Stile 2
vberbeMfche Zeitung. Marburg a. L- Mittwoch, dm 12. November 1930
Nr. 266
braucherrellam« bei der deutschen Textil- industrie und dem deutschen Textilhandel berechtigtes Aufsehen und größt« Entrüstung hervorgerufen hat. Abg. Losenhausen hat mit Recht die Anfrage an das Staatsministerium des Innern gerichtet, pb es die weitere Verbreitung dieses Duches durch die Standesämter zulassen will? Zum mindesten sollte doch eine Reuauflage erfolgen, wobei auf die deutschen Wirtschaftsinteressen Rücksicht genommen wird. Wann wird die preußische Regierung die Anfrage beantworten?
♦
In der letzten Woche wurde die Reu» rvder Feuerwehr, die gleichzeitig als Rotpolizei ausgebildet ist, und dementsprechend auf ihre Waffenfähigkeit hin von Zeit zu Zeit geprüft wird, einer solchen Kontrolle unterzogen, die zur vollen Befriedigung der Breslauer Regierungsvertreter verlief. An der Kontrolle be» tefligte sich auch eine Dame, und zwar die 'Regierungsassessottn und Dezernentin für das Feuerlöschwesen der Breslauer Regierung. Gegen diese Beteiligung wird nun in der schlesischen Presse heftig protestiert, und man bezeichnet es als eine Zumutung, daß sich die freiwillig im Menst« der Allgemeinheit tätigen Feuerwehrmänner von einer noch sehr jugend- Ahen Dame revidieren lassen müssen. Man erkennt dabei die Gleichberechtigung der Frau mit dem Mann auch in der Oeffent- lichkeit vollkommen an, doch wird die Sachversiändigkeit einer jungen Dam« hinsichtlich der Beschaffenheit von Waffen, noch dazu bei einer Kontrolle von erfahrenen Polizeibeamten bezweifelt. Man weist darauf hin, daß, wenn man bei der Kontrolle schon diesbezügliche Fragen an die Leute richtet, so sollte dies durch Regierungsbeamte geschehen, die im Waffenwesen genügende Erfahrungen besitzen. Für die männlichen Polizeibeamten sei es eine Demütigung, einer jungen Frau auf diesem Gebiet Rede und Antwort stehen zu müssen. Für weibliche Revisoren gibt es zweifellos hinreichende Betätigung auf Gebieten, die der Frau besser liegen, als die Kontrolle von männlichen Feuerwehren und Polizeibeamten.
•
Die Notverordnung hat den berühmten Krankenschein, der 50 Pfennig kostet, geschaffen. Wer die Krankenversicherung m Anspruch nehmen wfll, muh sich vorher erst diesen Krankenschein kaufen. Da- durch sollen Mißstände beseitigt und die Simulanten väterlich auf die Schuller geklopft werden. Gegen den Krankenschmn Ist von allen Seiten Sturm gelaufen worben. Es geschah beispielsweise bei iln« glücksfällen, daß zärtliche Hilfe verweigert wurde, wenn der Krankenschein nicht bezahlt und zur Stelle war. In dringenden Fällen hatte diese Vorschrift jeglichen Sinn verloren. Die Reichsregierung hat inzwischen wohl auch eingesehen, daß di« Gebühr den Kranken zu hoch belastet. Sie hat den Kassen die Ermächtigung erteilt, nötigenfalls die Gebühr auf 25 Pfennig herabzusetzen. In dringenden Fällen will man überhaupt auf einen Krankenschein verzichten.
Mülri« »e» teWtn Mimtts
Brüssel, 11. Roo. Am Dienstag habe« die liberale» Minister des belgische« Kabinetts ihre« Rücktritt erklärt. Dieser Schritt ist auf eine Entschließung der Liberalen Berei«igu«g in Brüssel zurück- -«führen, die die Haltung der liberalen Minister in den Laudesverteidi- guagsfrage« mißbilligt haben. Es handelt sich um den Außen-, Kultus-, B«r. kehr,-. Justiz- und Postminister.
