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schon das zweite Jahr nach dem Kon- it andauernden Hinauszögerung des
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h der preußische Innenminister Dr. ! a e n t i g non seinem Amte zurückgetre-
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«lgseröffnung, schwer empfunden. Auch ehen nun die Maßnahmen des vom
Stahlhelm beantragten Volksbegehrens
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Unmittelbar nach der Vertagung des reutzischen Landtages wird die Oeffent- ichkeit durch die Mitteilung überrascht,
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Sozialdemokratie hat das Kultusministerium besetzt. Die Verordnungen und Erlasse, die in letzter Zeit aus diesem Ressort hervorgegangen sind, so u. a. der Erlaß über die Kolonien, über den deutschen Schulverein, das Projekt einer weltlichen Sammelakademie und die übrige, unerhört inparitätische Behandlung der evangelischen Kirche, wie sie sich vor allem in der
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Offttftn-SebA&t. 25 Pfg. Sfeleqe foeiben betecbiteL
werden. Zur Ueberwindung der mit die- n Problemen verbundenen politischen
Sonnentag, fro n Ott. W$0
ur Erörterung. Ferner erwartet man, vß die Nationalsozialisten gleichfalls
Der AazelgawreU beträgt für »en 11 qeitxrlt. Zeilenmillüneter 0.08 SM., sog. kleine Anzeigen and gamliienanzetgen bei Barzahlung 0.07 GM., amtliche «nd au* wertige Anzeigen 0.10 SM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platzborschrist 50-s. Aufschlag. — Sannnelanzeigen 100 Auf- fchlaq. Reklam.-Millim. 0,40 SM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt.
Rr.W65.Mkg.
Marburg a.8oen
langen. Wir wollen gute Deutsche sein, aber darüber hinaus gute Weltbürger Ein neuer Krieg würde das Ende aller Kultur bedeuten.
Nach dem Gesang der Internationale bildete sich dann ein Demonstrationszug, der durch die Straßen Frankfurts zog.
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gespielt haben. Der ruhige Charakter Waentigs hat offenbar die Verantwortung für harte polizeiliche Maßnahmen gegenüber den Ausschreitungen bei der Reichs-
SberheMche Zeitung
HW» kLolksbegehren zu verschiedenen außen- lund innenpolitischen Fragen beantragen
Anzeiger für (das frühere kurhessischej Oberhessen
Anzeigen der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt «nd Kreis Marburg.
ihnen vorhanden ist.
Wir muffen darauf bedacht sein, in verträgliches Verhältnis allen Staaten der Welt zu
Auch Grzesmfti kehrt wieder?
M RachMer des MeivräMen Sörgicbtl - Betonier Linkskurs in Mengen
Die jvberhrssisih« Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Be- zugspremmonatlich 2J2069K.au* schließl. Znsiellungsgebühr, durch di« Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik Maschinendefekt »der elementare Greipnifte aussarende Kummern wird kein Ersatz pe* leistet. Verlag Dr. §. Hitzeroth. Druck der Unid.-Buchdruckerel Ioh. Ang- Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54. u. Rr. 66 Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. — Sprechzeit »er Redaktion von 10—11 und »1,1—1 Uhr.
Severings Äamptonfage
Front gegen die RationÄlorlMen - Gutes AerhSitniS 3U allen nuSlündischen Staaten
ten und durch den früheren Innenminister severing ersetzt worden ist. Offiziell heißt es, Dr. Waenttg habe schon lange feit» den Wunsch gehabt, sein akademisches Lehramt wieder aufzunehmen. Daneben 1 dürfte aber, wie das DDz-Büro hört, bei
ihm auch die Rücksicht auf die bevorstehenden politischen Schwierigkeiten eine Nolle
land die Gewähr bietet, daß die Maulwürfe es nicht fertig bekommen, die Basis der deutschen Republik zu unterhöhlen.
Die NSDAP, erklärte Severing sei nicht die Partei der Zukunft, sondern die Partei der finstersten Vergangenheit.
Noch eine Woche Reichstag und der primitivste Wähler werde erkennen, daß zwischen Theorie und Praxis, zwischen Versprechen und Halten ein großer Unterschied bestehe. Wenn auch die deutsche Oeffentlichkeit die Sinnlosigkeit des
Bis fetzt 257 Tete geborgen
AM diese zahl ist noch nicht endgültig - Sie Srsachr der Katastrophe ist noch ungeklärt
An der Berliner Börse waren am Mittwoch Gerüchte im Umlauf, daß der Berliner Polizeipräsident Zörgiebel zurückgetreten sei. Wie hierzu von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, treffen diese Gerüchte cht zu, schon deswegen nicht, weil Dr. aentig zurückgetreten ist und der neue reußische Innenminister Severing sein mt noch nicht angetreten hat.
