Siegesfeste angeführt, aber die eigentlichen Opfer- und Tempelfeste kommen bereits in Wegfall. Freilich, christliche Festtage sind noch nicht ausgenommen. Aber neben der römischen Einteilung des Jahres in Wochen zu 8 Tagen, welch letztere immer mit den Buchstaben A bis H bezeichnet werden — unser« Durchnummerierung ist nicht in Uebung —, findet sich schon die christliche Einteilung in Wochen von 7 Tagen, angedeutet durch die Buchstaben A bis G. 3m Jahre 321 n. Ehr. hatte ja Kaiser Konstantin die Feier des Sonntags und damit die christliche Wochenberechnung gesetzlich anerkannt. Erst «in zweiter uns erhaltener Kalender vom Jahre 498, nach seiner Anlage auch noch heidnisch-römisch, enthält zum ersten Male christliche Feste, die fünf Feste Christi und sechs Äärtvrertage. Kirchliche Verzeichnisse freilich von Heiligentagen, nach 1>en Daten geordnet, gab es schon, so in Karthago zur Zeit Tertullians und Cyprians; aber noch nicht in Kalenderform. Allmählich mehrten sich auch in den Kalendern die Heiligeutage. Zunächst wurden <i.v die einheimischen Heiligen eingetragen, dann kamen infolge des lebhaften Verkehrs der einzelnen Kirchen unter einander auch fremde in immer gröberer Zahl, bis zuletzt kein Tag im Jahre übrig blieb, der nicht den Namen eines oder mehrerer Heiligen getragen hätte. Immerhin behielten die Kalender der einzelnen Diözesen und Länder bis weit in die Neuzeit herein ihr Lokalkolorit. So blieb die alte Verwirrung, die sich im ganzen Leben störend geltend machte. Erst seit der allgemeinen Einführung des Gregorianischen Kalenders auch seitens der lange widerstrebenden evangelische» Stände herrscht Einheitlichkeit.
Da viele unserer im Volke verbreiteten Kalender in Form und Inhalt heute noch an Brauch und Einrichtung früherer Zeiten festhalten. ist es interessant, einmal eine» Blick zurückzuwerfen in der Zeit, da bei uns die ersten gedruckten Kalender erschienen. Gehören sie doch zu den ältesten Erzeugnissen des Äuchjdruckes. sei es als Einblatt-Kalender oder als Almanache, und gerade Deutschland war das Land, in dem die Sitte, Kalenderblätter und Prognostika für das kommende Jahr herzusteilen und sie als Neujahrsgruß in die Welt zu schicken, di« weiteste Verbreitung gefunden hat. Die Kalender mit ihren „Praktiken" bild-'-n geradezu einen Teil der populären Literau«: wie vielfach auch heute noch, und so tritt schon in früher Zeit an Stelle des lateinisch abgefaßten Kalenders der in deutscher Sprache. Der Gutenberg- Kalender von 1448 war deutsch abgefaßt. Sieht man sich so diese Einblatt-Kalender durch, von denen sich bis 1500 etwa 200 Nachweisen lassen, so fällt schon in der Bezeichnung der Wochentage und Monatsnamen landschaftlich die größte Verschiedenheit auf. Namentlich der Dienstag erfreut sich da der verschiedenartigsten Benennungen. In schwäbischen Gebieten erscheint er als „Afftermon- tag", in Nürnberger. Bamberger, Münchener und Passauer Kalendern als „Eritag". in Straßburg und Basel beißt er „Zinstag"; und der Donnerstag ist der „Pfinrtag".
Dann wurden di« Wochentag« auch nicht fortlaufend durchgezählt, sondern man benannte die Tage nach dem hauptsächlichsten Heiligen und rechnet« von diesen vorwärts und rückwärts, was allgemeine Verwirrung zur Folge hatte. Man fühlte überall den Uebelstand, aber alle Versuche, eine allgemeine bindende Regelung zu finden, blieben in den Anfängen stecken. Nur der Gutenberg- Kalender vom 1448 bringt auffallender Weise die modern« Durchzählung und ebenso ein lateinischer Kalender, den Peter Wagner In Nürnberg druckte. Noch größer ist die Mannigfaltigkeit in der Bezeichnung des Monatsnamen, wo sie besonders für die zweite Hälfte des Jahres keine allgemeine Uebung hat durchsetzen können. Meist finden sich die alten deutschen Monatsnamen. Der Januar ist der „Jenner" oder „Senner" in mittel- und niederrheinischeii Kalendern auch „Hartmond". Der Februar heißt „Hornung" und der Kölner Cisianus von 1485, ein immerwährender Kalender, der sich auch sonst durch ganz eigentümliche Monatsnamen auszeichnet, nennt ihn „Dye Spurkel". Der Juni ist der „Brach- mo»d , der Juli der „Heumond". Der September führt in manchen Kalenderi» die Bezeichnung „der zweit« August" öder „Augustin", auch „Herbstmonat" der „Sämoud". Der Oktober ist der „Weinmond", In einem Mainzer Kalender heißt der November der „Schlachtmond", der Dezember der „Wintermond", „Christmond" oder rote in Nürn- berg, Bamberg und Leipzig der „Wolfmond". Der Kölner (Eifianus hat auch hier seine Besonderheiten: der September ist der „Eue- mänt", der Oktober „Sant Remys Mänt". der November „Aller Heiligen Mänt" und der Dezember der „Andryes-mänt".
