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Detwm* Srthme, RtnmrrA «. e. Mittwoch, bat 26. November 1930

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Die ersten Srivmalbtt-er vom Wahlterror in Polnisch Sherfchlefien

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Die Teufelsinsel von Sorvjetrußlan-

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Wo gibt es die «Men Eistage und weben misten Schnee?

Die bevorstehende Wintersportsaison hat auch die Meteorologen wieder auf den Plan gerufen, die statistisch sestgelegt haben, wo es im Winter am Kälte-

gung, und ruhig ist in diesem Gewirr nur der Eigentümer dieser riesigen Menagerie, der in jahrzehntelangem Verkehr mit den Tieren sich eine philosophische Welt- anschamlng und die nötige Gemütsruhe er» worben hat.

auf ein Lager neben dem Bändiger zu le­gen. Es muh ein ganz besonders schönes und zugleich sehr zahmes Tier ausgesucht werden; dieses wird dann daran gewöhnt, sich auf ein Lager zu legen, auf dem es immer eine Fleischmahlzeit findet. Man legt schließlich eine angezogene Puppe auf das Lager, neben der sich der Löwe nieder­läßt, und zuletzt tritt der Bändiger an die Stelle der Puppe.

Gin anderer Dresseur verlangt ein Pferd, das sich nach Menschenart ins Bett legt. Auch das mußte man einem geeigneten Tier beibringen.

Der merkwürdigste Auftrag, den wir je erhielten", sagte Denson,war der nach einem Liter Schlangengift; er kam von einer südamerikanischen Universität, um

Major Franco, der berühmte spanische Ozeanflieger, der, wie gemeldet, wegen republikanischer Pro­paganda seit einigen Monaten im Militär­gefängnis von Madrid saß, ist entflohen und spurlos verschwunden.

das Stück, die anderen Kamele 2 500 Mark. Das Geschäft ist abgeschlossen. Die hun­dert Kamele werden von den Hagenbeck- Farmen in Indien und Südafrika verschifft werden, paradieren ein paar Wochen bei den Aufnahmen eines Monsterfilms in Vos Angeles und können dann sehr viel billiger an zoologische Gärten oder Zir­kusse abgegeben werden. Nicht alle Or­ders in diesem merkwürdigen Geschäft sind fc> .leicht auszuführen. Da bestellt $um Beispiel der Zoo in St. Louis oder der in Cincinnati jeder ein Rhinozeros in vor­züglichem Zustande, ©er Auftrag wird nach dem Hamburger Hauptgeschäft wei­tergegeben. und von dort geht dann die Order nach Zndien. So viele Tiere man auch in den Farmen der Firma hat. 2chi- »vzerosse sind ein so seltener Artikel, daß sie erst gesucht werden müssen. Aach sie­ben Monaten kommt dann die Mitteilung, daß man zwei weibliche Rhinozerosse von vortrefflicher Beschaffenheit gefangen hat. Aun beginnt aber erst die Schwierigkeit der Verschiffung, denn diese Dickhäuter sind recht anfällige Tiere, und inan muß sie Mit größter Vorsicht behandeln. Wirklich holl sich denn auch das eine Erkältung, färbt in Aewyork an einer Lungenentzün­dung, und während es in lebendigem Zu- nande 40 000 Mark wert war, kann man Win die Haut nur mehr noch für 1200 Mark an ein naturgeschichtliches Museum verkaufen.

Nicht minder schwierig sind die Aufträge erfüllen, bei denen es sich um dressierte Etcrc handelt. Da verlangt ein Löwen­bändiger einen besonders schönen Löwen, der darauf dressiert sein soll, am Schlüsse «er Vorführung würdevoll aus der Zahl der übrigen heraus zu schreiten und sich

Wem die Gelegenheit sich einmal bie­tet, dem Warenhaus der wilden Tiere einen Besuch abzustatten, der wird an der GingangStür in großen Lettern angeschrie- ben finden:Jeder, der durch diese Tür geht, tut es auf feine eigene Gefahr." Eine Handbreft darunter steht:Alles, was Sie hier suchen, ist verkäuflich" Dieses selt­same Hcmdelshaus befindet sich zu Ho» boken in NewZerseh. Als Chef des Unternehmens wirft Mister John T. Den­son, der amerikanische Vertreter der well» berühmten hamburgischen Firma Hagen- beck. Er verkauft Tiger und Elefanten, (Straffen und Affen, dressierte Pferde, Kängeruhs, Nashörner, Schlangengift usw.

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Serum herzustellen, und wir mußten das Gift über ein halbes Jahr von indischen Giftschlangen sammeln lassen.

