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Reujahrsempfang bei Hindenburg
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Bei einer königlichen Ealatafel bekam Heinrich v. Stephan einmal einen wuchtigen Stotz durch einen Lakaien, der mit einer schweren Silberschlüssel nicht geschickt genug umzugehen wutzte. Stephan entspannte die daraus entstandene peinliche Stimmung sofort mit der schlagfertigen Bemerkung: „Aber das macht doch gar nichts! Ich bin ja Pommer!"
Sir Ernest Rutherford, der hervorragende englische Gelehrte, Entdecker der Spaltung des Wasserstoff- Atoms, echielt bet den Reujahrs-Ernen* nungen durch den englischen König den Lordtitel verliehen.
| Organisation, der Technik, dem Dampfschiffverkehr steigerten. Stephan war der nie ermüdende Antrieb für die Errichtung deutscher Postdampferlinien in der ganzen Welt, aber noch stärker für die Entwicklung der Elektrotechnik. Sein Einflutz darauf ist so mächtig gewesen, datz er unter anderem auch Ehrenmitglied der Vereinigung der elektrotechnischen Ingenieure Englands wurde.
Der Londoner Postmeister schenkte ihm 1877 zwei Bell-Fernsprechapparate, als er hört, datz Stephan sich auf die ersten Mitteilungen Bells hin bemühte, einen zu bekommen. Der Engländer tat das in der lleberzeuqung, datz dieser Deutsche ipgend etwas Bedeutendes damit anzufangen wisien werde. Der drückte dann auf die Elektroindustrie, bis der Apparat für das Fernsprechwesen brauchbar war, und ichus die Voraussetzung für ihre Allgemeinanwendung in Wirtschaft und Leben Rasch rasch, aber gut und gewissenhaft mutzte es
Die Bewohner oer Gegend um Bisle im Staate Fdaho (il. S. QI.) wurden in furchtbaren Schrecken versetzt. Ein feuriger Körper fiel mit lautem Getöse „vom Himmel" und schlug mit einer Gewalt in die Erde ein, gegen die der Einschlag der schwersten Granaten des Weltkrieges ein Kinderspiel war. Der Boden bebte in weitem Umkreise und durch die Wucht des Anpralles wurde der Boden, Felstrümmer und Gestein, viele Meter weit em- porgeschleuderr. Ein Helles Licht verbreitete sich, das noch in einer Entfernung von faft 100 Meilen wahrgenommen werden konnte. Zitternd vor Angst glaubten die erschreckten Einwohner, das Ende der Welt sei herbeigekommen!
Olber so leicht geht unsere brave Erde nicht aus den Fugen, es war lediglich ein Gast aus den unendlichen Weiten des Weltalls, der unseren Planeten einen Besuch abstattete — ein Meteorstein war „vom Himmel gefallen!"
Solche kosmische Gäste sind uns ja doch gar nichts Neues, sie sind oft genug re- gisMert und wissenschaftlich belegt worden. Schon im Altertum wurden solche Meteorfälle beobachtet; so berichtet u a der römische Naturforscher Plinius, dessen Mitteilungen allerdings stets mit besonderer Dorsicht zu betrachten sind, von einem gewaltigen Steinfall bei Ai» gos- Potamos in Thrazien im Jahre 467 v. Ehr. Nach Plinius soll dieser Meteor die Gröhe eines Wagens gehabt haben und eine Farbe, als fei er „angebrannt". Der erste in Deutschland beglaubigte Meteorfall ereignete sich im Fahre 823 in Sachsen, wobei eine Menge nebst ihrem Dich erschlagen und sEem^r ü* Flnnrmen aufgegangen sein
Aufgefundene Meteorsteine genossen ost sakrale Verehrung. so soll z. D. auch der
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Entwicklung an, die Stephan erhoffte, und nun waren die großen Ueberschüsse da die zu weiteren Verkehrsverbesierunqen benutzt werden konnten.
