Einzelbild herunterladen
 

Ö

Dienstag, »en 16, M1930

©le .OlxrheMch« 3-Umig' » rtefttt sechsmal vöchrnUtch. 8*> ,ugrPk«i« monatlich 2 210GM.an* sihließl. ZustelluagSgebühr. durch

Post 2.45 GM. gär etwa durch Strrtk, Maschtnrndrfrkt ebet tk- pent»« Ereignisse anSsallrnbe (gannaew wird tetn Ersatz ge­leistet. Verlag, Dr. 6. -ttzerot-, ©emf der Unid-Vuchdruckeret je», glug Aoch, Markt 21/23« Fernsprecher: Nr.54 mid Sir. 55. «ostscheckkoato: «ml Frankfurt e.<0t. Sir. 5015. - Sprech,ett der Redaktion 6 en 1011 und

1 Uhr.

öberticssische

,zt, ragkSmMm X H/ fi lug LandMiüms

Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhessen

St 294 65. Mrff Marburg a.Mn

Der Anzeigenpreis beträgt für »en 11 gespalt. Zeilemnlllimeter 0.08®9Ävfog. kleine Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 ®92Z amtliche und «n«- wLrtlge Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bet Platz, tzorschrlft 60°k Aufschlag Sannnelanzeigen 100*1« Auf­schlag. Reklam.-Mtlltm. 0.40 GM. Zeder Rabatt gilt al« Barrabatt.

Ziel 5 Tage.

0fferteu:GebLhr! 25 Pfg Belege werden berechnet. Erfilllungsorl Marburg.

'isch. jrel

lack1

florier

61891

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Poincare liegt im Sterben

Der Ministerpräsident durch einen Schlaganfall halbseitig gelähmt?

IT.

eib-

Die Preissenkungsaktion

Aufstand und Generalstreik

ine«

Eine wichtige KabineLtssitzung

Standrecht in Spanien

satzteile

:o bis

M

Der 80 jährige Poincare

weiter

In der heute nachmittag, wie angekündigt, ftattfindendeu Sitzung des Kabinettsaus- Ichusses für die Preisabbauaktion

einen Schlaganfall znrück- Er soll in ein Krankenhaus werden. Segen Mitternacht der Zustand de« Patienten verschlimmert. In Paris

ruug aus zuführe«, überführt

Hunts zu Worte kommen; auherdem der Aeichsbankpräfident Dr. Luther, der preu­ßische Handelsminister Dr. Schreiber und der Präsident des Deutschen Städtetages Dr. Malert. Die Sitzung wird als die wich­tigste angesehen, die die Reichsregierung in der nächsten Zeit hält, da man sich auf allen Gelten darüber einig ist, daß von einem «schen und greifbaren Erfolg dieser Aktion auch für die Stellung des Kabinetts im gan-

w

30 bis M.

Mi

b: Nr., Ifflffllri

rklich

KM rien

Poincar/ schwer erkrankt.

Ministerpräsident a.D. P-incar^ift seit Sonnabend schwer erkrankt. Rach Parise, Meldungen ist die Berschlimme-

Rach de« am Montag abend aus Spa­nien in Paris vorliegenden Nachrichten, ist der Belagerungszustand im ganzen Lande verhängt worden. Eisenbahnsahr- karten werde» an Reisende nicht mehr ver­abfolgt. Die telephonischen Perbindun- dunge« mit Nordspanien sind unterbro­chen. Zn Barcelona soll der angekündigte Seneralstreik mißlungen sein. Abgesehen von stärkeren Polizeiaufgeboten bietet die Stadt das übliche Bild. Bon amtlicher spanischer Seite verlautet, daß die revolu­tionäre Bewegung, die om Montag mor­gen in Sa» Sebastian zum Ausdrnckkam, innerhalb kurzer Zeit unterdrückt worden sei. Die Regierung betont, daß die Auf­stände in Zaca und San Sebastian rein örtliche« Charakter hätten. Zn Mahrid

g.

rstr. 4. i steil

läutet.

Moskau, 15. Dez. (Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Zentralerekutivkomitee und Bolkskommissariat der Sowjetunion haben beschlosien, die Kommissariate für innere Angelegenheiten in den Bundesrepu­bliken und den autonomen Rätestaaten aufzu­heben. An ihre Stelle treten im Anschluß an die Volkskommisiarenräte der Bundesrepu­bliken und der autonomen Republiken 1. Zen­tralverwaltungen für Kommunalwirtschaft und 2. Miliz- und Kriminalverwaltungen. Die Gefängnisse werden den einzelnen Justiz- kommisiariaten unterstellt. Die allgemeine Leitung der Standesämter, die Naturali­sationsangelegenheiten, die Ausstellung von Auslandspäsien und die Regelung der Rechts­lage der Sowjetländer werden dem Präsi­denten des Zenüalexekutivkomitees über­tragen.

herrscht Ruhe. Zn Gibraltar ist eine grös Here Anzahl von flüchtigen spanischen Re­publikanern eingetrosse«. Sie berichten, dah die Zivilgarde in alle« spanischen Städten in der Nähe von Gibraltar repu­blikanische Führer verhaftet habe. Die Madrider Negierung habe eine Abteilung Zivilgarde aus Marokko nach Spanien beordert. Zn Gibraltar verlautet, dah die spanische Regierung auch die Absicht habe, Truppen der Fremdenlegion nach Spa- nie« zu verschieben. Die Artillerie habe jedoch gedroht, jedes Schiff zu bombar­dieren, das mit Truppen au Bord den Hafen »erlasse« sollte.

