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Lün-kHzettuns
Wieder Todesnebel im Maastal.
Wie „Libre Belgique" meldet, ist in der Umgegend von Lüttich heute vormittag wieder der geheimnisvolle Nebel ausgetreten. Ein Todesfall ereignete sich in Til- leur, mehrere schwere Erkrankungen werden aus Flemalle »nd ein weniger schwere Fall aus Hermalle-sous-Huy gemeldet.
Mittwoch, m 24. Dez. MV
Furchtbare Zahlen
Die wachsende Arbeitslosigkeit
Anzeiger für (das frühere kurhefsifche) Oberhessen
Anzeiger bet amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
oberlsMsche Zeitung
Schaft im Betrage von rund 45 Mil- Honen verpfändet worden sein. Dieser Kredit wurde vorläufig nur bis Mitte Mai 1931 bewilligt. Bis dahin soll sich die Stadt entscheiden, ob sie den Kredit verlängert haben oder ob sie das Aktienpaket veräußern will.
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Berlin, 24. Dez. Gestern sind auch die Berhandlungen über den restlichen Zwischenkredit Berlins in Höhe von 25 Millionen zum Abschluß gekommen, nachdem, wie schon berichtet, ein Bankkonsortium unter Führung der Preußischen Seehandlung der Stadt ebenfalls 25 Millionen zur Verfügung gestellt hat. Gegeben worden sind die zweiten 25 Mill onen von der kontinentalen Elektrizitäts-Union-A.-G. in Basel, einer Tochtergesellschaft der Preag (Preußische Elektrizitäts-A.-G.), an der auch verschiedene Schweizer und amerikanische Banken beteiligt find. Für diesen Kredit sollen der Preag die im Besitz der Stadt befindlichen Aktien der Deutschen Gesell-
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Don Prof. Rudolph EckertS.
dersame Sternenlicht eines Kinderauges so verheißungsvoll auch aus dem Stalle von Betzlehem. Die werdende Persönlichkeit kündigt sich an. Der Erlöser der Menschheit kann aus größter Armut kommen. Aus seinem Innern kann der Mensch mehr Lebenskraft schöpfen als aus allen äußeren Umständen. Die letzteren bleiben immer Mittel, der Mensch selbst bleibt immer Zweck. Die Gefahr der Veräußerlichung, die es zu allen Zeiten ebenso wie in dec unsrigen gegeben hat, muß immer neu abgewandt werden durch diese Besinnung auf das Innerliche, auf das eigentlich Wertvolle, auf das Wunderbare des Lebens. Wo diese Besinnung ist, da ist Kraft und Hoffnung trotz allem, da ist Werden und Zukunft, da strahlt der Stern größter Hoffnungen über der armseligsten Krippe. Da haben Könige Grund, vor solchem inneren Reichtum inmitten äußerer Armut ehrfürchtig in die Knie zu sinken. Lassen wir uns in diesem Sinne das Symbol des heiligen Abends zu Herzen sprechen.
Höhung der Arbeitslosenziffer gegenüber dem Vorjahr beruht auf der besseren Erfassung der Wohlfahrtserwerbslosen sowie auf den von der wirtschaftlichen Not erzwungenen Andrang zahlreicher früher nicht als Arbeitnehmer tätiger Kräfte zum Arbeitsmarkt.
Erhöhte Alarmbereitschaft der Berliner Schupo.
Berlin, 24. Dez. Die Berliner Schutzpolizei ist heute, am Weihnachtsheiligabend, in „erhöhter Alarmbereit- chaft, weil von kommunistischer Seite aus Weihnachtsspaziergänge" durch die Straßen geplant sind. Da für Berlin noch immer das vom Polzeipräsidenten erlassene Demonstrationsverbot besteht, wird die Schutzpolizei überall dort, wo es zu Ansammlungen oder Ausschreitungen kommen sollte, mit starken Kräften eingreifen, um Ruhestörungen zu vermeiden. An allen Brennpunkten der Stadt werden Abteilungen der Polizei stationiert; außerdem ist ein starker Streifendienst vorgesehen, der auch an den beiden Weihnachtsseiertagen beibehalten wird.
