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OberbeiMSk 3ettun«, Marvurg a. L, Mittwoch, den ZI. Dezember 1930

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Ar- 305

Hessen-Rassau und Rach-arsebiete

Kündigung des Frankfurter Angestellten Tarifes.

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senden Zahl der Hühnerfarmen Hai die vor einigen Zähren lebhaft einsetzende Einrich­tung von gewerblich betriebenen gärtner rischen Warmhäusern im letzten Jahre nur geringe Fortschritte gemacht. Von 301 'Betrieben dieser Art sind nur 20 im letzten Jahre neu entstanden. Die Mehrzahl ent­fällt auf Kassel und Umgebung. Daneben weisen noch Hanau-Stadt und Hanau-' Land eine größere Zahl auf.

Geschäftliche Mitteilungen.

Leistung und Selektivität von Schirmgitter- Netzempfängern.

Mit der Schaffung der Schirmgitterrühren wurden an die Konstrukteure der Empfänger plötzlich ganz andere Anforderungen gestellt. Die Schirmgitterröhre gibt wohl eine um em vielfaches größere Verstärkung ber, doch er­fordert fie schaltungstechnisch solche Maßnah­men, daß die Abstimmschärfe eines Cchirm- gitterröhren-Empfängers der eines normalen »Ileutrodyn-Empfängers gleicher Schaltung unterlegen ist. Die Laboratorien der emp- fängerbaurnden Firmen haben nicht geruht, diese Forderungen zu erfüllen. Mit an erster Stelle ist hier die Nora-Radio E. m. b. H. zu nennen-, die in ihrem Vierröhren-Schirmgit- ter-Netzempfänger Form S4W für Wechsel­strom und Form 646 für Gleichstrom-Eerate geschaffen hat, die die obigen Forderungen nicht nur erfüllen, sondern noch weit über­treffen.

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Auszeichnung eines Eichener Uni- verfitätsprofefsors. Prof. Dr. Herzog von der Philosophischen Fakultät der Universität Eiehen erhielt die von der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft zur Erinnerung an ihr zehnjähriges Be­stehen geschaffene Medaille verlrehen, die den um die Notgemeinschaftsarbeit besonders verdienten Männern als Aus­druck des Dankes und zugleich als Ee- meinschafts- und Erinnerungs-Zeichen dienen soll.

Diese Männer schufen Seer und Marine:

1. Reibe: die Reichswehrminister Noske 191920, Gehler 192028, ©tönet seit 1928!

2. Reihe: die Chefs der Seeresleitung o. Seeckt 192026. Sene 192630. v. Sammerstem seit 1930.

3. Reihe: die Chefs der Manrineleitung Zenker 192428, Raeder seit 28, Behnke 192024.

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Die gröhte Geslügelausstellung der Welt.

Pom 9.11. Januar 1931 findet in Leip­zig eine Geflügelausstellung statt, die das Interesse der gesamten Geflügelzüchter be­anspruchen wird, dieZubiläums- Nationale'' (Lipsiaschau Leipzig). Aeber 18 000 Nummern konkurieten zu­sammen, eine Höchstleistung, wie sie noch nie eine Ausstellung dieser Art auf der ganzen Welt aufzuweisen hatte. England, das sich bisher rühmen konnte, mit seiner ^Krhstallpalastschau" ist um 4000 Nummern geschlagen. D:e Ausstellung, die im Leipziger Ausftellungsgelände statt- finbet und vom Bund Deutscher Geflügel­züchter veranstaltet wird, weist riesige Ausmaße auf, welche nachfolgende Zahlen beweisen. 151 Bereinigungen wirken zum Teil durch Sonderschauen mit. Die über 18000 Nummern verteilen sich in 3143 Abteilungen. Heber 100 Preisrichter ha­ben das Beste vom Besten auszumustern. Allein 14 Preisrichter beurteilen die Zta- lienerhühner, desgleichen 14 Preisrichter die Wyandotten und 1 Preisrichter die Nhodeländer. Aehnlich liegen die Ver­hältnisse bei den Lauben. Don großem Interesse ist es, daß sich unter den Preis­richtern auch zwei Marburger Herren be­finden. Herr H. Hofmann, Bors, des Marburger Geflügelzuchtvereins, richtet federfühige Zwerge und Herr S. Pfeiffer, Kassierer des Marburger Geflügelzuchtver­eins, richtet schwarze Whandotten.