Rach erfolgtem Rücktritt der liberale« Minister ist da«n das gesamte belgische Kabinett zurückgetreten.
das ilrletl im SvionWvrM Adam
Leipzig, 11. Nov. 3n dem Spionage- prozeß gegen den früheren Mindener Obermusikmeister Peter Adam, der Schriften und Befehle milllärischer Art, die geheim zu halten waren, gegen Entgelt dem französischen Nachrichtendienst zukommen lieh, wurde heute das Urteil gefällt: Wegen Landesverrats im Sinne der Anklageschrift ge- gen den Ehemann Obermusikmeister Peter Adam vom Artillerieregiment 6 in Minden zehn Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrenrcchtsverlust, gegen die Ehefrau Maria Adam fünf Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrenrechtsverlust. Je vier Monate drei Wochen sind durch die Untersuchungshaft verbüßt. 12 000 Mark empfangene Spionagegelder und ein photo- graphischer Apparat werden eingezogen. Der Reichsanwalt hatte zwölf Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrenrechtsverlust sowie Stellung unter Polizeiaufsicht gegen Adam, sechs Jahre Zuchthaus und gleichfalls zehn Jahre Ehrenrechtsverlust gegen seine Ehefrau beantragt.
Reue Erklärung Thüringens
«missuchungen keim RMÄanmr in Weimar
Weimar, 11. Nov. In der Streitsache des Landes Thüringen gegen das Reich wegen der Sperrung der Polizeizuschüsse erklärt jetzt die thüringische Regierung, daß nach dem bisherigen Untersuchungsergebnis mit etwa 40 Zeugenvernehmungen durch den Berichterstatter und die beauftragten Richter des Staatsgerichtshofes angeblich die Haltlosigkeit der Anklagen des Reichsinnenminrsters offensichtlich sei.
Der Reichsisnenminister sei einem in der Thüringer Polizei bestehende« Spitzel- «ad Denunziantentum gröbster Art zum Opfer gefallen.
Zum Beweis für diese Austastung veröffentlicht die Thüringer Regierung den Inhalt eines Briefes des Reichsbanner-Gaugefchäfts- führers Dr. Diezel, Weimar Der Brief stellt im Zusammenhang mit einem 17 Punkte umfastenden Fragebogen den Versuch dar, durch einen im Thüringer Staatsdienst stehenden Obersekretär die Verhältnisse in der Thüringer Polizeischule Sondershausen zu erkunden, um Material gegen angebliche nationalsozialistische Umtriebe in dieser Schule zu erhalten. Die Regierung glaubt weiter feststellen zu können, daß eine bejahende Beantwortung dieser Frage in verschiedenen Punkten schon jetzt als Fälschung des tatsächlichen Sachverhalts nachzuweisen sei. Der als Zuträger verwendete Obersekretär sei sofort seines Amtes enthoben worden.
Am Dienstag nachmittag habe — so teilt die Regierung weiter mit — der mit der Vor
untersuchung im Dienstverfahren gegen den Obersekretär beauftragte Richter
t« de« Räume» des Reichsbanoes Weimar eine Ha«ss»chu«g geholte«
über deren Ergebnis noch Stillschweigen bewahrt wird. Die Verlautbarung schließt mit den Worten: „Es liegt auf der Hand, daß der Herr Reichsinnenminister sein zum allergrößten Teil durchaus falsches Material vom Reichsbanner durch Vermittlung von ihm nahestehenden Beamten erhalten hat. Ob er den Auftrag zur Beschaffung solchen Materials erteilt hat, wird sich freilich nie feststellen lassen. Es wäre allerdings erwünscht, daß der Herr Reichsinnenminister selbst _ alsbald darüber Auskunft gibt. Das thüringische Staatsministerium gibt der Orffentlichkeit Kenntnis davon und erhebt gleichzeitig feierlichen Protest gegen solche Methoden, di« sich allein schon durch ihre Unmoral richten."
Die Abftimmuuge« abermals verschöbe».
' Weimar, 11. Rov. Im Thüringer Land- tag wurden die Abstimmungen über den Vertrauensantrag der Nationalsozialisten und über die Auslösung des Landtags abermals verschoben, und zwar auf Freitag, den 14. November. Es geschah dies auf Wunsch der sozialdemokratischen Fraktion und weil auch von den bürgerlichen Parteien einige Abgeordnete verhindert waren, an der Diensttags- sitzunq des Landtags teilzunehmen. An der politischen Lage hat sich im übrigen nichts geändert.
