Marschall Joffre f
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Die Front der Revisionsgegner unter französischer Führung. „Revision bedeutet Krieg
Verschärfung der Streiklage
Revolution in Panama
Ein Todesopfer.
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Essen, 2. Ja«. Die Zahl der von der Streikbewegung betroffenen Schachtanlagen hat sich nach neueren Meldungen auf 22 erhöht. Am stärksten macht sich die Streikbeweguna im Hamborner Bezirk bemerkbar, wo in vier von sechs Zechen die Arbeit zum Teil niedergelegt wurde. Die Halste der 5500 Man« starken Belegschaften ist hier nicht eingrsahren. In den Waschkauen und anderen Räume«
Rr.L kö.Mrg.
Marburg «.Lahn
Frühjahr 1917 nach den Bereinigten Staaten Nordamerikas geschickt, wo es ihm gelang, mit der Union ein Militärbündnis abzu- schliehen. Dieses Bündnis sollte das Fundament für das entscheidende militärische Ueber- gewicht der alliierten und assozierten Staaten auf dem westlichen Kriegsschauplatz herbeiführen. Die Franzosen verehren deshalb mit guten Gründen den ersten Marschall der französischen Republik Joseph Cäsar Joffre als einen der Väter ihrer militärischen Erfolge.
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Sonnabend, (en z. Sanum mi
Moers, 2. Zan. Beim Einfahren der Nachtschicht kam es vor Schacht V der Zeche „Rheinpreuhen" wieder zu großen Menschenansammlungen. Als die Polizei die Streikenden zurückdrängte, wurde plötzlich aus der Menge geschossen. Die Polizei erwiderte das Feuer und es kam zu emem regelrechten Feuergefecht, das mehrere Minute« andauertr. Ei« U n b e.
fl. Paris, 3. Jan. Marschall Joffre ist heut« vormittag um 8,23 Uhr gestorben.
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Der tote „Marnesieger"
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3n einem kleinen Weinort in den Ostpyre- naen wurde Feldmarschall. Joffre als der «ohn eines Küfers mit'zahlreicher Familie geboren. Bei seiber Geburt hatte es sich keiner seiner näheren Landsleute träumen lassen, daß auf dem Sarge des kleinen Joseph Cäsar Joffre einmal der Marschallstab von Frankreich liegen werde. Auf den Wunsch fernes Vaters hin erhielt der Junge eine vortreffliche Erziehung. Er wurde auf das Polytechnikum geschickt, womit sein weiterer Lebenslauf gegeben war, denn diese Schule m Perpignan ist die Heimat und der Aus- gangspuntt für zahlreiche französische Pionier- und Attkllerieoffiziere.
Als Pionieroffizier beteiligte sich Joffre ®n/7?" dem deutsch-französischen Kriege Bei der Verteidigung von Paris zeichnete er sich als Bataillonskommandeur schon vor 60 Jahren aus. Bis zum Welt- er ununterbrochen im französischen Militärdienst tätig, bald in dieser und bald ?,*ener( Kolonie, bald auf Formosa und halb auf Madagaskar, bald m Timbuktu und m der Heimat. Seine weltanschauliche Einstellung erichwette ihm den Aufstieg. Erst ^ahre 1901 wurde er Brigadegeneral, m . Divisionsgeneral und Befehlshaber von Pans ood drei Jahre vor Kriegsausbruch, j lm 3uh 1911 Chef des Eeneralstabes. s._?E^elbar nach Kriegsausbruch, den Io- ^ .Casar Joffre als oberster Führer der ttanzosifchen Armee erlebte, schritt die oberste Heeresleitung der Franzosen zur Offensive ^^ren Verfolg die Augustschlachten des ftnb x Stagen wurden. Den Vor- slotz des deutchen rechten Flügels auf Paris Tj,mswtC 3r°Jirlxan ber Marne aufzufangen. „ Marneschlacht war das Schicksal Frank- N5 °lellelcht auch schon das Schicksal des -veutichen Reiches im Weltkriege 1914/18. Gegenüber der schwankenden französischen Re-' °ertrat Joffre nachdrücklich den «rund atz der Freiheit des Oberbefehls. Alien politischen Intrigen zum Trotz vermochte auch noch m den Jahrm 1915/16 clls b?s Eeneralstabes zu halten. Erst im -^^emder 1916, als die blutige Somme- den verbündeten Heeren der West- nft.{.e“ Erfolg brachte, wurde der Oberbefehl General Nivelle übertragen.
verschwand aber nicht von der Bkld- N' henn er wurde am 26. Dezember
J-rJter General feit dem Bestehen SaSTS Marschall von Frankreich ^nannt. Gleichzeitig übertrugen ihm die Al- Diü 7enibeTt 5Bot^ Em Obersten Kriegsrat. 'Emer ganzen Autorttät wurde er mv
| der Hamborner Zechen wurden heute früh Belegschaftsversammlungen abgehalten, i« denen sich die Mehrheit für den Streik aussprach. Als Erunh wird hier das Kündigungsschreiben der Zechen, besitzer angegeben. Heute mittag wird auf dem Eoethe-Platz in Hamborn eine Versammlung der streikenden Bergarbeiter stattfinden. Zm Bezirk Recklinghausen sind von 18 Schachtanlagen big jetzt fünf von der Streikbewegung betroffen.