Das ist der Weg, den Stephan Deutschland führte und in den er die ganze Welt hineingerisien hat. Unter Ueberwindung harten Widerstandes. Gegen Frankreich 1872, als er General-Postmeister geworden war und noch dem Reichskanzler Bismarck unterstand, mit einer tüchtigen Portion Gewalt.
Bismarck sah in ihm stets einen Wegbereiter seines eigenen Werkes und verstand sehr gut, datz dieser Postrat durch das Silbergroschenporto die Mainlinie chon überbrückt hatte, als politisch zwischen dem Norden und dem Süden noch kaum Fähren über den Flutz vorhanden waren. Bismarck sah auch die ungeheuren Vorteile für Deutschland, die aus Stephans völkerbindender Wirksamkeit erwuchsen und die Achtung vor der deutschen
ib.'il oder lerer chem mm- ichea wird a u - letz- kung eine
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berühmte schwarze Stein der Kaaba in Mekka ein Meteor sein.
Die Untersuchung solcher Meteorsteine — es handelt sich stets nur um Trümmer, da sie meistens schon beim Durcheilen der Atmosphäre in größerer Höhe explodieren, bestimmt aber beim Aufprall aus den Erdboden zerschellen — hat ergeben, daß sie stets aus Stoffen bestehen, die wir auf Erden selbst besitzen. Sie ähneln sich stets in ihren Bestandteilen: Eisen, Nickel, Kobalt, Phosphor, manchmal auch Kwhle, Kupfer oder Zinn.
In früheren Zeiten hielt man die Meteore für vulkanische Produkte, die durch ungeheure Gewalt aus den M o n d - kratern herausgeschleudert, in den Bereich der Anziehungskraft der Erde gelangt seien. Diese Theorie verfocht zuerst Albers im Fahre 1793; ihm schlossen sich auch andere Wissenschaftler wie La- place, Legrendre u.a. an. Heute hat man diese Theorie längst verlassen, und man glaubt in ihnen winzig kleine Himmelskörper, vielleicht auch die Trümmer eines zerstörten größeren Sternes mi sehen. —
Der Mensch bemüht sich, Raketen zu erfinden, die er ins Weltall hinausschleu- dern kann, ja, er träumt von „Weltrau m l u f t s ch i f f e n", mit denen er evtl, dem Monde oder gar einem unserer „benachbarten "Planeten einen Besuch abstatten kann, wollte man in den Meteoren etwa den Gruß denkender, hochentwickelter Bewohner eines anderen Himmelskörpers erblicken? Selbstverständlich ist dies eine vage Atopie, und bevor es uns selbst nicht gelungen ist, bei unseren Nachbarn im Weltall als Gast zu erscheinen, solange wollen wir eben an der Theorie unserer Wisserschasüer sesthalten.
Wilhelm Msches 70. Geburtstag
Schreiberhau (i.R.), 2. Jan. Wilhelm Bölsche wurden heute zu seinem 70. Geburtstage zahlreiche Ehrungen bereitet. Zuerst erschien eine Abordnung des Schreiberhauer Cemeindevorstandes die Bölsche die Ernnenung zum Ehrenbürger von Schreiberhau mitteilte und ihm eine Photographie des Ehrenbürgerbriefs überreichte, desien Original bei der öffentlichen Feier am kommenden Sonntag übergeben werden wird. Weiter sprachen persönlich vor Landrat Dr. Schmeitzer-Hirschberg,
~ ®as Divlomatilche Korps verläbt na» dem tradttionellen Neujahrsempfang das Palais des ST“ nf-? Vordergrund der englische Botschafter. Sir Horace Rumaold. hinter ihm rechts der amerrkamsche Botschafter Frederic M. Sackett.
