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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachung«« für Stadt und Kreis Marburgs

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Overheffen

92 Tote auf Grube Maybach

Auch Met beiteM ater Me Wiche ter Ekvleüm noch keine «arte«

Die Zahl der bei dem Bergwerksuuglück tu Friedrichstal ums Leben gekommenen Bergleute hat sich «ach den letzten Berich­te« auf 92 erhöht. Davon wurde« 82 tot geborgen. 6 find in den Kranken­häusern gestorben »nd 4 befinden sich noch in der Grube. Die Zahl der Verletzten beträgt 21, von denen 5 in Lebensgefahr schweben.

Die Opfer der Alsdorfer Katastrophe waren am Sonnabend noch nicht restlos der Erde übergeben, als eine neue Schlag­wetterkunde wie ein Lauffeuer Deutsch­land durcheilte. Eine Schlagwetterkata­strophe hatte die vierte Sohle der in der Nähe oo«? Saarbrücken gelegenen May- bachgrube heimgesucht. Sie forderte an- uähern 100 Menschenleben.

88 Tote wnrden bereits bis Sonn­abend abend 9 Uhr geborgen.

4 Tote befinden sich noch unter Tage, die xtoriäufig noch nicht geborgen werden kön­nen. Außerdem befinden sich 21 Schwer­verletzte in den Krankenhäusern, von denen 5 kaum mit dem Leben davon kom­men dürften.

Die französische Erubenverwaltung gibt über die Katastrophe folgenden Bericht: Am Sonnabend, dem 25. Oktober gegen 141/2 Uhr ereignete sich in bei vierten Tiefbausohle der Grube Maybach eine Echlagwetterkatastrophe. Die beiden Soh­len der Steigerabteilung neun wurden von der Explosion durcheilt. Sie konnte aber auf die benachbarten Abteilungen nicht übergreifen, da die Eesteinsbau- sperre in Tätigkeit trat und auch die Ge­steinsbaustreuung das weitere Umsichgrei­fen der Explosion verhinderte. Da die Wetterführung nicht gestört wurde, konn­ten die Rettungsarbeiten sofort ausge­nommen werden.

Als die Katastrophe vor sich ging, be­fanden sich etwa 700 Mana in der Grabe.

tlngefähr 110 wurden von der Kata­strophe betroffen. Nur wenige von ihnen konnten gerettet werden oder sich selbst retten. Vorort sieht es nach den Schil­derungen der wenigen Ueberlebenden furchtbar aus. In wenigen Augenblicken haben Schlagwetter die Arbeit von Mo­naten zerstört. Ein schwerer Bruch von 30 Meter Tiefs und 56 Meter Hohe sperrte den Weg zu den Leichen. Die Ret­tungsmannschaft kehrte aus der Tiefe ver­rußt und kohlenverstaubt mit verschloffe- nen Gesichtern zurück.

Zwei Sanitäter wardea outet ent­stell Bergiftaagsetscheiaaage« durch ihre Kameradea za Tage gebracht,

>er eine nachdem er kaum 50 Meter vor- »ringen konnte. Vorerst sind die giftigen Wetter noch nicht abgezogen, sodaß auch die inzwischen begonnene bergpolizeiliche Untersuchung über die letzten Ursachen der Katastrophe innerhalb der Grube noch nicht beginnen konnte. Man will jedoch unter Beteiligung der Gewerkschaften ver- fuchen, die Unglücksftätte am Montag morgen zu befahren. Die Erklärung, die osort nach den ersten Meldungen kur­ierte, nach der eine Benzol-Lokomotive m Qualm der 4. Sohle explodiert sein ollte, trifft nicht das richtige. Die in dem Querbau arbeitenden beiden Benzol-Lo­komotiven, find Preßluftmaschinen. Sicher ist jedoch,

daß an dem Explofionsherd wegen der luftretende« Schlagwetter ständig un­ter Aufsicht gearbeitet wurde,

damit bei Gefahr sofort eingegriffen wer­den konnte. Der Vorhauer, der die Aus-

Irr letzte Sang der Spfer von Mdors

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Die Knappen tragen die Särge der toten Kameraden.

ficht kurz vor der Katastrophe leitete, kann seine Beobachtungen leider nicht mehr weiter geben. Er ist tot."