Am das Kriegsmaterial
Sie AbkMungtmiWmKk in Seist
Eens, 11. Nov. Der Vorbereitende Abrüstungsausschuß hat heute vormittag gegen den Einspruch Frankreichs. Japans, der Türkei und dreier lleinerer Staaten beschlossen, die Frage der Beschränkung des Leeresmaterials für die Landrüstungen, die in dem Äon» ventionsentwurf bisher völlig ausgelassen ist, erneut zu diskutieren, und dabei auch die Methode der direkten Materialbegrenzung in die Diskussion einzuschließen.
Graf B e r n st o r ff erinnerte vor der Ab- stinynung über diesen Vorschlag daran, daß die deutsche Delegation im vorigen Mai sich beim Programm des Vorbereitenden Abrüstungsausschusses hauptsächlich distanziert habe, weil die Frage des Materials überhaupt nicht in den Äonventtonsentwurf ausgenommen worden sei. Wenn man jetzt die Wiederaufnahme der Diskustion beschließe, so sei er damit einverstanden, und er werde sich auch daran beteiligen. Es sei im übttgen unverständlich. wenn für die Seeabrüstungen die Begrenzung des Matenals zuge- lasten werde, während man sie aber für das Landheer nicht gelten lassen wolle.
In der Debatte zeigte sich, daß die Neigung für eine direkte Materialbegrenzung im Ausschuß nur sehrgering ist. Vorbehaltlos sprach sich im Pnnzip dafür nur der Vettreter der Vereinigten Staaten, Gib- son, aus, der das Pnnzip der indirekten Materialherabsetzung auf dem Wege des Budgets kategorisch ablehnte. Lord Cecil sprach sich dagegen für die indirekte Methode aus. Der Vettreter Italiens, General d e Mgr r i n i s, unterstrich gleichfalls die Bedeutung der diretten Methode.
Zum Schluß sprach noch einmal kurz Graf Bernstorfs, um darauf hinzuweisen, daß die Methode der direkten Materialbegrenzung Deutschland im Versailler Vertrag auferlegt worden sei und daß es nur logisch sei, nunmehr diese Methode auch für die allgemeine Abrüstung anzuwenden. Der deutsche Delegierte betonte nochmals, daß eine Konvention ohne die direkte Materialbegrenzung wertlos und für Deutschland unannehmbar sei. Die Frage, ob die deutsche Delegation Anttäge zur Frage des Materials stellen werde, beantwortete Graf Bernstottt tnit dem Hinweis, daß man zuerst wissen müsse, ob der Ausschuß das Prinzip der diretten Herabsetzung des Materials annehme. Die Debatte wird morgen fortgesetzt.
Die an der Washingtoner und Londoner Flottenkonferenz beteiligten Staaten haben heute dem Vorbereitenden Abrüstungsars'chuß Vorschläge über die Behandlung der Marinefragen unterbreitet. Sie bezwecken llebertragung der in Washington und London angenommenen Grundsätze in die allgemeine Abrüstung^kon- v e n t i o n und sind außer diesen Staaten noch von den britischen Dominons und Indien unterzeichnet. Italien hat den Vorbehalt gemacht, daß es seine endgültige Stellungnahme nach Festsetzung der zwischen den einzelnen Flottenmächten in Betracht kommenden Relationen bekanntgeben wird, eine Reserve, die hier so gedeutet wird, daß Italien die weitere Entwicklung der Paritätsfrage gegenüber Frankreich abwatten will. Die Hoffnung, daß bei den Arbeiten des Ausschuffes über die Mannefragen, die in den nächsten Tagen beginnen werden, ein Ergebnis im Sinne einer wirklichen Abrüstung erzielt wird, ist in Genf allgemein sehr gering.
