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17 Milliarden Auslandsschulden
zur „Sanierung"
45Io des Volkseinkommens
für öffentliche Lasten
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Tonhalle einen Vortrag über das Thema schwebende wirtschaftliche und finan-
Brüssel, «. Dez. Di« Aerzte. di« »jt L« Omq» zwei Monaten, die unaufgeklärt »Heben,
Untersuchung der rätselhaften Todesfälle bei
sollen gleichfalls Gasvergiftungen gewesen
Gegen den Gehaltsabbau
iel hatte den
ZUM Tode, Kuprianow, Sitnin und Otfch. bin zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Moskau, 7. Dez. Der Oberste Gerichtshof fällte heute abend das Urteil im Prozeß gegen die Mitglieder der Indu- "riexartei: Die Angeklagten Ramsin. Laritschew, Tscharmowski, Kalinnikow und Fedotow wurden
Wthc
Llmbeszettmig
sein. In Engis sind an 400 Personen ins Krankenhaus gekommen, was aber erst möglich war, nachdem der Nebel das Dorf verlassen hatte. In das bedrohte Gebiet konnte Samstagabend noch niemand eindringen. Vier Ortschaften mit 2000 Einwohnern lagen ganz in den Wolken eingehüllt.
Die Universität Löwen hat eine Studienkommission in das Maastal gesandt. Die neuesten Meldungen bestätigen die Dringlichkeit des Verdachtes, datz eine geheime Eist- gasfabrikation im Maastal betrieben wird.
ff. Paris, 8. Dez. Die rätselhaften Todesfälle bei Lüttich habe» sich auch i» der Rächt zum Sonntag vermehrt. Die Gesamtzahl der Toten beträgt bisher 70. Roch über 100 Personen liegen in den Kranfenhänseru.
Stiege «erden berechnet.
Erfüllungsort Marburg.
St. 287 65. Mm.
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Set Anzeigenpreis beträgt für den ll gestalt. Zetlemnillimeler 0.08 GM-sog. kleine Anzeigen und Zamilienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM. amtliche and en* wärttge Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- dorschrtft 6O*k Aufschlag - Gammelanzeigen tOO'l. Aufschlag. Reklam.-Milltm. 0.40 GM. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt
Die .Dberhesstsche Settmtg* er» scheint sechsmal WSchentllch. Bezugspreis monatlich 2.r0GM.aus» schließ!. Zustellungsgebühr, durch die Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefekt oder elementare Ereignisse ausfallende Kummer» wird kein Ersah geleistet. Verlag, Dr. ff. Httzervth, Druck der Unib-Duchdruckerei Ioh. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54 und 9tr. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion bon 10-11 und Vil—1 Uhr.
Ein Hauptfehler
l Bürokratischer Sozialismus
RvNMS, »en 8. M1930
SbrchMfche Zeitung
„Im Westen nichts Neues" Stundenlange Unruh«, auf dem Rolle«- dorfplatz.
Berlin, 7. Dez. Aus die Nachricht, dah Dr. Göbbels heute eine der Abendvorstellungen im Mozart-Saal, wo der Film „2 m W e st e n nichts Neues" aufgefühtt wird, zu Informationszwecken besuchen würde, hatten sich in der siebenten Abendstunde zahlreiche Trupps von Nationalsozialisten am Nollendorfplatz und in den strahlenförmig vom Nollendorfplatz ausgehenden Straßen versammelt. Während der drei Abendvorstellungen im Mozart-Saal selbst vollkommen ruhig verlaufen sind, dank der starken polizeilichen Besetzung des Saales, kam es auf dem Platz selbst zu zahlreich«» Zusammenstöben zwischen Nationalsozialisten, Polizei und den Elementen, die bei solchen Gelegenheiten nie fehlen. Der Platz mutzte wiederholt unter Anwendung des Gummiknüppels geräumt werden, doch fanden die Demonstranten Unterschlupf im llntergrundbahnhof Nollendorfplatz, aus dem sie dann immer wieder, nachdem die Polizei zurückgcgangen war, hervorbrachen. Gegen 10 Uhr abends wurde ein Schanllokal geräumt, aus dem die Polizeibeamten wiederholt beschimpft und mit Biergläsern beworfen worden waren. In wenigen Minuten war das Lokal von den üblen Gästen befreit. Gegen 11 Uhr war die dritte Vorstellung beendet, sämtliche Besucher wurden in die Motzstratze abgeleitet, um neue Zusammenstötzc zu verhindern. Eine Anzahl von Sistietten wurde ins Polizeipräsidium gebracht.
Lüttich betraut wurden, haben nunmehr festgestellt, dah der schwere Rebel keinerlei Giftgase enthalten habe, und datz die Toten zumeist Herz- und lungenleidende Personen gewesen seien. Ein Arzt behauptet, selbst Beschwerden durch den Rebel empfunden zu haben. Zahlreiche Erkrankten erklärten, dah sie in der Kehle das Gefühl des Brennens verspürt hätten.
Die Lage bat sich bei Lüttich insofern gebessert, als der Rebel abgenommen hat.
