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Vorsitzende des Handels­komitees, Denisoff, habe berichtet, die Mitglieder t

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Marburg a 80611

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vffert«r:S«bühri 25 Pfg. Belege werden berechnet. MarbuvW.

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Keine Sondertagung des Völkerbundes

Sir Neickmgieruna ball tea orbenlliSm DeichwerbrÄrg

_____......____Mitglieder des Handels- und Jndustriekomitees von PoincarS gewährt worden seien. Poincar^ habe den Gedan­ken der Organisierung einer Intervention gegen die Sowjetunion durchaus gebilligt und darauf hingewiesen, daß diese Frage im französischen General st ab bearbeitet werde. Gleichzeitig habe Poin-

VberhMsche Zeitung

Anzeiger für (bas frühere kurhesfische) Oberheffen

Anzeiger der amtlichen Bekcnnrtmachnngen für Stadt und Kreis Marburg

PW .Ob«rd«sstsch< Seftimg* er- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2.20DM. aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch »ie Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Maschtnendefekt oder ele­mentare Ereignisse ausfallend« Kummern wird kein Ersatz fff Wistel. Verlag, Dr. §. Hitzeroch» Druck der Unid-Duchdruckeret Job. Aug. «och. Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. M uud Sir. 55. Postscheckkonto- Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechzeit

Der Reichskanzler hat woch nacheinander Geheimrat

Wer: zwei der Angeklagten haben nicht gestanden! 'Der Ingenieur Poltschin- ski war von den Verschwörern als zu­künftiger Diktator in Aussicht genommen. Er könnte jetzt also Hauptzenge (und Hauptangeklagter) sein. Er wurde er­schossen. Warum, wann, von wem? Das weiß keiner. Zweiter Hauptangeklagter hätte Ingenieur Ehremikow sein müssen, das «geistige Haupt der Organisation". Er ist in der Untersuchungshaftgestor­ben". Woran, wann, wo? Das weih keiner. Oder vielleicht die ®. P. H.?

SMnbniste im Moskau» MtenatsonzO

SamNn daß Sanel ter .StrWrung" SranktM und England im ßinlorgtund

am Mitt- Hugen- ferner die den stell- Deutschen

die Randstaaten reale Streitkräfte stellen würden und daß die im Ausland befind­lichen lleberreste an Weißgardi­st ische Truppen ausgenutzt werden

Auf dem Richtertisch liegt ein Wan. Sen die Angeklagten ausgearbeitet haben sol­len: Geld aus Frankreich (als Ge­genleistung Anerkennung der russischer Vorkriegsschulden), Geld aus Eng­land (Gegenleistung: Oelkonzesfionen im Baku-Revier), Krieg zwischen Pr»-> len und Rumänien auf der einen (von ftanzösischeen.Offizieren geführten) Seite und Rußland auf der anderen. Dann Konterrevolution, Wsetzung und Hinrich­tung Stalins, Errichtung einer Diktatur.

So machen Professoren Weltgeschichte!" hat der Fanatiker Wyschinski gesagt. Wirk­lich: Professoren? Oder nicht etwa die leitenden Köpfe der G. P.A dieser urit allen Vollmachten ausgestatteten, vöMg unabhängigen und unter Ausschluß der Oeffenllichkeit arbeitenden Staatspolizei?

Die Angeklagten haben alles gestanden. Sie kennen die G. P. II. und ihre Metho­den.Lieber tot als in den Händen die­ser Bestien!" Hat das nicht Trotzki ge­sagt? Die Angeklagten wissen, wie recht

Die Finanzierung der Zndustriepartei wurde nach Laritschofs durch französische Agenten in Moskau iu Höhe von etwa 1 Million Rubel jährlich vorgeuommen.

Wägend seines Aufenthaltes in Lon­don im Jahre 1928 überzeugte sich Larit- schoff davon, daß sich englische Jnduftrie- kreise und die damalige konservative Re­gierung der Intervention zustimmend ver-

Kem deutsch« Moratoriumsantrag beabsichtigt.