Der größte Auftrag war der eines Zir- kusses; er belief sich auf 12 Elefanten, 35 dressierte Pferde, 9 Eisbären, 11 Lö­wen und 7 Tiger. Im Jahr verkaufe ich etwa 3000 Affen und 60 000 Vögel. 130 bis 160 Löwen, 30 Tiger, 35 ausgewach­sene und etwa 15 Keine Elefanten und dazu eine Anzahl Leoparden, Zebras, Gnus. Düffel usw. Am höchsten werden gegenwärtig Giraffen bezahlt, weil sie am schwersten zu bekommen und zu befördern sind. Eine Giraffe kostet etwa 50 000 Mk., ein Rhinozeros 40 000, ein ausgewachsener sibirischer Tiger 8000 bis 12 000 Mark."

Ferh Washborn-Newyork.

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Die SaoelLverschwemmunge« bei Berlin.

Feuerwehrleute schleppen Sandsäcke herbei, um auf ßinbroetben einen Staubamm zu bauen.

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Dokumente des unerhörte« polnischen Wähltet ros.

Berwstktete Wohnnngen deutscher Bertrauensleute in Hohenbirken.

Die polnischen Terroratte in Oberschlesien vor allem gegen die Führer der deutschen Parteien haben unter der Duldung aller Behörden einen solchen Umfang angenommen, datz ein Protestschritt Deutschlands beim Völkerbund be- vorfteht. Auch die ausländischen Blätter betonen, dah die Wahlergebnisse in Oberschlesien nur durch den polnischen Terror zu Stande gekommen sein können.

Geht man durch die Vorhalle hindurch, so gelangt man in einen mächtigen Raum, der wie eine große Kraftwagerchalle aus­sieht. Ringsherum an den Wänden sind einzelne Käfige und größere Derschläge, br denen sich Elefanten, Zebras, Giraffen, Kamele und Düffel befinden, lieber die­sen Käfigen laufen dann in mehreren Stockwerken Heinere Käsige an den Wän-

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Die Teufelsinsel ist durch denDreyfuß- Film in unserer Erinnerung wieder wach­gerufen. Die Franzosen schickten seit Mitte des vorigen Jahrhunderts nach dieser Cayyenne vorgelagerten, durch ihr heißes Sumpfklima mordenden Insel politische Verbrecher; mit welchen Hintergedanken, ist überflüssig zu sagen. Eine ähnliche In­sel hat Sowjetrußland für seine politischen Gegner erkoren, die im Weißen Meer am Eingang zum Onegabusen gelegene So- lowezkij-Jnsel, unter dem 65. Breitengrad. Dieser Breitengrad zeigt, daß der gewöhnliche Sterbliche andauernd das harte Klima nicht ertragen kann, aber die Kälte allein ist noch nicht das größte Hebel. Daß in der sehr kalten Witterung trotzdem bei nötigen Schutzmaßnahmen und bei einem durchaus gesunden Körper, wohl ein Aufenthalt möglich ist, beweist das dort existierende berühmte' Solo- w e k k i j - K l o st e r, für die ganze grie­chische katholische Welt von größter Bedeu­tung. Seine Anfänge reichen in den An­fang des 15. Jahrhunderts zurück, und die ersten Erbauer haben unendlich viel Mühe gehabt, dieses Tundren-Eebiet lebensfähig zu machen. Aber dank ihrer Energie und ihrer Geschicklichkeit waren da im Laufe der Jahrhunderte eine Reihe von Kirchen und Kapellen, große Wirtschaftsgebäude entstanden, es war eine großartige Renntierzucht eingeführt, Milch­wirtschaften, Mühlen, Fischerei-., Ger-

Die Handelsbörse der Raubtiere

Besuch in der größten Menagerie der Welt

braune 'Bären, Löwen und Tiger, Affen in großer Zahl eingesperrt. Polizeihunde be­grüßen den Einttetenden mit wütendem Gebell, zahme Affen springen an ihm em­por; es herrscht wilder Lärm und Dewe-

Früchte fort. So entstand im Winter eine furchtbare Hungersnot, die viele Tausende ins Grab riß. Typhus, Skorbut, Tuberkulose herrschten; einen Arzt und Medikamente gab es nicht. Von 10 000 dort Hingeschickten sollen den letzten Winter nur ein paar hundert überstanden haben. Noch schlimmer sollte es die In­tellektuellen treffen, als durch den Stadt« Halter Stalins, durch Djershinsftj unter sie in den Straßen von Leningrad und Moskau aufgegriffene Dirnen mit ihren Krankheiten geschickt wurden. Mit den dort noch befindlichen Mönchen wurde auf das grausamste umgegangen. Der Abt sollte eine von den hingeschickten Dirnen, eine Ballerina heiraten; als er sich wei­gerte, verstümmelte man ihn, sodaß er nach längerem Siechtum starb. Natürlich ging man mit den kostbarsten Heiligenbildern und sonstigen Kunstwerken nicht besser um; wo die berühmte Madonna von Leonarda da Vinci, die einst Katharina II. dem Kloster geschenkt, geblieben ist. weiß nie­mand. Die Oefientlichkeit steht, trotzdem sie davon unterrichtet ist, dem vollkommen machtlos gegenüber; neuerdings spricht man wieder mehr davon, weil Stalin seine eigene Schwiegertochter dorthin geschickt hat, während er den Sohn irgendwo andershin deportierte.