I Wie vom Gewerkverein ch r i st l i ch e r I Bergarbeiter mitgeteilt wird, hat sich der Hauptvorstand der Gewerk-
I schäft mit dem Streik im Ruhrbergbau I befaßt und feine Mitglieder ausgesordert, roeiterguarbeiten. Die Derhand- ^MEöglichkeiten feien noch nicht er«
I m bereits für den 7. Januar feien I Verhandlungen in Aussicht genommen.
Auch müßten die Außenlöhne bis gum 15. Januar weitergegahlt werden.
Die Gewerkschaftsführer haben sich in I ine eingelnen Streikgebiete begeben, um I an Ort und Stelle die Lage gu prüfen und gegebenenfalls vermittelnd einzu- gretfen.
Stillegung auf der Hütte Ruhrort- Meiderich.
Duisburg-Hamborn, 2. Jan. Nachdem die Hütte Ruhrort-Melderich der Vereinigten Stahlwerke während des gangen letzten Jahres bereits mit Kurzarbeit und Feierschichten gearbeitet hatte, hat sich infolge der anhaltenden Absatz- [ schwierigkeiten und des Diangels an Aufträgen die Notwendigkeit ergeben, in nächster Zeit einige Betriebsabteilungen der Hütte vorläufig ftillgulegen. Von dieser Maßnahme, die am 1. Februar d.Js. in Kraft treten soll, werden bei einer Gesamtbelegschaft von rund 7000 Personen etwa 3500 Arbeiter betroffen.
Wilder Streik in RemscheiL.
Remscheid, 2. Jan. Die kommunistische Gewerkschastsopposition des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Remscheid beschloß heute als Protest gegen den letzten Schiedsspruch, der einen ßprogentigen Lohnabbau vorsieht, in den Streik gu treten. Im Lause des Tages kam es bereits bei mehreren Fabriken gu Stillegungen. Im Augenblick erscheint es aber noch fraglich, ob sich alle 23 000 Metallarbeiter in Remscheid am Streik beteiligen. Die Streikenden veranstalteten heute gusammen mit den Erwerbslosen große Kundgebungen, bei denen es gu kleineren Zwischenfällen mit der Poligei kam. Die Streikenden haben bereits Ausschüsse gebildet und wollen gewaltsam durchsetzen, daß alle Remscheider Fabriken stillgelegt werden.
Schwere Streikunrnhen in Moers.
Bewegung ausgenommen hat. Die provisorische Regierung verbot oorläufig alle Zeitungen, jedoch werden die nach dem Ausland gehenden Berichte keiner Zensur unterworfen.
Präsident Arosemena zurückgetreten.
Rewyork, 21. Jan. Associated Preß meldet aus der Stadt Panama, daß der Präsident am Nachmittage Dr. Harmadio Arias zum Premierminister ernannt und dann seinen Rücktritt bekanntgab. Arosemena hat somit Dr. Arias die Präsidentschaft und die Neubildung des Kabinetts überlasten.
Der Eindruck auf die Bereinigten Staaten.
Washington, 2. Jan. Der Ausbruch der offenen Revolution in Panama hat die Sge Regierung mit schweren Sorgen er-
. Staatssekretär Stimson hatte heute lange Besprechungen im Weißen Hause und mit dem Kriegsminister. Er erklärte in einer anschließenden Prestekonferenz, die Vereinigten Staaten wären durch den Vertrag von 1903 zu einer Intervention berechtigt, falls die Regierung in Panama die Ordnung nicht aus eigener Kraft aufrecht zu erhalten vermöchte. Hierzu käme, daß die Sicherung des Panamakanals für eine ungehinderte Schiffahrt im Kriege und im Frieden eine Frage von vitaler Bedeutung für die Vereinigten Staaten wäre. Trotzdem würde dre Washingtoner Regierung nicht eingreifen ohne dre Lage sorgfältig studiert zu haben. Erst wenn die Verhältnisse so choatisch geworden sein sollten, daß eine Intervention im allgemeinen Interesse unvermeidlich wäre mürbe ein Eingreifen erfolgen. Die Ursache der Revolution wäre darin zu suchen, daß die für 1932 bevorstehenden Neuwahlen durch gewisse Umbesetzungen im Kabinett und sonst ihre Schatten vorausgeworfen hätten und daß eine Mlgstlmmung bei den Anhängern der abgesetzten Politiker erzeugt worden wäre.
