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Sonnabend, »t« 15. Seo. 1930

Die .VberhMsche Setttmg' er- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2.20<dM a»S- fchließl. ZustellnngSgebOhr, durch die Post 2.45 SM. Air etwa dnrch Streik, Maschtnendefekt «der de- mentaie Ereignisse an «fallende Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag. Dr. ff. -itzeroch, Druck bet Untd-Vnchdrnckerei Job. «ng. «och. Markt 21/23. Kernsprecher: Str. 54 and Str. 5S. Postscheckkonto-. Amt Arankfurt a. M. Sir. 5015. SprechM der Redaktion do» 1011 e* ¥41 Udr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Nr. WS 65. Mr» Marburg a.Lahn

Der Snzelgenprel» detrLgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 65SRV sog. flehte Anzeigen und FamUienanzeigen bei Barzahlung 0.07 SM-. amtliche und an<- wiirtige Anzeigen 0.10 SM. Bei schwierige« Satz sowie bet Platz- Vorschrift 60*1. Auffchlag. Sammelanzeige» 100*1, Auf­schlag. Reklam--Millim 0.40 GM. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt

Ziel 5 Tage.

vfferteruSebiihr: 25 Pfg. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg. x

Anzeiger her amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

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Ritgen, durch die sie billiger und besser be­dient wird als durch andere. Die öffent-

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wenn andere in richtiger Erkenntnis der Lage Opfer bringen. Sie kann und mutz

Die von dem Kabinettsausschuß' für Arbeits- und Preisfragen in Aussicht gestellte Verlautbarung besagt u.a.:

Die Entschließung enthält noch einen dritten Absatz, über den aber Einstimmig­keit nicht erzielt werden konnte, da ein Teil der Ausschußmitglieder volkswirt­schaftliche Schädigungen z. B. Preis- schleuderei von seiner Durchführung befürchtet. Dieser Teil der Entschließung empfiehlt, falls sich das spezialisierende Verfahren als nicht genügend wirksam oder als praktisch undurchführbar erwei­sen würde, die allgemeine Aufhebung der Preisbindung'" a r t i k e l, da sie in diesem Fall minde­stens für die nächste Zeit als das ge­ringere Hebel gegenüber der Gefahr einer Preishochhaltung auf den Gebieten der Markenartikel anzusehen sei. Für diesen Absatz haben sich nur dreizehn Stimmen

stützen, ist die Aufgabe des Kabinettsaus- fchuffes für Arbeits- und Preisfragen. Fast noch wichtiger aber als Zwang ist neben den Verhandlungen des Staates zu gütlicher Lösung der Fragen

der Druck der Verbraucher und der öfssntlichen Meinung auf Widerstrebende.

Wenn durch die Hand der Hausfrau jährlich etwa 25 Milliarden deutschen Volkseinkommens gehen, so ist es vor­

ergeben, während 16 Mitglieder gegen ihn gestimmt haben.

Pro^. und Flaschen um 3540 Proz. im Preise gesunken. Der Index der gesam­ten Baukosten ist seit Januar d. Is. um 11 Proz. zurückgegangen.

Wenn so die Preise in den Grund­lagen der Wirtschaft weichen, dann mutz davon der ganze Preisaufbau beeinflußt werden, der darauf ruht. Aehnliches gilt von den Kosten für Nahrungsmittel, die für den realen Wert des Lohnes von entscheidender Bedeutung sind.

Bedeutsam ist, daß der Deutsche Städte­tag in Unterstützung der amtlichen Aktion

>erkau i.rwisi ubi r. 4, 1.

