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Montag, »en ’4. Nov. 1930
Die .Oberhesllsch« Zeitung erschein l sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2.20®9K.<m*- schließl. Zustellungsgebühr, durch -ie Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Maschtnendefekt oder elementare Ereignisse ausfallend« Kummern wird kein «rsa» go- leistet, «erlag, Dr. &. Kitzeroch, Druck der Unid-Duchdruckerei Zoh. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54 und Nr. 55. Postscheckkonto: Am« Frankfurt «. M. Nr. 5015. — Sprech^» der Redaktion do« 10—11 e* '/»!—-1 Uhr.
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> Kattowitz, 23. Pov. Die polnischen ; Lnfständischen haben ihre Ausschrei» ’ tun gen bis zum letzten Augenblick fort» , gesetzt. Selbst in den Straßen von Katto- , witz wurde am Samstagabend durch
^Prügelkommandos" deutschspre- chende Bürger mißandelt. Biel schlimmer 1 ging es in den Landgemeinden zu. Dabei , kam es auch zu Zusammenstößen zwischen . Aufständischen und dem Selbstschutz der , polnischen Oppositionsparteien. Zn Golla- , schowitz wurde dabei ein Polizeibeamter , erschossen. Am Wahlsonntag scheint es nicht so schlimm zugegangen zu sein als in den letzten Wochen. Jedoch kann von einem ungestörten Verlauf der Wahlen keine Rede sein. In den meisten Landgemeinden wurden die Vertrauensleute der deutschen Parteien durch Aufständische aus den Wahllokalen herausgeworfen. In den meisten Stimmbezirken sind daher die Wahlen ohne Kontrolle durch deutsche 1 Vertrauensleute vor sich gegangen. Zn einigen Wahllokalen waren Vorschläge von einem Meter als „Wahlzelle" ausgestellt, so daß es den Wählern unmöglich war, die Stimmzettel unbeobachtet in den Umschlag zu tun. Zn Kattowitz übten höhere Ersenbahnbeamte eine regelrechte Kontrolle über die Wahl der Eisenbahnbeamten aus, die ihre Stimmzettel zeigen mußten.
lieber die Ereultaten der polnischen Aufständischen werden noch folgende Einzelheiten bekannt. Besonders die Vorgänge in Hohenbirken in der Nacht zum "Donnerstag stellen sich nach den nunmehr vorliegenden ausführlichen Meldungen als ganz ungeheuerlich dar.
Die Aufständischen, die in einem Lastauto von auswärts erschienen, haben im Dorfe stundenlang gehaust und nicht nur den Vertrauensmann der Deutsche» Wahlgemeinschaft, Neugebauer, sondern auch eine Reihe weiterer Deutscher auf geradezu bestialische Weise mißhandelt.
Neugebauer selbst ist so zugerichtet worden, daß er am ganzen Körper blutunterlaufene dick geschwollene Stellen hat. Nachdem er etwa eine Viertelstunde lang mit Knüppeln und Stöcken bearbeitet worden war, bat er in der Verzweiflung seine Peiniger, ihn zu erschießen. Als daraufhin einer der Aufständischen einen Revolver auf Neugebauer anlegte, sprang besten Tochter, die die Mißhandlungen ihres Vaters mit ansehen mußte, hinzu und bat, den Vater am Leben zu lasten und lieber sie zu töten. Neugebauer I sollte dann schwören, daß er am kommenden Sonntag die Liste der Regierungspartei wählen würde. Als er das ablehnte, begannen die Mißhandlungen von Neuem, bis Neugebauer bewußtlos zusam- vienbrach.
Zn mehreren Nachbarhäusern wüteten die Aufständischen mit der gleichen i Ahischen Roheit. Ein Deutscher namens i «kandrysz ist so zugerichtet worden, daß § heute noch nicht sprechen kann und die 1 «erste an einem Aufkommen zweifeln. ............. selbst Kinder wurden von den •so—47 Aufständischen nicht geschont. Aei dem ganz planmäßigen Vorgehen der Banditen wurden zahlreiche Schüste abgesehen. Die Heimgesuchten Häuser bieten Em Bild wüstester Zerstörung. Die Polini. die in der Nähe bei überfallenen Däuser untergebracht ist, will weder die schüste noch die Schreie der Mißhandelten ??ch das Klirren der Fensterscheiben gehört haben.