Diese alten Kalender sind aber nicht nur in ihrer Anlage interessant, sondern haben auch künstlerischen und kulturellen Wert. Nach ihrer Ausstattung kann man geradezu verschiedene Schulen feststellen. Wie die Druckkunst überhaupt, so hat auch der Kalender seine Heimat im Rheingebiet. Berühmte Offizinen gaben sich seiner künstlerischen Herstellung hin. in Mainz Peter Schüffer und Peter Friedberg, in Straßburg Johann Men- telin, Heinrich Eggstei». Johann Pruß und Johann Grüninger. Die Stadt, in der zuerst die Herstellung von Almanachen einen starken Aufschwung nahm, war Augsburg. Den Anstoß gab hier der bekannte Günther Zainer, der seit 1470 regelmäßig seine Jahreskalender zusammen mit einem Neuiahrsglückwuusch her- ausgab, und zwar in vierfacher Auflage, einen lateinischen und einen deutschen, einen in gotische» und einen in romanischen Typen. Mit Augsburg revalisierte Ulm, wo Johan» Zainer tätig war. Auch Nürnberg tritt verhältnismäßig früh mit seinen Kalenvern auf.
Jeder von all diesen Meistern — und selbst kleine Städte hatten solche — samt immer wieder auf neue Mobeu in der Ausstattung. Mit künstlerischen Initialen, reichen Bordüren, kleinen und großen Holzschnitte» schmückte man die Blätter. Da steht in einer Initiale das Christuskind mit einem Svruchband in der Hand, darauf der Neu- iahrsgruß „Ein gut selig 3at", ober es sitzt
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Gin neuer Leweis dafür, daß Louis Botha schon lange vor dem Weltkrieg entschlossen war. im Falle eines deutsch- englischen Krieges Südwestafrika anzugreifen. wird, wie die Windhuker Allge- meine Zeitung berichtet, von Winston Churchill in seinem soeben erschienenen Buche „Mh early life“ geliefert. Churchill erklärt, General Louis Botha habe 1913 bet der Rückkehr aus Deutschland, wo er zur Kur geweilt hatte, ihn, Churchill, eindringlich ermahnt, sich bereit zu halten und den Deutschen nicht zu trauen, die sehr gefährlich seien und Uebles im Schilde führten. „Sorgt dafür, daß ihr alle eure Schiffe in Bereitschaft habt", sagte Botha. „Wenn der Tag kommt, werde auch ich bereit sein. Sobald die Deutschen euch angrei- en, greife ich Deutsch-Südwestafrika an.“
im tfinteten tMusgang nad> teilt Witt- schaftshof zu. Richt lange danach, und der Wagen rollte aus der Remise. Dumpf klapperten die Hufe auf dem Pflaster.
Dann erschien ihr Mann. Zit Hut und Mantel, eine kleine Handtasche in der Linken. Als er sie gewahrte, zuckte er zusammen. Er hatte sie wohl hier unten nicht erwartet. Run trat er auf sie zu:
„Ich muh sofort verreisen — in geschäftlicher Angelegenheit."
Sie nickte nur, aber unter ihrem Blick verwirrten sich seine Mienen.
„Cs ist wirklich so. Cs hängt mit der unglücklichen Geschichte zusammen — mit der Reusch'schen Gründung. Auch ich hatte mich leider verleiten lassen, mich zu beteiligen. Rur, ich hatte dir bisher nichts davon gesagt — um dich nicht zu beunruhigen."
Wieder traf ihn der tiefdringende 'Blick. Dann kam ihre Antwort.
„Du bist mir keine Rechenschaft schuldig. Weder über deine Geschäfte, noch über sonstige Angelegenheiten."
