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Schwächung der Mitte
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Auch die S. P. D. hat empfindliche Verluste
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St.2$l 6Z.Mkg.
Marburg «.Lahn
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Heute und morgen:
vfferte»:S«bübr: 25 Pfg Beleg« werden berechnet. ' Erfüllungsort Marburg.
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oberhessische Zeitung
Das Reichskabiaett ist am Sonntag am 16 Uhr zu der — zweimal verschobenen — Kabinettssitzung znsammengetrete», um die neuen Notverordnungen zu beraten. Die erste Notverordnung wird »orausfichtlich heute veröffentlicht werden. Sie enthält die Abändernng der
WZuliverordnung. Der Kanzler legt
Vie .Oberhrstifch« Zritung' er- scheint sechsmal wöchentlich. 2$t» zugsprei« monatlich 2.20GM.aus» schließl. Zustellungsgebühr, durch die Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefekt oder ele« mentare Ereignisse ausfallende Kummern wird kein Ersatz geleistet. Verlag, Dr. §. Httzerotb» Druck der Unib-Duchdruckeret Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54 und Rr. 54- Postscheckkvnw: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. — SprechM der Redaktion von 10—11 an» '/,!—! Uhr.
Montag, »ml. Ser. ISA
ungefähr folgende Punkte enthalten: Die 50 Pfennigs-Gebühr für den Krankenschein wird den Ausgesteuerten und den fünf untersten Klassen der Er-
| Wert darauf jte vor der heutige« Sitzung des Hauptausschusses herauszubringen, der dann feststellen könnte, daß seine we- I sentlichen Wünsche erfüllt sind, womit seine Arbeit dann beendet wäre, ohne daß
Die neuen Notverordnungen
Neuer Ruck nach Rechts in Bremen. Lübeck und Bielefeld
Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhesse«
Anzeigen der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg.
nach der Verfassung ausschließlich vom Reichspräsidenten entschieden wird. Die Veröffentlichung ist heute abend oder morgen früh zu erwarten.
Während man in politischen Kreisen gestern noch mit 2 Notverordnungen rechnete, hat das Kabinett beschlossen, alles i n einer Verordnung zusammen- z u f a s s e n. Die Gründe die dafür ausschlaggebend find, sollen technischer Natur sein.
Die polnischen Regierungsblätter, vor allem die Kattowitzer „Polska Z a ■ chvdnia" und der Krakauer „Kurzer Codzienny" nehmen mit j»YN'l^->n
Tagesspiegel
Die erste Plenarsitzung des Reichstages nach der Pause am Mitt- woch ist auf 3 Ahr nachmittags anberauntt worden. Auf ihrer Tagesordnung steht als erster Punkt die erste Beratung des Etats für 1931. Daneben stehen kleinere Verträge und Anträge auf Strafverfolgung von Abgeordneten auf der Tagesordnung. Wenn inzwischen die Notverordnung der Reichsregierung ergangen ist, so wird sich selbstverständlich auch die Tagesordnung ändern, denn neben den Anttägen auf Aufhebung der Notverordnung werden sicherlich auch Mißtrauens- anttäge gegen die Regierung von der Op- position eingehen. Trotz der Abkehr der Wirtschaftspartei von der Regierung werden Brünings Aussichten für die jetzt kommende parlamentarische Entscheidungsschlacht in parlamentarischen Kreisen als nicht ungünsttg angesehen. Es wird damit gerechnet, dah die sozialdemokratische Fraktion der Regierung eine Mehrheit gegen Aufhebungs- und Mißtrauensanträge verschaffen wird. Der Reichstag könnte dann in die Etatsberatung ein- tteten, und gleich nach der Weihnachts- Pause würden dann die einzelnes Etats vom Haushaltsausschuß in Arbeit genommen werden können.
Wachsende
Opposition
es erst zu Einzelabstimmungen käme.