Wchllschmi
** Adolf von Harnack. Aus der Werkstatt des Vollendeten. Als Abschluß seiner Reden und Aufsätze. Herausgegeben von Are! v. Harnack. Mit zwei .Bildnissen. Verlag von Alfred Töpelmann in Gießen. Geheftet 8.50 Mark. Gebunden 11 Mark. Als Denker, Forscher und Lehrer, als Theologe und Prediger, als Organisator der Wissenschaft und als Kämpfer für sozialen Fortschritt, so tritt Adolf v. Harnack, dessen Tod im Juni des Jahres weite Kreise in Trauer versetzte, in dem vorliegenden Bande „Reden und Aufsätze" der großen Schar seiner Freunde und Verehrer entgegen. 41 Stücke hat sein jüngerer Sohn aus seinen, für die gebildete Allgemeinheit bestimmten Heine» ren Arbeiten namentlich der letzten 7 Jahre ausgewählt und damit den 6 bisher erschienenen Bänden einen Abschluß hinzufügt. Neben alten und beim Erscheinen freudig begrüßten Stücken (wie „Mein- Zeitgenossen aus dem 18. Jahrhundert") findet der Leser llngedrucktes. Da Adolf v. Harnack keine Lebenserinnerungen hinterlassen hat. gewinnen die hier gesammelten Arbeiten besondere Bedeutung. Ein systematisches Inhaltsverzeichnis der 7 Bände ermöglicht einen umfassenden Ueberblick über die literarische Produktion Adolf v. Harnacks, die in der modernen Zeit beispiellos dasteht. Dem Gewicht seines Wortes und dem Reiz seines Stils wird sich kein Leser entziehen können, und manchen wird es locken, auch nach den älteren Bänden zu greifen. 2 Bildnisse aus verschiedenen Lebensevochen erhöhen den Wett des sorgfälttg ausgestatteten Werkes.
** Erinnerungen eines kaukasischen Grenadiers von K. Popoff, Stabskapitän im ehem. 13. „Eriwanschen" Erena- dierregiment. Ins Deutsche übertragen von Wolfgang Frhr. v. Plotho, Generalmajor a. D. 192 Seiten. 8°. Kartoniert mit zweifarbigem Umschlag Jt 4.50. Ehr. Belser A.G., Verlagsbuchhandlung. Stuttgart.
Ein Buch, das geeignet ist, die Aufmerksamkeit der deutschen Leserwelt zu fesieln. Ein Kriegsbuch, das die Erlebnisse eines jungen russischen Frontoffiziers während des Welt- und russischen Bürgerkriegs aus seinem Blick- puntt heraus in schlichter und fesselnder Form darstellt. Das Fronterleben von der anderen, der russischen Seite, hat uns bisher noch keiner übermittelt. Was das Besondere an diesem Buch ist, das ist die vornehme Art der Darstellung. Rein und fein enthüllt es dem Leser die Seele des alten Rußland in diesen Offizieren und Mannschaften de« hochberübmten, in Jahrhunderten bewährten 13. Eriwanschen Erenadierregiments. Biele deutsche Frontkämpfer, die int Osten gestanden haben, werden mit besonderem Interesse den Schilderungen folgen, die ihnen ein Bild geben, wie die eigenen Operationen, an denen sie teilgenom- men, sich aus die Gegenseite auswirkten. Aus den Kapiteln, die sich mit dem Bürgerkrieg beschäftigen, gewinnt der Leser manch zutreffenden Einblick in den furchtbaren" Wirrwarr, in den die Revolution das alte Zarenreich geworfen. Auch hier ist es nicht Haß und Einseitigkeit, die dem jungen Offizier die Feder führen, sondern tiefes Mitleiden mit dem vom Schicksal so schwer geschlagenen russischen Volk»
Ausland
Zahlreich« Unfälle am Waffenstillstands. tage in Liverpool.
ft. London, 12. Nov. In Liverpool ereigneten sich gestern bei der Feier dez Waffenstillstandstage an dem Ehrendenkmal für die Gefallenen des Weltkriege; zahlreiche Unfälle. Zn dem dichten Gedränge erlitten viele Männer, Frauen und Kinder Ohnmachtsanfälle, uni Dutzende von Frauen wurden mit verstauchten Füßen oder gebrochenen Rippen auf Tragbahren davon getragen. Um Mitternacht hatten die Sanitätsmannschaften 500 erkrankte oder verletzt« Personen behandelt.
15 000 spanische Metallarbeiter im Ausstand.
ff. Paris, 12. Nov. Von dem Metallarbeiterstreik in Madrid und Umgebung werden, wie Havas berichtet, insgesamt 15 000 "Arbeiter betroffen. \ V
«nvolittW SagrönnWltn
Sm gtmWro gtacn Webel
Berlin, 11. Nov. Wegen bes Heber, salles auf den früheren Polizeipräsidenten Zörgiebel im Eerich ssaal wurde heute bet Schneider Heidrich vom Schnelllchöffengencht zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Dm Staatsanwalt hatte ein Jahr Eesängnis. beantragt. Wie gemeldet, hat Heidrich vorigen Freitag vor der Großen Strafkammer des Landgerichtes 11 dem als Zeua»n vernommenen Polizeipräsidenten a. D. mit der Faust ins Gesicht geschlagen, wofür er zunächst zu drei Tagen Haft wegen Ungebühr vor Ge- richt verutteilt wurde. Nach dem Utter wird Heidrich in Anbetracht seiner Jugni und bisherigen Unbestraftheit mit der weiteren Haft verschont, wenn er sich der Sozialen Eerichlshilfe unterstellt.
