Nr. 229
Oberhessische Zeitung. Marburg a. L, Dienstag, den 30. September 1930
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Säuglinge sollen „gebrandrnarkt" werden
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Henry Ford in Oberammergau
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fern glücklichen Raum. Dann entlassen.
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In Oberammergau traf der amerikanische Autokönig Henry Ford ein, um sich wie die meisten seiner eurovareisenden Landsleute die weltberühmten Passionsspiele anzuseben.
Inzwischen befaßten sich alle möglichen Müitervereine mit der Sache und veranstalteten große Protestkundgebungen gegen das m den Krankenhäusern befolgte System der Km- deridentifizierung, das einen derartig bedauerlichen Vorfall überhaupt möglich machte. Ein Bund wurde gegründet, der dafür eintre- ten sollte, daß die Staatslegislatur und der Bundeskongreß gesetzliche Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Verwechslungen von Neugeborenen ergriffen und daß jenes bisher in den großen Wöcherinnenheimen befolgte System der Kennzeichnung der Kinder durch auf Heftpflaster geschriebene Namen abgeschafft werde. Auch die in Zweifelsfällen, wie hier, zur Anwendung gelangte Blutprobe wurde ebenfalls verdammt, weil sie da, wo die Eltern der gleichen Blutgruppe angehörten, erfolglos war. Viel mehr Anklang fand dagegen die Lösung, die der Vorstand des Städtischen Gesundhciisamtes in Chicago vorschlug: Sofort nach der Geburt sollen die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes ge- brandmarkt werden. Dieses hätte dadurch zu geschehen, daß ihnen eine Schablone auf den Rücken gelegt und dieser dann mit ultravioletten Stahlen beschienen würde, sodaß auf der Haut in hellem Rahmen der dunkle Name des Kindes sichtbar werden müßte. Diese Brandmarkung soll ungefähr zwei Monate lang
deutlich zu sehen sein, eine Seit bie unter allen Umständen genügt, um dce Mutter mit allen Eigenarten und kleinen Merkmalen ihres Kindes bekannt werden zu lassen. Allem Anschein nach dürfte diese Brandmarkung auch äur Einführung gelangen.
ter Prozeß der Familie Watkins gegen das Krankenhaus kam aber nicht zur Verhandlung. da unerwartet ein Vergleich zwischen beiden Elternpaaren erfolgte, der den ganzen Streitfall aus der Walt zu schaffen schien. Bambergers waren doch wohl zu der Ueberzeugung gelangt, datz ihr George Edward das Watkinssche Kind sei, und so wurden die Knaben eines schonen Tages unter reichlichem Tränenerguß von selten der beiden Mütter und in Gegenwart des Herrn Bamberger senior ansgetauscht.
Aber die liebe Mitwelt kam doch nicht um die ersehnte Sensation. Ein paar -tage spater nämlich erschien Watkins bei feinem Anwalt und erklärte, der Austausch fei ohne seinen Willen und in seiner Abwesenheit erfolgt. Er müsse ihm nun seine Genehmigung versagen. Demnach wird es noch einen recht interessanten Prozeß geben. Eine pikante Note bat Mister Watkins besonders dadurch m den Streit gebracht, daß er jetzt behauptet, Bambergers hätten bei der Verwechslung mit dem Krankenhauspersonal unter einer Decke gesteckt. Aber die Geschichte ist ia letzt so verwickelt, daß man annehmen sollte, Mister Watkins wisse selbst nicht mehr recht, was er eigentlich will.
Regiment von Medizinern wurde mobil gemacht. Für die beiden Säuglinge begann eine schlechte Zeit. Alles an ihnen wurde untersucht, die Augen, die Haut, das -dIul Man nahm Finger- und Zehenabdrucke und hielt das Haar unter das Vergrößerung^ glas. Den gleichen Prüfungen mußten sich alle vier Eltern unterwerfen.
