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CteffrffW Sethtwg, Mardnrg «. e. Sonnabend, den 8. November 1930
Nr. 263
werde automatisch hinfüllig. In der Frage der allgemeinen Mrüstungsverpflichtung stehe man bereits vor einer solchen Richt- erfüllung. And wenn Frankreich nicht ab» rüste, so habe Deutschland das Recht zur Qfatfrüftung.
^Manchester Guardian" tritt in einem Leitartikel dafür ein, sobald wie möglich «ine allgemeine Abrüstungskonferenz einzuberufen. Das Matt sagt: Die Regierungen Europas müssen endlich erklären, ob sie überhaupt zur Abrüstung bereit sind. AebrigenS hat die Geschichte Europas seit dem Krieg« gezeigt, daß Premierminister und Außenminister sich ost einigen können, wo Sachverständige und Untergeben« uneinig geblieben sind. Ein italienisch-französischer Rüstungswettbewerb und die noch ernstere Gefahr, daß Deutschland das Recht zur Aufrüstung beansprucht, das ihm schwerlich verweigert werden könnte, nmß vechin» dert werden. Die Abrüstungskonferenz lm nächsten Jahre wird vielleicht fehl- schlagen, aber eine Fortsetzung der gegenwärtigen Politik der sogenannten Vorbereitung muß zur Katastrophe führen.
Der Sieg des konservativen Kandidaten bei der Ersatzwahl in Shipleh unmittelbar nach den Gemeindewahlen, deren Ergebnisse den Konservativen so erstaunlich günstig gewesen sind, wird in Londoner politischen Kreisen als ein Anzeichen dafür angesehen, daß die Tage der gegenwärtigen Regierung gezählt sind. Mit der Anterstühung der Liberalen verfügt die Regierung noch über eine ansehnliche Mehrheit, jedoch zeigen die Gegensätze, die im Verlauf der letzten Wochen Mischen der Arbeiterpartei und den Liberalen, von denen viele für die Konser« Dativen stimmten, in Erscheinung getreten sind, eine wachsende Unzufriedenheit mit der Politik der Arbeiterregierung. Außerdem scheint es, daß die Gesundheit Macdonalds durch die Feindschaft der Opposition und einer Gruppe seiner eigenen Anhänger erschüttert worden sei. Dies ist ein weiteres Zeichen, daß man gegenseitig den Kampf wünscht. Die Krise kann jederzeit auSbrechen, es ist jedoch möglich, daß infolge der Indienkonferenz, die wahrscheinlich bis zum Reujahr dauern wird, ein« Verschiebung eintritt.
In bestunterrichteten pvlittschen Kreisen besteht, wie „Dailh Telegraph" berichtet, der besttmmte Eindruck, daß Schatzkanzler Snowden nachdrücklich gegen den Reichsweizenquoten-Vorschlag ist und daß er eher bereit ist, zurückzutteten, als diesem Vorschlag zuzusttmmen. Macdo- nald könne es sich, so schreibt das Blatt, nicht leisten, mit dem Schatzkanzler zu stteiten und dadurch die Meinungsverschiedenheiten im sozialisttschen Kabinett zu vermehren. Jede Hoffnung, daß die Aeichskonferenz in wirtschaftlicher Hinsicht Ergebnisse von praktischem Wert zeitigen werde, schwinde jetzt rasch. Es verlaute, daß das Kabinett das Angebot der Dominions, gegenseitige Tarifvorzugsbehandlung einzuführen, verworfen habe und zu keiner Entscheidung darüber gelangt sei, die bestehende Vorzugsbehandlung, die von dem vereinigten Königreich für einen Zeittaum von drei Jahren gewährt wurde,fottzusetzen.
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das AusaabMukuuMM
Die Bereinigten Ausschüsse des Reichsrates erledigten gestern die Beratung des Gesetzentwurfes über Ausgabenbegrenzung in den Haushalten des Reiches die Länder und Gemeinden .in erster Lesung.
