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. « ^Obrrhrlsijch« ZriNing" et- chtinl sechsmal wichentlich. $3e» ugSpreir monatlich 2 GM.au» chliefil. Zustellungsgekübt. tu ich die Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik. Maschtnendefekt oder eie» ment ar» Greianiste ausfallende Nummern wird kein Stfct pe» eistet, verlas Dr. §. Sttzervth. Druck oet Un lv.-Ducht ruck erei Zoh. Sütifl. Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 65 PostscheSkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 6015. - Sprechzeit er Redaktion von 1011 und

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

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Der Anzeigenpreis beträgt für »en 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., sog. kleine Anzeigen nnd gamilienan,eigen bei Barzahlung 0.07 GM- amtliche und aus» wärtiqe Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierige» Satz sowie »ei Platz» borschrift 501, Aufschlag. Sammelan,eigen 100l, Auf­schlag. Re klam.»Millim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gllt al« Barrabakt.

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Reue Kräfte an -er Arbeit"

Ein Mit« Artikel Bert AMmeres über Wer - Die Aniiebnnn, gegen die zwangstmke der»ettrSge

Zn einem zweiten Artikel über Hitler setzt Lord Rothermere die Gründe auseinander, die ihn dazu bewegten, die Wahrheit über die letzte Entwicklungsstufe einer der größten Wendungen in Europa wiederzugeben. Altmodische Politiker und Presseleute hätten noch nicht verstanden, daß neue mächtige Kräfte in Europa an der Arbeit seien und daß die Zukunft Englands davon abhänge, dies richtig zu verstehen. Er habe die alliierten Staatsleute dringend darauf auf­merksam gemacht, die Tatsache anzuerken­nen, daß die jungen Deutschen, die seit der Unterzeichnung des Friedensvertrages zu Männern und Frauen aufgewachsen seien, sich nicht den Bedingungen unterwerfen werden, die sie als unrecht und unerträglich a n s e h e n. Die Hitlerbewegung habe sich bereits im Staate Thüringen bewährt. Trotzdem seien die Auslegungen über die Vorgänge in Deutschland durch einen vor­eingenommenen Teil der Presse in ande­ren Ländern so falsch gewesen, daß eine vollständig unnötige Panik an den Börsen der Welt entstanden sei. Wer seien denn diese Leute, so fragt Lord Rothermere. hi<> ein» natürliche und un­vermeidliche Entwicklung der politischen Lage zu Panikverkäufen benutzten? Es seien die verblendeten Politiker und Zei­tungsschreiber, die seit 12 Jahren den un­vermeidlichen Fortschritt der Ereignisie nicht anerkennen wollten. Sie verstopften die Sicherheitsventile Europas, und nie­mand werde mehr erschreckt und hilfloser sein als sie, sobald sich die unvermeidliche Explosion ereigne. Rothermere schlägt Hit­ler vor, aus seinem Programm den Antisemitismus zu strei­chen. Jede Verfolgung fei ein törichtes Ueberbleibsel mittelalterlicher Vorurteile. Er müsse allerdings zugeben, daß die jü­dische Rasse seit dem Kriege auffallend wenig politisches Verständnis gezeigt habe. Man müsse auch an die Tatsache erinnern, daß die Führerschaft des bolsche­wistischen F e l d z u g e s gegen die Zivilisation und die Religion fast aus­schließlich in jüdischen Händen liege und dem Ansehen der Rasse in allen Ländern unberechenbaren Schaden zufüge. Wie sich ein tüchtiger Direktor einer Ge­sellschaft dauernd den wechselnden Bedin­gungen anvassen muß, so müsse man auch den Tatsachen ins Auge sehen, daß eine meue Kraft der Jugend in Europa am Werke sei, die sich weigere, ihre wachsen- ^n Knochen und ihre Seele durch die Zwangsjacke verkümmern zu lassen, die ihr eine ältere Generation angelegt habe. DerW'Me Beobachter" aum

Reglerungsprogramm

3um Finanzprogramm der Reichsregie­rung schreibt derVölkische Be­obachter" u. a.:Was wir hier als Sa- nrerungsprogramm vorserviert erhalten, ist eine furchtbare Volksbelastung, derart furchtbar, daß endlich wohl auch den locarnotollsten Wählern Hören und Sehen vergehen wird. Auch die deutschen Beam­ten können jetzt gemeinsam mit allem Volk zusehen, daß die Börse und die Großban­ken ebenso wie Eroßwarenhäuser unge­schoren davonkommen, die schaffende Na­tion aber die Folgen der zwölfjährigen verbrecherischen Politik zu tragen hat. Be- grugen wir allerdings die Gehaltskürzung des Reichspräsidenten, der Minister und der Diäten der Abgeordneten. Während der yanzen Zahle ist es weder den Marxisten, noch den Bürgern eingefallen, hier etwas vorzunehmen. Erst als die RL^-AP. sich als die Stimme des gequäl­ten Volkes meldete und Abbau von oben forderte und als schließlich der 14. Sep­

tember zeigte, was die Glocke geschlagen hatte, da bequemten sich endlich die Herren, auch bei sich etwas zu kürzen". Schließlich kommt das Blatt zu dem Er­gebnis, daß das Programm der Brüning- Nichtregierung untragbar sei, denn es tue nichts anderes, als die Young- Sklaverei zu stabilisieren und es fordere vom deutschen Volk die Aner­kennung, ein versklavtes Volk zu sein und es bleiben zu wollen.