Die Zahl der Todesfälle wurde bisher amtlich mit 60 angegeben. Sonntag früh haben sich noch einige Todesfälle ereignet. Polizeilich eingegangene Anzeigen behaupten das Vorhandensein von geheimen Eiftgasfabriken im Maastal. Mehrere Todesfälle in Huy vor
Moskauer Justiz
Wieder fünf Todesurteile
Reichsbund Deutscher Angestellten - Berufs- verbände (RDA.) veranlaßt, zum Sonntag nach den Musiker-SÄen in der Nähe des Aleranderplatzes eine öffenüiche Kundgebung einzuberufen. Heber das Thema: „Kein Gehaltsabbau für Poung-Fron!" sprach der RDA.-Bundesführer Dr. Erich Schmidt,
Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Schiffsuutergang in China. — Hebet 300 Tote
London, 7. Dez. Auf dem Tungtingsee sank in einem Sturm der Dampfer „Sien Tao. 300 Fahrgäste und d i e Schiffsbesatzung sind ertrunken. Nur fünf Personen konnten gerettet werden. Die Ursache wird auf Ueberladung des Schiffes zurückgeführt.
Sieben Häuser durch Erdrutsche zerstört.
20 Personen verletzt.
Athen, 7. Dez. Wie aus Thessalien gemeldet wird, bestätigen sich die Nachrichten über größere Erdrutsche in der Nähe der Stadt Trikkala Sieben. Sieben Häuser sind dabei eingestürzt und völlig zerstört worden, während zahlreiche weitere Häuser stark beschädigt wurden. Der Bevölkerung hat sich eine grosse Panik bemächtigt, da die Zahl der Verwundeten bereits 20 übersteigt und man weitere Erdsenkungen befürchtet. Die Einwohner der geschädigten Ortschaften nächtigen im Freien.
‘ eine Gesamtschuld im Auslande von ■ 17 Milliarden Mark
imfgehäuft hätten. Daß es bei einer solchen Auslandsschuld, bei einer solchen W Zinsenlast unmöglich sei, ^Reparationen ZU v bezahlen, erscheine selbstverständlich. ’ Wenn wir auch gegenwärtig eine aktive Handelsbilanz hätten, so dürften daraus keine Folgerungen im günstigen Sinne , gezogen werden. Denn ein solcher Ueber- schuß stelle sich immer ein, wenn die Industrie, gezwungen durch einen schlechten slnlandsmarkt. Waren um jeden •Br-ets auf den Weltmarkt werfe. Wenn die Frage unserer Ausländsanleihen keiner Lösung entgegengeführt werde, bann Noppe der Aoungplan ganz automatisch. Es sei vielleicht taktisch viel richtiger, so betonte der Redner, nicht gegen den loungplan an sich, sondern gegen die Ausführung des Planes zu Kämpfen. Mit allem Nachdruck wandte sich Schacht gegen die Monovolstellung der Unternehmungen der öffentlichen Hand. 54 Proz. mseres gesamten Volkseinkommens fliegen durch die öffentliche Hand und wür- ■■ ’en von ihr verwaltet. 30 Prozent aller ----■ beschäftigten seien in Betrieben, die von ■■ er öffentlichen Hand kontrolliert werden
Berlin, 7. Dez. Die Kündigung des Eehaltstarffes im Einzelhandl" Reichsbund Deutscher Angeste
Nebel oder Giftgas?
70 Tote in Belgien
- in Sowjetrußland nur 15 Proz. Das edeute. daß wir in Deutschland das aus- esprochene Fürsorgesystem für den Ein- elbürger hätten.
Man müfle die Unternehmungen der öffentlichen Hand zum anständigen Wettbewerb mit der Privatwirtschaft verpflichten.
lit aller Schärfe wandte sich Dr. Schacht chließlich gegen.die Bestrebungen, wie sie »ielfach auch in Zeitschriften vertreten eien, den fehlenden Lebensraum durch linen freiwilligen Verzicht auf die Volks-
Lsndcm und Pari« znm Ausgang de« Kantfbu Prozesses.
Das Urteil im Moskauer Ramsin-Prozetz wird in der Londoner Presse fast durchweg scharf verurteilt. Seit langem habe das Gewissen der Welt, wie die „Morning- Post" ausführt, nicht einen solchen schweren Schlag wie jetzt erhalten. Die „Times" nennt den Prozeß eine tragische Phase. Es I« 'zunächst klar, datz es sich um eine rein politische Demonstration gehandelt habe. Soweit die Meinung des Auslandes in Betracht komme, habe sich die Verachtung für die Methoden der G. P. U. nur verstärkt. Insofern habe der Prozetz aber seinen Zweck erfüllt, als bei-einem tatsächlichen Kriegsausbruch die öffentliche Meinung der Sowjet- Union und vielleicht auch Leichtgläubige autzerhalb Sowjet-Rutzlands die Ueberzeuaung haben würden, datz. nicht die Sowjets, sondern ihre Feinde die Angreifer seien. Der Hatz gegen das Ausland sei auf gebe itscht. Der Hauptzweck sei aber der gewesen, Sündenböcke für das Versagen des 5-Iahresplanes zu finden. Aehnliche Auffassungen würden vom „D aily Telegraph" und anderen Zeitungen geäutzert.
