verhandlung im Nuhrkonflikt angewandt werde« und zwar wird Prof. Dr. B r a h n als Sonderschlichter bestellt, so daß er sofort bic Unparteiischen hinzu­ziehen und ein Schlichtungsspruch gefällt werde« kann, den der Arbeitsmini­ster für verbindlich erklärt. Es ist damit also so gut wie sicher, daß der Lohn­konflikt im Ruhrbergbau bereits morgen Mittag beendet w»rd.

®«t Anzeigenpreis beträgt für den 11 gestalt. Zeilenmillimeter 0.08GM.,sog. kleine Anzeige» unb Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bet Platz, dorschrtf, 50% Aufschlag. - Sammetanzeigen 100% Auf­schlag. Reklam.-Milltm 0.40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt

Ziel 5 Tage.

Sfferwu:Gebühr: 25 Pfg Belege werden berechnet. Erfüllungsott Marburg.

engagieren.

Ein Reichsdarlehen für den Ruhrbergbau? ' Ein Berliner Abendblatt berichtet aus Düsseldorf, daß bei den Verhandlungen über die Beilegung des Lohnkonfliktes im Ruhrbergbau vom ReichsarbeitSmini- ster der Plan entwickelt worden sei, den Ruhrbergbau zu subventionieren, indem man ihm ein billiges Reichsdarlehen oder eine Reichsbürgschaft in Höhe von etwa 120 Millionen Reichsmark beschafft. Der Zinsfuß solle so niedrig bemessen wer­den, daß der Bergbau zusammen mit der Lohnermäßigung eine Selbstkostenerspar­nis erhalten würde, die derjenigen aus einer achtprozenttgen Lohnsenkung gleich­käme. Wie wir hierzu erfahren, handett es sich um Gedankengänge. die bei den mannigfachen BesprecKingen erörtert wor­den sind, ohne daß nach dem augenblick­lichen Stand der Dinge bereits gesagt werden könnte, ob sie irgendwie Wirk­lichkeit werden. So ist z. B. davon ge­sprochen worden, ob es vielleicht möglich wäre, der Kapitalnot des Bergbaues durch eine Beleihung der Haldenbestände ab­zuhelfen.

Wie wir erfahren, hat der Reichs­präsident heute vormitta« die Notver­ordnung bereits unterschrieben, durch die bre Schlichtungsordnung so abge- ändrrt wird, daß die Berbindlichkeits- erkliirung von Schiedssprüchen auch dann möglich ist, wenn sich nach dem bisherigen System eine Mehrheit nicht findet. Die Notverordnung legt fest, daß ein Soa- p e r schlichter auf Anordnung des Reichsarbeitsministers zwei Unparteiische w berufen hat. wenn eine Mehrheitsbll-

mit Hilfe der Partei«« nicht möglich

Die .Oberhessische Zeitung' et- scheNU sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2.20GM.auS- schließl. ZusiellungSgebühr, durch die Post 2.45 EM. Für etwa durch Streik, Maschinendefekt oder ele­mentare Ereignisie ausfallende Nummern wird kein Ersah ge­leistet. Verlag, Dr. §. Hiheroth, Druck der Unid-Duchdruckerei geb. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54 uud Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. - Sprechzeit der Redaktion von 1011 und '/,!! Uhr.

Sm'ag, fen 9. Sanitär 1931

gung der Deutschen Arbeitgeberverbände würde wohl, wie wir glauben, die moralische .Bedeutung eines Arbeitsdienstjahres nament­lich im Hinblick auf die Schulung der 2u-

4,4 Millionen Arbeitslose

Kommt die Arbertsdiensipflicht?

Di« Reichsregierung greift die Frage der Arbeitsdienstpflicht auf.

Berlin, 8. Jan. Reichsarbettsmmister Stegerwald hat die Vertreter der Spit­zenverbände der Arbeitgeber und Arbeitneh­mer für kommenden Montag zu sich gebeten, um ihre Auffassung über die Frage der Ein­führung einer Arbeitsdien st pflicht zu hören, wofür bereits von mehreren Par­teien der Rechten Anträge und Gesetzentwürfe vorstegen.

gend gerne anerkennen, sie sieht aber keine Möglichkeit, diesen Gedanken finanziell zu verwirklichen, da ja dazu auch erhebliche Jn- vestitionskapitaiien gehörten, und gerade diese heute nicht verfügbar sind. Man darf somit annehmen, daß die Konferenz int Arbeits­ministerium in der Hauptsache ein negatives Ergebnis haben und infolgedessen auch die Regierung kaum geneigt sein wird, sich für die Idee der Arbeitsdienstpflicht stärker zu

Ein Bericht derTimes" beschäfttgt sich eingehend mit de« Rückwirkungen der englischen Haltung in der Moratoriums- fraae auf die deutsche öffentliche Meinung, wobei von derTimes" besonders auf

es den Anforderung!

