Einzelbild herunterladen
 

8271

"bau!«

Das Kind in der Kripp«, das ist der

ogem

i*

8279

3

I

7V

Li

NükvükVk

TagrHWkiW

schlag. R-Nam.-MMlnr 0.40 ®OT. Jever (Rabatt gtll als Sanabalt

vfferte«:G«büdri 25 Pfg. Belege werd« berechnet.

V« Anzelgenpret» beträgt für de» 11 gestalt. Zellemnilltmeter 0.08 ®9Rvfog. kletneAnzelgen und gamlli«anieig« bei Sarzadlung 0.07 ®M. amtliche und aus­wärtige Anzeige» 0.10 ®W Bei schwierigem Latz sowie bei Platz- Ovrschrift »01. Aufschlag.

Gei ns der

Sr.301 65.3af>rg, Mmburg oMn

Stüiitbt

Lün-kHzettuns

Wieder Todesnebel im Maastal.

WieLibre Belgique" meldet, ist in der Umgegend von Lüttich heute vormittag wieder der geheimnisvolle Nebel ausgetre­ten. Ein Todesfall ereignete sich in Til- leur, mehrere schwere Erkrankungen wer­den aus Flemalle »nd ein weniger schwere Fall aus Hermalle-sous-Huy ge­meldet.

Mittwoch, m 24. Dez. MV

Furchtbare Zahlen

Die wachsende Arbeitslosigkeit

Anzeiger für (das frühere kurhefsifche) Oberhessen

Anzeiger bet amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

oberlsMsche Zeitung

Schaft im Betrage von rund 45 Mil- Honen verpfändet worden sein. Dieser Kredit wurde vorläufig nur bis Mitte Mai 1931 bewilligt. Bis dahin soll sich die Stadt entscheiden, ob sie den Kre­dit verlängert haben oder ob sie das Aktienpaket veräußern will.

Str Sttlintr RlllienmttM

Berlin, 24. Dez. Gestern sind auch die Berhandlungen über den restlichen Zwischenkredit Berlins in Höhe von 25 Millionen zum Abschluß gekommen, nach­dem, wie schon berichtet, ein Bankkon­sortium unter Führung der Preußischen Seehandlung der Stadt ebenfalls 25 Mil­lionen zur Verfügung gestellt hat. Ge­geben worden sind die zweiten 25 Mill onen von der kontinentalen Elektrizitäts-Union-A.-G. in Basel, einer Tochtergesellschaft der Preag (Preußische Elektrizitäts-A.-G.), an der auch verschie­dene Schweizer und amerikanische Ban­ken beteiligt find. Für diesen Kredit sol­len der Preag die im Besitz der Stadt befindlichen Aktien der Deutschen Gesell-

r 1.85 I

1.411 ie 0.85 I 15 l.tol

r

ifle .OOetMJW« Sdtimo' * irteint sechsmal wöchentlich. Be« »,gSpr«!s monatlich 2^rt>®M.auS- s^licßl. Zustellungsgebühr, durch y, Post 2.45 ®M. Für etwa durch --,reik,Mas»inendefeN oder eie- jtentaw «reigniffe «--fallend« ettermt« wird tete Ersatz ge* Eet. Verlag. Dr. §. Hitzeroth, Druck der Univ-Buchdrucke«! «,h. Aug. Noch. Markt 21/23. Zttnsprecher: Skr. 54 uud vkr. 55. Postscheckkonto! A«1 Frankfurt -4. M. Sir. 5015. Sprechzeit

Siedaktio» von 1011 */d1 Ube.

WEHEM

Don Prof. Rudolph EckertS.

dersame Sternenlicht eines Kinderauges so verheißungsvoll auch aus dem Stalle von Betzlehem. Die werdende Persönlichkeit kündigt sich an. Der Erlöser der Mensch­heit kann aus größter Armut kommen. Aus seinem Innern kann der Mensch mehr Lebenskraft schöpfen als aus allen äußeren Umständen. Die letzteren bleiben immer Mittel, der Mensch selbst bleibt immer Zweck. Die Gefahr der Veräußerlichung, die es zu allen Zeiten ebenso wie in dec unsrigen gegeben hat, muß immer neu ab­gewandt werden durch diese Besinnung auf das Innerliche, auf das eigentlich Wert­volle, auf das Wunderbare des Lebens. Wo diese Besinnung ist, da ist Kraft und Hoffnung trotz allem, da ist Werden und Zukunft, da strahlt der Stern größter Hoffnungen über der armseligsten Krippe. Da haben Könige Grund, vor solchem inneren Reichtum inmitten äußerer Armut ehrfürchtig in die Knie zu sinken. Lassen wir uns in diesem Sinne das Symbol des heiligen Abends zu Herzen sprechen.