Die Senatswahl in der Woywodschast Schlesien.
ff. Kattowitz, 24. Nov. Don bett 454 392 Wahlberechtigten haben 409 435 abgestimmt. Von den 360 589 gültigen Stimmen entfallen auf die Korsanty- liste 136 791 Stimmen, auf die Regierungsparteien 135 229 Stimmen, auf die Deutsche Wahlgemeinschaft 68 586 Stimmen, auf die Sozialisten 15 704 und auf die Kommunisten 4279 Stimmen. Die Korfanty-Partei erhält demnach aus der Woywodschast 2 Abgeordnete gegen bisher 1, während die Regierungspartei ihren 2. Sitz verloren hat und ebenso wie die Deutsche Wahlgemeinschaft die sich behaupten konnte, nur mit einem Abgeordneten im Senat vertreten sein wird.
Das vorläufige Gesamtergebnis der Sejmwahlen in Ostoberschlesien.
fk. Kattowitz, 24. Nov. Nach dem vorläufigen Gesamtergebnis der Wahlen zum Schlesischen Sejm verteilen sich die Stimmen wie folgt:
Negierungsblock 193 994 Stimmen, (Sejmwahlen von 1930: 102 762), 19 Mandate (bisher 10),
Korfanty-Partei 202 751 Stimmen (136 808) 19 Mandate (16),
Deutsche Sozialisten 27 309 Stimmen (25 217) 2 Mandate (1),
Polnische Sozialisten 23 201 Stimmen (52 653), 1 Mandat (4),
Deutsche Wahlgemeinschakt 72823 Stimmen 180 246) 7 Mandate (15).
Die Kommunisten haben ihre bisherigen zwei Mandate verloren.
Bei Beurteilung dieser Ergebniste ist der Terror zu berücksichtigen der gegen die deutschen Wahlen ausgeübt worden ist.
fk. Warschau, 24. Nov. Das bis 8 llhr heute früh ermittelte amtliche Stimmenverhältnis läßt darauf schließen, daß der Pilsudski-Block auch diesmal die absolute Mehrheit erhalten hat. Von 111 Mandate dürften nach den vorläufigen Berechnungen auf den Regierungsblock ungefähr 72 Sitze (im Zahre 1928 48 Sitze) entfallen. Die Deutschen die im letzten Senat 5 Sitze hatten, davon 1 von bet Staatsliste, haben nach den bisherigen Berechnungen nur 2 Sitze und zwar in den Woywodschaften Posen und Schlesien behaupten können. Zn den Woywodschaften Pommerellen und Lodz sind die Deutschen leer ausgegangen, obwohl die Wahlbeteiligung in den polnischen sechs Gebieten auch ‘am Sonntag in manchen Gegenden 80—85 vom Hundert erreichte. Zn manchen Gegenden haben die Wähler auch diesmal für die Regierungsliste offen gestimmt.
Nach den am heutigen Morgen vorliegenden Ergebnisten dürften sich die Sitze aller Voraussicht nach wie folgt verteilen: (Zn Klammer die Zahl der Mandate von 1928).
Regierungsblock 72 (48)
Zentrolew 15 (25)
Nationaldemokraten 12 ( 9)
Christliche Demokraten 2(6)
Deutscher Wahlblock 2(5)
Zionisten 1(6)
Ukrainer-weiß-russischer
Wahlblock 6 (13)
Schmähnng des Deutschtums in Kattowitz.