depresston genügen kc...... __ __________

sckiwer ein erschöpftes Land drückt, das seiner wirtschaftlichen Reserven beraubt und mit_ schweren Reparattonszahlungen belastet ist. Es ist unmöglich, vorauszu- sagen, ob Deutschland sich der Morato­riumsklausel des Youngplanes bedienen wird. Die gegenwärtige Weltwirtschafts­lage würde zweifellos einen derartigen Schritt rechtfertigen. Ein solcher Enr- schluß Deutschlands würde weder die Da­wes-Anleihe noch die Young-Anleihe noch überhaupt irgendwelche deutschen öffent­lichen oder Privatanleihen berühren.

ohi»e sich selbst z« schädigen.

Amerika habe ein wesentliches Interesse an der Erhaltung der für Amerika selbst grundsätzlich bedeutsamen wirtschaftlichen und politischen Anschauungen auch in Eng­land und Deutschland, wo soeben ein ver­zweifelter Kampf für die Erhaltung der demokratischen Regierungsform und des Nationalkredits gewonnen worden sei. Wir sollten, so sagte Warburg, Deutsch­land in seinem Bestreben, sein Haus kn Ordnung bringen, jede moralische und materielle Unterstützung gewähren, damkt es den Anforderungen der Wirtschafts-

Die Delegation für Genf

Berlin, 9. Jan. Die deutsche Dele­gation für die Tagung des Europaaus­schusses, der drei Tage vor der eigentlichen Ratstagung, nämlich am 16. Januar seine Arbeiten aufnehmen wird, setzt sich außer Reichsaußenminister Dr. E u r ti u s, aus den Ministerialdirektoren Gauß und Ritter, vom Auswärtige« Amt, Mini­sterialdirektor T o s s e vom Reichswirt­schaftsministerium, Geheimrat von W e i z- ä ck e r und Legationsrat Wörmann zusammen.

Die Delegation wird, wie bereits ge­meldet, am 14. Januar nach Genf ab­reisen.

Berlin, 8. Ian. 3m letzten Berichts­abschnitt vom 16. bis 31. Januar 1930 sind nach dem Bericht der Reichsanstalt in der Entwicklung des Arbeitsmarktes wesentliche neue Merkmale nicht hervorgehoben. Aehn- lich wie in der ersten Hälfte des Monats De­zember haben die bekannten, überwiegend in der Jahreszeit liegenden Gründe zu einem weiteren Anwachsen der Arbeitslosigkeit ge- fühtt, dabet hat jedoch die Schnelligkeit, mit der sich diese Entwicklung vollzieht, im Ver­gleich zum Vorjahre weiterhin merklich nach­gelassen. Die Zahl der Hauptunterstützungs­empfänger in der Arbeitslosenversicherung hat um rund 210 000 auf rund 2 155 000, in der Krisenfürsorge um rund 64 000 auf 667 000 zugenommen. Die Zählung der arbeitslosen Arbeitsuchenden am 31. Dezember ergab rund 4 357 000, d. h. gegenüber Mitte des Mo­nats ein Anwachsen um rund 380 000 Perso­nen. Ende Dezember des Vorjahres war, nach einer Zunahme um rund 489 000, eine Zahl von rund 2 851000 Arbeitslosen er­reicht. Das Zunahmetempo hat sich im De- zemberl930 gegenüber dem Vorjahre erheb­lich verlangsamt.

Höher als im Reichsdurch schnitt ist die Zunahme der Zahl der Hauptunterstützungs­empfänger in den Bezirken Ostpreußen, Schle­sien, Pommern, Niedersachsen.

Reichsfinanzminister D i e t r i ch hat sei­nen Urlaub bendet und ist gestern vor­mittag wieder in Berlin eingetroffen. An­ter seinem Borsitz begann um 11 Ahr eine Konferenz der in Berlin anwesenden Mit­glieder des Reichskabinetts, die vor allem der Frage galt, welche weiteren Schritte zur Beilegung des Konfliktes im Ruhr- bergbau unternommen werden sollen.

3« Kreise« der Reichsregierung sieht man noch keineswegs alle Möglich­keiten als erschöpft an.

©o dürften z. B., soweit die Frage des Fehlbetrags der Knappschaft das Problem erschwert, in einem Aus­gleich zwischen Knappschafts- und Invalidenversicherung liegen. Bei der Schaffung des Knappschaftsge­setzes im Jahre 1925 wurde festgestellt, daß die Knappschaft beim Bezug beider Rente« nur die Zuschläge zahlt, während die Grundrente von der Invalidenversiche­rung getragen wird. Man dentt offenbar an eine Entlastung der Knappschaft auch von einem Teile der Zuschläge. Ieden- alls müssen die fehlenden 80 Millionen ür die Knappschaft beschafft werden, da ie doch einen erheblichen Teil ihres Ge- amtetats von 210 Millionen ausmachen. Eine Beseitigung dieser Schwierigkeit ohne Beitragserhöhung würde zweifellos bereits eine Erleichterung der Gesamt­situation im Ruhrkonflitt bedeuten.