So steht das Kind in der Krippe mit Recht als Symbol im Mittelpunkt der Helligen Weihenacht. Arme Eltern in der Fremde, denen das Rotdürfttgste fehlt. Ein Kind, das nicht einmal ein Bettchen vorfindet. Die Armut des Stalles, dem alles Trauliche und Behagliche fehlt. Eben dadurch wird der Blick auf das Wesentliche gelentt. Alle irdischen Werte fehlen. Aber dann bleibt immer moch dieser eine Wert: das Leben selbst! Immer neu quillt Leben aus Leben. Aus Nacht und Not ringt es sich immer wieder empor. Als Licht bricht es aus der dunkelsten 'Nacht. Wir wollen die Menschen gewiß nicht schelten, wenn sie sich prakttsch um die Besserung ihrer Lebenshaltung bemühen; wenn Vater und Mutter um Besitz und Einkommen besorgt sind; wenn das Haus so behaglich wie möglich ausgestattet werden soll. And ttotzdem: das Sinnen und Trachten der Menschen soll nicht aufgehen in dieser Umrahmung des Lebens, soll über der Umrahmung nicht das Leben selbst vergessen. Deshalb strahlt das wun»
Deihnachtsfeste etwas von seiner religiösen Weihe, wenn wir derarttge soziale Betrachtungen mit ihm verknüpfen und die Familie als Errungenschaft und Einnch- tung der kulturgeschichtlichen Entwicklung zum Gegenstand der Feier machten. Abe r vir haben doch wohl auch ein Recht dazu. Dir haben mehr Recht dazu, als andere zur Herabwürdigung der Familie oder auch nur zu ihrer spießbürgerlichen Auffassung. Man kann sich gewiß unter Familie auch etwas sehr Enges, Ledernes, sehr Oberflächliches vorstellen. Es gibt banausischen Familienegoismus, es gibt auch stumpfsinniges und unerfreuliches Familienleben, es gibt falsche Familienpietät und erzwungenes oder erkünstelles Familienleben. So oft aber auch die eine oder die andere Krittk dem Einzelfall gegenüber angewendet werden kann, so wenig trifft sie das Wesen der Sache.
Im Mittelpuntt der Familie steht das Wunder. Das Wunder ist unmittelbar aus dem Arsttom des ewigen Lebens, der die Well zeugte und der die Welt trägt. Denn wir Menschen erst einmal zum Leben geboren sind, können wir viel. Wir bändigen die getoaltigften Naturkräfte, und wir erfinden die sinnreichsten Apparate. Niemals aber können wir das Leben schaffen. Wir können Leben zerstören. Dir können uns selbst das Leben nehmen. Dir können lebendige Kräfte regeln und beherrschen. Aber das Leben selbst ist und bleibt das Rätsel, bleibt das Wunder. Und das Menschenleben bleibt aller Rätsel bedeutendstes. Im Schoße der Familie tritt es in Erscheinung. Da entfaltet es sich, da bekommt es Gehalt und Richtung. Die Familie als Trägerin des Lebens» vunders, das ist der wirllich heilige Gegenstand, über den es einmal ernst nach- zudenken lohnt; der würdig ist, daß seinetwegen ein hohes Fest gefeiert wird. Gerade der religiöse Charakter des Weih-' nachtsfestes und nur er kann dieser Seite des Familienproblems gerecht werden.
wertvoll, sich auf diesen Sinn des Festes zu besinnen in den heurigen Tagen, wo über das Problem der Ehe und der Familie soviel hin- und herdiskuriert wird, in Zeitungen und Büchern, in Parlamenten und Versammlungen. Droht uns da nicht manchmal vor lauter psychologischen und soziologischen Aeberfeinerungen der Eedanke an das Einfachste und ©lernen» rste verloren zu gehen?
Das hllflose Kind! Ist nicht allein durch lese Tatsache schon das Band zwischen dem kleinen neugeborenen Geschöpf und inem Paar erwachsener Menschen unlös- geknüpst? Wenn wir das neue Leben vollen, wenn wir überhaupt Leben wollen und nicht Untergang, müssen wir nicht nn das Kind bejahen? Wo aber das Kind ist, da ist die Familie. Gewiß, auch
sie hat sich erst aus recht primitiven An- |nQ fangsstadien zu der fleinen Kulturwelt von ä heute entwickelt. Sollte es aber wirllich ein Gew nn sein, wenn sie sich nun wieder aus den berechneten und veredelten Ver- l hältnissen von heute in die Primitivität simpelster Beziehungen zurückentwickelte?
Es könnte scheinen, als nähmen wir dem
V e r l i n, 23. Dez. Zn der ersten Hälfte des Monats Dezember hat nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung die Zunahme der Arbeitslosigkeit aus überwiegend jahreszeitlichen Gründen weiter angehalten, jedoch wiederum nicht dasselbe Ausmaß erreicht, wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Hauptunterstützungsempfänger zeigen vom 30. November bis 15. Dezember eine Zunahme um rund 158 000 auf rund 1946 000 in der Arbeitslosenversicherung, um rund 37 000 auf 603 000 in der Krisenfürsorge. In der entsprechenden Zeit des Vorjahres belief sich der Zugang an Hauptunterstutzungs- empfänger in der Arbeitslosenversicherung auf 233 000, womit am 15. 12. 1929 ein Stand von rund 1433 000 erreicht wurde. Die Zahl der Arbeitslosen belief sich am 30 November auf rund 3,7 Millionen (berichtigte Zahl); bei der Zählung am 15. Dezember ergab sich ein Anwachsen um rund 278 000 auf rund 3977000. Die entsprechende Zahl Mitte Dezember des Vorjahres belief sich (nach einer Zuna^ne um rund 326 000) auf rund 2 362 000. Em nicht genau erfaßbarer Teil der Ueber-
Soge »er Serge
Von Dr. Cremer, M. d. R.