Die Preissenkung für Rsrkeanrtikel

Das MMi des RtWwirWMmles

Die Rede T a r d i e u s, die wir schyn gestern im Wortlaut veröffentlichen konn­ten, hat in Berliner politischen Kreisen wie eine Bombe eingeschlagen. Das geht besonders deutlich aus der Stellungnahme der Ql. 3. hervor, einer Zeitung, die mit ihrem Urteil über die Möglichkeit der Verständigung im allgemeinen sehr vor­sichtig ist und an letzten Möglichkeiten festzuhalten pflegt. Sie schreibt jetzt: Während es nach der Rede Briands in der Kammer noch möglich scheinen konnte, die Politik der sogenanntenVerständi­gung" mit Frankreich noch eine Zeitlang hinzuschleppen, hat die Rede des Re­gierungschefs Tardieu den Schlußpunkt unter eine Periode der deutsch-französi­schen Beziehungen gesetzt, die immerhin sieben Jahre umfaßt hat. Der Eindruck der Rede Tardieus in denjenigen Kreisen Berlins, die trotzdem noch an der Illu­sion der gleichberechtigten Kooperation mit Frankreich festhielten, ist katastrophal. In den offiziösen. Kreisen wird besonders die Tatsache sehr'ungünstig kommentiert, daß Ministerpräsident Tardieu die Thesen Briands in einer Weise verschärft hat, die einer Desavouierung des bisherigen fran­zösischen Qlußenministers und damit einer

Desavouierung der von Briand und Stresemann betriebenen Politik gleich- kommt, Ueberrascht hat freilich in Deutsch­land die Stellungnahme Tardieus wohl kaum noch jemanden. Denn seit langem war erkennbar, daß sich das wirkliche Frankreich nicht mit den schönen Worten . Qlrstide Briands zu identifizieren gedachte: Herr Tardieu handelt in der Tat in voll­kommener Uebereinstimmung mit der französischen Vvlksstimmung, wenn er sich von der Politik der wirklichen Verständi­gung distanziert und wenn er, der Qlutvr des Versailler Diktats, jeden Anspruch Deutschlands auf Revision, ja jeden Ver­such, einen solchen Anspruch auch nur an­zumelden, von vornherein zurückweist. Die Rede Tardieus ist nicht nur für Deutsch­land, sondern für Europa ein Wendepunkt und ein Signal: Auf die Frage, ob Frank­reich über die friedliche Revision auch nur der drückendsten Bedingungen des Dik­tats von Versailles zu diskutieren bereit sei, hat im Namen Frankreichs Herr Tar­dieu mit Nein geantwortet. Die Nebel sind gefallen, und die grausame Wirklich­keit zwischen Deutschland und Frankreich stellt sich so dar, wie nach den Taten und Unterlassungen der französischen Politik immer vermutet werden mußte. Damit , hat aber auch die deutsche Außenpolitik endgültig wieder freie Hand für ihre Ent­schlüsse, und die Historiker werden gut tun, die Qtebe Tardieus sorgfältig auf» zubewahren.

Im Gegensatz zu dieser eindeutigen Fest­stellung und der klaren Forderung, daß nun endlich neue Wege in der deurschen Außenpolitik beschritten werden müßten, beschränkt sich die demokratische Presse darauf, einStimmungsbild" zu verbrei­ten, das der dem WTB.-Dienst angeglie­derte C.-Dienst aus Paris über die Kammersitzung gibt. Es schließt, obwohl es an dem grundsätzlichen Gegensatz zwi­schen Briand und Tardieu nicht Vorbei­gehen kann und die vollkommene Vernich­tung dessen feststellen muß, was die Aus­führungen Briands an hoffnungsvollem enthielten, mit folgender Betrachtung: Man braucht die gestrige Sitzung nicht tragisch zu nehmen. Ministerpräsident Tardieu hat gestern ein Manöver vor­genommen, durch das er die Marin- Gruppe bet seiner Mehrheit erhalten wollte. Deshalb hat er so gesprochen, wie er sprach, und den Beweis geliefert, daß mit ihm und unter ihm eine Konzen­tration unter Beteiligung der Radikalen in der Kammer heute noch unmöglicher geworden ist als vor Monaten. Die Ent­wicklung der nächsten Zeit wird zeigen müssen, wer siegt, die Richtung Briand aber die Richtung Tardieu. In der Kam­mer hat die Mehrheit beiden Beifall ge-

legenheit haben, den Erfolg der Preis­senkungen zu verkleinern.