Die Meldung des Londoner Korrespon­denten der Newyork Times, dah Deutschland beabsichtige, anfangs des nächsten Jahres ein Moratorium nachzusuchen, und dah Reichsauhenminister Dr. Curtius dreie Absicht den Botschaftern der Reparatrons- gläubigermächte mitteilen wolle, entbehrt, rott wir von zuständiger Seite hören, jeder Grundlage.

In dem Prozeß gegen dieJndustrre- partci erklärte der Angeklagte Ramsin im weiteren Verlaufe seiner Aussage, der Handels- und Industrie- ; von Audienzen

Poltschin ski und Ehremikow sindgestorben", weil sie leugneten. Was kann Wyschinski, was kann der Oberste Rat der Sowjets, was kann Stalin an» fangen mit Angeklagten, die ihre Schuld nicht eingestehen? Deren Kraft nicht ein­mal die Folter der sowjetrussischen Ge­fängnisse hat brechen können.

Reichsarbeitsminister Stegerwald wird am heusigen Donnerstag eine Con- derbefprechung mit den sozialdemokrati­schen Vertretern haben. Erst wenn sich hieraus eine gewisse Klarheit ergeben hat, wird eine Kabinettssitzung einbe­rufen, die die Entscheidung über die Art der Inkraftsetzung des Finanz- und Wirtschaftsprogramms trifft.

Rach einer Meldung beabsichtigt der Reichskanzler wenn irgend möglich bie Ge­setze auf parlamentarischem Wege in Kraft zu setzen.

nach chrem Eintreffen in Genf, veröfientlicht 'Eden. '"Sie wird sich, damit der Schritt keine Verzögerung erleidet, vorbehalten, die Einzelbeiten der Vorfälle nachzutragen. Es ist anzunehmen, dah gleichzeitig auch noch di­plomatische Schritte eingeleitet werden, um der Beschwerde den notwendigen Nachdruck zu verleihen.

Außerdem werden die Ereignisse, in P o m m e r e l l e n Gegenstand einer beson­deren Beschwerde der deutschen Minderheiten sein, der sich die Reichsregierung gewisser­maßen als Nebenkläger anschließt. Beide Beschwerden werden nun im Januar ge­meinsam vor den Völkerbundsrat kommen.

Witten, Wirten!

Randbemerken zumIndustrie-Prozeß" in Moskau.

Don W. Soeppener -Flatow.

Ich will mich nicht verteidigen, denn meine Schädlings- und Derrätertätigkeit ist llar. Ich möchte dis Richtigkest konter­revolutionärer Versuche zugeben und daß der Widerstand eines gewissen Teils der Ingenieure und technischen Kräfte auf­hört.

Mit diesen Worten leitete der Ange» llagte Professor Ramsin seine Aussage in dem am 25. Rovember in Moskau begonnenenIndustrie-Prozeß" ein, in dem acht Gelehrte und Ingenieure abge- urtellt werden sollen wegen Hochverrats. Anknüpfung von Beziehungen mit dem feindlichen" Ausland" zum Zweck einer bewaffneten Intervention gegen die A.V.S.S.R. und gegen Sabotageafte.

Wer ist eigenüich dieser Professor Ram­sin, der so laut und so deutlich dem Ge- richtsvvrsitzenden Wyschinski (einem fana­tischen Eiferer für die weltbeglückende Idee des Bolschewismus) das Geständnis sein« Schuld ins Gesicht sagt? ,®n Gelehrter von Weltruf, ein Mann der Wissenschaft und d« Arbeit, der ebenso wie die mitangellagten Professoren Kalnikoff, Tscharnowski, Fadotoff und die Ingenieure Laritschefst Kuprianoff, Otschkin und Sit- nin seit zehn Jahren an leitender Stelle in der Sowjetwirtschast stand.