Gestern vormittag kreisten mehrere Flugzeuge über Madrid und war­fen Kundgebungen, die zum Aufstande aufforderten und drohten, die K a s e r n e n derTruppen, die nicht zur Revolution übergehen würden, mit Bomben zu belegen. Diese Kundgebungen setzten die Bevölkerung in große Aufregung. Die wildesten Gerüchte waren im Umlauf. Wie es scheint, traten 5000 Mann der Besat­zung des FlugplatzesZu den vier Win­den", unter dem Befehl des Generals Queipo del Lano und mehrerer Offiziere, darunter Maj or Fra nco, in den Aust, stand. Sie entwaffneten die Wache des Pulvermagazins und füllten einen Kraft­lastwagen mit Bomben, die sie an Bord mehrerer Flugzeuge brachten.

Eine Abteilung Truppen uninr Ge­neral Orgaz belegte mit Geschützfeuer den Flugplatz, der nach einer halben

Stunde die weihe Fahne hißte.

Queipo del Lano und Franco flüchteten an Bord eines Flugzeuges. Es ist nicht be­kannt, ob die etwa hundert Kanonenschüsse, die gegen den Flugplatz abgefeuert wur­den, Todesopfer gefordert haben. Die Be­wegungscheint" mit einem Mi herfolg geendet zu haben. Sämtliche Führer des Volkshauses haben dieses verlassen, wie es scheint, aus Furcht vor Verhaftung. Das Athenäum in Madrid, dessen umstürzlerische Tättgkeit in der letzten Zeit wohlbekannt ist, wurde geschlossen. Das Standrecht wurde über Madrid und Umgebung verhängt. Die Hauptstadt zeigt bis jetzt fein verändertes Bild. In an­deren Provinzen, wie z. B. in Sevilla, hatte der Versuch eines Streikes keinen Erfolg, und die Truppen blieben re­gierungstreu. Dach den letzten Mel­dungen haben die Behörden ein Extrablatt verteilen lassen, in dem mitgeteilt wird, daß sich die Aufständischen des Flug­platzes um 12.30 Uhr ergeben haben. Einige sind geflüchtet, sie werden von der Gendarmerie und von Husaren verfolgt. Der Flugplatz ist von der Gendarmerie besetzt worden.

Eine HavaSmeldung aus Madrid be­sagt, um 10.30 Uhr habe bei Minister­präsident Derenguer eine Besprechung stattgefunden, an der mehrere Generale teilnahmen. General Balmes, der Sehet der spanischen Suftfahttgruppe, begab sich daraus nach dem zwetten Flugplatz von Madrid, Getose, und ließ von dort aus zwei Abteilungen ausrücken, um den Flug­platzZu den vier Winden" zu beschießen. Als der.Ministerrat um die Mittaasstunde

Die Schulden der Gemeinden

Reichsfinanzminister Dietrich veröffent­licht imB. T." längere Ausführungen über ?as Schuldenwesen der Gemeinden, insbesondere über die Neuregelung der Richt- nnien für die Kreditüberwachung. Einleitend stellt er fest, dah die Verhandlun- mit den Länderregierungen über das »chuldenwesen der Gemeinden abgeschlossen sind. Die kommunalen Verbände hätten sich Sieichfalls an den Arbeiten zur Neuregelung

Rach den neuen Richtlinien, die überein- ffimmend für Inlands- und Ausländsanleihen «nwendung finden sollen, dürfen Darlehen iahen und Anleihen von Gemeinden

nur zur Deckung auherordentlichen Be­darfs und im allgemeinen für werbende

Zwecke

^/genommen werden. Ihr Rückzahlung bei Fälligkeit muh gesichert sein. Die Gemeinden werden in Zukunft der vorherigen Genehmi­gung bet Landesregierung nicht zur Auf- uahme von Anleihen bedürfen, sondern auch jur rechtswirksamen llebernahme von Bürg­schaften und anderen Sicherheiten. Das Ee- Ukhmigungsrecht der Länder ist dabei unange- ?stet geblieben, so dah die Prüfung grund- >atzlich Sache der Länderregierungen bleibt.

Bei Ausländsanleihen und Auslands­krediten

Präsident einen Besuch abstatten, wurden jedoch nicht empfangen. Neben T ar d i e u waren es besonders Barthou, Charon und die beiden Präsidenten von Kammer und Senat, die sich nach dem Zustand Poincar^s erkundigten. Von ver­schiedenen Seiten wird behauptet, daß die Krankheit Poincar6s nichts mit der vor mehreren Monaten überstandenen Operation zu tun habe, sondern daß die allgemeine Körperschwäche lediglich auf die Ueberanstrengungen zurückzuführen sei, die er gelegentlich der letzten Minister­krise durch die zahlreichen Empfänge habe ertragen müssen.