Das Geheimnis um den verbrannten Doppel güngee.
Königsberg r Pr., 10 Nov Die Nach grabungen auf dem Sensburger evangelische: Friedhof, von dem die nach dem Brande des Möbelgeschäfts Saffran in Rastenburg gefuro bene Leiche gestohlen fein sollte, haben ergeben, baß sämtliche Gräber unberührt sind. Auch auf dem katholischen und auf dem jüdischen Kirchhof fand man keine Spuren eines Leichenraubes. Die Untersuchungsbetzörde Hai die Absicht, weitere Nachgrabungen in bei Umgebung von Rastenburg vornehmen z» lassen.
• ' y ।
Die Ermittlungen der Berliner Polize über die Brandstiftung des „Kaufmanns1 Fritz Saffran sind am Montag abgeschlossei worben. Er und sein Quartiergeber Sujuftit wurden nochmals einem letzten Verhör unter zogen. Er hielt sein Geständnis über bi \ Brandstiftung voll und ganz aufrecht und ga auch zu, 50 £?iter Benzin zur Anleaung mehre rer Brandherde in feinem Lager ausgegonet zu haben, lieber die Frage, woher die Leiche die unter dem Brand!ckiutt gefunden wurde kam, verweigert er nach rote vor jede Aus tunft. Von ihrem Vorhandensein will e überhaupt nichts wissen. Für die von oerschie denen Seiten aufgetauchte Vermutung, daß eii Handwerksbursche. der bei der Möbelfabri den Posten eines Nachtwächters versah, ermor bet und mit verbrannt worden fei, hat mal noch keine Anhaltspunkte gefunden. Am Mon tag spät abends erfolgte bann der Transpor der beiden Verhafteten nach Ostpreußen.
Da« Urteil im Göttinger Brandftistervrozes
Göttingen, 11. Nov. In dem Brand stifterprozeß gegen den Landwirt Löroenhei aus Amelith und den Elektromeister Hennin aus Höxter sprach das Gericht heute abend Uhr die beiden Angeklagten schuldig, un zwar Löwenherz der vorsätzlichen Drandstn tung und Henning der Begünstigung. Der An geklagte Löroenherz erhielt eine Zuchthaw strafe von 2 Jahren und 5 Jahren Ehrverlu Henning wurde zu der Mindeststrase vo, einem Jahr Zuchthaus verurte lt. Beiden Angeklagten wurde die seit dem 27. Mai ei littenen Untersuchungshaft angerechnet. Di Angeklagten nahmen das Urteil sehr ruhi auf.
Mord an einem Ehepaar.
Ottelsburg, 11. Nov. Der Mitbesitz- ' Komorin und dessen (Ehefrau aus Reblau rou den am vergangenen Sonntag ermorbet au gefunben. Die Tat muß aber bereits am ve f gangenen Freitag verübt worden sein Komi rin hat zunächst mit einem Messer einen Stil in den Rücken erhalten; dann durchkchnitt ihi der Mörder die Kehle. Die Ehefrau ist buP einen Axthieb betäubt worden, während de Tod durch einen Stich in die Herzgegend eif trat. Das ermordete Ehepaar hatte früh« im Dorfe einen Besitz, d--n es aber später bei Sohn unter dem Vorbehalt eines Ausgedsi ges überließ. Das anfänglich gute Verhältrn trübte sich indessen bald so, daß die Eltern st wieder einen kleinen Besitz pachteten. Dies Sohn wurde gestern verhaftet. Eleichzeitz wurde noch ein gewisser Kukawka festgeno« men.
Todessturz in der Sächsischen Schweiz.
Berlin, 11. Nov. In der Sächsische Schweiz ist der Landesgerlchtsdirektot Ludro Fuhrmann aus Leipzig, dem „LokalanzeigS zufolge bei einer Wanderung tm Schrami fteingeoiet tödlich verunglückt. Die Seil wurde geborgen.