Tatsächlich aber ist die Zeit dazu zu ernst. Auch der Bruchteil eines Pfennigs gewinnt in der Volkswirtschaft mehr Be­deutung denn je. Darum muß der Pfen­nig als Rechnungseinheit anerkannt und gewertet werden. Die erforderlichen Maßnahmen find in Vorbereitung, die es ermöglichen sollen, dem auch im Zah­lungsverkehr Rechnung zu tragen.

So wird der Kabinettsausschuß für Ar­beits- und Preisfragen mit allem Nach­druck an die weitere Entlastung der Wirt­schaft durch Preisermäßigungen Heran­gehen.

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Einzelhandel in dem auf den einzel- Gebieten als möglich erscheinen-

* den Umfang |n sichern.

Das Ausmaß der bisher erfolgten Preis­senkungen, die in der Regel 10 Prozent des Endverkaufspreises überschreiten, könne als Richtlinie für die Mindeftmög- lichkeiten des Preisniveaus angesehen werden.

Im zweiten Absatz empfiehlt die Ent­schließung der Reichsregierung, den Ver­bänden der in Frage kommenden Erzeu­ger und Händler kurze Fristen zu setzen, in denen die Preissenkung in ausreichen­dem Maße gesichert sein müsse. Soweit es innerhalb dieser Fristen nicht gelingt, die erforderlichen Preisseükungen zu erreichen, empfiehlt der Reichswirtschafsrat der Reichsregierung auf Grund ihrer Voll­machten auf diesen Gebieten die Preis­bindungen im Wiederverkauf für Markenartikel zu lockeren, erforderlichen­falls aufzuheben.

' Angebot und Nachfrage, von Preisen und he Pr^ Kaufkraft abgekürzt und

Ein Aufruf an die Verbraucher

teioutbarung des KabineMmMWes ftir Mrik> in» Preisfragen - Sie wichtige Relle der ßausfraü

inzwischen sämtliche Stadtverwaltungen zu tatkräftiger Mitarbeit an dieser wich­tigsten volkwirtschaftlichen Aufgabe auf­gerufen hat. Es ist nicht zu zweifeln, daß im Zusammenwirken aller Behörden die Bewegung eine starke Stütze findet, die auf die allgemeine Preissenkung gerich­tet ist.

In manchen Fällen werden sich die Abschläge vom Preise im Einzelhaus­halt nur in Pfennigbeträgen aus­wirken.

Wer sich der Inflationssitte noch nicht ent­wöhnen kann, auf 5 oder 10 Pfennigbe­träge abzurunden, der wird genug Ge-

Der Reichswirtschaftsrat veröffentlicht jetzt das Gutachten, das fein mit der Prü­fung der Preisbindungsfrage finJ!Rarten= artikel beauftragter Ausschuß erstattet hat. Der Ausschuß hat zu seiner Untersuchung auch die beteiligten Wirtschafskreise hin­zugezogen. Er hat folgende Warengebiece untersucht: Haferflocken, Kaffeersatzmittel, Schokolade, Backpulver und Pudding­pulver, Zahnpflegemittel, Schuhputzmittel, Seifen, Waschmittel, elektrische Bedarfs­gegenstände (z. B. Staubsauger, Bügel­eisen, Glühlampen), Schallplatten. Schät­zungsweise kann der Anteil preisgebunde- ner Markenartikel am Gesamtumsatz des Einzelhändler; auf 350400 Millionen angenommen werden.

Der Anteil der preisgebundenen Ware an den Haushaltungsausgaben wird auf etwa 710 Prozent geschätzt.

Bei der Untersuchung der Handelsspannen ist der Ausschuß zu dem Ergebnis gekom­men, daß sie im Durchschnitt in Einzelhan­del mit Lebensmitteln und Kolonialwaren zwischen 15 und 25 Prozent, im Feinkost- Handel zwischen 15 und 33y3 Prozent und im Drogen-Handel zwischen 25 und 50 Pro­zent liegen dürften. Die Großhandels­spannen dürften im Durchschnitt 10 bis 12 Prozent betragen.