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Bomben aus -em Weltall
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Errr Genie aus Hinterpommerrr
Der Weltpostmerster Heinrich o. Stephan. (Zu seinem 100. Geburtstage am 7. Januar 1931)
Konrektor Klemmer-Schreiberhau als Vertreter des Riesengebirgsvereins, Profeffor del Antonio-Bad Warmbrunn als Vorsitzender des Vereins bildender Künstler. Unter den Gratulanten war weiter noch Herman Stehr zu sehen. Einen telegraphischen Glückwunsch hatte Kultusminister Dr. Grimme gesandt. Schrift- lich gartulierten u. a. Regierungspräsident Dr. Poeschel-Liegnitz, die Dichter Herzog, Stenzel, Paul Keller, der Maler Ludwig Hofmann, Reichstagspräsident Löbe, der frühere badische Staatsminister Prof. Hellpach usw. Zu der öffentlichen Ehrung Bölsches am kommenden Sonntag haben sich bereits viele namhafte Persönlichkeiten aus ganz Deutschland angemeldet.
— Bad Nauheims Herz-Forfchunasinsti- tut. Das mit den beträchtlichen Mitteln einer Stiftung von Frau Louise E. K e r ch- hoff aus Los Angeles errichtete Forschungsinstitut für Herzkrankheiten geht feiner Vollendung entgegen. Der gegenüber dem Badehäus VIÖ errichtete Neubau ist soweit fortgeschritten, daß das Institut voraussichtlich im Frühjahr eröffnet werden wird. In dem neuen Institut, das unter der Leitung von Profeffor G r o e d e l - Bad Nauheim stehen und nach seiner Spenderin „Kerckhoff- Institut" benannt wird, sind vier Abteilungen vorgesehen: eine Untersuchungsabteilung für Patienten der Sozialversicherung, eine Abteilung für statistische Erhebungen über die Ursachen der Herzkrankheiten, eine Abteilung für soziale Aufklärung über Ursachen und Bekämpfung der Herzkrankheiten, und schließlich eine Abteilung für experimentelle Pathologie und Therapie der Herzkrankheiten. Gut Verwaltungsrat, der sich aus Vertretern des Staates, dem Vorsitzenden der Landesversicherungsanstalt Hessen und Vertretern der benachbarten Universitäten sowie der Aerzteschaft zusammen- letzeu wird, wird dem Institut vorstehen.
gehen. „Ziel erkannt, Kraft gespannt, Pflicht getan, Herz obenanr Das war Stephans Wahlspruch.
Herz obenan! Dazu ein kleiner Zug aus seinem Leben! Der Taubstummenlehrer Bell brauchte die seit 1861 be- annte Apparatur des hessischen Volksjchul- lehrers Reitz in Friedrichsdorf bei Homburg für die Uebertragung von Lauten über Draht und elektrischen Funken, um seinen Taubstummen ein Bild von der Entstehung der Laute zu geben. Daraus entstand der Fernsprechapparat Stephan litt nahezu physisch unter der Vorstellung, datz diese kostbare deutsche Erfindung trotz der Bemühungen des armen Lehrers bei Fachleuten und Wisienschaftlern unbeachtet geblieben war und von einem Amerr- kaner aufgegriffen werden konnte. Reitz vermochte er nicht mehr zu helfen. Den deckte die Erde. Aber seiner Witwe schaffte er eine Pension aus der kaiserlichen Privatschatulle von 1000 Mark jährlich. Er wollte damit das tragische Unrecht gut machen, datz die Frau jenes Mannes, dessen Geistesblitz eine Industrie entstehen ließ, die Millionen Menschen Brot gab, darben mußte. Auch das heißt: Heinrich
1 Stephan. Felix Dankworth.
Es kam ein Mann aus Pommern, aus Stolp, also sogar aus Hinterpommern ein Mann aus der breitesten Masse des Volkes, Sohn eines Schneiders, und brach eine Quelle auf, die im letzten Jahrhundert die ganze Welt sieghaft durchdrang und mit neuem frischem Leben erfüllte. Es war dieser Mann aus Hinterpommern, der wie kein anderer Mann seines Zeitalters neue Industrien schuf, das Leben vorwärts trieb und die Menschen einander näher brachte. Und was das Sonderbarste ist, dieser Hinterpommer war obendrein Beamter, wäre also überlieferungsgemäß verpflichtet gewesen, das Alte gegen jede Berührung durch das Reue mit unüberwindlichen Dornenhecken verknöcherter Schreibvorschriften himmelhoch zu umhegen. Es gibt eben doch Unterschiede zwischen Beamten und Bürokraten
Um diesen Beamten hat uns die Welt beneidet und sich ihm bewundernd und verehrend gebeugt. Es will schon etwas heißen, wenn die ganz gewiß nicht springlebendigen „Times" nach der Gründung des Welttelegraphenvereins einmal ausrufen „Rothing is impossible with the German Pstomaster-Eeneral." „Nichts ist unmöglich, wenn der deutsche General- Postmeister dabei ist!"