Am schwersten ist die Gemeinde Quier­schied von der Katastrophe betroffen. Hier hat das furchtbare Unglück in fast jeder zweiten Familie eine schwere Lücke gerissen.

Zn mehreren Fällen ginge« Bater »nd Sohn gemeinsam in beu Tod.

Ein Teil der Opfer ist so verstümmelt, daß er wahrscheinlich nie identifiziert wer­den kann. Am Sonntag abend wurden bereits die ersten Särge angefahren. Am Mittwoch soll, nach einer gemeinsamen Trauerfeier in dem Vorlesesaal der Grube, die Beisetzung der Opfer in einem Massen­grab erfolgen. Tausende und Abertau­sende Beileidstelegramme find inzwischen an die Direktionen und den Betriebsrat der Unglücksgrube gelangt. In allem, wo sie auch her kommen, wird den Hinterblie­benen der Toten und den Verletzten in den Krankenhäusern Beileid bzw. Wünsche für baldige Genesung ausgesprochen.

Die Hitze und die Schlagwetterschwaden machen die Arbeiten der Rettungsmannschaf­ten außerordentlich schwer, die mit ihren Apparaten nur langsam vorwärts dringen können. Es ist so gut wie ausgeschlossen, daß auch nur einer von den Eingeschlossenen noch lebend geborgen werden kann. Die Schilderung der zur Ruhe gezwungenen Ber­gungsmannschaften geben ein Bild von der heldenhaften Arbeit und von dem furchtbaren Anblick, der ihnen in der Tiefe begegnet. Dauernd befinden sie sich im harten Kamps mit den Schwaden und trotz aller Anstrengun­gen begegnen sie nur Toten und Toten. Schauerlich ist der Anblick verbrannter und erstickter Menschen. Auf den Straßen be­gegnet man überall weinenden Frauen, die von Kameraden ihrer verunglückten Angehör^ gen gestützt, nur langsam den Weg durch den dunklen Wald in ihr Heim finden. Hoff­nung hat niemand mehr, und trotzdem ver­harrt die schwergeprüfte Menge die ganze Nacht bis zum frühen Morgen hindurch am Gitter der Eingangstore, wo viele Frauen ohnmächtig zusammensinken.

Die Grube Maybach wurde das letzte. Mal 1907 von einer Schlagpettererplosion

heimgesucht, die 150 Bergleuten das Leben gekostet hat.

Die Anteilnahme der Reichspräsidenten an der Trauer im Saargebiet.

Berlin, 26. Okt. Der Herr Reichs­präsident hat an die Direktion der Maybach- grube in Friedrichsthal (Saargebiet) folgen­des Telegramm gerichtet:

In die tiefe Trauer, die ganz Deutsch­land um die Opfer der Bergwerkskatastrophe von Alsdorf erfüllt, fällt soeben die Nach­richt von dem Unglück auf der Grube May­bach. Tief erschüttert durch diese neue Heim­suchung bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der verunglückten Bergleute den Ausdruck meiner herzlichen Anteilnahme und den Ver­letzten meine innigen Wünsche für baldige Wiederherstellung zu übermitteln. Gott gebe, daß es gelingt, die noch vermißten Bergleute zu retten."

von Hindenburg, Reichspräsident.

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X Unglücks stellt

Es ist eine Schande!

Em französischer Bericht.

Der Generalsekretär der Dominialminen, Raspail, hat der französischen Preise eine Erklärung abgegeben, in der es u. a. heim, daß die Schäden in Friedrichsthal sehr be­trächtlich seien. Trotzdem könne man zetzt schon sagen, daß die Grube gerettet I e i. (!!)