Eberhard von Selbach flatterte ein Rot über die aufgestörten Züge. Sein Antlitz senkte sich. Wie unschlüssig stand er einen Augenblick. Doch jetzt schlug dran» hen vom Hof ein ungeduldiges Stampfen an sein Ohr. Da gab er sich einen Ruck.
,,E« ist die höchste Zeit, wenn ich den Zug noch erreichen will."
Gr reichte ihr hastig die Rechte.
Sie erwiderte leicht den flüchtigen Gruß.
„Und wann kommst du wieder? Es ist des Wagens wegen."
„Ja, so — natürlich! Also — schick mir ? Heinrich morgen zum Mtttagszua. Bis /dahin wird alles in Ordnung sein — * denke ich."
Wieder nur ihr ruhiges Ricken. Da ritz er den noch immer zögernden Fuh gewal- sam vom Boden.
„Also dann — leb' wohl!"
Und er eilte hinaus. Fast ein Flüchten vor ihrem stummen, ernsten Blick.
Gine Weile stand Cke von Selbach noch vor ihrem Linnen. Als aber das dumpfe Rollen über die Bohlen der Grabenbrücke in der Abendstille verhallt war, ging sie langsam zu dem Sessel in der Rische und lieh sich nieder. Das Antlitz in der auf» gestützten Hand verborgen, sann sie vor sich hin. Bitter lag es jetzt auf ihrem Antlitz. Als habe etwas RiedereS, Häßliches ihr lichtes Frauengewand gestreift.
(SortieBnng folgt.)
EekSrke
Steigerungs-Rätsel.
1. Des Morgens werbe ich gebracht; zum Kaffee liebst du mich;
Gesteigert jage ich zur Zeit stets aus dem Bette dich.
2. Wär' nicht vorhanden ich, so würde nichts gedeih»;
Gesteigert bringe Waren ich bei Schiffen aus und ein.
3. Du siehst, rocnn’s lang geregnet, oft auf der Straße mich;
Ein treuer Freund in Haus und Hof bin dann gesteigert ich.
Fehl-Aufgabe.
Unter Hinzufügung der Silbe „de" als zweite in jedem Worte sollen aus nachstehenden 16 Silben 8 Wörter gebildet werden, deren Anfangsbuchstaben, richtig geordnet, eine winterliche Naturerscheinung nennen. Wie lauten die 8 Wörter und wie die Naturerscheinung?
a al bar en for hei i kraut mie ree rei rief) ro rung stedt u.
Scherzfragen.
1. Was für Landsleute find die Vögel?
2. Welcher Musiker spielt mit den Ohren?
3. Mie kann man 45 mit vier geraden Ziffer» schreiben.
Bilder-Rätsel.
Denkspart-Ausgab«.
Wie viele von den Zuschauern haben auf den siegreichen Rennfahrer gewettet?
Keeuzwort-Rätsel.
Für die Lösung des Kreuzwork-Rätfel» beachte man folgendes: Bei feder Zahl beginnt ein neues Wort. Die Wörter lauten oon links nach rechts und oon oben nach unten. Bet sich kreuzenden Wörtern tst der Schnittbuchstabe oemetnfam. Die zu erratenden Wörter haben stets so viel Buchstaben rote weiße Quadrate dem bezifferten Quadrat tn lebet der beiden Richtungen folgen. In jedes Quadrat kommt nur ein Buchstabe, die eventuell schwär, zen Felder bleiben leer.
Die Wörter bedeuten: a:Von link» nach rechts: 1. Fluß und See in Rußland. 6. Sportgerät. 7. Geschnittenes Holz. 8. Nordische Gottheit. 11. Kartenblatt. 14. Griechischer Buchstabe. 16 Rätselart. 18. Deutscher Heerführer im Weltkriege. 19a. Aegyp-
tlscher Sonnengott. 2t. Waldpflanze. 28. Tierprodukt. 23. Stadt in Neu-Rumänien. 24. Nadelholz. 25. Biblische Person. 26. Wurfspieß.
b: Bon oben nach unten: 1. Bad in Hessen. 2. Schauspiel von Ibsen. 3. Männlicher Personenname (Koseform). 5. Gesangsstimme. 9. Zauberwort aus 1001 Nacht. 10. Verstorbenes deutsches Staatsoberhaupt. 11. Schlachtort im Weltkrieg. 12. Wollengewebe. 14. Stabt in Hannover. 15. Anderes Wort für ewig. 17. Stadt in Rußland. 19. Weiblicher Personenname. 20. Körperteil. 22. Räumlich knapp.
ihkikm
Auslösung bet Rätsel in nächster Ramme«.