Rach dem Gesetz über eine Ausgaben- begrenzung darf die Summe der Ausga- benausätz« der Reichshaushaltspläne für die Rechnungsjahre 1932 und 1933 in jede« dieser Jahre die Summe nicht über, schreite», die im Rechnnngshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1931 für Ausgaben eingestellt worden ist. Dies gilt entsprechend für die Haushaltspläne der Länder und Gemeinden. Erhöhen sich in de, Rechnungsjahre» 1932 und 1933 die Einnahmen im Reiche oder in einem Lande gegenüber den im Haushalt des Jahres 1931 > »gestellten Beträgen, so find die austommende« Mehrbeträge zur Steuersenkung zu verwende», soweit ste nicht nach gesetzlicher Vorschrift zu» Verminderung de» Anleihebedarfes oder zur Schuldentilgung zu verwenden sind.
Die Ausschüsse erledigten ferner die Novelle zum Einkommensteuergesetz. Es handelt sich um die Weitererhebung der Ledigensteuer, des Sprozentigen Zuschlages aur veranlagten Einkommensteuer und der Aufsichtsratssteuer, die auf 6 Prozent des Gesamteinkommens festgesetzt wird. Die Meldungen, datz Beamte, die zur Einkommensteuer veranlagt werden, also mehr als
Mark Jahreseinkommen haben, wv-
Die neuen Verbrauchssteuern
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Berlin, 7. Nov. Der Preußische Landtag begann heute die zweste Beratung der Durchführungsbestimmungen zur Verordnung des Reichspräsidenten über
'Die Erhebung der Gemeindebier-, Ge- tränke- und Bürgersteuer.
Aba. Szillat (Soz.) berichtete über die Ausschutzberatungen. Der Ausschuh Hirt vor allem die M u tz v o r s ch r i f t zur Einführung der Eemeindebier- und Bürgersteuer für den Fall, dah die Einführung zum Ausgleich des Gemeindehaushaltes erforderlich sei, in eine Kann Vorschrift abgeschwächt. Weiter wurde die Einführung der neuen Steuern an die Voraussetzung geknüpft, datz in der betreffenden Gemeinde mehr als 350 Prozent von der Grundvermögens- oder mehr als 600 Prozent nach der Eewerbeertrags- oder mehr als 1800 Prozent nach der Lohnsummensteuer erhoben werden.
In der Aussprache trug Abg. Dr. von Kries (Dntl.) die Bedenken seiner Fraktion gegen die neuen Verbrauchssteuern vor und forderte, datz der Finanzminister die Stellungnahme der Staatsregierung zu dem Finanz - und Steuerprogramm der Reichsregierung eingehend darlege. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm der preu- hischen Regierung sei an sich zu begrüßen. Bedenllich seien aber die neuen gesetzgeberischen Absichten auf das Gebiet der Arbeitszeiteinschränkung. Anstelle eines 9. Schuljahres sollte man lieber ein A r- beitsdienstjahr im 18. oder 19. Lebensjahr einführen. Vor allem müsse man
endlich das Reparationsproblem energisch anpacken. Wenn die deutschnationalen Aenderungsoorlagen keine Mehrheit fänden, werde die Frattion die Vorlage ablehnen.
916g. Kölges (Ztr.) erklärte, dah bei der Anspannung der Gemeindefinanzen neue Real steuern nicht in Frage kämen.
Dr. Neumann-Frohnau (Dt. Vpt.) erllärte, während die Getränkesteuer nur Schererei und Verärgerung, aber keinen Gewinn bringe, tollte man dem oolksparteilichen Anttag zustimmen, dah die Gemeinden zu dem normalen Satz von 6 M. jährlich bei der Bürger st euer Zuschl äge erheben können und bei übermäßigen Realsteuern sogar erheben müssen.
Abg. Müller-Isernhagen (Landvolk) erhoffte von der Bier- und der Bürgersteuer die notwendige Senkung der Realsteuern, während die Eemeindegettänkesteuer weniger sympathisch sei, zumal sie auch die Winzer indirekt schädige.
Abg. Donners (Wirtschastspt.) warf den Leitern der Kommunen vor, dah sie Theater, Stadien usw. gebaut, nicht aber für die Notzeit gespart hätten. Vor allem sollten die Gemeinden ihre öffentliche Betriebswittschaft einstellen.