Ala-Zeitungs-Katalog 1931. Soeben geht uns die reue 56. Ausgabe des Zeitungs-Kataloges der Ala Anzeigen-Altien- gesellschaft zu. Der neue Jahrgang gibt ick gewohnter sorgfältiger Bearbeitung Kenntnis von den im vergangenen Jahre zahlreich er­folgten Neuerscheinungen, Abgängen und Ver­änderungen auf dem Gebiete des Zeitungs­wesens des In- und Auslandes. Das . ge­diegen ausgestattete, sachkundig bearbeitete und trotz des reichen Inhalts handliche Werk ist wie die früheren Ausgaben, ein zu­verlässiger und unentbehrlicher Ratgeber, der jedem Interessenten bei seinen Werbemah- nahmen gute Dienste leisten wird. Die neue Ausgabe des Kataloges wird der Ala zu ihren alten zahlreiche neue Freunde werben.

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Hühnerfarmen im Regierungsbezirk Kassel.

Auf Grund einer bei dem Regierungs­präsidenten gesammelten Statistik befinden sich im Regierungsbezirk KassÄ zur Zett 528 gewerblich betriebene Hühnerfarmen, von denen 116, also mehr als ein Fünftel, im letzten Zähre neu entstanden sind. Die Mehrzahl der Betriebe entfältt auf den Süden des Bezirks. Zn den Kreisen Hanau-Land, Gelnhausen und Fulda-Land liegen 64 bzw. 51 Betriebe, während zum Vergleich auf den Landkreis Kassel nur sieben Hühnerfarmen entfallen, die aller­dings vorwiegend größeren Umfang be­sitzen. Die in früheren Zähren beobachtete einseitige Bevorzugung der amerikanischen Leghornrasse scheint im gleichen Maßstabe nicht mehr anzuhallen. Die Züchter ver­legen sich, wenn auch die genannte Rasse immer noch bei wettern überwiegt, neuer­dings auch auf die Dhodeländerrasse und auf die Rasse der rebhuhnfarbigen Zta- liener. Zm Gegensatz zu der ständig, wach»

** Von Mutterglück und Kinder­freude heißt ein kleines Buch von Helene Christaller, das soeben im Kind & Bucher Verlag, Eietzen, erscheint. In diesen ernsten Betrachtungen schreibt die Verfasserin warm­herzige Worte über das elementare Gefühl des mütterlichen Glücks. Viele Erinnerungen an ihre eigene Jugend machen das Buch besonders interessant. Sie wählte die Briefform, weil, wie fie dem Verlag mitteilte, diese ihr er-, möglichte, persönlicher und herzlicher zu schrer- ben. Ebenso lebendig und überzeugend wie die klugen Worte der Verfafierin find die 25 ganzseitigen Photographien. Sie führen uns in das sonnige Kinderland und zeigen uns sein kleines Volk, wie es weint und lacht. Der Einband (goto auf dunkelblau) wurde von Prof. Steiner-Prag entworfen.

lungen polnischer Räuberhorden, die sich der Duldung polnischer Regierungsstellen erfreuen. Kein Wort der Verurteilung dieser jeder Kultur hohnsprechenden Mar­tern ist zu scharf. Alles, was einen deutschen Namen trägt mutz von den Po­len, deren Verbrechen die gesamte Kultur­welt empören, abrücken, mutz ihnen mit der Verachtung begegnen, die einem sol­chen Volke gebührt.

Die deutschen Jäger, deutsch gesonnen vom ersten bis zum letzten Mann, erblik- ken in der Propaganda des polnischen Verkehrsministeriums eine Provokation unverschämtester Art, lehnen alle Versuche Polens, deutsche Jäger in ihr Land zu locken, auf das entschiedenste ab und wer­den sich nie bereit finden, in einem solchen Lande zu jagen."

Die von polnischen Räuberbanden an Deutschen in Oberschlesien und anderen Orten verübten Gewalttaten gaben dem Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Jazdschutzvereins Alfons. Prinz v. Isen­burg Veranlassung, auf eine Aufforderung des polnischen Verkehrsministeriums, Jagdreisen nach Polen zu veranstalten, eine unmißverständliche Antwort zu er­teilen. Der Präsident des ADJV. wendet sich mit folgender Veröffentlichung an die deutschen Jäger:

Das polnische Verkehrsministerium in Warschau versandet augenblicklich einen in deutscher Srache verfaßten Prospekt an zahlreiche deutsche Jäger und macht in diesem Prospekt für Jagdreisen nach Po­len Propaganda. Dem ADJV. find meh­rere Stücke dieser Werbeschrift eingesandt worden. Hierzu nimmt der ADJV., wie folgt, Stellung: Bei Beschickung der Jpa in Leipzig hatte auch Polen wie. alle anderen Staaten anfangs eine größere Sammelsendung angemeldet und den ent­sprechenden Raum für die Ausstellung polnischer Beutestücke usw. belegt. Kurz vor Eröffnung der Ausstellung sagte jedoch Polen die Beteiligung an der Jpa ab und begründete dies in fadenscheinigster Weise 'damit, daß der deutsche Reichs- autzenminister einer polnischen Veranstal­tung nicht die Beachtung geschenkt habe, die die Polen ihrer Ansicht nach hätten beanspruchen können. Jedenfalls war es offensichtlich, daß der Schritt der Polen ausschließlich von dem diesem Volke eige­nen fanatischen Deutschenhatz dikttert war. Dies zur Illustration, wie die Polen Weidwerk mit Politik verquicken! Augenblicklich gehen durch die gesamte deutsche Presse die Meldungen von den ungeheuerlichen Ereueltaten der Polen in Oberschlesien. Die deutsche Bevölkerung dieses Landes Jidfct unter den MMand-

Frankfurt a. M 30. Dez. Das Ar­beitgeberkartell hat die jetzt gültigen Ge­haltssätze zum Frankfurter Taris der kauf­männischen Angestellten sowie den Aufbau der Gehaltssätze zum 31. Ianuar 1931 gekündigt.

Schwere Schädigung der Frankfurter Danatbank.

Frankfurt a, M., 30. Dez Durch die unberechtigte Kredithergabe durch Angestellte einer Depositenkasse der Darmstädter und Nationalbank ist der Bank beträchtlicher Schaden entstanden. Ohne Wissen der .Bank- leitung wurde einer hiesigen Firma em un­gesicherter Kredit in Höhe von 300 000 Afiark gewährt^ von dem etwa 2 0 0 0 0 0 Mark verloren sein dürsten.. Durch Buchungs­manipulationen hatten die Angestellten ver­sucht, ihr rechtswidriges Verhalten zu ver­schleiern. Nach Aufdeckung ihrer Verfehlun­gen wurden die Beteiligten sofort fristlos entlassen.

finden sich ein Schlafzimmer, eine Küchen­einrichtung und ein Eßzimmer. Der Gewin­ner hat mehr als den verausgabten Betrag in Gestalt der Gewinne zurückerhalten.

Das Eebitz verschluckt.

Ulrichstein, 29. Dez. Der Sohn einer hiesigen Familie verschluckte sein Eebitz. Er mutzte sich. einer Operation unterziehen, da das Eebitz am Magenein­gang stecken geblieben war. Der junge Mann ist g e st o r b e n.

Die Zigarrenfabriken schließen.

Lorch, 30. Dez. Auch hier haben jetzt sämtliche Zigarrenfabriken ihre Betriebe ge­schlossen. (Etroa 7800 Arbeiter und Ar­beiterinnen sind ohne Erwerb. Sie müssen daher auf Grund des neuen Tabaksteuerge­setzes aus Reichsmitteln unterstützt werden. Man rechne aber damit, daß bereits Anfang des nächsten Jahres mehrere Betriebe die Produstion wieder aufnehmen.

er 100 000. Besucher des Hallenbades, jassel 30. Dez. Am 30. Dezember eichte die Zahl der Besucher unseres ien Hallenbades das erste Hundert- öend. Die Leitung der städt. Werke rüßte den 100 000. Besucher, Herrn hner, Kapellmeister inOberbayern", > überreichte ihm ein pafiendes Ee- nk. Für den 200 000. Besucher find h größere Ueberraschungen in Ausficht lommen.

xassel, 30. Dez. Eine Diebes- Schichte mit einem humorvollen 2lus- ng hat sich dieser Tage abgespielt, it Schutze des nächtlichen Dunkels haben der Leipziger Straße Diebe die Scheibe ! Schaukastens eines Lebensmittelge- LfteS eingeschlagen und aus dem Znhalt

Flaschen Rum entwendet, den wahrscheinlich zur Neujahrsfeier ver­luden wollten. Der Geschäftsinhaber rr aber ein vorsichtiger Mann und hatte l Flaschen mit Bre nnspiritus ge­lt, da eine Wasserfüllung zu leicht ge- >ren wäre. Man muß sich das Cr- unen der Spitzbuben vorstellen, als sie ch einer Kostprobe die Feftfiellung ichen mußten, daß sie auf den Leim gangen waren. sHrem Aerger machter ! 'am anderen Tage Luft, daß sie dem eschäftsinhaber eine Katte zusandten mit m Bemerken, daß er in Zukunft solche emeinheiten unterlassen und den Znhalt m Aumflaschen nicht mit Brennspiritus ^tauschen solle. Unterschrieben war die irte mitFünf Genießer".