Inzwischen leistete sich bas, städtische Gesundheitsamt auf eigene Faust einen Spatz. Es strich die Namen der beiden Kinder aus den Geburtsregistern und glaubte damit, in diesem schwierigen Falle seine Pflicht getan zu haben. Demnach waren die Kinder von amtswegen gar nicht geboren. Um den Fehler, den die Natur somit der Behörde gegenüber begangen hatte, wieder gut zu machen, hätten die Eltern den beiden Kindern den Hals abschneiden müssen. Dazu verspürten sie aber keine Lust, und Bambergers setzten sich noch dazu über die behördliche Weisheit hinweg, indem sie ihren „ungeborenen Jungen George Edward taufen ließen.
Nun hatte sich die wissenschaftliche Kommission inzwischen zu einem Entschlüsse durch- gerungen. Sie erklärte, der junge Bamberger müsse als Watkins Kind betrachtet werden, der noch ungetaufte Säugling gehöre der Familie Bamberger. Letztere wollte natürlich nichts davon wissen, und schließlich einigte man sich nunmehr dahin, eine neue Kommission, aus sechs Aerzten bestehend, solle sich nochmals mit der Sache befassen. Die Vertreter der Wissenschaft unterwarfen also die armen Säuglinge einer zweiten hochnotpeinlichen Untersuchung und kamen zu dem Schluß: Alles in Ordnung. George Edward ist wirklich ein Bamberger und der Ungetaufte ein echter Watkins.
Hiermit waren wieder die Watkins nicht einverstanden, und der betrübte Vater klagte weiter. Er wollte außerdem vom Krankenhause 100 000 Dollar Schadenersatz für die „vertauschte Identität" des von ihm beanspruchten Säuglings haben und den gleichen Betrag als Schmerzensgeld für überstandene Aufregung. Fred Huller-Chicago.
Die Sonderstellung, die das deutsche Verteidigungswesen gegenüber dem Wehrsystem anderer Länder einnrmmt, hat sich auch bei der ganzen Anlage des Manöverplans gezeigt. Die Heeresübungen, die jetzt in den meisten übrigen Landern ab- aeschlossen wurden, haben alle durch die Wahl des Manövergebietes und die Durchführung der einzelnen Operationen gewisse politische Möglichkeiten berücksichtigt. Die französischen Manöver trt Lothringen rechneten selbstverständlich mit einem deutschen Gegner, die Heeresübungen in Südfrankreich und im Gebiet von Nizza zweifellos mit einer italienischen Gefahr. In ähnlicher Weise deutete die Anlage der italienischen Manöver auf den mutmaßlichen Gegner hin, gleiche Feststellungen Boten die Militärübungen in Polen und bieten auch jetzt die vor kurzem begonnenen Manöver der Roten Armee^ Deutschland braucht sich mit all diesen rechnungen nicht herumzuschlagen. Das deutsche Reich ist durch die Zwangsabrüstung von Versailles als militärischer Faktor ausgeschaltet, außenpolitische Gesichtspunkte können also auch bei den Manövern seiner Streitkräfte keine Rolle spielen. So war es durch die Natur der Sache gegeben, daß die Herbftmanöver der Reichsmarine in der Anlage ihres strategischen Planes nur den Sinn haben konnten, all die Möglichkeiten zu untersuchen, die einigermaßen den Schutz der deutschen Küste gewährleisten können.
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| so taucht Bismarcks Name auf, Wilhelm I. und seine Paladine. Dann wissen wir von den deutschen Einigungskämpfen, von der Erhebung von 1813. Aber wo sind Kaiser und Reich? Von Friedrich dem Einzigen wissen wir — aber kämpfte er nicht gegen die Kaiserin als gegen eine fremde Macht? Und wir sind doch (wie der junge Goethe) alle „gut fritzisch gesinnt" und spotten mit ihm über „das liebe heilige römische Reich, wie halt s nur noch zusammen?" — Und doch: tief innen ahnen, wißen wir vom heiligen Reich der Deutschen. Fern wie aus Sagen taucht der Name des größten Friedrich auf, Kaiserpfalzen wie Gelnhausen und Trifels, Dome von Aachen und Speyer treten vor unser Auge — ■ und keiner, der es je gesehen, vergißt den gewaltigen Löwen vor Heinrichs des Löwen Burg in Braunschweig. Das klare Gedächtnis eines Volkes reicht nur einige Generationen weit, doch Namen, umwittert von Schicksal wie die Friedrichs und Heinrichs, und gewaltige Bauten wie der Speyerer Dom mit den Kaisergräbern, Bamberg mit dem Reiter, zeu- Sen uns allen von der Zeit, da deutsche Ee- hichte Weltgeschichte war.