Zm einzelnen dürfte die Notverordnung
Der „Vorwärts" beschäftigt sich in seinem gestrigen Leitartikel mit der Stellungnahme der Sozialdemokraten zur Notverordnung. Das Blatt schreibt: 3m Reichstag fitzen 107 Nationalsozialisten und 77 Kommunisten, zusammen 184 Abgeordnete, die für eine sachliche Mehrheitsbildung für notwendige Erfordernisse nicht in Dettacht kommen. Soweit diese 184 Abgeordneten ein politisches Ziel haben, ist es die Zerstörung der Demokratie. Von den übrigen bürgerlichen Parteien sind mehrere von der faschistischen Ansteckung ergriffen. Die Ansteckung hat aber nicht alle bürgerlichen Parteien ergriffen, und so gibt es auch keine ausgesprochene faschistische Mehrheit in diesem Neichstag. So ist das Bild des parlamentarischen Schlachtfeldes. Auf diesem Kampfboden muß die Sozialdemokratische Pattei manövrieren. Ihr nächstes Ziel ist immer dasselbe, mag es sich um die Beeinflussung eines parlamentarischen Mehr- heitsbeschlusses oder um die Beeinflussung von Gesetzen handeln, die die gegenwärtige Regierung durch eine Notverordnung zu erlassen gedentt. Sie hat sachliche Arbeit im Interesse der Arbeiterschaft zu leisten, die bestehenden Gesetze zu verbessern, die kommenden in ihrem Sinne zu beeinflussen. Sie hat zu diesem Zweck mit der Reichsregierung verhandelt. Es ist begreiflich, dah sie nicht alles erreicht hat, was sie für notwendig hielt. Trotzdem ist anzunehmen, daß es der hartnäckigen Arbeit der Sozialdemokratie gelungen ist, die Regierung davon zu überzeugen, daß ohne eine weitgehende Abänderung der alten Notverordnung auf eine Verständigung mit der Sozialdemokratie nicht gerechnet werden kann. Wenn auch noch nicht endgültig feststeht, wie die Reichsregierung die alle Notverordnung abändern wird, so sind doch wesentliche 'Milderungen bei dem Arzneischein und anderen 'Bestimmungen der Krankenversicherung, aber auch bei der Arbeitslosenversicherung und insbesondere ber der Kopfsteuer zu erwarten."
genommen;
jetzt soll die Grenze bei 16 Jahre« liege«, so dah also eia Jahrgang mehr unter die Erwerbslosenunterstützung fällt.
Das erfordert schätzungsweise einen Mehrbetrag von 5 Millionen. Außerdem wird die Schankverzehrs st euer fallen, und in den Gemeinden, in denen sie bereits eingeführt ist, wird sie auf den 1. April 1932 begrenzt. Das Bier wird aber auf alle Fälle ausgenommen, da es bereits stark belastet ist. Dazu tritt dann doch eine
Aenderung bet Bürgersteuer.
Sn unterrichteten Kreisen rechnet man «it einer geringeren Unterstufe und einer stärkeren Staffelung in der Mitte. Wie weit noch andere Einzelheiten in dieser Notverordnung geregelt werden, bleibt ab- iuwarten.
Die zweite Notverordnung umfaßt das Finanz- und Wirtschaftspro- ?ramm mit Ausnahme des Steuerverein-
Zugeständnisse an die S. P. D.
Ausdehnung der Arbeitslosenversicherung — Aenderung der Vürgersteuer * Steuer statt Gehaltskürzung
komplex, der durch Notverordnung geregelt werden soll, durchgeführt, sodaß dazu nur noch die redaktionelle Lesung durch die Ressorts zu erledigen ist. Man rechnet damit, daß diese Arbeiten im Laufe des Tages beendet werden können, sodaß der Kanzler heute abend zum Reichspräsidenten gehen könnte, um seine Unterschrift zu erbitten.
Es muß besonders betont werden, daß die Frage, ob ein N o t st a n d gegeben ist,
Sturm auf die Läden
Berlin, 29. Nov. Etwa 100 Erwerbslose, denen sich eine große Menschenmenge angeschlofien hatte, veranstalteten heute nachmittag einen Demonstrationszug durch Neukölln. Als die Polizei sie zerstreuen wollte, leisteten sie Widerstand, sodaß die Beamten vom Gummiknüppel Gebrauch machen mußten. Einzelne Trupps des aufgelösten Zuges strömten nach den Nachbarstraßen ab. 12 junge Burschen stürmten eine Bäckerei und raubten dort neun Brote. In zwei weiteren etwa 15 Würste gestohlen. Infolge dieser Lebensmittelgeschäften wurden zusammen Vorfälle schlossen die Geschäftsleute in der Gegend und ließen die Rolläden herab. Das Ueberfallkommando und Beamte der Polizeireviere stellten die Ordnung mit dem Gummiknüppel wieder her. Den Rädelsführern war es inzwischen gelungen, sich durch die Flucht der Festnahme zu entziehen.
Etwa eine Stunde später zogen rund 50 Erwerbslose in geschlossenem Zuge durch die Friedrichstraße und stießen Niederrufe gegen die Reichsregierung aus. Aus Angst vor Plünderungen schlossen die Kaufleute in der Friedrichstraße ihre Läden. Als die Erwerbslosen in die Straße Unter den Linden einbiegen wollten, stellte sich ihnen ein starkes Polizeiaufgebot entgegen, das die Straße mit dem Gummiknüppel räumte. Zwei Rädelsführer wurden festgenommen.
Da sich die Plünderungen an drei verschiedenen Stellen gleichzeitig ereigneten, wird angenommen, daß die Erwerbslosen nach einer einheiüichen Parole Handellen.
Wahlbeteiligung etwa 80 Prozent.
Stadtverordneten- und Kreistagswahle« in Bielefeld.