Vom eigenen Gespann getötet. Sababurg, 30. Dez. Ein 26jähriger espannführer geriet bei dem Versuch, die i irchgehenden Pferde zu halten, unter das efährt, so haß die Räder des Wagens ihm »er den Brustkasten gingen. Der Unglück- he wurde so schwer verletzt, daß er nach j rser Zeit starb. Er hinterläßt Frau und ini».

«istagssitzung in Gießen. Verabschiedung des Voranschlages 1931.

Gießen, 30. Dez. Der Kreistag des reifes Gießen hielt heute eine Sitzung ab, ; der er als erster Kreistag in ganz Hessen Ht Kreishaushaltsooranschlag für das Rcch- mgsjahr 1931 verabschiedete. Der Vor­schlag, der in Einnahmen und Ausgaben it 983 766 gegen 1036 537 Mark im Vor- chre abschließt, wurde mit allen Stimmen egen die eine Stimme des Kommunisten i mehmigt. Gegenüber dem Vorjahr ist z einerlei Steuererhöhung zu ver- -- ichnen. Als bedeutungsvoll ist ferner hcr- i oqul)eben, daß der Kreistag unter den Fehl- etrag von 70 000 Mark in der Kreiskasse, 1 er sich vor etwa IVr Jahren nach dem, Tode es Kreiskasserechners Kauß herausstellte, otgebrungen einen Strich machte, nachdem je Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und er Kreisverwaltung nach dem Verbleib des Selbes und zur Aufklärung der llnterschla- ung keinerlei Ergebnis 'gehabt haben.

Einschränkung des Gießener Stratzsnbahn- betriebs.

Gießen, 30. Dez. Nachdem der Eie- ener Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung -inschränkungsmaßnahmen im Gießener stratzenbahnbetrieb wegen eines llzu großen Fehlbetrags bei liefern städtischen Unternehmen zuge- immt hatte, soll jetzt vom neuen Jahr ch ein Teil des Straßenbahnnetzes bis tuf weiteres außer Betrieb gefetzt werden Md zugleich der Früh- und Spätverkehr tuf dem ganzen Streckennetz in Fortfall ommen. Man erhofft dadurch eine Er- parnis, die wenigstens eine teilweise Minderung des Fehlbetrags und damit er städtischen Zuschußleistung zur Folge laben wird.

ktaatskommissar durch Steuererhöhungen vermieden.

Wetzlar, 30. Dez. Um das Ein- steifen des Staatskommissars zu verwei­len, mußte sich die Stadtverordnetenver- ommlung in einer dringlichen Sitzung mit »er Deckung eines Fehlbetrages von 200 000 Reichsmark befassen. Bürgermei­ster Dr. Bangert teilte mit, daß der Stadt Ivegen ihrer hohen Verschuldung ein wei­terer Aeberbrückungskredtt nicht gewährt werden würde und daß zumindest ein Teil des Fehlbetrages durch Erhöhung der Sealfteuem ab gedeckt werden müßte, wenn man ihn nicht durch den Staatskommissar zwangsweise festgesetzt haben wolle. Die Stadtverordneten beschlossen nach ein­gehender Debatte eine Erhöhung der Lohnfummensteuer von 2100 auf 2 600 Prozent und der Grundvermögens­steuer von 325 auf 350 Prozent. Damit bürfte etwa die Hälfte des Fehlbetrages gedeckt und das Gespenst des Staatskommissars gebannt sein.

Eft» Glückspilz.

B u tz b a ch, 30. Dez. Für den ansehnlichen Betrag von 1700 Mark (!) hatte ein hie­siger Bürger Weihnachtseinkäufe getätigt. Eine entsprechend große Anzahl Weihnachts­lose. die von der Geschäftswelt von einem bestimmten Betrag ab ausgegeben wurden, standen ihm zu. Nicht weniger als 16 Ge­winne fielen auf feine Lasse. Darunter be»

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