Kattowitz, 22. Nov. Am Sonnabend kam es hier zu einem deutschfeindlichen Umzug, an dem etwa 400 Beamte der Wojewodschaft teilnahmen. Zm Zuge wurde u. a. ein Galgen getragen, an dem eine-mit einer deutschen Offizieruniform bekleidete Puppe hing. Diese wurde schließlich auf dem Marktplatz verbrannt.
Sturm und Miroffer
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Berlin, 23. Nov. Der Hochwasserstand des Rheins hatte bei Köln um 18 Uhr 7,20 Meter erreicht, dabei steigt der Fluß stündlich noch um 5 Zentimeter. Weite Wiesenflächen sind überschwemmt. Auch aus Bonn und Koblenz kommen Meldungen, daß infolge des Unwetters zahlreiche Schäden angerichtet wurden. Die Koblenzer Schiffsbrücke hat den Verkehr eingestellt. Die Rhein-Moselfront ist weit überschwemmt; die Geschäfte und Häuser werden z um Teil von den Familien geräumt
3n Baden hat das Unwetter ebenfalls riesige Schäden angerichtet. Von überall werden Zugstörungen und Unterbrechungen im Fernsprech- und Telegraphenverkehr gemeldet.
Auch aus Bayern werden Sturm- und Wetterschäden gemeldet. 3m Flughafen München-Oberwiesenfeld wurde das Dach der Flughalle teilweise abgedeckt. 3m Sendlinger Bahnhof stürzte ein Mast der elektrischen Fahrleitung um. 3n Nürnberg wurden Schorn st eine von den Dächern geweht. Die Züge hatten auf dieser Strecke bis zu V/e Stunden Verspätungen.
3m Küstengebiet der Nordsee wütet seit heute früh ein schwerer Nortwest- sturm, der biswellen zu Orkanstärke anwächst.
3n der Schweiz legte der Sturm bei Solothurn gegen 1000 Kubikmeter Hochwald nieder. 3n Basel wurden als seltene Erscheinung Kugelblitze von einem Gewitter beobachtet
Auch die Seine und sämtliche andere Flüsse in Frankreich führen Hochwaster. Der gesamte Schiffsverkehr war während des Unwetters lahmgelegt.
Der Föhn knickt die Münchener FnnktSrme.
München, 23. Nov. Der schwere Föhn- sturm, der schon während der Nacht über München tobte, brachte heute früh die beiden Funktürme des Send ers München-Stadelheim zum Einsturz. Um 8/<7 llhr knickte der rechte, eine Viertelstunde später auch der linke Turm in etwa ein Drittel der Höhe zusammen. Beide Türmen stürzten in Richtung Südwest auf'die freie Wiese, so daß wie durch ein Wunder weder Gebäudeschaden entstand noch Menschenleben zu beflagen sind.
Weiteres Steigen des Hochwassers am Rhein.
Köln, 23. Nov. Die Mosel ist seit Sonnabend abend um 60 Zentimeter gestiegen. Die Uferstraßen sind von Trier moselwärts überflutet. 3n der Nacht zum Sonntag tobte über dem Trierer Talkessel ein Gewitter, das von orkanarttgem Sturm und ungeheuren Regenmassen begleitet war. 3m Stadtteil Trier-West reicht das Wasser bis zu den ersten Häusern am Ufer. Von der mittleren Mosel wird ein gefährliches Anwachsen des Wasserstandes gemeldet. 3n Lieser steht die Mosel in den tiefer gelegenen Weinbergen. Verschiedene im Unterdorf liegende Häuser mußten wegen Einsturzgefahr geräumt und das Vieh in Sicherheit gebracht werden. Aus der Eifel
Sitzung »es Kabinetts
Zu den für die nächste Woche in Aussicht genommenen Part ei führerbesp rech un- gen des Reichskanzlers erfahren wir: Bei einem glatten Verlauf müßte man voraussetzen, daß die Reichsregierung schon etwa in der zwetten Hälfte der nächsten Woche Klarheit darüber erhält, ob sie im Reichstag auf die Mehrheit für ihr Programm rechnen darf. So einfach werden aber die Dinge kaum verlausen, da bei der Vielgestaltigkeit dieses Programms voraussichtlich noch kein einziger Frattionssührer, mit Ausnahme vielleicht der Vertreter des Zentrums, bindende Erklärungen für seine Partei abgeben kann. Es müssen also zunächst Fraktionssitzungen stattfinden, von denen bisher, wenigstens bei den großen Parteien, noch keine anberaumt sind. Die meisten Fraktionen werden erst bet Wiederzusammentritt des Reichstages am Mittwoch nächster Woche versammelt fein. Dor diesem Zeitpunkt wird eine wirkliche Klärung der Lage nicht erwartet werden dürfen.