Höhung der Arbeitslosenziffer gegenüber dem Vorjahr beruht auf der besseren Er­fassung der Wohlfahrtserwerbslosen sowie auf den von der wirtschaftlichen Not er­zwungenen Andrang zahlreicher früher nicht als Arbeitnehmer tätiger Kräfte zum Arbeitsmarkt.

Erhöhte Alarmbereitschaft der Berliner Schupo.

Berlin, 24. Dez. Die Berliner Schutzpolizei ist heute, am Weihnachts­heiligabend, inerhöhter Alarmbereit- chaft, weil von kommunistischer Seite aus Weihnachtsspaziergänge" durch die Straßen geplant sind. Da für Berlin noch immer das vom Polzeipräsidenten erlassene Demonstrationsverbot besteht, wird die Schutzpolizei überall dort, wo es zu Ansammlungen oder Ausschreitun­gen kommen sollte, mit starken Kräften eingreifen, um Ruhestörungen zu ver­meiden. An allen Brennpunkten der Stadt werden Abteilungen der Polizei stationiert; außerdem ist ein starker Streifendienst vorgesehen, der auch an den beiden Weihnachtsseiertagen beibe­halten wird.

So steht das Kind in der Krippe mit Recht als Symbol im Mittelpunkt der Helligen Weihenacht. Arme Eltern in der Fremde, denen das Rotdürfttgste fehlt. Ein Kind, das nicht einmal ein Bettchen vorfindet. Die Armut des Stalles, dem alles Trauliche und Behagliche fehlt. Eben dadurch wird der Blick auf das Wesent­liche gelentt. Alle irdischen Werte fehlen. Aber dann bleibt immer moch dieser eine Wert: das Leben selbst! Immer neu quillt Leben aus Leben. Aus Nacht und Not ringt es sich immer wieder empor. Als Licht bricht es aus der dunkelsten 'Nacht. Wir wollen die Menschen gewiß nicht schelten, wenn sie sich prakttsch um die Besserung ihrer Lebenshaltung bemühen; wenn Vater und Mutter um Besitz und Einkommen besorgt sind; wenn das Haus so behaglich wie möglich ausgestattet wer­den soll. And ttotzdem: das Sinnen und Trachten der Menschen soll nicht aufgehen in dieser Umrahmung des Lebens, soll über der Umrahmung nicht das Leben selbst vergessen. Deshalb strahlt das wun»

Deihnachtsfeste etwas von seiner reli­giösen Weihe, wenn wir derarttge soziale Betrachtungen mit ihm verknüpfen und die Familie als Errungenschaft und Einnch- tung der kulturgeschichtlichen Entwicklung zum Gegenstand der Feier machten. Abe r vir haben doch wohl auch ein Recht dazu. Dir haben mehr Recht dazu, als andere zur Herabwürdigung der Familie oder auch nur zu ihrer spießbürgerlichen Auf­fassung. Man kann sich gewiß unter Fa­milie auch etwas sehr Enges, Ledernes, sehr Oberflächliches vorstellen. Es gibt banausischen Familienegoismus, es gibt auch stumpfsinniges und unerfreuliches Fa­milienleben, es gibt falsche Familienpietät und erzwungenes oder erkünstelles Fa­milienleben. So oft aber auch die eine oder die andere Krittk dem Einzelfall ge­genüber angewendet werden kann, so we­nig trifft sie das Wesen der Sache.

