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OberbeMfche Zeitung. Marburg tt L. Mittwoch, den 8. Crlober 1930

Nr. 23$

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Volkstümliche Kommunalpolitik

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Gottesdienst.

Mittwoch. 8. Oktober.

Reformrerte Eemelnde. 20.30 Uhr: Lrturg. Abenoandacht (nicht Beichte) w der Universitätskirche. Pfr. Dr. Ritter.

letzten Jahr erzielten Fortschritte hervor dankte den Kreisschießlettern für ihre bungsoolle Arbeit. An sieben bereits 2 rere Jahre im Verband tätige .Herren to»«t die Auszeichnungsnadel des Reichsoerban^ mit Ehrenurkunde verliehen werden.

die Räumung des Rheinlandes, wo wir u? seren schönen Sport sofott in weitem u? fang eingeführt haben, wies er noch befol ders hin. *

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Von der Monatsschrift für Landes- und Volkskunde. Kunst und Literatur Hessens (Verlag Elwert-Marburg) ist jetzt das Heft 10 erschienen. Aus dem reichen Jnhatt des Heftes sei erwähnt: Dr. Rudolf » Hallo: «Wolff, eine Kasseler Dteinmetzen- ttnd Baumeisterfamilie"; M. Ploch: „Na­poleon auf Wtthelmshöhe"; Johann Le­walter: „Erinnerungen an Wilhelm Speck"; Will Scheller: „Adolf Müller-Kassel"; Druno Jacob: „Das Nahl'sche Haus in Kassel"; Dr. Wilhelm Schoof: „Wilhelm Grimm und Jenny von Droste-Hülshoff"; L. Schneider: „Das Kraftwerk Borken als Glled der Grvhsttomversorgung".

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Landcsschkusschießen des Verbandes Hessischer Kl. inkaliber-Schützenvereine.

Der dem Reichsverband Deutscher Klein- wlroer-Schützenverbände und dem Deutschen Rechsauschug für Leibesübungen angeschlos- lene ißertanb Hessischer Kleinkaliber-Schützen­vereine hielt am Sonntag, dem 5. 10., in Hanau sein diesjähriges Landesschlußschießen ab.

Am Vorabend fand die Jahresversamm­lung der Kreisschießleiter statt, zu der die Vertreter des 50 Kresse umfalienben Gebietes

Marburger Aabtzeitimg

Reue Aktenfunde M Mmankevoche

Dem Marburger Historiker Egmont Zechlin, der durch sein Buch „Staats­streichpläne Bismarcks und Wilhelms II.“ bekannt geworden ist, ist es gelungen., Ein­blick in weitere Dokumente zur Bismarck­epoche zu erhallen. Er veröffentlicht dem­nächst im Cotta'scheu Verlage unter dem dem Tüel „Bismarck und die Grundlegung der deutschen Großmacht" ein neue Per­spektiven zeigendes Buch. Es wird darin gezeigt, wie Bismarck von der besttmmten Grundauffassung einer „akttven Polittk" und in positiver Ausnutzung gefährlicher Situattonen das kleine Preußen zu einer Großmachtstellung emporhebt und auf ein europäisches Staatensystem hinarbeitet, in dem Preuhen-Deutschlanh, statt Objekt der internationalen Politik zu sein, der ausschlaggebende, von allen Setten ge­suchte Bundesgenosse wird. Das Buch wM auf eine Reform der deutschen Außen­politik mit stärkerer Ausnutzung der durch die Amwälzungen in der Staatenwett ge­botenen Möglichkeiten für einen diplomati­schen Bewegungskrieg hinzielen.

(Hessen-Nassau, Oberhessen und angren^ Kreise) zusammengekommen waren. Sers? bandsoorsitzende. Herr General a. D. R.?/1 betonte in seiner Begrüßungsansprache 5 bewährten Grundsätze unserer Sportausüh,, — Volkssport auf breitester Grundlage^ politisch und überverbandlich —. hob bie

In der Politik hat man fich leider da­ran gewöhnt, zwischen den Begriffen „Bürger" und „Arbeiter" einen scharfen Trennungsstrich zu ziehen. Und doch ist „Bürger" jeder, der in einer Gemeinde die Bürgerrechte besitzt, sei er Arbeiter oder Unternehmer, Beamter oder Hand­werker. Das „Bürger sein" ist nicht ab­hängig von der Berufsart oder Vermö­genslage. An diesem Grundsatz sollte nie­mand rütteln, wenn er davon überzeugt ist, daß nur die gemeinsame und inter­essierte Mitarbeit aller Stände, die sich in einer Gemeinde vereinigen, zur Blüte der Kommune führen kann. Jeder Erwerbszweig ist von dem an­deren abhängig und auf den anderen an­gewiesen. Alle haben sie den Wunsch, ihr Gemeinwesen auf die größtmöglichste Höhe zu bringen. Wie ist das aber praktisch zu erreichen?

Grundsätzlich hat jeder Bürger die Mög­lichkeit, kommunale Ehrenämter zu bekleiden. Er kann zum Stadt- oder Gemeindeoerordneten, auch zum Magi­stratsmitglied gewählt werden, kann seine Kenntnisse und Erfahrungen in verschiede­nen Ausschüssen, zu denen stimmfähige Bürger herangezogen werden, verwerten, oder kann als Bezirksvorsteher und Wohl­fahrtspfleger praktische Fürsorge treiben. Solche Tätigkeit bleibt jedoch nur auf einen kleinen Kreis von Bürgern be­schränkt, denn je größer eine Stadt ist, desto weniger besteht für den Einzelnen die Möglichkeit, aktiv an der Kommunal­politik teilzunehmen. Das ist nicht mit Un­recht vielfach von den großen Umge­meindungen im industriellen Westen gel­tend gemacht worden. Der Gedanke, zur Einflußlosigkeit verurteilt zu sein und da­rum vernachlässigt zu werden, ist aber auch in den ichon lange vor dem Kriege mit Großstädten verbundenen Gemeinden noch lebendig. — das beweisen die in den ein­zelnen Ortsteilen einer Eroßgemeinde be­stehenden Vereine zur Wahrung der In­teressen des Stadtteils X."

In kleineren Gemeinden sind es die V ü r g e r v e r e i n e, die sich zu Aus­drucksorganen für besondere kommunale Wünsche gemacht haben, und die an der Tätigkeit der Verwaltung oft scharfe Kritik

üben. Ob die Kritik immer berechtigt ist bleibt dahingestellt; aber schon allein die Tatsache, daß überhaupt kritisiert wird, ist für die Verwaltung fruchtbar und anre­gend, zweifellos auch besser, als wenn alles mit Gleichgültigkeit hingenommen wird. Natürlich darf die Kritik nicht im Nega­tiven stecken bleiben! Der „Biertisch- Kommunalpolitiker", der mit allen Dingen der Welt ewig unzufrieden ist, ist sicherlich kein Beispiel für Bürgersinn. Wenn brauchbare Vorschläge, die auch verwal­tungsmäßig zu verwerten sein müssen, aus den Bürgervereinen der Verwaltung nahe gebracht werden, wird sie niemand als un­berechtigt zurückweisen. Auf den Gebieten des Verkehrs, des Städtebauwesens, der Straßenbauten, der Kulturpflege und des Wohlfahrtswesens gibt es für die Betäti­gung der Bürgeroereine genügend Anre­gung.

Eine fruchtbare Arbeit ist aber nur dann gewährleistet, wenn auch von der Verwal­tung aus alles getan wird, um die Pom - munalpolitik volkstümlich zu machen. Das ist nicht nur möglich durch Heranziehung der Presse zu Konferenzen, bei Besichtigungen und Besprechungen über kommunalpolitische Fragen, sondern auch durch unmittelbaren Verkehr mit den Bür­gervereinen, mit anderen Interessenvertre­tungen usw. Auf diese Weise werden am schnellsten Unstimmigkeiten aus dem Wege geräumt oder Fragen beantwortet, die für bie. Bürgerschaft besonders wichtig sind. Einige Städte haben gute Erfolge mit der Einberufung von Bürgerversammlungen erzielt, in denen eine Aussprache über große und allgemein interessierende Dinge ermöglicht wurde. Darüber hinaxrs kön­nen Rundfunk und Film dafür sor­gen, das Interesse an kommunalpolitischen Dingen zu wecken, und zu fördern. Be­sonders die Städtefilme sind dazu geeignet, die Freude an der engeren Heimat zu pfle­gen, aber auch einzelne Zweige der kom­munalen Tätigkeit — Feuerwehr, Poli­zei, Straßenreinigung, Müllverwertung, Kassenwesen u. dgl. — der Bürgerschaft lebendig nahe zu bringen.

.So muß also ein Ineinander- und Mit­einander-Arbeiten von Bürgerschaft und Verwaltung das Ziel aller Kommunal­politik sein.

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Aus dem früheren SciMWrifa

Unter den deutschen Brüdern, denen es ver- tzönnt ist, heute wieder in unserer früheren Kolonie Deutsch-Ostaftika zu leben und in Eymvathie mit den Eingeborenen zu arbeiten, befinden sich auch mehrere Missionare der Leipziger Mission. Die bekanntest Gestalt darunter ist Herr D. Bruno Gutmann, der eine bedeutende Aufbauarbeit in Kirche und Schulwesen im Gebiet des Kilimandscharo leistet. Er wird am Montag dem 3. November in der Aula der Universität Marburg einen Vorttag halten über das Thema: „Um ge­gliedertes Volkstum in Afrika und Deutschland". Der Vortrag ver­spricht viel. Einerseits wird der Redner dar­über berichten, wie deutsche Missionsarbeit ' heute die Sprache und die Kultur der Einge­borenen gegen den kulturzerstörenden Ein­bruch der westlichen Zivilisation zu schützen versucht. Andererseits wird er daraus Schlüsse ziehen für die Verwurzerlung des Christen­tums in unserer eigenen deutschen Heimat und so zu aktuellen Fragen der Religion und des Erziehungswesens das Wort nehmen.

Die gerade in Hessen eingesessene Dorf- kirchenbewegung und zahlreiche andere Heirnat- bewegungen werden Interesse an dieser Ver­anstaltung haben. Besonders seien die Herren Geistlichen und Lehrer darauf hingewiesen. Ein 2. Vortrag von Herrn Missionsdirektor Schomerus, Hermannsburg, wird das Thema behandeln: .»Ausbauarbeit in Südafrika und Pionierdienst in Abessinien. Ein Vergleich". Auch dieser Vorttag beruht auf persönlichen Erfahrungen in Afrika. Zu gründlicher Aus­sprache ist Gelegenheit gegeben, die Beteili­gung ist kostenlos.

Cutt ffiüiltrfalfon In AuO»t?

So merkwürdig es klingt, die Winter­saison 1930/31 soll genau so viel Bälle und Festlichkeiten sehen wie die Jahre vorher. In Berlin sind bereits jetzt die großen Amüsierlokale bis zum April vor­ausbestellt. Kenner versichern sogar, daß das Vergnügungsbedürfnis gegenüber bent Vorjahre noch zugenommen habe. (?) And das alles, obwohl die schlechte Wirt­schaftslage jedermann zu starken Einschrän­kungen in seiner Lebenshaltung zwingt und obwohl wöchenllich Hunderttausende neuer Arbeitsloser auf die Straße gesetzt werden.

Alle Aussichten für ein „gutes Geschäft" der Gastwirte sind also gegeben. And den­noch werden die Wirte nicht gerade froh­locken. Schon im letzten Winter zeigte sich, daß der Zusttom in die Dergnügungslokale groß war. daß aber der Verzehr immer mehr zurückging. Man will sich amüsieren, ohne viel dabei auszugeben. Man will auf die Freuden einer kurzen Ballsaisvn nicht perzichten, aber man will sich auch deshalb im täglichen Geben keine Einschränkungen auferlegen. Die Anbe- kümmerthett, mtt der man im Rheinland 5>ab und Gut versetzt, um am Karneval mtt teilnehmen zu können, kennt man an­derswo in Deutschland ja nicht. In frühe­ren Zeiten war eine gute Ballsaison der Spiegel einer guten Wirtschaftslage. Heute kann niemand mehr aus der Tatsache, daß viele Menschen das Bedürfnis, sich zu amüsieren, haben, folgern, daß es Deutsch­land gut geht.

ElmiStmig von AMüen für Aulomo.Ue

Die nützliche Einrichtung der Taxstellen für Automobile ist noch viel zu wenig bekannt, obgleich ihre Inanspruchnahme für den Kauf eines gebrauchten Wagens eigentlich unbedingt notwendig ist. Der Hauptzweck der Taxstelle ist die Feststel­lung des Marktwertes eines gebrauchten Wagens, und vor allem die Feststellung der Dettiebssicherhett. Denn es hat sich verschiedentlich herausgestellt, daß Wagen, die lange nicht untersucht wurden, auf keine Weise mehr den Ansprüchen an Be­triebssicherheit, die im Interesse der all­gemeinen Derkehrssicherhett gestellt werden müssen, nachkamen. Dor allem ist zur Be­gutachtung eines gebrauchten Wagens eine außerordentliche Sachkenntnis notwendig, die auf langer Erfahrung beruhen muh, um einen Wagen richtig zu bewerten. Es exi­stieren augenblicklich neben der Berliner Gründungstaxstelle in 27 deutschen Städten solche Stellen, die dem Handel mit Altwaaen dienen wollen.

* Der erste Schnee im Schwarz­wald. Der stetige Temperaturrückgang der letzten Tage hat in den Höhen über 1000 Meter im Schwarzwald zum ersten Male Temperaturen unter Rull gebracht. Die Aiederschläge fielen erstmals als Schnee und schufen eine geschlossene Schneedecke von etwa 10 Zentimetern, die infolge der Verwehung an manchen Stellen stärker ist.

* Das Photographieren aus fahrendem Eisenbahnzug. Kürzlich brachten wir eine Meldung, nach der das Photographieren aus dem fahrenden Eisen­bahnzuge verboten sei. Die Frage scheint etwas umstritten zu sein, nach unseren Er- kundigungen ist aber in den Dienstanweisungen der Reichsbahn keine Verfügung, die einem Verbote gleichkommt. Die Reichsbahn­direktion Köln veröffentlichte sogar kürzlich m der „Dortmunder Zeitung" einen Aufruf, m dem sie sagt,, daß ihr daran gelegen sei, daß möglichst viel vom Zuge aus photo­graphiert werde, damit die Schönheit des deutschen Landes mehr zur Geltung kommt. Also darf man photographieren.

^.'Wieviel Pakete befördert dre Reichsp o st? Rach einer Statistik der Reichspost wurden vom 1. April 1929 bis 30 März 1930 insgesamt 288,2 Millionen Pakete and Wertsendungen befördert einschließlich »es Verkehrs von und, nach dem Auslande. Der kluslandsverkehr belief sich auf 4,4 Millionen «is dem Auslande kommende Sendungen, während die fast dreifache Menge an Paket- und Wertsendungen, nämlich 12,3 Millionen, von Deutschland ins Ausland geschickt wur­den.

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Wochenmarkt-Preise.

Butter 130—150, Käsematte 20—25, Kochkäse 50—70, Karotten 10—15, Kar­toffeln 4—5, Blattgemüse 25, Wirsing 10 bis 15, Weißkohl 8—10, Rotkohl 10—15, Spinat 20—25, Mohrrüben 15, Zwie­beln 15, grüne Bohnen 30—35, gelbe Bohnen 35—40, R. Rüben 20. Preiselbeeren 45—50, Tomaten 35—40, Aepfel 30—40 Birnen 30—40, Zwischen 35—40. Wein­trauben 40—50, Gänse 90—100, Hähnchen 100—120, Hühner 90—100, Hasen 70 <3 das Pfd. Eier 15, Handkäse 20, Hanükäschen 7, Endivien 25 Blumenkohl 10- -80. grüner Salat 20—25. Oberkohl­rabi 10—15, Rettich 15—20, Knob­lauch 5—10, Lauch 10, Tauben 50—70, Rebhühner 100—120 Psg. das Sick. Ra­dieschen 10—15 Psg. das Bündel.

Tagesanzeiger.

Mittwoch, den 8. Oktober. Vergnügungs-Anzeiger.

öckilvß - Cafe, Ma.bürg: Ab 16 Uhr Tanz-Tee.

Safe Markees. Rettgasse: Ab 16 und 20 Uhr: Konzert.

Safe Beller. Rettgasse- 20 Uhr- Konzen Safe Spangenberg, 5ar nhofstr.: Ab 20 Ahi Unterhaltungskonzert.

LaMnenyo» äkhrtwe Weg 2- Ab 20 Uhi Künstler- und Stimmungskonzert.

Stadtkeller:'20 Uhr: Künstlerkonzert. Capitol, Biegenstraße: Ab 20.15 Uhr: »Ein Tango für Dich".

Kamera, Rajernenftr.: 1Z und 20.15 Uhr »Der Schuß im Tonsilm-Atel-.er".

Versammlungen, Vorträge Asm.

Technikerverein: 20 Uhr, Bopps To: ässe: Monatsversammlung.

Donnerstag, 9. Oktober. Marburger Hausfraucnverein: 16 Uhr im ! Saal des Kurhotels Ortenberg: Haus­frauennachmittag. I

Kamera. • Kasernenstraße: Ab 17 Uhr:

»Der Korvettenkapitän".

I Aus der eingehenden und anregenden R. sprechung der umfassenden Tagesordnung £ I erwähnt, daß der Verband im letzten über 100 neue Vereine wifgenommen hm und daß sich Mitgliederzahl und SchK I leistungen wiederum gehoben haben. Letzi^ sollen durch intensive Ausbildung von Schhu I lehrern noch weiter gefördert werden. K Verband arbeitet mit den anderen grok» Schießsportverbänden in bestem Einoernck I men. Als Ort der Jahrestagung 1931 wun, I Corbach gewählt.

Der Abend war einem kameradschaftliche, Zusammensein mit unseren Schützen und bei Gästen aus Stadt und Umgegend gewidmet. I Von den letzteren begrüßte der Herr Bei. tretet des Reichsausschusses für Leibesübui, gen den Kleinkaliber-Schießsport und [eine Vertreter.

Am Sonntag früh wurden dann auf dem schönen Schießsiand des Kleinkaliber-Schützen­vereins „1928“ am Wilhelmsbad die Lan­desmeisterschaften ausgetragen. Aus ben 660 Vereinen des Verbandes waren hierzu etam — bereits dreimal in Ausscheidungslämpfei, gesiebte — Schützen zusammengezogen. Ein würdiger Feldgottesdienst, den unser Kame­rad, Herr Pfarrer Korff aus Gemünden n d. Wohra abhielt ,leitete den Weitkamp ein. Fünfzehn Schuß in drei Körperlagen I waren abzugeben. Leider war uns der Wet­tergott wenig günstig. Doch konnte das den flotten Schießbettieb auf dem Stande nidjt beeinträchtigen. Das Schießen, an dem [ich auch dre Kreisschießleiter mit einer kleinen Sonderkonkurrenz beteiligten, war mittags beendet. Anschließend fand im Hotel Adler durch den Herrn Verbandsoorsitzenden die Verkündung der Sieger und die Ausgahe der wertvollen Ehrenpreise statt.

Die Landesmeisterschaft in der Jugendklasse errang die Jungmannschaft Eschwege mtt dm vortrefflichen Ergebnis von 610 Ringen. Es folgten Neuwirtshaus mit 569, Homberg, Bez. Kassel, mit 527, Habel mit 525 und Selters mit 469 Ringen. Die Einzelmeister- schaft der Jungschützen gewann Hermann Kiel (Elchwege) mit 142 Ringen; dann schlos, sen sich an: Burkert (Gudensberg) 136, Otto Kötter (Altenstadt) und Willi Jakob (Cb- bornbofen je 134, Fklllner (Eschwege) und A. Bode (Homberg) je 133, Rechberg (Hers- felb) und Reuel (Schlierbach) je 129 Ringe, 3n der Altersklasse ging der Verein Bebra „Treff“ mit 669 Ringen als Sieger her­vor. Die nächstbesten waren Gelnhausen und Hofbieber mit je 667, Marburg „Reich s- bahnsportoerein“ 664, Hersfeld 649 und Hofgeismar 600 Ringe. Als Landes- meister der Altschützen erzielte Ambros Hoh- mann vom Verein Hofbieber das hervor­ragende Ergebnis von 152 Ringen. Es folg- ten: Otth (Hersfeld) und Horn (Bebra) mit ie 149, Holzheid (Hann.-Münden) 145, Schrö­der (Elchwege) und Deuker (Marburg) le 144, Lutz (Hofgeismar) 143, Hoffmann (®elnbaufen) und W. Salzmann (Bebra) ie 142 Ringe.

Den Kreisschießleiterpreis erschoß Förster Serrberg, Försterei Louisen darf bei Vier- münden.

1. Turubezirk, Gau Hessen.

Der für den 11. und 12. Oktober 1930 vorgesehene Lehrgang im Männerturnen findet nicht statt. Die Vereine werden hiermit auf die am 26. Oktober 1930 im Institut für Leibesübungen zu Marburg, vormittags 9.30 Ahr beginnende Bezirks- vorturnerstunde für Männer aufmerksam gemacht.

Stäöt. Bekanntmachung

Für die Einreichung der Anträge auf Ge­währung der Geschwistercrmäßigungen für Schüler der städtischen Oberrealschule nebsi Realgymnasium hat der Magistrat gemäh Ziffer 7 a der Ausführungsanweisung zum Schulge-dgc etz ei.,e Ausschlutzfrist von 14 Ta­gen festgesetz., beginnend mit dem Schulbe­ginn nach den Oster- bezw. Herbstferien, bei Neuanmeldungen innerhalb des Semesters, beginnend mit dem Tage der Anmeldung des Schülers.

Anträge, die hiernach verspätet eingehen, frnden kerne Berücksichtigung.

Marburg a. d. Lahn, den 7. Oktober 1930