Der Ausschuß hat das Ergebnis feiner Untersuchungen in einer Entschlie­ßung zusammengefaßt, die in ihrem ersten Absatz

die Reichsregieruug ersucht, «uverzüg- lich de« Versuch zu machen, die Senkung der Preise für die Marken­ware«, insbesondere für Lebensmit­tel und andere Gegenstände des täg­lichen Bedarfs, durch Zusammenwir­ken von Erzeugern, Großhandel und

Niemand darf und wird sich' auf die ______ Dauer dieser Zwangsläufigen Entwick- itbafte hing entziehen können. Sache der Regie- haftli rung ist es, sie mit allen Kräften zu för- bierte dem, damit die Schäden und Nachteile

der Preise in letzter Zeit auf einzelnen Wirtschaftsgebieten, meist infolge der staatlichen Maßnahmen gemacht hat.

Gewiß sind an sich die Lebenshaltungs­kosten für den Verbraucher unmittelbar von sinnfälligster Bedeutung. Trotzdem ist aber auch für ihn gleich wichtig, wenn die U r ft o f f e der Wirtschaft verbilligt wer­den. Daher steht die inzwischen erreichte Herabsetzung der Koh len preise um 6 Proz. im Vordergründe. Sie wird sich für den Verbraucher in allen Richtungen auswirken. Ferner sind die Holz- preise um 1720 Proz., die Preise für Walzwerksprodukte um 3 Proz., Ziegel um 1015 Proz.. Fensterglas um 22

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ai i «.ein iuuu als uulu) uiiuklc. -wie btifÄ kche Meinung braucht es nicht zu dulden, (v31'iff daß durch Zurückhaltung im Preisabbau Einzelne unberechtigte Vorteile haben,

auch hier der Gerechtigkeit zum Siege verhelfen. Der Presse jeder Richtung und Größe, besonders auch den Zeitungen auf dem Lande, sind hier wichtige volkswirt­schaftliche Aufgaben erwachsen, die ver­dienstvoll gelöst werden können.

Wie die Reichsregierung in ihrem Wirt­schafts- und Finanzprogramm betont hat, ist die Herabsetzung der Preise auf der ganzen Linie eine Not­wendigkeit. Durch Verbilligung von Erzeugung und Verbrauch muß die Wirt­schaft neu belebt werden. Serbuugung des Verbrauchs, Senkung der Lebenshal­tungskosten sind insbesondere auch ge­boten, um die Wirkungen abzu- , die sich aus der Kürzung der Beam tenbe jüge und aus Lohnsenkungen er­gebe n. Ihr Ziel ist ebenfalls, die Lasten zu ermäßigen, die auf der Erzeu- gung ruhen.

nehmlich auch sie, die auf die Preishaltung stärksten Einfluß nehmen kann. Sie kann die Verkäufer und die Waren bevor-

Gerschtigkeit kann insbesondere der Landwirt fordern, desien Preise weit unter dem Stand derer anderer

Waren hinabgeglitten sind.

Dird dieser Bewegung Einhalt geboten, wird versucht, in angemessenen Grenzen die Preise der Agrarerzeugnisse und der anderen Waren einander anzunähern, dann braucht daraus für die Lebenshal­tungskosten der breiten Massen keinerlei Nachteil zu entstehen. Denn die rückläu­fige Bewegung der Preise, die der letzte Verbraucher zu zahlen hat, muß dadurch auch weiter möglich sein, daß sich der Unterschied der Preisspannen in gerech­ter Weise auf die Zwischenglieder verteilt.

Die folgende knappe Zusammenstellung soll eine gewisse Uebersicht darüber geben, welche Fortschritte die Abwärtsbewegung

Ä "sch wie möglich der schaffenden . Ekoi Tätigkeit wieder zugeführt wird.

Die ungezählten und vielgestaltigen :rmke wirtschaftlichen Vorgänge des täglichen (721 Lebens können nun aber nicht durch staatlichen Zwang in diesem Sinne cin- Zeitlich und plötzlich gestaltet werden. »3 ro an g ist geboten, wenn der wirtschaft- estenfr lichen Entwicklung der besseren Erkennt- |t|Qpj| nisse Hindernisse bereitet werden, die J1* anders nicht tzu beseitigen sind. In die- -- Rm. Hem Sinne die Verbilligungstendenzen zu

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