Bereits Vorschüsse auf den Ivv-Millionen- Dollar-Kredit.

Wie wir erfahren, find die Verhandlun­gen mit Wallstreet über die Aufnahme eines Ivv-Millionen-Dollar-Kredits, die in aller Heimlichkeit schon vor Woche« an­

gebahnt wurden, so gut wie abgeschlosse«. Dex Reichsfinanzminister hat unseren Z«- formationen nach bereits Vorschüsse auf diese« Kredit genommen. Bei diesen Kreditverhandlungen hat das Sa­nierungsprogramm der Reichsregierung, das de« in Frage kommenden Banke« vor der Veröffentlichung wenigstens andeu­tungsweise schon bekannt war, eine ausschlaggebende Rolle gespielt. Bon in­formierter Seite, wird «ns außerdem er» klärt, der Verlauf diese, Verhandlungen bewiese in besonders starkem Maße, daß die amerikanische Wirtschaft trotz des Wahlergebnisses das Vertrauen zu Deutsch­land nicht verloren habe.

Berhan-luimti über bas Sanierungövrvgramm

WirlfchnftSvnktri, Sozialdemokraten, Konservalioe Bolksvartet

Wie wir erfahren, ist die Besprechung, die der Reichskanzler für gestern abend mit dem Grafen W e st a r p und dem Reichsminister Schiele in Ausstcht ge­nommen hatte, auf Donnerstag vormittag verschoben worden. Am Mittwoch haben keine Besprechungen dieser Art siattge- funden.

Wie wir erfahren, beginnen die Bespre­chungen des Reichskanzlers mit den Par­teiführern über den Finanz- und Wirt­schaftsplan der Reichsregierung bereits heute in der 10. Vormittagsstunde. Der Reichskanzler wird zunächst den Führer der Wirtschaftspartei Drewitz empfan­gen. Dieser ersten Unterhaltung folgen Besprechungen mit den Führern der So­zialdemokratie, Hermann Müller uni Otto Wels. Danach wird Graf W e st a r p für die Konservative Volkspartei beim Reichskanzler erscheinen. An dieser Be­sprechung wird auch Reichsernährungsmi- nister Schiele teilnehmen.

Die Meldung derD.A.Z.", daß der Reichstag schon zum 6. Oktober zusammen­berufen werden soll, ist unrichtig.

Die Bayerische Volkspartei rät der Regie­rung zum Kampf gegen den Reichstag.

Zum Sanierungsprogramm der Reichs- regiernug äußert sich in einer parteioffi­ziösen Auslassung die Bayerische Volkspartei - Korrespondenz dahin, daß es als vaterländische Pflicht der Reichsregierung bezeichnet werden müsse, auf ihrem Posten auszuharren und den Kampf mit dem Parlament aufzunehmen. Für die Bayerische Volkspartei könne es keine andere Ent­scheidung geben, als hinter die Regierung Brüning zu treten. Es solle allerdings schon heute kein Hehl daraus gemacht werden, daß vom Standpunkt der Baye­rischen Volkspartei und vom Standpunkt Bayerns aus gegen einzelne Vorschläge der Reichsregierung sehr schwere Bedenken erhoben werden.

Die Städte u«d das Reformprogramm.

VomDeutschen Städtetag" wird uns, unter Hinweis darauf, daß die endgültige Stellungnahme des Städtetages zum Re­gierungsprogramm noch ausstehe, folgen­des erklärt:

Die Städte sind sehr enttäuscht darüber, daß die Ausdehnung der Krisenfürsorge in dem Sofortprogramm für 1930 nicht berücksichtigt worden ist. Die Städte wis­sen wirklich nicht aus welchem Fonds sie die Vermehrung der Wohlfahrtslasten seit

dem Frühjahr um mehr als 100 Prozent decken sollen.

Die geplante Angleichung der Veamten- gehälter der Kommunen an die Reichsge­hälter werde, sofern es sich um eine An­gleichung der vergleichbaren Gehälter han­dele, tue Städte nur unwesentlich be­rühren. Praktisch sei eine Angleichung nur in wenigen Gemeinden nicht durchge­führt. Die Frage der Neuregelung des Finanzausgleichs könne noch nicht debat­tiert werden, da im Artikel 7 des Regie­rungsprogramms konkrete Angaben über die geplanten Maßnahmen vorläufig feh­len.

Deutsches Landvolk."