Im Mittelpuntt der Familie steht das Wunder. Das Wunder ist unmittelbar aus dem Arsttom des ewigen Lebens, der die Well zeugte und der die Welt trägt. Denn wir Menschen erst einmal zum Le­ben geboren sind, können wir viel. Wir bändigen die getoaltigften Naturkräfte, und wir erfinden die sinnreichsten Appa­rate. Niemals aber können wir das Leben schaffen. Wir können Leben zerstören. Dir können uns selbst das Leben nehmen. Dir können lebendige Kräfte regeln und beherrschen. Aber das Leben selbst ist und bleibt das Rätsel, bleibt das Wunder. Und das Menschenleben bleibt aller Rät­sel bedeutendstes. Im Schoße der Familie tritt es in Erscheinung. Da entfaltet es sich, da bekommt es Gehalt und Richtung. Die Familie als Trägerin des Lebens» vunders, das ist der wirllich heilige Ge­genstand, über den es einmal ernst nach- zudenken lohnt; der würdig ist, daß seinet­wegen ein hohes Fest gefeiert wird. Ge­rade der religiöse Charakter des Weih-' nachtsfestes und nur er kann dieser Seite des Familienproblems gerecht werden.

wertvoll, sich auf diesen Sinn des Festes zu besinnen in den heurigen Tagen, wo über das Problem der Ehe und der Fa­milie soviel hin- und herdiskuriert wird, in Zeitungen und Büchern, in Parlamen­ten und Versammlungen. Droht uns da nicht manchmal vor lauter psychologischen und soziologischen Aeberfeinerungen der Eedanke an das Einfachste und ©lernen» rste verloren zu gehen?

Das hllflose Kind! Ist nicht allein durch lese Tatsache schon das Band zwischen dem kleinen neugeborenen Geschöpf und inem Paar erwachsener Menschen unlös- geknüpst? Wenn wir das neue Leben vollen, wenn wir überhaupt Leben wollen und nicht Untergang, müssen wir nicht nn das Kind bejahen? Wo aber das Kind ist, da ist die Familie. Gewiß, auch

sie hat sich erst aus recht primitiven An- |nQ fangsstadien zu der fleinen Kulturwelt von ä heute entwickelt. Sollte es aber wirllich ein Gew nn sein, wenn sie sich nun wieder aus den berechneten und veredelten Ver- l hältnissen von heute in die Primitivität simpelster Beziehungen zurückentwickelte?

Es könnte scheinen, als nähmen wir dem

V e r l i n, 23. Dez. Zn der ersten Hälfte des Monats Dezember hat nach dem Be­richt der Reichsanstalt für Arbeitsvermitt­lung und Arbeitslosenversicherung die Zunahme der Arbeitslosigkeit aus überwiegend jahreszeitlichen Gründen wei­ter angehalten, jedoch wiederum nicht das­selbe Ausmaß erreicht, wie in der glei­chen Zeit des Vorjahres. Die Hauptunter­stützungsempfänger zeigen vom 30. Novem­ber bis 15. Dezember eine Zunahme um rund 158 000 auf rund 1946 000 in der Arbeitslosenversicherung, um rund 37 000 auf 603 000 in der Krisenfürsorge. In der entsprechenden Zeit des Vorjahres belief sich der Zugang an Hauptunterstutzungs- empfänger in der Arbeitslosenversicherung auf 233 000, womit am 15. 12. 1929 ein Stand von rund 1433 000 erreicht wurde. Die Zahl der Arbeitslosen belief sich am 30 November auf rund 3,7 Millionen (be­richtigte Zahl); bei der Zählung am 15. Dezember ergab sich ein Anwachsen um rund 278 000 auf rund 3977000. Die entsprechende Zahl Mitte Dezember des Vorjahres belief sich (nach einer Zuna^ne um rund 326 000) auf rund 2 362 000. Em nicht genau erfaßbarer Teil der Ueber-

Soge »er Serge

Von Dr. Cremer, M. d. R.