Zehn Jahre praftische Arbeit im bol­schewistischen Staat zehn Jahre Ver­trauen, Erfolge und Ehrungen zehn Jahre widerspruchsloses Einfügen in das von den roten Machthabern geschaffene System, und jetzt: vier Monate Unter* suchungshast, vier Monate in den Klauen der G. P. II. und als Erfolg dies« De- handlung: dieses Geständnis!

carä fest darauf bestanden, daß man ver­stärkte Jnterventionsvorbereitungen in­nerhalb des Landes betreiben, die Schäd­lingstätigkeit verstärken und die innere Krise besonders in dem Augenblick de^ Intervention verschärfen muffe.

Als ich, erklärte Ramsin weiter, darauf Zweifeln Ausdruck verlieh, wie weit sichere Hoffnungen auf die Unterstützung der französischen Negierung bestünden, da Regierungen ja wechseln könnten und man schwerlich auf ein oder zwei Jahre voraus­rechnen könne, erwiderten Mitglieder des Handels- und Industriekomitees, der Einfluß Poincaräs und Bri­an d s sei so groß, daß, gleichviel, ob sie am Ruder blieben, ihr Einfluß fortbe­stehen werde. Damals habe Denisoff er­klärt, daß beim französischen Generalstab bereits unter dem Vorsitz des Generals Janin eine Sonderkommission zur Orga­nisierung der Intervention gegründet worden sei und ließ dieser KommiMon auch ein Vertrete,! des eng­lischen General st abs angehöre, daß ferner General Lukomski zu Oberst Ioinville Beziehungen habe und daß das Handels- und Jndustriekomitee auch durch Oberst Richard mit dem Eeneralstab in Verbindung stehe. Betreffs des Planes über die Ausführung der Intervention wurde darauf hingewtesen, daß Frankreich keine Streitkräfte zur Verfügung stellen, sondern militärische Instruktoren und vielleicht Kriegsschiffe und Flugzeuge ent­senden werde, daß Polen, Rumänien und _

fk. Moskau, 27. Rov. Im weiteren Verlauf seiner gestrigen Aussagen schil­derte Ramsin ausführlich alle Metho­den und Tatsachen der von den Mitglie­dern seiner Organisation betriebenen Schäd lingstätigkeit.

Zur Frage der Diversionsarbeit der Jn- dustriepartei erklärte Ramsin: Die Hetz- matznahmen sollten damit auch an die energetischen Quellen gerichtet sei, da die Einstellung der Stromlieferung

mir als ideologischem Leiter der Zndu­striepartei und aktivsten Letter bei der Vor­bereitung der Interventionen zvfallen maß.

Rach Ramsin legte der Angeklagte Ingenieur Laritschofs ein umfang­reiches Geständnis ab. In einer dreistün­digen Rede schilderte er die Entstehungs­geschichte der anfangs 1926 gegründeten Ingenieur- und Techniker-Zentrale, die später 1928 in die Zndustriepartei umgewandelt wurde. Laritschofs be­stätigte alle von Ramsin mitgeteilten Ein­zelheiten über die Perbindung zwischen Handels- und Jndustriekomitee und Agen­ten der Irtterventionsmächte und führte die ursprüngliche Festsetzung der Znter- vention auf das Jahr 1928 darauf zurück, daß man annahm, bet Bruch zwischen

Moskau, 25. Rov. Im Moskauer Industrieprozeß begann der Gerichtshof nach der bereits gemeldeten Verlesung der Anklageschrift mit der Vernehmung der Angeklagten. Professor Ramsin leitete seine Aussage mit der Erklärung ein:Ich will mich nicht verteidigen, denn meine Schädlings- und Verrätertätigkeit ist llar. Ich möchte, fuhr er fort, daß durch diesen Prozeß die Wichtigkeit konterrevo­lutionärer Versuche zutage tritt und der Widerstand eines gewissen Teiles der Ingenieure und der technischen Kräfte aufhört."