So wirkte er im Verlauf der internationalen Postzusammenkünfte! Mit hinter- pommerscher Ausdauer und Zähigkeit eignete er sich einen Wissensschatz und Sprachkenntnisse an, die ihn jedem Teilnehmer nationaler und internationaler Postkonferenzen unbedingt überlegen machten. Die Beherrschung des Franzö- fischen und Englischen hielt er für selbstverständlich und ließ sich für sein Amt in Spanisch und Italienisch prüfen. Er wußte seinen breiten pommerschen Humor und seine angriffslustige Satire auch in "lesen fremden Formen so gewinnbringend, so durchschlagend zur Geltung zu bringen, datz sachlich gegen ihn überhaupt nichts auszurichten war.
Als der Begründer des Weltpostvereins stine Veamtenlaufbahn begann, war die Postversorgung eine Ausbeutungsangelegenbeit der Länder und Ländchen Europas, die in Deutschland von den Unternehmungen der Familie Thurn und Taxis hohe Tribute erhielten. Ein Brief von Danzrg nach Frankfurt a. M. kostete 1,50 Mark nach heutigem (Selbe, ein Ein- schriebebrief von Berlin nach Rom wurde mit 4,60 Mark belastet. Als Stephan 1897 seine Augen schloß, und nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt das Postministerium in Berlin mit Beileidskundgebungen Überhäufte, deren Art über den fälligen internationalen Höflichkeiis- att weit hinaus echte Teilnahme erken- nen ließ, gab es den Weltpostverkehr zu billigsten Einheitsgebühren, den Welttelegraphenverkehr zu Einheitssätzen, bahnte sich der Weltfernsprechverkehr an, bestand das deutsche Einheitsporto, um nur einige der wichtigsten Schöpfungen Stephans zu nennen.
Hub nun glaube man nicht, daß die Wege zu diesen Zielen schon geebnet Daren, als Stephan sie dachte oder im „Postblatt" in Form von Denkschriften zum ersten Mal aussprach. Eine solche Selbstverständlichkeit wie bie Postkarte «bne bie unsere heutige Verkehrsabwick- wng gar nicht vorstellbar ist, unb mit bei Sr.Wen Jnbustrien verbunben sinb, bie früher fein Mensch auch nur geahnt hat, ßntrbe von Stephan 1865 empfohlen, von Oesterreich, besten Postleitung sie einleuch- paar Jahre später eingeführt, in Deutschlanb aber wegen ber Möglichkeit beleibigenber Steuerungen auf offenem wpier abgelehnt. So ungefähr waren »Ue bie frittelnben geistreichen Einwänbe br „Fachleute" geartet, gegen bie Stephan ntampfen mußte unb die obendrein einen i Rückhalt an dem weitgehenden Finanz- I Atteste der Staaten unb ihrer Einrich- I “Lagen fanben. Stephan war ber kühne wann, ber an bie Verwirklichung bes genialen Eebankens heranging: Vermeh- rung bes Verkehrs, Erleichterung bei Wirtschaftsabwicklung durch billigste Ee- L^ber zusetzen, wenn man dadurch dem Verkehr neue unb leichtere ßft96 »um wirklichen Wohle ber iifi. rü^t! Er wagte es, einen Post- Arschuß von 15 Millionen Talern burch V rabsetzung ber Tarife in einen Fehlle- $u verwanbeln. Den hatte er voraus Stehen, weil ber Verkehr so rasch seiner Neueruna bem berühmten Cilbergroschen- nabm «T0!9cn konnte. Dann aber
m ber Verkehr dennoch die stürmische !
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