In hunderttausend deutschen Familien wird in diesem Jahre der Lichterschein des Weih­nachtsbaums fehlen; mehr als 3^ Millionen Arbeitsloser bedeuten ein in Deutschland taum dagewesenes Maß schmerzlicher Ent­behrungen nicht nur für die unmittelbar Be­troffenen und ihre Familien, sondern darüber hinaus für noch viel weitere Kreise, deren wirtschaftliche Existenz unmittelbar von der Eesamtlage der breiten Maßen der Bevölke­rung abhängt. Wenn das Institut für Kon­junkturforschung den Gesamtbetrag des Lohn­ausfalls im laufenden Jahre um 4 Milliarden Mark höher als int Vorjahre errechnet, so be­deutet das zugleich eine entsprechende Ver­minderung der Umsätze aller Gegenstände des täglichen Lebensbedarfs, aus der in Verbin­dung mit der weiter gesteigerten Steuerlast sich eine Einschränkung des Verdienstes der handel- und gewerbetreibenden Mittelschich­ten in einem prozentual nach wie vor höherem Umfange ergibt, als die Gehalts­kürzung und Lohnsenkung die öffentlichen und privaten Arbeitnehmer trifft Noch stärker als die Produktion der zum Konsum bestimm­ten Waren ist die Produktion der Gegen­stände zurückgegangen, die dem Produktions­prozeß selbst und dem Verkehr dienen. Der überall stockende Absatz zwingt, die Gefahr ins Auge zu faßen, daß das wirtschaftliche Leben noch weiter einschrumpft, und die Not und die Arbeitslosigkeit sich in den nächsten Monaten noch weiter vermehren.

Eine solche Lage läßt der Freude des Festes wenig Raum; umsomehr nötigt sie zu ernster Selbstprüsung und zur Vorbereitung notwendiger Entschlüße für die Zukunft. Man macht sich die Erkenntnis der Ursachen der heutigen Sage zu leicht, wenn man sie nur aus der Tatsache des verlorenen Krieges, der sich daran anschließenden Revolution und des Friedensdiktats erklären will, oder der seit jener Zeit getriebenen mehr oder weniger zwangs­läufigen Außenpolitik des Reiches die Schuld an den gegenwärtigen Schwierigkeiten gibt. Ein Blick auf die int Weltkriege siegreichen Völker, die keine Revolution, kein Friedens­diktat erfuhren, sondern mit Gebietszuwachs und Kriegsentschädtgungen aus dem Völker­ringen hervorgingen, zeigt, daß auch bei jenen Wirtschaftsnot, Finanznot und soziale Not die Gegenwart beherrschen, und zwar so gut im Musterland des parlamentarischen Systems, England, wie im Musterland des faschistischen Systems, Italien. Aber auch der Hinweis auf die unzweifelhaft allgemein be­stehende Krise der Weltwirtschaft kann die deutsche Not der Gegenwart nicht voll er­klären. Deutschland ist weniger als andere Länder von der eigentlichen Weltwirtschafts- frife betroffen; es hat seine Ausfuhr int Jahre 1930 fast restlos behaupten können, und seine Einfuhr weniger der Menge als dem Werte nach vermindert. Die Rohstoffländer England und Amerika erscheinen weit stärker durch die Weltwirtschaftskrise betroffen als wir. Demnach müßen wichtige innerdeutsche Ursachen einen erheblichen Anteil an der in Deutschland herrschenden tiefen Depression haben.

Mag man mit mehr oder weniger Recht da­von überzeugt sein, daß der außenpolitische, auf Deutschland lastende Druck nur durch Zu­sammenwirken mit anderen Völkern schritt­weise zu bebeben ist, mag man die Beseiti­gung der Ursachen der Weltwirtschaftskrise nur durch eine große Anzahl von Einzelmatz­regeln für möglich halten, die teils durch Sie Wirtschaft selbst, teils durch die Wirtschafts­politik der sämtlichen beteiligten Völker durchzusetzen sind die Ausräumung der innerdeutschen Ursachen bet deutschen Not ist auf alle Fälle eine deutsche Aufgabe, für deren Lösung das deutsche Volk niemand an­ders als sich selbst verantwortlich machen kann. Wir leiden in dieser Beziehung unter den Folgen einer Ausgabewirtschaft, die feit der Wiederherstellung der festen Währung bei allen öffentlichen Stellen, vom Reich bis her­unter zur kleinsten Gemeinde, in wachsendem

Fast 4 Millionen Arbeitslose

Dr. Curtius verzichtet auf den Vorsitz in Genf

; Mittelpunkt des Weihnachtsfestes. Heber» f®i all grüßt uns dieses Symbol, in Papier ilartei oder Holz, als Bild oder Lied, aus Fa- ft etti Mlientischen und in Festsälen. Bei dem "Nid« Kinde die Eltern, und anbetend um sie herum eine Welt. So wird dem Weih- »achtsfeste der Eharakter gegeben als Fest her Familie. Vielleicht ist es doppelt

-ir.