Tagesspiegel

Der neue Reichsetat, der, wie be­reits mitgeteilt, mit rund 10,6 Milliarden abschließt gegen 11,5 Milliarden des Rot­etats, sieht, wie derLokalanzeiger" meldet, Ersparnisse u. a. vor bei den so­zialen Ausgaben in Höhe von 400 Mil­lionen. beim Auswärtigen Amt von 4/z Millionen, beim Reichsinnenministerium von 4 Millionen, von denen auf den all- Cinen Bewilligungsfonds allein 3 Mil- n entfallen. Die Technische Rothilfe wird um 80 000 RM. gekürzt, das Sta­tistische Reichsamt um 3/z Millionen. Bei den Dersorgungsdienststellen sind 2V2 Mil- lionen weniger angesetzt. Das Reichs­wehrministerium sieht eine Minderaus­gabe von 20 Millionen, bei seinen ein­maligen Ausgaben dagegen einen Mehr­betrag von 10. Mill. vor. Auf dem Gebiet der Luftfahrt sind zu den bisherigen 38 Millionen 800 000 RM. hinzugekommen. Beim Etat für Versorgungs- und Ruhe­gehälter werden für die Zivilversorgung 41/2, für die Versorgung der ehemaligen Wehrmacht 96 Millionen eingespart, für die Versorgung der neuen Wehrmacht da­gegen 5 Millionen mehr angefordert. Der Kriegslastenetat sieht an verminderten Ausgaben für die Grenzgebiete 40 Milli­onen vor, während für den Poung-Plan an dieser Stelle 24 Millionen gefordert werden. Das Reichsernährungsministenum soll bei den einmaligen Ausgaben einen Abstrich von 26 Millionen, das Reichs­verkehrsministerium von 6 Millionen er­fahren.

Die Ereignisse, die zum Sturz der brasilianischen Bundesregie­rung geführt haben, sind unerwartet und überraschend gekommen. Roch sind die Mel­dungen höchst unklar und vielfach wider­sprechend. Trotzdem steht einstweilen fest, daß der Umsturz nicht auf einen Sieg der Aufständischen zurückzuführen ist, sondern dadurch herbeigesührt worden ist, daß die bisher regierungstreuen Truppen, sich plötzlich geweigert haben, gegen die Auf­ständischen zu kämpfen. Die bewaffnete Macht ist es auch, die in diesem Augenblick die öffentliche Gewalt an sich gerissen hat. Die Aufständischen sehen sich jetzt einer gänzlich veränderten Situation gegenüber, indem an die Stelle des bisher von ihnen bekämpften Präsidenten Washington Luiz eine Militärjunta getreten ist, ine provi­sorisch die Regierung übernommen hat. Die Mitglieder dieser Junta sind alt­gediente Offiziere. Die Aebernahme der Regierung durch die Junta bedeutet einen Wechsel der Personen, nicht aber einen Wechsel des Systems, wie er von der Auf- standsbewegung angestrebt worden ist, und es ist nicht ohne weiteres damit zu rechnen, daß die Aufständischen sich mit diesem Wechsel einfach abfinden werden. Der Norden hat nach den neuesten Meldungen bereits durch seinen militärischen Führer Juarez Tavora erklären lassen, daß er eine Militärregierung ablehne. Dom Süden darf man mit einer gewissen Wahrschein­lichkeit eine ähnliche Haltung erwarten, denn er wird sich kaum mit einem Regime abfinden, in dem nicht der Staatspräsident von Rio Grande do Sul, Dr. Getuliv B a r g a s, maßgebenden Einfluß hat. Wan steht mit Gewehr bei Fuß. Soweit sich die Lage zur Zeit übersehen läßt, er­scheint es jedenfalls nicht ausgeschlossen, daß die Revolution, die bisher eine der schwersten ist, die Brasilien im Laufe sei­ner Geschichte gehabt hat, vorläufig noch nicht zu Ende ist, sondern daß man evtl, mit langwierigen Diadochenkämpsen wird rechnen müssen.

Anläßlich der Rückkehr Henry Fords von seiner Europareise bedauertR e w Bork World" in einem Leitartikel, daß Ford, wenn auch vielleicht unabsichtlich, der deutschen Regierung, die gerade jetzt die Herabsetzung von Gehältern und Löh­nen plane, erhebliche Schwierigkeiten be­reitet habe, indem er die Gehälter seiner