Nachdem Dr. von Kries (Dntl.) be- dauert hatte, dah der Finanzminister nicht das Wort genommen habe, schloh die Aussprache. Die Abstimmungen zur zweiten Lesung und die dritte Beratung sollen in der nächsten Sitzung am Mittwoch, dem 12. November, erfolgen.
Eine 16 Wrlge MorbanWerln Das gwmiwM Brrbrcchrn an dem Wmafttt Mrich
Di« Mörder lllbrichs verhaftet.
Berlin, 7. Nov. Der 22jiihrige Kutscher Stolpe inb der 23jährige Zeitungsfahrer Benziger, die den Uhrmacher lllbrich in Berlin ermordet haben, sind in Redel bei Polzin verhaftet und nach Berlin transportiert worden. Die Polizei ist den beiden Burschen durch die Aussage der 16jährigen Elisabeth Neumann, die zu den Besucherinnen lllbrichs gehörte^ auf die Spur gekommen. Die Neumann besprach den Plan der Beraubung mit ihrem Bräutigam Stolpe auf einem Berliner Rummelplatz, und Stolpe machte seinem Freunde Benziger davon Mitteilung. Stolpe wie Benziger sagten übereinstimmend aus, dah die Neumann darauf bestanden hätte, dah der Uhrmacher, um eine Entdeckung zu verhindern, ermordet werden muffe. Benziger gestand der Polizei, dah er Stolpe, der sich am längsten sträubt«, überredet habe, an der Tat teilzunehmen.
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Der Mord hat sich folgendermaßen abgespielt: Die Neumann besuchte lllbrich am Abend des 28. Oktober in seinem hinter dem
Geschäft gelegenen Wohnraum. Ohne datz lllbrich es merkte, schloß sie die Ladentür, die von lllbrich verschloßen worden war, wieder auf und ebnete so den drauhen Wartenden den Weg. Dann begab sie sich mit dem Uhrmacher zu Bett. Die Burschen schlichen sich nach einiger Zeit in den Laden. Sie warfen beim llmhertappen einen Gegenstand ber- hnnter. lllbrich hörte das Geräusch und wollte aufspringen; die Naumann aber beschwichtigte ihn. Die Burschen drangen in den Wohn- und Schlafraum ein und stürzten sich auf den Uhrmacher. Nun entspann sich ein furchtbarer Kampf. Die Mörder drückten ihm das Gesicht in die Kissen, doch gelang es Ulbrich immer wieder, sich freizumachen. Allmählich versagte ihnen der Mut und sie wollten den Ueberfallenen bereits loslaffen. Das Mädchen hatte aber ein Beil ergriffen und erklärte, sie werde lllbrich den Schädel zertrümmern, wenn die Männer zu feige wären. Als Ulbrich sich nicht mehr regte, machten die Verbrecher Licht und raubten aus einem der Neumann bekannten Versteck etwa 80 M Bargeld und eine Reihe von Uhren. Dann fuhren sie nach Stettin und fuhren von dort Nach Redel, wo Stolpe früher einmal als Viehhüter beschäftigt gewesen war. In dieser Ortschaft wurden die beiden Mörder dann verhaftet.
gen der Gehaltskürzung künftig von dem Sprozentigen Einkommensteuerzuschlag befreit sein sollen, entsprechen nicht den Tatsachen. Die Novelle zum Einkommensteuergesetz, die im wesentlichen unverändert angenommen wurde, wurde von den Ausschüssen auch gleich in zweiter Lesung erledigt.
Die Tabaksteuernovelle hat, wie dem Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger versichert wird, bisher noch nicht den Gegenstand der Ausschutzberatungen gebildet. Damit fallen auch die in einzelnen Blättern über Aende- rungsbeschlllsie gebrachten Meldungen in sich zusammen.