Auslösung der Rätsel en» vortaer Nummer«
Auflösung btt Fehl-Aufgabe:
Delila Alibi Solitär Nullität Elias lllixes Elite Julia Aliment Helikon Relief.
— Das neue Jahr. —
Auflösung bet Wernkart«:
Sprendlinger Jgeler Langfurer Valwigs- berger Edenkobener Steinberger Trittenheimer Erdener Rauenthaler Bacharacher Oestricher Windesheimer Leiwener Eng- Höller.
— Silvesterbowle. —
Auslösung de» Silben-Aenberung»-
Rätsels:
Logik Rega Ziemer Olymp Einlauf Karree Monsun Venus Arrac Sirach Zentrum Tula Zebu Dolus.
— Karpfenschmaus. —
Auflösung bet Gegensätze:
1. Junggeselle. 2. Antwort. 3. Heimat.
4. Regen. 5. Ebbe. 6. Scherz. 7. Wind. 8. Eifer. 9. Nutze». 10. Debet. 11. Erlaubnis.
— Jahreswende. —
Auflösung des Neujahrs-Rösselsprung- Rebus:
Man beginnt bei dem erste» Feld links oben und liest dann in der bekannten Rösselsprungwreise weiter. Das ergibt;
„Ein neues Jahr zieht nun herauf. Von Glück begleitet sei sein Lauf."
Auflösung des Kteuzwort-Rätsels:
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Verantwortlich Dr. Ernst Scheller.
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Blätter für llnlethallung und Wissen - Wöchentliche Beilage der .Dberhessischen zeitung"
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Rardmg, »en x Sanum
1931
Neujahr
Von Ludwig Fulda.
Aus des Werdens unerforschtem Grunde Abgesandt zu vorbestimmtem Lauf Steigt beim Glockenschlag der Geisterstunde Schicksalsvoll ein neues 3ahr herauf. Steigt herauf, nicht nach Uroätersitte Froh begrüßt mit Hellem Gläserklang; Seines Erdenwandels erstem Schritt« Winkt kein jubelnd festlicher Empfang.
Nur die scheue, die beklommne Frage Schwebt im Kreis, oon Mund zu Mund ne» Werden seine noch verhüllten Tage fhaucht: Denen gleich sein, di« hinabgetaucht? Friedlos, lichtlos einer nach dem andern? Wird ein Volk in fortgesetzter Pein Wunden Fußes, wunden Herzens wandern Durch der Wüste starres Felsgestein?
Aber horch. Die Glocken sind verklungen; Dennoch, welch ein wundersamer Laut? Haben Engel sich herabgeschroungen?
Tönt ihr frommer Lobgesang so traut? Nein, nicht Hymnen sind es, nicht Choräle, Deren Zauber uns gen Himmel zieht: Auf geheimen Satten unsrer Seele Spielt die Hoffnung ihr unsterblich Lied.
Und in mitternächtig tiefem Dunkel, Und in mitternächtig tiefer Not Weckt dies Lied ein dämtnerndes Gefunkel, Weckt dies Lied ein erstes Morgenrot. Heimatboden wird zuni Altäre, Wille, der Unmögliches vermag. Wird zum Eidschwur, und vom neuen 3ahre Fordern mutig wir den neuen Tag.
Som bmlschen Kalender
Von Professor Dr. Karl Roth- München.
Auch für uns moderne Tempomensche» ist Her Kalender noch etwas Unentbehrliches geblieben. Freilich uns fortgeschrittenen Menschen von beute genügt vollständig zu wissen: Heute ist Montag oder Mittwoch, der sechste oder achte. Um alles Weitere, was sonst noch an Druckerschwärze an so einen Kalender verwendet wird, kümmern wir uns in der Regel recht wenig. Und auf den meisten Kalendern, die uns das neu beginnende 3ahr als Reklame auf den Tisch wirft, steht ja auch nicht viel mehr, höchstens noch der Nam« des Heiligen, dem dieser Tag gehört. Aber draußen auf dem Lande, da fällt einem auch heute noch manches Stück in die Hand, das etwas mehr zu sagen weiß, das schon in seinen Typen, in denen es gedruckt ist, noch den Geruch älterer Zeiten an sich trägt.
. Unser Kalender ist ja auch gar nicht so lung. Auch er hat seine Wurzel in alten 3ahr- tauseiiden. In seiner Form geht er auf den alte» römischen zurück. Als ersten christlichen dürfen wir den nach dem römischen Kalli- § raps,en Filokalus benannten aus dem 4.
ahrhnndert betrachten, der noch ganz den heidnischen Charakter trägt, aber doch schon einige christliche Eigentümlichkeiten zeigt. Noch werden di« heidnischen Spiele und