Nach den allerletzten Nachrichten ist der Zustand PoincarSs so besorgniserregend, daß mau das Schlimmste be­fürchtet.

Petit P a t i f i e n will mitteilen können, Poincarä habe eine halb­seitige Lähmung.

Die Krise in Rußland.

-L »erben die verschiedenen an dieser Attio« be-

Die Eehaltsverhandlungen im Berliner Einzelhandel sind, den Blättern Mfolge, ge­scheitert. Die Arbeitgeber erklärten in den Verhandlungen, die Gehälter der Angestellten

10 Prozent kürzen zu müssen. Der einzige schlag, der gemacht werden konnte, sei der,

dah das bestehende Eehaltsabkommen bis zum Januar verlängert würde und daß dann neue Eehaltsverhandlungen stattfinden.

bleibt die bisherige Beratungsstelle bestehen. Sie soll jedoch in Zukunft von der Prüfung des Verwendungszweckes dann absehen, wenn die Landesregierung erklärt, dah der Verwen­dungszweck den Richtlinien über die Auf­nahme von Auslandskrediten entspricht. Fer­ner sollen für die Gemeinden zwei Finanzsach­verständige der Beratungsstelle hinzutreten. Bei den Inlandsanleihen liegt die Prüfung der Bedingungen in erster Linie den Gemein­den selbst ob, die sich zu diesem Zweck in sog. Zentralen Kreditausschüssen zusammengeschlos­sen haben.

Bei dieser Regelung ist dem an sich berech­tigten Verlangen der Gemeinden, es ihrer Selbstoerantwortung zu überlassen, in ihren eigenen Reihen die Ordnung zu halten, Rech­nung .getragen. Mit Hilfe des in die Hand des Vertreters des Reichsfinanzministers ge­legten Widerspruchsrechtes besteht für die Reichsstellen die Möglichkeit, jedem bedenk­lichen Anleihevorhaben entgegenzutteten und ihre Bedenken der Landesregierung zur Kenntnis zu bringen.

. (7934 Mnr rtretng, Repaia-

>12.ff. zen sehr viel abhängt, iibeboi. ! --

rooariul igenrc.1

Die Angestelltenvertreter wiesen die Forde­rung auf zehnprozentigen Eehaltsabbau ab und verlangten zum mindesten eine Verlänge- ua|I lang des Gehaltsabkommens bis zum 28. Fe­ll « bruar 1931.

Der Arbeitgeberverband im Einzelhandel wird zu der Forderung der Angestellten noch einmal Stellung nehmen, doch erklärten die Vertreter des Verbandes gestern schon, dah dieser Vorschlom kaum Annahme bei den an- «eschloss enen Mitgliedsfirmen finden könnte.

ftskh* Die Tarisverhandlungen für den Einzelhandel gescheitert.

Die Ängestelltenorganisationen nahmen am übruni Eibend noch Stellung, wonach eine gemeinsame rPailB Besprechung zwischen den Ängestelltenverbän- * een in ein gen Tagen stattfinden soll.

herrscht große Besorg«,«.

Poincare« Arzt leh«t Erllärunge« ab.

Poincarä wurde gestern abend von seinem Hausarzt dreiviertel Stunden lang untersucht. Der Arzt weigerte sich, beim Verlassen der Wohnung Poincaräs irgend­welche Erklärungen aozugeben. Er gab nur folgenden kurzen Krankheitsbericht aus: Der Zustand Poincarss ist unver­ändert.

Berschlirnmeruttg im Befinden Poincare».

Um 20.45 Uhr ist der Hausarzt Poin- cards wiederum zum Kranken gerufen worden. Der Arzt erklärte den Jour­nalisten:Warten Sie auf keine Erklärung meinerseits, ich werde das Haus Poincar^s nicht verlassen."

Die Tatsache, daß der Hausarzt Poin- carss, Dr. Boidin, kurz nach der am späten Nachmittag erfolgten Untersuchung wieder dringlich ans" Bett Poincar6s zu- rückgerufen wurde und seine Aeußerung, daß er die Nacht dort verbringen wolle, lassen, so heißt es in der Havas-Meldung weiter, befürchten, daß der Zustand des Kranken ernster geworden sei.

lleber das Befinden PoincarSs find in den frühen Morgenstunden des Dienstag die widersprechendsten Gerüchte verbreitet Während die einen behaupten, Poincarä liege bereits in de« letzten Zügen, wollen andere wissen, daß sein Zustand unver­ändert sei. Jedenfalls steht fest, daß sich ein Zustand seit Sonnabend sehr ver- chlimmert hat. In den späten Abend- tunden wollten noch verschiedene hohe Persönlichkeiten dem ehemaligen Minister-

teiligten Instanzen über die bisherige Ent­wicklung und die weiterhin z« treffenden irroerfÜF Rahnahmen Bericht erstatten. In erster Linie eillage werden die Leiter des Reichserniihrungsmini- -ysteme iteeiums und des Reichswirtschaftsministe-

i6