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Aus den Parteien
Im Preußischen Landtag ist folgende Kleine Anfrage des Abgeordneten W e i n r i ch - Kassel (N. SD. A. P.) eingegangen: An der Spitze der Provinz Hessen-Nassau steht seit einiger Zeit als Oberpräsident Herr Haas aus Köln. Die Leistungen dieses Herrn sollen auf verwaltungspolillschem Gebiet außerordentliche Unsicherheit und Unkenntnis aufweisen. Um dieser Herabsetzung eines hohen preußischen Derwaltungsbeamten im Staats« inkeresfe entgegen treten zu können, frage ich das Staatsministerium:
1. Hat der Herr Oberpräsident Haas eine preußische Volksschule bis zur obersten Klasse besucht?
2. Ist die Berufung auf einen hohen Ser« waltungsposten des Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau gerechtfertigt?
3. Welche verwaltungstechnischen Dorkennt- niffe bringt Herr Haas gegenüber den ihm unterstellten Verwaltungsbeamten mit?
4. Hat man Herrn Haas, wie mir aus Köln berichtet worden ist, lediglich aus parteipolitischen Gründen von Köln »egge« holt?
AnSim»
300 Bauer» von E.P.U.-Leuten niedergemetzelt.
ft Warschau, 8. Nov. Wie „Ex, pretz Poranny" au» Wilna meldet, haben zwei aus Rußland nach Pole« geflüchtete Bauern berichtet, datz 300 Bewohner a«s lllinow, die sich der Kollekti, viernng widersetzten n«d die Mitglieder einer bolschewistischen Strafexpeditio» getötet hatten, auf der Flucht nach Polen, dicht «n der Grenze, von einer E.P.U.- Mteilung eingeholt, umzingelt und nie- dergemetzelt worden sei». Nu, die zwei Bauern hätte« sich rette» u»d die polnische Greuze überschreite» könne».
Eine Bestätigung dieser Meldung liegt aus anderer Quelle «och nicht vor.
Schwierige Lage der Republikaner n» Senat. — Berichtigung zum Wahlergebnis von Illinois.
Washington, 7. Nov. Die ohnehin prekäre Lage der Republikaner hinsichtlich der Erlangung einer arbeitsfähigen Mehrheit im Senat wird noch schwieriger gestaltet durch die offene Erklärung der progressiven republikanischen Senators Brookhart, dah er die Demokraten im neuen Senat unterstützen werde, falls deren Programm ihn vefrie- dige.
Hoovers Kommentar zum Wahlergebnis.
Washington, 7. Nov. Etwa 30 beim Weitzen Haus akkreditierte Preffe- vertreter versammelten sich heut« voller Erwartung im Arbeitszimmer des Präsi
denten zur ersten Pressekonferenz nach den Wahlen vom Dienstag, die der republikanischen Partei, und, wie viel behaupten, auch der Politik des Präsidenten eine so grotze Niederlage brachten. Hoover empfing und entließ die Preffevertreter mit einem einzigen Satz, der folgenden Wortlaut hatte: „Unser Land hat jetzt mehr denn je die Aufgabe, seine Aufmerksamkeit auf Maßnahmen zur Zusammenarbeit im Interesse der wirtschaftlichen Erholung zu konzentrieren."
Neues Erdbeben in Italien.
Rom, 7. Nov. Neue heftige Erdstöße werden heute aus Apulien gemeldet, wo in einigen Ortschaften, Zeitungsberichten zufolge, großer Eebäudeschaden angerichtet wurde, aber keine Menschen zu Schaden kamen.
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Deutsches Reich
Der Stand der Reichsfinanzen Ende .. September.
Berlin, 7. Nov. Nach dem Monats- ausweis des Finanzministeriums über die Reichseinnahmen und -Ausgaben im September ergibt sich im ordentlichen Haushalt 619,7 Mill. Mark Fehlbetrag. Die Mehrausgaben in den Monaten April bis September beliefen sich auf 454,7 Mill. Mark. Im außerordentlichen Haushalt ist in derselben Zeit eine Mehreinnahme von 472,9 Mill. Mark zu verzeichnen. Der Fehlbetrag aus dem Vorjahr belief sich jedoch auf 771,7 Mill., so daß sich nach Abzug der Mehreinnahmen vom April bis September ein Fehlbetrag von 298,8 Mill. Mark ergibt. Der Stand der Reichsschuld betrug am 30. September 10 505,4 Mill. Mark (30. 6. 10494,5), der Stand der schwebenden Schuld 1309,6 Mill. Mark (1250,7).