Der „Abend" meldet zu den Gerüchten er den Rücktritt des Berliner Polizei- räsidenten Zörgiebel, daß ein Wechsel n Berliner Polizeipräsidium unmittelbar orstehe. Es sei schon vor längerer Zeit on die Rede gewesen, daß Polizeiprü- dent Zörgiebel al? R e g i e r u n g s - räsident für Wiesbaden auser- khen sei, was jedoch nicht zutreffe. Rich- g sei, daß Zörgiebel für ein anderes west- ches Regicrungspräsidium in Aussicht ge- mmen sei. Als sein Nachfolger im Poli- ipräsidium dürfte der frühere preußische nnenminister G r z e j i n s k i in Frage mmen.
Reichstagsantrages der Nationalsozialisten erkenne, das Ausland nehme sie noch ernst genug um eine Schädigung des deutschen Kredites herbeizuführen. Darum müsse man ihnen zeigen, daß sich der 14. September nicht wiederholen könne. Severing fuhr fort:
Wenn die Gewalttätigkeiten der letzten Tage nicht bald enden, dann wollen wir diese« Eewaltanwendern zeigen, daß physische Kraft nicht nu, bei
den auf ihn von feiten mancher Reichsreformer große Hoffnungen gesetzt. Sie gingen nicht in Erfüllung. Wo immer die Gründe zu suchen find: die Reichsreform hat unter der Ministerschaft Seve- rings keine besonderen Fortschritte ge- macht, obwohl Severings Neigung zu reformatorischen Taten unverkennbar war. Es wird intereffant sein, zu beobachten, ob er diesen Neigungen auch als preußischer Minister treu bleibt. Vielseitig sind die Vermutungen und Erörterungen, die sich an seine überraschende Wiederernennung zum preußischen Minister knüpfen. Ohne darauf einzugehen, muß jedoch eines feftgeftellt werden: die. preußische Koalition ist und bleibt überfällig und kann sich nicht mehr auf eine Mehrheit in Preußen stützen. Darauf sollte und müßte ein o kluger Mann wie Severing Rücksicht nehmen bei allem, was er tut und vielleicht bestimmte Kreise von ihm erwarten..
Frankfurt, a. M., 22. Okt. I: einer Massenversammlung der SPD. i: der Festhalle sprach am Abend der neuernannte preußische Jnnenminster Severing. Er führte u. a. aus: Wenn "auch mit dem Amte des preußischen Innenministers keine Lorbeeren zu ernten sind, so weiß ich andererseits auch, daß dieses Amt mehr als jedes andere in Deutschland verwaltet werden kann in einer Richtung, die den Republikanern und Demokraten in Preußen und Deutsch-
5 Tote bei einem Hanseiusturz.
st. Paris, 23. Okt. Sit einer kleinen Gemeinde in bet Nähe von Ales bei Marseille stürzte am Mittwoch nachmittag ein zweistöckiges Haus ein. 5 Bewohner, die unter den Trümmern begraben wurden, konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Die Gerichtsbehörden haben sich sofort an die Unglücksstätte begeben, um nach der Ursache des Einsturzes zu forschen.
binett seit 1925 versäumt hat, ist ... Durchführung irgendeiner nennenswerten Reform. Sämtliche größeren Reformgesetze, Städte-Landgemeindeordnung, Realsteuerreform, Polizeikostengesetz, Städtebaugesetz sind gescheitert oder zurückgezogen worden. In dieser Beziehung ist also
Deutschnationaler Mißtrauensantrag gegen Severing.
Im preußischen Landtag ist der folgende deutschnationale Urantrag eingegangen:
Wie der Amtl. Preuß. Pressedienst meldet, hat der preußische Ministerpräsident den Abgeordneten des Reichstages Herrn Severing zum preußischen Innenminister ernannt. Wir beantragen: Der Landtag wolle beschließen, der Minister Severing besitzt nicht das Vertrauen des Landtages.
wenig Positives zu berichten.
In der Tat: der „Vorwärts" hat recht: „In Preußen herrscht Ordnung", aber es ist die Ordnung des leeren Raumes, des großen staatspolitischen Vakuums.
Im Gegensatz zu Waentig ist Minister Severing eine der bekanntesten politischen Persönlichkeiten. Als er das Reichs- , Ministerium des Innern übernahm, wM-
evangelischen Kirchenvertrages bezeugt, haben die ungeistige und einseitige Kulturpolitik des Kabinetts Braun immer wieder in schärfsten Gegensatz zu der Einstellung der großen Mehrheit des deutschen Volks ^bracht. Was aber dies Ku-
—* und verwaltungstechnischen Schwierigkeiten glaubte Ministerpräsident Dr. Braun, ' Die man in parlamentarischen Kreisen an- : nimmt, keinen geeigneteren Mann finden ; 1 u können, als den Innenminister Seve- r « ing, der in der letzten Zeit kein Amt latte und daher zur Verfügung stand.