Wie die Blätter melden, hat der Kanzler betete den Zentrumsabgeordneten Dr. P e r- litius und den Führer der Volkspartei Dr. Dingeldey empfangen. — Der Börfen- zettung zufolge soll der Reichskanzler dem Abgeordneten Dingeldey erklärt haben, daß er eine Verschiebung des Finanzprogramms im Reichstag über Weihnachten hinaus auf keinen Fall dulden könne und von den Parteien erwarte, daß sie alles unterlassen, was die rasche parlamentarische Erledigung des Programms oererteln könne. Um feinen Ausführungen noch besonderen Nachdruck zu verleihen, soll der Kanzler auch auf die Rückwirkungen hmgewiefen haben, die eine Verschleppung des Finanzprogramms auf die kreditpolitische Lage des Reiches zur Folge haben müßte. Wie verlautet, soll sich der Abgeordnete Dingeldey in „positiv zustimmendem" Sinne geäußert, aber die letzte Entscheidung ferner Fraktion vorbehalten haben.
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Wie die Blätter hören, wird das Reichskabinett heute, Montag, zu einer Sitzung zusammentreten, in der ht erster Linie die Frage der parlamentarischen Verabschiedung des Finanzprogramms besprochen werden wird. Möglicherweise dürste die Beratung dann aber auch auf die Frage ausgedehnt werden, ob sich hn Rahmen der allgemeinen Preissenkungsaktion auch eine Tarif- senkung bet Reichsbahn ermöglichen lassen könnte. Dem Vernehmen nach soll der preußische Handelsminister Schreiber, der bekanntlich dem Preissenkungsausschuh bes Reichskabinetts angehört, an bte Reichsbahngesellschast ein Schreiben gerichtet haben, bas bie Frage der Tarifsenkung zum Gegenstand hat.
und vom Hochwald werden wiederum schwere Sturm- und Wasierschäden gemeldet. Licht- und Telegraphenleitungen sind überall unterbrochen. Bei Nettersheim ((Eifel) ertrank ein vierzehnjähriges Mädchen in der hochgehenden Urft, als es auf dem Schulwege einen Steg über den stark angeschwollener Bach passieren wollte.
Der Höchststand des Wassers dürfte Montagmittag ober Montagabend erreicht werden.
Die Schiffsbrücke bei Koblenz mußte für feg- lichen Verkehr gesperrt werden, wodurch die dirette Verbindung zwischen Koblenz und der Nachbarstadt Ehrenbreitstein unterbunden ist. 3n Ehrenbreitstein selbst und in der nördlichen Vorstadt von Koblenz steht das Wasser bereits in den Straßen. 3n der Rheinstraße von Koblenz hat das Wasser die Wetttanlagen überschwemmt und droht in die Geschäftshäuser einzudringen.
Das Hochwasser am Oberrhein.
Freiburg, 23. Nov. Die am Sonnabend erneut einsetzenden überaus starken und langanhaltenden Regenfälle haben die Hochwassergefahr im Oberrheintalgebiet erneut aufleben lassen. Auf dem Hochschwarzwald bilden zahlreiche Täler mit dem überschwemmten Wiesengelände große Seen, namentlich im Gebiet von Villingen und St. Georgen.
Orkan im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.
Augsburg, 23. Nov. 3n der vergangenen Nacht wurden durch einen Orkan, der von einem heftigen Gewitter begleitet