In hunderttausend deutschen Familien wird in diesem Jahre der Lichterschein des Weihnachtsbaums fehlen; mehr als 3^ Millionen Arbeitsloser bedeuten ein in Deutschland taum dagewesenes Maß schmerzlicher Entbehrungen nicht nur für die unmittelbar Betroffenen und ihre Familien, sondern darüber hinaus für noch viel weitere Kreise, deren wirtschaftliche Existenz unmittelbar von der Eesamtlage der breiten Maßen der Bevölkerung abhängt. Wenn das Institut für Konjunkturforschung den Gesamtbetrag des Lohnausfalls im laufenden Jahre um 4 Milliarden Mark höher als int Vorjahre errechnet, so bedeutet das zugleich eine entsprechende Verminderung der Umsätze aller Gegenstände des täglichen Lebensbedarfs, aus der in Verbindung mit der weiter gesteigerten Steuerlast sich eine Einschränkung des Verdienstes der handel- und gewerbetreibenden Mittelschichten in einem prozentual nach wie vor höherem Umfange ergibt, als die Gehaltskürzung und Lohnsenkung die öffentlichen und privaten Arbeitnehmer trifft Noch stärker als die Produktion der zum Konsum bestimmten Waren ist die Produktion der Gegenstände zurückgegangen, die dem Produktionsprozeß selbst und dem Verkehr dienen. Der überall stockende Absatz zwingt, die Gefahr ins Auge zu faßen, daß das wirtschaftliche Leben noch weiter einschrumpft, und die Not und die Arbeitslosigkeit sich in den nächsten Monaten noch weiter vermehren.
Eine solche Lage läßt der Freude des Festes wenig Raum; umsomehr nötigt sie zu ernster Selbstprüsung und zur Vorbereitung notwendiger Entschlüße für die Zukunft. Man macht sich die Erkenntnis der Ursachen der heutigen Sage zu leicht, wenn man sie nur aus der Tatsache des verlorenen Krieges, der sich daran anschließenden Revolution und des Friedensdiktats erklären will, oder der seit jener Zeit getriebenen mehr oder weniger zwangsläufigen Außenpolitik des Reiches die Schuld an den gegenwärtigen Schwierigkeiten gibt. Ein Blick auf die int Weltkriege siegreichen Völker, die keine Revolution, kein Friedensdiktat erfuhren, sondern mit Gebietszuwachs und Kriegsentschädtgungen aus dem Völkerringen hervorgingen, zeigt, daß auch bei jenen Wirtschaftsnot, Finanznot und soziale Not die Gegenwart beherrschen, und zwar so gut im Musterland des parlamentarischen Systems, England, wie im Musterland des faschistischen Systems, Italien. Aber auch der Hinweis auf die unzweifelhaft allgemein bestehende Krise der Weltwirtschaft kann die deutsche Not der Gegenwart nicht voll erklären. Deutschland ist weniger als andere Länder von der eigentlichen Weltwirtschafts- frife betroffen; es hat seine Ausfuhr int Jahre 1930 fast restlos behaupten können, und seine Einfuhr weniger der Menge als dem Werte nach vermindert. Die Rohstoffländer England und Amerika erscheinen weit stärker durch die Weltwirtschaftskrise betroffen als wir. Demnach müßen wichtige innerdeutsche Ursachen einen erheblichen Anteil an der in Deutschland herrschenden tiefen Depression haben.
Mag man mit mehr oder weniger Recht davon überzeugt sein, daß der außenpolitische, auf Deutschland lastende Druck nur durch Zusammenwirken mit anderen Völkern schrittweise zu bebeben ist, mag man die Beseitigung der Ursachen der Weltwirtschaftskrise nur durch eine große Anzahl von Einzelmatzregeln für möglich halten, die teils durch Sie Wirtschaft selbst, teils durch die Wirtschaftspolitik der sämtlichen beteiligten Völker durchzusetzen sind — die Ausräumung der innerdeutschen Ursachen bet deutschen Not ist auf alle Fälle eine deutsche Aufgabe, für deren Lösung das deutsche Volk niemand anders als sich selbst verantwortlich machen kann. Wir leiden in dieser Beziehung unter den Folgen einer Ausgabewirtschaft, die feit der Wiederherstellung der festen Währung bei allen öffentlichen Stellen, vom Reich bis herunter zur kleinsten Gemeinde, in wachsendem
Fast 4 Millionen Arbeitslose
Dr. Curtius verzichtet auf den Vorsitz in Genf
;• Mittelpunkt des Weihnachtsfestes. Heber» f®i all grüßt uns dieses Symbol, in Papier ilartei oder Holz, als Bild oder Lied, aus Fa- ft etti Mlientischen und in Festsälen. Bei dem "Nid« Kinde die Eltern, und anbetend um sie herum eine Welt. So wird dem Weih- »achtsfeste der Eharakter gegeben als Fest her Familie. Vielleicht ist es doppelt
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