Die Geschichte des Kabinetts Braun er- |i6t ein glänzendes Spiegelbild der For- taldemokratie, die, nach dem Schicksal der emokratischen Partei zu urteilen, all- lsthlich ausgespielt haben dürfte. Das Mißtrauensvotum, das dieses Kabinett im letzten Dienstag überstanden hat, ist vs 36. Mißtrauensvotum feit 1925, ohne vß sich das Kabinett in seiner Politik vom «eck bewegt hätte. Wohl hat man in die- kr ganzen Zeit mit 14 Notverordnungen mb dem Ständigen Ausschuß die Steuer- Mraube in Bewegung gehalten, hat neun« >al den Staatsgerichtshof beschäftigt, wo- *ei die preußische Regierung viermal unerlegen ist. Man hat MiÜionen in lln- tersuchungsausschüsse hineingesteckt, ohne einem Schuldigen wehe zu tun. In der bersonalpolitik hat man eine Jnteressen- endemokratie aufgerichtet, um die Ehrgei- igen des Parteibuchs zu befriedigen. Die
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Der Rücktritt des bisherigen Ministers des Innern in Preußen, Prof. Waen- tig, und die Betrauung Severings mit seiner Nachfolge wird in der Berliner Presse eingehend erörtert. Die meisten Blätter unterstteichen das Lleberraschende dieses Wechsels, die Blätter, die den Regierungsparteien nahestehen, begrüßen fast alle die Berufung Severings, der sich bereits in sechsjähriger Ministertätigkeit bewährt habe. Der „Vorwärts" bezeichnet die Ernennung Severings als Antwort auf die nattonalsozialisttschen Diktatur- und Staatsstteichdrohung. Die „Vossische Zeitung" nennt Severing den rechten Mann auf dem rechten Platz. Waenttg sei ein guter Innenminister gewesen, aber Severing der bessere, die stärkere Persönlichkeit.
In einem gewissen Gegensatz zu diesen Aeußerungen der Regierungsblätter steht die Stellungnahme der „Germania", die polittsche Gründe für den Minister- Wechsel für maßgebend hält. Das Blatt fragt, ob die Ersetzung des etwas professoralen, Weichen Waenttg durch den stärkeren Severing auf eine Verstärkung des sozialdemokratischen Einflusses in Preußen hinauslaufen solle. Dann hätte Herr Braun der Ablehnung der Miß- ttauensanttäge und des Antrages auf Landtagsauflösung eine sehr weitherzige und weitgehende Auslegung gegeben. Das Blatt gibt weiter der Erwartung Ausdruck, daß Severing in den gegenwärttg so gespannten Zeiten das größte Maß an Objektivität in allen seinen Handlungen an den Tag legen werde.
Die opposittonefle Presse bezeichnet die Dettauung Severings als eine Radikalisierung und Aktivierung der Preußischen Regierungspolittk im Kampfe gegen die Opposttion. Fast alle Blätter unterstreichen besonders das Verhallen des Ministerpräsidenten Braun, das gerades diktatorisch sei.
Die „D. A. Z." erkennt bei aller Krittk die Qualifikation Severings für sein Amt an. Sie fährt aber fort: „Parteipolitisch allerdings entspricht die Ernennung Severings dem Wahlergebnis vom 14. September nicht. Cs ist eine öffentliche Kampfansage in dem Sinne, daß die Sozial- demokratte von ihrem Platz nur weichen wird, wenn ihr eine größere Macht entgegengestellt wird. Vermutlich wird Preußen seine Handlungsweise mit staatlichen Notwendigkeiten und mit der Notwendigkeit der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu mottviren versuchen. Es ist aber zu befürchten, daß gerade die Erneue- nung Sevettngs nicht beruhigend wirken, sondern neues Oel ins Feuer gießen wird. Oder ist dieser Vorgang ein Beweis, daß sich die Sozialdemokratte doch unsicher
Die „Deutsche Tageszeitung" meint, daß Waentig nicht den erwarteten Zuwachs an Energie für Braun gebracht habe, den diessr gegenüber den anderen Regierungsparteien haben wollte. Die Wiederberufung Severings ttchte sich in erster Linie gegen die Strömung im Zentrum nach einer größeren Selbständigkeit gegenüber der sozialdemokratischen Vorherrschaft der Preußenregierung. Severing solle offenbar Dr. Wirth den Rücken stärken und der Reichsregierung Hilfsstellung in dem Konflikt mit Thüringen und ähnlichen Fragen geben.
Die „KreuzzenUng" sieht in Seve- rtng das Kampfsignal gegen rechts. Sevettng heiße Osfensiv-Krieg. Braun habe gewußt, warum er das Spiel mit Brüning