Die ftanzösische Presse nimmt lebhaften Anteil an dem Ausgang des Moskauer Prozesses. „Pertinar" wendet sich fm „Echo de Paris" scharf gegen den ftan- zösischen und englischen Botschafter in Moskau, deren einzige Informations-Luelle in den Lügenberichten der russischen Presse bestehe. Die unschuldig Verurteilten würden wenigstens nicht umsonst sterben, wenn man in Paris und London einmal die Augen vor der grausamen Wahrheit öffnen würde. Der „Peti'l Parisien" bezeichnet den Moskauer Prozetz als eine Iustizkomödie, die mit großen Unkosten aufgebaut fei, und die nur für die Verurteilten eine Tragödie bedeute.
Rykow wieder in Gnaden ausgenommen?
Kowno, 7. Dez. Die gmtliche Moskauer Telegraphen-Agentur der Sowjetunion meldet, dass der Vorsitzende des Raters der Volkskommissare, Rykow, nach Beendigung seines Urlaubs wieder nach Moskau zurückgekehrt fei und fein Amt übernommen habe.
Die Rückkehr Rylows auf feinem Posten hat in Moskau allgemeines Aussehen erregt. Als er nach der Aufdeckung der Verschwörung der Oppofiitionellen gegen Stalin am 5. November beurlaubt wurde, nahm man an, datz der Urlaub eine Vorstrafe zu seiner endgültigen Amtsenthebung sein werde. Es steht jedoch noch nicht fest, ob Rykow fein Amt für längere Zeit behalten wird.
der u. a. ausführte: Schon einmal, nämlich 1923, hat der Marrismus Deutschland an den Rand des Abgrundes geführt. Bürgerlich-nationale Kreise nahmen damals das Sanierungswerk vor. Aber eines versäumten sie: die gründliche Abrechnung mit dem Marrismus. So konnten sich nach der Stabilisierung Sozialdemokratie und freie Gewerkschaften aufs neue in unserem deutschen Vaterlande breit machen. Das Ergebnis liegt jetzt vor: Massenentlassungen, Lohn- und Gehaltsdruck, Poung-Fron und furchtbarstes soziales Elend, wo wft Hinsehen. Folgende Entschließung wurde angenommen:
„Die am 7. Dezember in Berlin in den Musiker-Sälen versammelten Einzelhandelsangestellten lehnen die Forderung auf Ee- haltsabbau ab. Sie erklären sich zu Opfern bereit, die eine wir kl ich e Sanierung und eine Befreiung unseres deutschen Vaterlandes bringen. Nicht aber zu Opfern, die die Regierung Brüning zur Fortsetzung der Doung-Erfüllung und zur Aufrechterhaltung der marxistischen Herrchafl in Preußen fordert. Die Versammelten sprechen dem Reichsbund Deutscher Angestellten - Berufsoerbände chr vollstes Vertrauen aus und fordern alle Einzelhandelsangestellten auf, sich einzugliedern in den RDA., die Ängestellten- Berufsbewegung der deutschen Freiheitsfront."
Vermehrung zu ersetzen. Ein Volk, das sich freiwillig selbst aufgebe, sei verloren, Für ihn gebe es in der entscheidenden Frage über Leben und Sterben des deutschen Volkes kein Zusammenarbeiten und kein Paktieren mit Parteien, die nicht die sittlichen Grundlagen jedes menschlichen Zusammenlebens erkennen.
aufwiesen und daß diese Belastung heute »cht weniger als 30 Milliarden betrage.
1913 hatten wir 18,5 Prozent unseres l Volkseinkommens an Steuerabgaben und sozialen Lasten abzuführen, während wir in diesem Jahre mindestens 45 Prozent an öffentlichen Lasten abzugeben hätten.
Jn den jüngsten Beratungen sei festgelegt vorden, daß der Etat in den nächsten Wei Jahren nicht erhöht werden solle, das bedeute vielleicht eine Lebensfristung, lber keinen A u f st i e g, der nur durch ie Herabsetzung des Etats erreicht werden könne. Die innere Verschuldung sei mrch die Inflation durchaus nicht besei- igt worden, die Auslandsschulden seien n einem Maße gewachsen, daß wir heute
München, 7. Dez. Anläßlich des 10- jährigen Jubiläums des Wirtschaftsbeirates der Bayerischen Volkspartei hielt der frühere Reichsbankpräsident Dr. Schacht heute vor einem größeren Kreise geladener Gäste im Festsaal der
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zielle Fragen". Dr. Schacht führte u. a. aus, auf finanziellem Gebiet sei wohl als Entscheidendes die Tatsache festzustellen, lv 'L in einer Zeit, wo wir ein großes indes Volk waren, unsere Etats öf- iche Lasten von 8,3 Milliarden Mark