Bielefeld, 1. Dez. Nach Durchführung des Bielefelder Eingemeindungsgesetzes fanden am gestrigen Sonntag die Kreistags- und Stadtverordnetenwahlen statt. Die Wahlhandlung vollzog sich reibungslos. Die Wahlbeteiligung betrug 84,5 Prozent. Das Fazit ist ein Stimmenverlust bei sämtlichen Parteien mit Ausnahme der Nationalsosia- listen, die gegen die letzte Reichstagswahl, bei der sie 16 641 Stimmen erhielten, mit 22132 Stimmen einen bedeutenden Ee- Gewinn zu buchen haben.
Ergebnis der Stadtverordnetenwahlen: Sozialdemokraten 29 371 Stimmen, 22 Mandate (1929: 18025 St.. 19 Mand): Deutsche Volkspartei 4291 (9050), 3 (9); Wirtschaftspartei 5840 (5045), 4 (5); Deutschnationale 3154 (2987), 2 (3); Zentrum 3122 (2822), 2 (2), Deutsche Staatspartei 1192 (2593), 0 (2); Evang. Volksdienst 3758 (2543), 2 (2); Kommunisten 4068 (2533), 3 (2); Na - tionalsozialiften 15936 (2244), 12 (2); Stadtwächterpartei 976 0, insgesamt 50 Sitze gegen früher 46.
I Die Kreistagswahlen haben folgendes Er- I gebnis: Sozialdemokraten 13 575 Stimmen, 12 Mandate, Deutsche Volkspartei 2046 St., 1 M., Wirtschaftspartei 938 St., 0 M., Deutschnationale 3307 St., 3 M., Zenttum 674 St., 0 M., Staatspartei 334 St., 0 M.. Evang. Volksd. 3544 St., 3 M., Kommunisten 1379 St., 1 M., Nationalsozialisten 6403 St., 5 M.
Ein Vergleich gegenüber den letzten Reichstagswahlen ergibt sich aus folgender Zusammenstellung: Kreistags- und Stadtverordnetenwahlen (Erotzbielefeld-Stadt u. -Land) Sozialdemokaten 42 946 (letzte Reichstags-
iachungsgesetzes, das vom Reichsrat noch nicht verabschiedet ist. Mit der Veröffent- «chung dieser Verordnung ist für heute' "A nbend oder Dienstag zu rechnen. Die schwierigsten Fragen liegen in den Entwürfen, die verfassungsändernden Eharak- ,et haben. Man will deshalb einen inne= |£n Umbau vornehmen, der den verfas- Vngsändernden Charakter beseitigt. So Wü z. B. die Gehaltskürzung der Länder- j t*ud Gemeindebeamten in eine Steuer I »^gewandelt werden. Das Ausgaben- rfferrgesetz wird der Kanzler wohl noch r^nmal mit de« Ländern besprechen. Das Ijensionskürzungsgesetz soll zu- j?chst fortfallen, um vielleicht später dem bichstag vorgelegt zu werden. Beim 15? bakzoll ist eine Herabsetzung vor- Mehen.
I Die Nachtfitzung des Reichskabinetts erst nach 3 Uhr morgens zu Ende. N^ls Kabinett hat den ganzen Fragen
wahl Bielefeld Stadt und Land: 48 056 Stimmen; Deutsche Volkspartei 7498 (9817); Wirtschaftspartei 7886 (7352); Deutschnationale 6698 (6844); Evang. Volksdienst 5137 (7279); Kommunisten 4742 (6684), Nationalsozialisten 22132 (16 641); Stadtwächterpartei 976 (0); Zentrum 4060 (4148); Deutsche Staatspartei 1526 (3972). Von insgesamt 1224 694 Stimmberechtigten haben 103 808 Wähler ihre Stimme abgegeben.
Die Wahle» in Lübeck.
fk. Lübeck, 1. Dez. Bei de« gestrige« Wahlen zum Landesausschuß des oldenburgi- scheu Landesteils Lübeck, die ruhig verlaufen sind, wurden «ezähtt: 3 Bürgerliche (9), 7 Sozialdemokate» (9), 1 Kommunist (0), 7 Rationalsoziakifte» (0).
werbslosen sowie für bestimmte Krankheitsfälle erlassen. Ferner soll das Unterstützungsrecht der jugendlichen Erwerbslosen, die dem elterlichen Haushalt angehöre, erweitert werden. Bisher waren Jugendliche, bis zu 17 Jahren davon aus-
Seemen, 1. Dez. Das
amtliche Er-
gebnis der Wahlen im
gesamten Bremer
Staatsgebiet ist folgendes:
Stimmen
Sitze
Sozialdemokraten
62 555
40
Deutschnationale
9 641
5
Zentrum
4 238
2
Kommunisten
21 679
12
Deutsche Bolkspartei
25 271
15
Deutsche Staatspartei .
7 216
4
Wirtschaftspartei
3 362
2
Haus- und Grundbesitzer
8 730
5
Nationalsozialisten
51324
32
Konservative Bolkspartei
1894
1
Christl-Soz. Volksdienst
1389
0
Gültige Stimmen
202 025
Ungültige Stimmen
1637
Wahlberechtigte
259 730