Darüber hinaus ist anzunehmen, daß der Reichsarbeitsminister auch wegen der Höhe der Lohnsenkung noch ein­mal mit den Parteien Fühlung nimmt, wenn die Knappschaftsfrage geklärt ist.

Zunächst wird er voraussichtlich heute nachmittag nach Schneidemühl fahren, um den Kanzler von dem Ergebnis der Kabinettsbesprechung zu unterrichten und sein Einverständnis für das weitere Vor- I gehen einzuholen.

Wie man hört, ist in der gestrigen Mi- nrsterbesprechung der Gedanke erörtert borden, dem Reichspräsidenten vorzuschla- gen. das bl'sherige Schlichtungs- I verfahren durch eine Notver­ordnung derart abzuändern, daß wc Stellung des Schlichters unabhängiger wird als bisher. Das würde in der Pra- As die Aufhebung der Entscheidung des Reichsarbeitsgerichtes bedeuten, in der der Spruch des Schlichters im Eisenbergbau der Gruppe Nord-West als ungültig er« llart wurde, weil er nicht durch Mehr- heitLentscheidung zustande gekommen sei. Die neue Notverordnung würde demnach den Einmann-Schiedsspruch des Schlich­ters für zulässig erklären.

Die neue Notverordnung unterschrieben

Aenderung der Schlichtungsordnung Der Konflikt im Ruhrbergbau morgen beendet

werde die Welt niemals ins Gleichgewicht komme«.

Der Vizepräsident der Bank erklärte, wenn di« Zentral-Notrnbanke« aller Staa­ten mit Goldwährung eine gemeinsame Politik annehmen würden, würden sie in ganz kurzer Zeit in der Lag« sein, das Preisniveau der ganzen Welt nach ihrem Willen zu erhöhen oder zu senken.

Ein Appell an Amerika

Rewyork, 8. Jan. Der Bankier Paul M. Warburg hielt heute in der gemeinsamen Aufsichtsratssttzung mehrerer großer Banken eine längere Rede, in der er zunächst auf die allgemeine Erörterung der Ursachen der gegenwärtigen Depres­sion hinwies. Er erklärte, die Richtig­keit der Ansicht, daß Eoldmangel und un­richtige E o I d v e r t ei l u n g Md' Krise,verursacht hätten, müßte stark be­zweifelt werden. . Ein Weg zur Ver­hütung einer Depression sei der Vermei­dung einer akuten lleberexpansion, da eine solche unausbleiblich eine akute Ueberkontraktion zeitige. In Zeiten sol­cher Entwicklungen falle eine doppel- schwere Verantwortung auf die Bankwelt, für deren internationales Zusammenwir­ken durch die Begründung der BIZ. viel­versprechende Aussichten eröffnet worden seien. Tief bedauerlich ssi, daß die ameri­kanische Regierung eine Vertretung der amerikanischen Bundesreservebanken im Ausschußrat der BIZ. verhindert habe. Die internationale Politik Amerikas werde anscheinend letzten Endes von Senatoren gestaltet, die sich der nationalsozialisti­schen Jllussion hingäben, daß Amerika, geleistet ausschließlich durch einheimische Interessen, seine Stellung privilegierter Isolierung weiter zu behaupten vermöge.

Ma« müsse hoffe«, daß auch Amerika schließlich einsehe« werde, daß es nicht die Kaufkraft seines größte« Mark­tes, nämlich Europa, lähmen könne.

Wenn aus dieser Tatsache der Schluß ge­zogen wurde, daß das Ministerium nunmehr seinerseits den Gedanken der Arbeitsdienst­pflicht aufzugreifen gedenke, so geht diese Lo­gik nach unserer Kenntnis an der Wirtlichkeit vorbei. Ter Anlaß für bie Einladung ist nämlich der, daß schon fest dem Herbst dem Reichstag zwei Anträge auf Einführung der Arbeitsdienstpflicht oorliegen, deren Be­ratung im Frühjahr zu ermatten ist, und daß das Ministerium bet allen solchen An­zügen, die sein Ressott berühren, eine vor­herige Fühlungnahme mit den beteiligten Or­ganisationen einzuleiten pflegt. Ueberdies durften zur Zeit nicht nur die Gewerkschaften, sondern auch die großen Unternehinerver- bande der Idee der Arbeitsdienstpflicht sehr skeptuch gegenüberstehen. Die Gewerkschaften haben sie bisher immer abgelehnt, weil sie darin kein geeignetes Mittel jur Linderung der ArbertÄosennot erblicken. Die Bereini-

SberheMche dcituno

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen