Einzelbild herunterladen
 

!5

Mtlrbs

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg

it

1

n

Berlin, 7. Okt. Das Ergebnis der

1t

1

Die Wache des AugzeugunglM

>2

$t*aW6e Mtet iin» nicht teiigtitelli werben

vorzunehmen.

Ü

Rk.M8;.Mrs.

Rnrbmgn.Lntzn

MiNwech, tcn 8. SN. 1930

8

11

am abu

öd»

jinrbnrot!

LagrSlmztlser

bestehen zu lasten. Die Staatspartei sollte dann das Dach für diese einzelnen Säulen darstellen. Dieser vertrauliche Brief Mah- rauns hatte bei den Demokraten be­trächtliches Aufsehen erregt. Zu der welt­anschaulichen Seite der Schwierigkeiten erklärt Arthur Mayraun. datz

der demokratische Flügel der Staats­

partei den Jungdeutschen z« sehr als Regierungspartei eingestellt sei.

Die Wahlen hätten jedoch gezeigt, datz das Volk etwas Neues wolle. Deshalb sei ihm freie' Hand für kommende Wahlen er­wünscht. Niemand wiste, wie lange der Reichstag lebe. Vor allem fei aber doch mit der Möglichkeit von Neuwahlen in Preutzen zu rechnen.

Koch-Weser legt den Vorsitz der Demokratischen Partei nieder.

Berlin, 7. Okt. Reichsminister a. D. Koch-Weser hat den Vorsitz der Deutschen Demokratischen Vartei niedergelegt und

Zit «Sbetbelfifcbe Zeitung" «fr jedxmal wöchentlich. B» ngftjteK monatlid. 2 .20 GM.au«. .^tefcL 3ufiellutip<getiibr, durch tic -Posi 2.45 GM. Für ettoa durch gttrtt 9Raf<btnenbcfett oder eie* mai tat» Ereignis!» au<taCtttbe gkuuonern wird teto ötfat gt* «ifteL Verlag Dr. §. LWeroth. g)atd bet Untd.-Buchbruekerei geh. Aug. Koch, Markt 21/28 Ferusprecher: Nr. 64. tu Nr. 66. Postscheckkonto: Amt Frankfurt g. M. Nr. 6015. 6bte»ie(f

Redaktion von 1011 tmb

telS, 40.

Die Tatsache, datz die Iungdeutschen und die Demokraten wieder auseinander­gingen, ist Berliner politischen Kreisen nicht überraschend gekommen. Man wutzte bereits seit Tagen, datz die Gegensätze in­nerhalb der Staatspartei so stark waren, datz eine lleberbriickung kaum noch möglich erschien. Sie lagen einmal im Führer­problem, zum anderen in den weltan­schaulichen Unterschieden der beiden Grup­pen.-

Die Mahraungruppe warf der de­mokratischen Gruppe vor, datz sie alle führenden Stellen der Staatspartei für sich in Anspruch genommen habe.

Sie übte weiter Kritik an Maßnahmen Dr. Höpker-Aschofss und verlangte schlieh-

S« Anzeigenpreis beträgt für den 11 gesvalt. Zellenmillimeter 0.08 SM., sog. kleine Anzeigen nnd Familienanzeige» bei Barzahlung 0.07 JM- amtlich« und aus­wärtig« Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie sei Platz­dorschrist SO0), Aufschlag. Sammeianzeiqen 100(, Auf- schlag. Neklam.-Millim. 0,40 SM. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt.

Fiel 5 Sage- offsrken-Sebühr 25 Pf» Beleg« -serden berechnet. Grsüllungsort Marburg,

im das -.bet, des ien: )3«: nzs-

ai iteil [ tu >ege,

:nd- yßt5

is 21»

in bi leis eie» nss-'

riai tns- iiar= -M

M 3»= tob'

E. 38 in Bukarest.

Bukarest, 6. Okt. Montagmittag lan­dete das Junkers-ErotzflugzeugG. 38", nachdem es die 450 Kilometer lange Strecke BelgradBukarest in etwas mehr als zwei Stunden zurückgelegt hatte, auf dem hiesigen Flugfelde. Zum Empfang hatten sich einige hundert Personen, darunter Kronprinz Michael und der Kriegsminister, eingefunden. Nach­mittags fanden Rundflüge des Flugzeuges üt Gegenwart der Königin und einer zahlreichen Menschenmenge statt, die bis zum Einbruch der Dunkelheit dauerten. An den Rundflü­gen nahmen der Kriegsminister und ver­schiedene Generäle teil. Am Dienstagvormit- tag startet das Flugzeug zum Weiterflug nach Konstanza. Es verdient erwähnt zu werden, datz dieG. 38" das erste deutsche Flugzeug ist, das nach dem Kriege entlang der Küste des Schwarzen Meeres fliegt.

Das Ente -er Staatspartei

Nie MgbmWen treten mte - MSeftt legt ben BvM bet JemokrnlMn Met nieder

lich ganz offen den Rücktritt Dr. August Webers und Oskars Meyers von ihren Parteiämtern. Das wurde von demokra­tischer Seite abgelehnt. Eine große Rolle in den heutigen Verhandlungen des Ak­tionsausschusses spielte auch ein vertrau­licher Vries Arthur Mahrauns an die Komture des Jungdeutschen Ordens, in dem Mahraun erklärt hatte, datz die bis­herige Entwicklung der Staatspartei durchaus nicht seinen Erwartungen ent­spreche und datz die Jungdoleute Gewehr bei Fuß stehen sollten. Er, Mahraun, würde sich eventuell von der Staatspar­tei in dieser Form zurückziehen und eine selbständige volksnationale Reichsvereini­gung aufziehen und den Demokraten an­heimgeben, auch ihre Gruppe selbständig

Sngcbinicgel

Die Berliner Morgenblätter sehen fast alle in dem Austritt der jungdeutschen Gruppe aus der Staatspartei das Ende dieser neuen Patteigruppierung. Der Börsen-Cvurier" bezeichnet die Grundlagen der Staatspartei als zerstört. Die Sammlung müsse aber jetzt erst recht auf anderer Grundlage mit ganz anderer Beherztheit begonnen werden. Das fort­schrittliche Bürgertum werde aus seinen Fehlern lernen. DasBerliner Sa». geblakt" spricht von dem mangelnden Augenmaß und der politischen Ahnungs­losigkeit der Iungdeutschen und bezeichnet es als Erleichterung, daß die demokrati­schen Abgeordneten künftig keine Verant­wortung mehr für diese seltsamen politi­schen Gefährten zu tragen haben. Die Vvssische Zeitung" sagt, der Jung- deutsche Orden, dessen Einsatz Mahraun mit der Rot des Vaterlandes begründet habe, habe die Probe dieses Einsatzes nicht bestanden. Die-Germania" sieht in dem Zerbrechen dieser politischen Bewe­gung, die eine Sammlung des Bürger­tums sein sollte, zwar innere zwingende Gründe, jedoch sei es nicht ohne eigene Schuld der Beteiligten geschehen. Ste Börsenzeitung" nennt das Aus­scheiden der Iungdeutschen einen Fehl­schlag Wahraunscher Politik, der nicht der erste ist, aber der handgreiflichste. Die hündische Bewegung solle die deutsche Ir­gend erziehen, ihre Führer sollten die Finger von der Parteipolitik lassen. Auch dieDeutscheTageszeitung unterstreicht das Interesse der nationalen Erziehung der Jugend und begrüßt die Befreiung des Iungdo von der Umklam­merung der Elemente, die für ihn auf die Dauer nach der weltanschaulichen wie nach der nationalen Seite hin den Ruin hätte bedeuten müssen.

be«' Ä--

b.L

Paul-Doncour, Sozialist und Frankreichs Delegierter für alle Verhand­lungen, die die Abrüstung regeln sollen, hat in diesen Tagen in einer französischen Zeitung einen sehr bemerkenswerten Ar­tikel geschrieben, aus dem sich zum soundso- viellen Male ersehen läßt, daß die Ein­stellung Frankreichs zum Ab­rüstungsgedanken sich trotz der Be- gebenheitn der letzten Jahre Locarno, Kellogg-Pakt recht wenig, ja überhaupt nicht geändert hat. Das alle Lied fran­zösischer Politiker bei allen Debatten über Abrüstung und die Befriedung Europas, klingt auch jetzt wieder aus den Ausfiih-. rungen Paul-Boncours in bemerkenswert ter Klarhett hervor: Erst Sicherheit, dann Abrüstung! Erst die Sicherheiten, die vor kurzem in Genf der englische Außenmi­nister als durchaus gegeben ansieht, und die für Frankreich, wie dies aus den Gegenäußerungen der französischen Dele- gierren hervorgeht, nicht sichtbar sein sollen. Also auch keine Abrüstung für Frank­reich, weil eben nach der französischen Mentalität diese Abrüstung eine Delbst- aufaabe der Aatton sei, die man aus pa­triotischen und Gründen der Aufrechterhal- tuna der durch den Versailler Friedens- verttag Frankreich bescherten Vorteile nicht dulden kann. In Genf war die englische und die französische Meinung sehr hart aufeinander geprallt. These stand gegen These, in der Mitte liegt die Kluft, die unüberbrückbar erscheint, wie dies auch jetzt wieder die Ausführungen Paul-Boncours festlegen wollen.

Eines ist klar, wir gehen einem neuen Krieg entgegen. Das zu beftreiten wäre so absurd als abzuleugnen, daß das Wett­rüsten zu einem Krieg führen muh." Durch­aus richttg erkennt hier Paul-Boncour die Tatsache an, daß die ständige Ver­stärkung der milttärischen Wehrkräfte der Aattonen zu einer Psychose führen muh, deren Suggesttvkrast ausreicht, auch solcye Völker in einen Krieg hineinzuhetzen, die in ihrer Polittk sich ehrlich bestrebt zeigen, den Frieden zu erhalten. Diese Einsicht

Der amtliche Bericht über die Ursachen des Flugzeugunglücks in Dresden, ist für Mitt­woch zu erwarten. Die bisherige Unter­suchung hat ergeben, datz technische Feh­ler (Konstruktionsfehler oder sonstige Män- gel) für das Unglück nicht verantwortlich gemacht werden können. Nach den Zeugen­aussagen und dem Bruchbefund muh ange­nommen werden, datz der Fübrer des Un­glücksflugzeuges angesichts der schwierigen Platzverhältnisse in Dresden das große Schwebevermögen seines Flugzeuges dazu be­nutzen wollte, um mit möglichst geringer Fluggeschwindigkeit zu landen. Während der Runde über dem Flugplatz kam er offenbar nahe an die Mindestqrenze des Schwebever­mögens, so datz das Flugzeug in eine unge­wollte seitliche Drehbewegung geriet. Diese war wahrscheinlich durch vertikale und hori­zontale Böen zu einer Trudelbewegung ver­stärkt worden, die zu dem Absturz des Flug­zeuges führte. Der Flugzeugführer ist dann offenbar nicht mehr in der Lage gewesen, das Flugzeug wieder aufzurichten, da dazu die Flughöhe, in der er sich befand etwa 400 bis 500 Meter nicht ausreichte.

DasBerliner Tageblatt" macht im An­schluß an Ausführungen, die sich, mit dem Flugzeugunglück hei Dresden beschäftigen, den Vorschlag, die Frage zu ventilieren, ob nicht prinzipiell sämtliche neuen Flugzeuge zuerst im Frachtverkehr verwendet werden sollten, bevor man ihnen Passagiere anver­traut. Das Blatt teilt dazu mit, datz

die Maschine, die bei Dresden verun­glückte, erst am vergangenen Sonnabend von der Lufthansa übernommen

veröffentlicht folgende Erklärung: Nach­dem die Volksnationalen zu meiner tiefen Enttäuschung den Austritt aus der Staatspartei vollzogen haben, lege ich mein Amt als Vorsitzender der Deutschen Demokratischen Partei nieder. An dem Ziel einer Sammlung der Kräfte der Mitte, die auf dem Boden des heuttgen Staates und der heutigen Wirtschaftsord­nung stehen, und die bereit sind, sie nach rechts ebenso wie nach links zu vertei­digen, halte ich fest. Die Zeit für eine solche Entwicklung ist reif, ja überreif. Möchten die Menschen dazu reif werden, ehe es zu spät ist."

Was wird aus bet Reichstagsftaktion?

lieber die Weiterentwicklung _ erfahren wir von unterrichteter Seite, datz die De­mokratische Partei, wie vorgesehen, ihren Parteitag abhalten wird, der die Umbe­nennung inDeutsche Staatspartei" be­schließen dürfte. Ueber die Frage, ob die

(Fortsetzung liehe Seite 2.)

Sitzung des Hauptaktionsausschusses der Deutschen Staatspartei war, datz die juugdeutschen Vertreter erklärten, sie trä­ten angesichts grundsätzlicher Meinungs­verschiedenheiten nunmehr aus der Staatspartei aus. In den vorangegange­nen lebhaften Erörterungen hatten die Iungdeutschen unter anderem gefordert, datz der preußische Finanzminister Hoep- ker-Aschoff und Staatssekretär a. D. Meyer aus dem Vorstand der Staatspar­tei austreten sollte. Sie hatten das da­mit begründet, datz das Verbleiben dieser Persönlichkeiten im Vorstand nicht mit pem übereinstimme, was die Jungdeut­schen unter dem Begriff Volksgemeinschaft zu: Ausdruck bringen wollten. Diese und andere jungdeutsche Forderungen aber waren für die Demokraten unannehmbar.

lleber die Sitzung, die viereinhalb Stunden dauerte, wurde folgende gemein­same Mitteilung herausgegeben:

In der Sitzung des Hauptaktionsaus- schusies der Deutschen Staatspartei am Dienstag wurde der Antrag, angesichts der hervorgetretenen Schwierigkeiten das Zusammenarbeiten der verschiedenen po- llttschen Gruppen in ihrer organisatori­schen Selbständigkeit zunächst innerhalb der Deutschen Staatspartei unberührt zu lassen, abgelehnt. Des weiteren wurde der Antrag, die Führung der Partei durch Ausschaltung bestimmter Personen zu än­dern, abgelehnt. Hiernach erklärten Ar­thur Mahraun und die Mitglieder der Volksnationalen Reichsvereinigung im Hauptaktionsausschutz ihren Austritt aus der Deutschen Staatspartei mit der Be­gründung, datz weltanschauliche Gegensätze ihnen das weitere Verbleiben in der Deut­schen Staatspartei unmöglich machten."

Der Antrag auf Aenderung der Partei­führung, von dem in der Mitteilung ge­sprochen wird, war von dem jungdeutschen Ordenskanzler Vornemann gestellt wor­den. Er lautete:Von seiten des Herrn Ministers Hoepker-Aschoff ist mehrfach er­klärt worden, datz er an der Staatspartei niemals mitgearbeitet hätte, wenn er ge­wußt hätte, datz Christlich-Soziale daran beteiligt feien. Herr Staatssekretär Meyer hat erst heute noch erklärt, datz auch er sich nur unter der Bedingung an der Deutschen Staatspartei beteilige, datz sie eine Linkspartei, d. h. einePartei der Linken" sein wolle. Somit ist ein welt­anschaulicher Gegensatz gegeben, denn die Gründer haben die Staatspartei als eine Partei der aktiven sozialen und na- tionalen Mitte" gewollt. Eine Möglich­keit zu weiterer vertrauensvoller Zusam­menarbeit sehen wir nur in dem Rücktritt der Exponenten dieser Ansicht von der Führung der Staatspartei." Von den Antragstellern wurde betont, daß sie mit den WortenChristlich-sozial" nicht die Reichstagsgruppe des Christlich-sozialen Volksdienstes meinten, sondern die Kräfte, die um die Abgeordneten Baltrutsch und Adolph aus den früheren deutschnationa­len Kreisen zur Staatspartei gekommen find. Baltrutsch ist in der Leitung der christlich-nationalen Gewerkschaften und Adolph in der Leitung des Deutschen Be­amtenbundes.

Ueber die zukünftige Gestaltung der

Reichstagssraktiou der Staatspartei wurden in der Sitzung des Aktionsaus­schusses keinerlei Beschlüsse gefaßt. Die Entscheidung hierüber bleibt der Fraktion selbst vorbehalten, die am Montag im Reichstag eine Sitzung abhält.

Äbechessische Mtuna

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

worden sein soll, und datz die Lustreise Dres­denPragWien somit ihren ersten Ver- kehrsftug darstellte. Bei der Uebernahnie soll der mit dem Einfliegen bettäute Pilot, nach­dem er mehrere Probeflüge absolviert hatte, der Motor arbeite außerordentlich hart, und offenbar patze auch der Propeller nicht zu dem Flugzeug. Vor allem habe das Flugzeug in diesem Zustande während des Fluges der­artige Erschütterungen auszuhalten, datz es unbedingt notwendig sei, gewisse Änderungen