Berlin, 1. Oft. Parteivorstand und Reichstagsfraftion der Christlich-natio­nalen Bauern - und Landvolkpar­tei traten heute zu einer Sitzung zusammen. Die Fraktion wählte einstimmig den Abg. D ö b r i ch zum Fraktionsoorsitzenden. Sie wird im Reichstag unter dem Namen Deut­sches Landvolk (Christlich-nationale Bauern- und Landvolkparteil auftreten. In einer Entschließung zur politischen Lage for­dern Parteivorstand und Fraktion eine ll m - bildung der Reichs regier ung unter Heranziehung der NSDAP., sofern sie zur verantwortungsbewußten Mitarbeit bereit ist. Eine Regierung, die m a r r i st i s ch beeinflußt ist, oder auch nur von marristischen Parteien geduldet, wird abgelehnt.

Auflösungsforderung der DRBP.

Berlin, 1. Oft. Die Deutschnationalen fordern in einem Antrag im Preußischen Landtag, daß der Antrag der Wirtschaft­partei auf Auflösung des Landtages mit dem Zusatz angenommen werde, daß gleichzeitig sämtliche Provinziallandtage, Kreistage, Stadtverordnetenversammlungen und Ge­meindevertretungen aufgelöst und an einem gemeinsamen Wahltage mit dem Landtag neu gewählt würden.

Der Aeltestenrat des Preußischen Land­tages ist entgegen den ursprünglichen Ab­sichten schon für nächsten Montag einberufen worden. Zu den verschiedenen Anträgen auf Auflösung des Landtages ist setzt noch ein kommunistisches Mißtrauensvotum gegen die Staatsregierung eingebracht worden.

Die neue Regierung in Braunschweig.

Braunschweig, 1. Oft. 3m Landtag wurde heute die Wahl der neuen braun­schweigischen Landesregierung vvrgenommen, Oberregierungsrat Dr. Küchenthal erhielt 20 Stimmen, der bisherige sozialistische Mi­nister, Dr. Jaspar. 17 Stimmen, drei Zettel waren ungültig. Im zweiten Wahlgang er­hielt der nationalsozialistische Amtsgerichts­rat Dr. Franzen-Kiel 20 Stimmen. Dr. Jaspar 17 Stimmen, zwei Stimmen waren ungültig. Dr. Küchenthal und Dr. Franzen find somit aewäblt.

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Hindenburg in Süddeutjchland.

München, 1. Okt. Reichspräsident von Hindenburg traf am Mittwoch vor­mittag in Begleit»«« feines Sohnes Oberstleutnant von Hindenburg mit dem fahrplanmäßigen FD-Zug von Berlin kommend in München ein. Der Reichs­präsident setzte sofort im Kraftwagen der Landespolizei die Fahrt nach Dietramszell fort, wo er am Donnerstag seinen 83. Ge­burtstag in aller Stille begehen wird. Am Freitag wird dan« der Reichspräsident an den Beisetzungsfeierlichkeiten für den Prinzen Leopold in München teilnehmen.

Der 8 3. Geburtstag des Reichs­präsidenten von Hindenburg gibt derDeutschen Allgemeinen Zeitung" Veranlassung, daran zu er­innern. wie der frühere amerikanische Bot­schafter in Berlin S h u r m a n das Wort, das die Amerikaner für ihren Rational­heros Washington prägten, auch auf den deutschen Reichspräsidenten anwandte: Der Erste im Kriege, der Erste im Frie­den, der Erste im Herzen seiner Mitbür­ger!" Es gebe keinen lebenden Deutschen in irgend einem politischen Lager, der das gleiche Dertrauen genieße. Aehnlich äußert sich auch dieBörsenzeitung", die Hindenburg das Symbol der nationalen Idee für die Welt nennt. Er sei Hüter bester Aeberlieferung deutscher Art, der Fels, an dem sich die Wogen allen inner­politischen Haders brächen. DerTag" schreibt: An seinem Ehrentag gehört der Marschall und Reichspräsident allen Deut­schen: es wäre ein Frevel, ihn heute für vergängliche staatliche Formen oder für Kreise in Anspruch zu nehmen, deren Be­ziehungen zu ihm sich im Funktionellen seines 'Präsidentenamtes erschöpfen. Hin­denburg reicht von Äönigsgrätz bis Tan­nenberg. von Compiegne bis zum 14. September 1930; sein Leben hielt Schritt mit dem Auf und Ab unseres Lölkes. Daß der greise Marschall noch die erste Mor­genröte deutscher Freiheit erblicken möge, das ist unser Geburtstagswunsch. Der Lokalanzeiger" nennt die Pflicht­treue, Selbstlosigkeit und Lauterkeit des Reichspräsidenten ein hohes Gut nach innen, wo der wütendste Parteikampf vor der Person dieses einen Mannes respekt­voll halt zu machen pflege, und ein hohes Gut nach außen, wo die simple Tatsache, daß Deutschland diesen Mann an seiner Spitze hat, ihm ungeheuer viel an Achtung in der Welt zurückerobert habe.

Rach der Veröffentlichung des Aogic- rungsprogramms beginnt der Reichs­kanzler langsam zu fondieren, um die