Professor Ramsin schilderte die Tätigkeit

fl, Berlin. 27. Rov. DasKabinett beschäftigte sich in seiner Rachfitzung mit den Vorgängen in Oberjchlesien. Es wird wegen der Eewaltaktio« und wegen der Wahlentrechtungs-Methode gegenüber der deutschen Minderheiten a« den Völkerbund appellieren. Eine Rote wird im Laufe des heutigen Tages abgesandt werden. Weiters Einzelheiten über den deutschen Schritt werden erst im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

fk. Berlin, 27. Nov. Das Reichs­kabinett hat sich in seiner heutigen Nacht­sitzung entschlossen, auf die Einb eru- fnng einer außerordentlichen Ta- gung des Völkerbundsrates zu verzichten und dafür die Behandlung der polnischen Terroralle gegen die deutschen Minderheiten in Ostoberschlesien auf der nächsten ordnungsmäßigen Rats­tagung zu verlangen, die am 15. Januar 1931 beginnt. Dieser Entschluß hat seinen Grund darin, daß die außerordentliche Ta­gung infolge des schwerfälligen Verfahrens, die die Völkerbundssatzung vorschreibt, unge­fähr in die Weihnachtszeit fallen würde. Prattisch hätte em Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Tagung die Vorver­legung der Januartagung zur Folge. Das Reichskabinell wollte vermeiden, sich einer Ablehnung auszusetzen, die der Wirksamkeit der deutschen Beschwerde nur abträglich wäre. Der Generalsekretär müßte nämlich erst das Einverständnis der Hauptnationen einholen. Unter diesen Umständen hat die Reichsregie­rung es als richtiger gehalten, den Weg der ordentlichen Tagung zu gehen.

Die deutsche Note wird im Laufe des Tages abgehen, voraussichtlich also morgen,

berg zu einer Unterredung, Sozialdemokratie und vertretenden Vorsitzenden der Volkspartei, Dr. Dingeiber), unb den Prälaten Leicht für bie Bayrische Volks­partei bei sich gehabt. Damit können bie Besprechungen bes Kanzlers mit den Par­teiführern als abgeschlossen gelten.

als sie sich bereits mit demHandels- und Industriekomitee" in Paris, einer Organi­sation russischer Weißgardisten, und mit einzelnen Mitgliedern französischer Negie­rungskreise zur Beratung der für 1928 in Aussicht genommenen Interventionspläne in Verbindung gesetzt habe. ^In jener Zeit sei der Gedanke einer Intervention mehr von Regierungskreisen Frankreichs und Englands als vom Handels- und Indu- ftriefomitee ausgegangen. Es hLttenDer- handlongen des Handels- und Industrie­komitees mit Poincarä und Briand statt- gefunbm, die dazu dienten, die Interven­tion zu organisieren. Er und Laritschofs hätten in einer Konferenz in Paris über die Lage in der Sowjetunion, über die Tätigfgtt derIndustrtepartei" und beson­ders über bie Lage ber sowjetrussischen Oeliudustrie berichtet. Die dringliche Rot- roenbigfeit; bie Intervention von innen vorzubereiten, sei betont worden, denn die Vorbereitung von außen verlaufe erfolg­reich.

einer Ueberlanbzentrale mit einem Schlage eilte große Anzahl von Znbustrieunter- nehmungen außer Betrieb zu setzen. Außerdem wäre eine solche Stillegung auch teilweise.nicht ausführbar gewesen.

Zur Wirtschastsspiouage

belltndet Ramsin, daß in ber staatlichen Planwirtschaftskommission, Handelsaufstel- lungen französischer Agenten übermittelt wurden.

Am Schlüsse seiner sechsstündisen Aus­sagen sagte Ramsin, ich gebe zu, daß bie gesamte Last bet Verantwortung für bie verbrecherische Tätigkeiten bet Industrie- Partei ihrem Zentralkomitee «niet alle«