Di« Beamtengehaltskürzung.
Berlin, 7. Nov. Die Demokraten weisen in einer Kleinen Anfrage im Preußischen Landtag darauf hin, durch die Bekanntgabe zweier Termine für die geplante Beamtengehaltskürzung sei nicht nur bei der Beamtenschaft, sondern auch bei den Ange st eilten und Arbeitern die größte Erregung und eine völlige Rechtsunsicherheit hervorgerufen worden. An bas Staatsministerium wird die Frage gerichtet, ob es in der Sage und bereit fei, Auskunft über den wirklich und definitiv in Aussicht genommenen Besoldungstürzungstermin alsbald zu geben und welche Stellungnahme sie im Reichsrat einzunehmen gedenke, wenn in dieser Körperschaft Anträge auf Vordatierung der Besoldungskürzung eingebracht werden.
Thüringer Regierungskrise. •
Weimar 7. Nov. In der heutigen Sitzung des Thüringer Landtages erklärten die Vertreter einiger bürgerlicher Parteien, nicht für den Auflösungsantrag der Kommunisten, sondern für den Vertrauensantrag der Nationalsozialisten stimmen zu wollen. Die Deutsche Volkspattei er« klärte dagegen, der Antrag der Nationalsozialisten habe nur demonstrative Bedeutung, aber keine rechtliche Wirkung; sie werde daher für Uebergang zur Tagesordnung stimmen. Vor der Abstimmung, die am Dienstag nächster Woche stattfindet, will die Volkspartei ihre Stellungnahme int einzelnen in einer besonderen Erklärung abgeben.
Ein Kommunist schlägt Zörgiebel ins Gesicht.
Berlin, 7. Nov. Vor der 3. Großen Strafkammer beim Landgericht 2 unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Hartmann fand am Freitag ein Prozeß statt, in dem sich der kommunistische Stadtrat Schwarz von Köpenick wegen der Vorgäng bei den kommunistischen Demonstrationen am 1. Mai 1929 zu verantworten hatte. Als Zeuge war der bisherige Polizeipräsident Zörgiebel zugegen. Als sich Zörgiebel nach Beendigung der Beweisaufnahme aus dem Eerichtssaal entfernen wollte, stürzte ein Kommunist, der gleichfalls als Zeuge aufzu- treten hatte, auf ihn zu und versetzte ihm einen Faustschlag ins Gesicht. Der Täter wurde sofort festgenommen und zu drei Tagen Saft verurteilt.
Mißglückter Raubüder'all.
Potsdam, 7. Nov. Gestern abend wurde auf ein Lieferauto des Beamtenwirtschaftsvereins aus Potsdam ein Raubanschlag verübt. Das Auto hat an verschiedenen Tagen der Woche die Landkundschaft in den einzelnen Otten zu beliefern. Gestern abend auf der Heimfahrt nach Potsdam sah der Chauffeur Walter Hopf Quer über die Chaussee gestellt einen Personenwagen stehen. Er gab zweimal Hupensignal. Da das andere Auto sich aber nicht rührte, mußte er abstoppen. 3m selben Augenblick sprangen aus dem Gebüsch am Chausseerand zwei maskierte Manner hervor und schwangen sich auf bas Trittbrett des Lieferautos. Der eine schlug mit einet Stahlrute nach dem Gesicht des Hopf. Geistesgegenwärtig beugte dieser sich vor und der Schlag traf nur den Rücken. Hopf iah aber zur gleichen Zeit, daß der zweite Wegelagerer eine Pistole in der Hand hatte. Blitzschnell gab er Gas und der Wagen ruckte heftig an. Dadurch wurden die beiden Räuber ihres Halles beraubt und fielen zu Boden. Es getang Hopf, mit seinem Wagen an dem anderen Auto oorbeizukommen. Soweit der Chauffeur feststellen konnte, muß der Wagen eine 4- oder bsitzige Horch-Limousine gewesen sein. Die Nummer könnt« Hopf nicht erkennen.