Rückkehr des Reichskanzlers nach Berlin.
Freiburg i. Br., 2. Jan. Auf der Ruckreise von fernem kurzen m Badenweiler verbrachten Erholungsurlaub weilte Reichs- kanzler Dr. Brüning heute nachmittag ", .§/Eiburg, wo er mit dem gegenwärtig gleichfalls in Oberbaden auf Urlaub befind- üchen Reichsfmanzrninister Dietrich und dem heute mittag von Berlin eingetroffenen Reichsarbeitsmmlster Dr. Stegerwald eine mehrstündige Besprechung hatte. Durch die bevorstehende längere Äbwesenhett des Reichskanzlers Dr. Brüning von Berlin infolge fernes in Aussicht genommenen Besuches des deutschen Ostens und der Nichtteilnahme d« Reichsfinanzministers Dietrich an dieser Ostreije hatte sich die Notwendigkeit einer vorherigen Fühlungnahme ergeben. Reichs- kanzler Dr. Brüning und Reichsarbeits- mlnlster Dr. Stegerwald haben Freiburg mit pem f ah planmäßigen Schnellzuge nach Berlin um 17 31 Uhr verlassen, während Reichs« frnanzminister Dietrich noch m Qberbaden verbleibt.
I Washiugtou, 2. Jan. Rach einer dem I hiesigen Gesandten der Republik Panama zn- gegangenen Nachricht ist die Regierung uo«
I einer nationalen revolutionären Bewegung, die vom ganzen Volk unterstützt wird, ge-
I stürzt. Es herrscht jetzt Ruhe und Ordnung. I Der Aufstand, durch den die Regierung des I Präsidenten Arosemena gestürzt wurde, brach unerwartet aus. Die Hauptstadt wurde
I von einem revolutionären Ausschuß unter Führung von Harmadio Arias übernommen. Der Aufstand wurde von der Accion Comunal gefördert, einer patriotischen Organisation, die die angebliche Korruption der Regierung unter den Präsidenten Chiari und Arosemena scharf angegriffen batten. Heute
| früh fuhr eine Gruppe von etwa 100 Mann zum Hauptquartier der Staatspolizei, die Panamas einzige stehende Armee bildet, und besetzte nach Abgabe einiger Schüsse die Polizeistation. Präsident Arosemena und mehrere andere Regierungsbeamte wurden verhaftet.
Nach den ersten Meldungen sind 10 Personen getötet und etwa 20 verwundet worden. Der Platz um das Präsidentschasts- palais zeigt Blutspuren. Der Aufstand verlief jedoch verhältnismäßig ruhig. Außer in der unmittelbaren Umgebung der Polizeistation und des Palais erfuhren die Einwohner erst von dem Aufstands als sie morgens erwachten. Meldungen aus Colon besagen, daß der dortige Gouverneur E a l i n d o versucht habe T.*t.,®iner Abteilung Polizei und bewaffneter Zivilisten nach Panama zu marschieren, daß der Gouverneur der Kanalzone aber abgelehnt habe, der bewaffneten Truppe den Durchzug durch die Kanalzone zu gestatten. Telephon und Telegraph arbeiten nicht; deshalb ist es nicht bekannt, wie das Innere des Landes die
Englisch-französische Schatzamts- Verhandlungen.
ff- Paris, 3. Jan. Vertreter des eng- ulchen Ähatzamies verhandeln hier mit Der- tretern des französischen Schatzamtes. Es handelt sich bei der Konferenz, wie der sehr gut unterrichtete „Matin" erklärt, darum, gewisten privaten englischen Unternehmungen zu Hilfe zu kommen und dem Londoner Markt lerne Festigkeit wiederzugeben, die er benötige, um ohne Gefahr die Konoertterung vorzunehmen, die die Arbeiterregierung plane. Die Bank von Frankreich würde ihren Sei- Angelegenheit gern feiften. Ihr Ziel [et bekanntlich, den Eold- strom nach Frankreich, der die Folge des Vertrauens in die französische Währung sei, emzuschranken. Aus diesem Grunde sei auch gestern die Herabsetzung des Diskontsatzes von Zy» auf 2 Prozent erfolgt, um nicht ameri- kanliche Kapitalien nach Frankreich zu ziehen, wenn der Diskontsatz der Bank von Frank- reich i/z Prozent höher liege als der der Federal Reseroebank. '
lUberlMsche Jettuns
Anzeiger für (bas frühere kur-hessische) Oberhessen
Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg,
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