Von E. Mirsky.

. ... Das Telephon klingelt, Denson geht heute heran und sjfticht mit einer Aewhorker FUmfabrik, die innerhalb von zwei Mo-- n I» nuten hundert Kamele haben möchte, acht­zehn zum Reiten und die übrigen als Laft- kere. Denson erflärt ruhig, dah er sie erst in vier Monaten liefern könne, und zwar kosten die Reittamele 34 000 Mark

enfebe. ^rvcnoerren aetnere Kapge an den Wan- s, datz H öen entlang, und hier sind schwarze und

st e n i ft, und in welchen Gegenden Deutschlands der Schnee solange liegen bleibt, daß ein andeuernder Wintersport­betrieb möglich ist. Wie die Reichsbahn­zentrale für den deutschen Reiseverkehr mitteilt, hat diese Statistik ergeben, daß der Winter am strengsten auf Deutsch­lands höchstem Punkt, nämlich der Zug­spitze mit fast 3000 m herrscht. Dort schneite es im Jahre 1929 an 166 Tagen des Jahres, die Schneedecke blieb, wäh­rend 294 Tagen liegen. Es gab 273 Frost- tage (bas sind Tage, an denen die Tem­peratur zeitweise unter Null Grad liegt) und 225 sogenannte Eistage, an denen , . , . , , r . die Temperatur ständig unter Null Grad

oereien, Ziegeleien angelegt, |ogat hübsche liegt. Die mittlere Jahrestemperatur der Blumen- und Gemüsegärten alles in Zugspitze beträgt minus 5,1 Grad. Die

bester Ordnung und bestem Zustand. Und winterreichste Stadt in Deutschland ist

f° strne Insel hatte sich zu einem be- Treuburg in Ostpreußen, das frühere

liebten Wallfahrtsort entwickelt, zu dem Margrabowa. Hier erlebt man 137 Frost-

lahrlich wohl 8000 Wallfahrer tarnen tage und 80 Eistage; Schneefall gibt es

das Kloster war sehr reich geworden. an 65 Tagen und der Schnee bleibt 94

Aus diesem Kloster hat Stalin eine Tage liegen. Im übrigen hat der F i ch-

Straflülome gemacht, im Volksmund heißt telberg 187 Frosttage, der Brocken diese Insel jetzt allgemein ,/Die Insel 173, die Schnee Koppe 217, während der Verdammten". Ein durch und Köln die wenigsten Frosttage mit 64

burch gesunder Körper kann, wie die aufweist. Die meisten Eistage zählt man

Monche.es ia bew,e,en haben, dort längere auf dem F e l d b e r g im Taunus mit 72,

Zeit aushalten, aber niemand mit ge- auf der Wasser Kuppe-Rhön mit 83,

schwachter Gesundheit, und nun gar unter auf dem Brocken mit 101, auf dem

den obwaltenden Verhältnissen. Es sind Feldberg im Schwarzwald mit 104

borthln solche Massen an politischenVer- I und mit der Schneekoppe mit 138 brechern", mit Vorliebe Intellektuelle, ge- I Tagen. Den meisten Schneefall verzeich- schlckt, daß sie auf das engste zusammenge- net Osterode in Ostpreußen, wo es an pfercht sind: in einem einzigen kleinen 56 Tagen im Jahr schneit; in Tilsit zählt Kaum müssen ein halbes Dutzend Men- I man an 55 Tagen Schneefall. Am wenig- schen schlafen, leben, kochen! Und wer trifft sten schneit es dagegen in Neuwied mit sich da alles in dem einen Raum? Man I 17 Tagen, in Trier mit 18 und in Wester- pat mit Absicht unter die Intellektuellen I land mit 20 Tagen. Weiße Wintertage, die schlimmsten Verbrecher, Diebe, Räuber, I an denen die Sckneedecke liegen bleibt Mörder gemischt, auch Leute, die schon und an denen Wintersport betrieben wer- lahrelang im Irrenhaus gesesien harten, den Kann, gibt es in Westerland am Und eine Aufsichtsbehörde gibt es nicht, wenigsten, nämlich nur 28. Der Brocken allein die wilde Körperkraft herrscht. Alle dagegen hat 161 weiße Tage, der Feld- slnd auf dre Lebensmittel angewiesen, die berg im Schwarzwald 196 und die ne selber dort produzieren. Da haben an- I Schneekoppe 201. Mit Hilfe dieser Sta- fangs die Intellektuellen in den Garten, I tistik kann sich also jeder das Gebiet aus* bte sie angelegt vorfanden, fieißrg gearbei- I suchen, wo er den meisten oder den tet, aber die Verbrecher rissen ihnen die | wenigsten Schnee vorfindet.

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