So auch dieser einzige Welfenschatz! Nichts erreicht den einmaligen Eindruck, den die Betrachtung dieser Sammlung einzigartiger Kostbarkeiten hinterläßt: daß hier in diesen Geräten unendlichen Wertes und wunderbarster Arbeit sinnenfällig erfahrbar ist der Geist einer ganzen Weltzeit, die innere Gewalt und glückliche Schicksalsfügung, die das Wesen eines, unseres Volkes zu höchster Blüte, adeligstem Ausdruck sich gestalten ließen. Es sind vornehmlich Werke kirchlicher Kunst, Reliquiare, Kreuze, Tragaltäre — nur mit unserem heutigen verengten Begriff kirchlicher Kunst werden wir diesen Dingen nicht gerecht. Sie sind nicht nur erstaunliche Denkmale des künstlerischen Schaffens, sondern ebenso des geschichtlichen Lebens, des kirchlichen Denkens, des religiösen Geistes — aber
Wilhelmshaven, 29. Sept. Die deutsche Schiffe der blauen Partei sind aus der Deutschen Bucht ausgelaufen, vom Skagerrak her drangen andere deutsche Kriegsschiffe in die Nordsee vor. Sie hatten die Aufgabe, sich möglichst rasch mit den Seestreitkräften aus der Deutschen Bucht zu vereinigen, um dem erwarteten Angriff einer starken gegnerischen Flotte zu begegnen. Die Witterung war ungünstig, es regnete, das Meer war bewegt, Nebelschwaden lagen über dem Wasser, die Sicht war eng begrenzt, nur ganz langsam konnten sich die beiden Flotten ihren Weg nach vorwärts erkämpfen. Aber das geforderte Ziel wurde erreicht: Die beiden deutschen Flotten der Ostsee und der Nordsee nahmen noch rechtzeitig mit einander Fühlung. Eine geschlossene Front konnte den inzwischen herangekommenen Gegner entgegengeworfen werden.
Das war der strategische Plan der Her-bstmanöver der Reichsmarine, die jetzt zur vollsten Zufriedenheit der leitenden Kommandostellen beendet worden sind. Faßt man die Operationen zusammen, so ergibt sich auch hier ein ähnliches Bild wie bei den vor kurzem zu Ende gegangenen Manövern der Reichswehr: Unzulänglichkeit der deutschen Kriegswaffe, Attrappen, die Kriegsschiffe markierten, Schiffseinheiten, die nur in der Vorstellung vorhanden waren, Flieger, die man niemals sah, viel Pappe, zahlreiche Kläglichkeiten. Aber die ganze Uebung hat doch gezeigt, daß in der kleinen deutschen Reichsmarine ein gesunder militärischer Geist herrscht und der feste Wille, mit den Deutschland überlaßenen Waffen das Bestmögliche zu einer einigermaßen wirksamen Verteidigung der deutschen Küste zusammenzu- fassen.
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Der „Weifenschatz", der alte Schatz des Braunschweiger Domes, bisher fast unbekannt, war einige Zeit in Frankfurt ausgestellt und zwar in seinem vollständigen Bestand. Die jetzige (im Augenblick noch durch staatlichen Eingriff verhinderte) Berliner Ausstellung zeigt von den 82 Stücken nur noch 68, der fehlende Teil ist bereits nach Amerika verkauft.
Es ist ein sehr deutsches und damit tragisches Erlebnis, datz wir vom Welfenschatz, diesem einzigen und letzten großartigen Zeugen der wunderbaren mittelalterlichen Gesinnung, mit der ein machtvolles deutsches Fürstengeschlecht seine Religiosität mit seinem Kunstsinn zu verschmelzen verstand, erst dann sprechen können, da sein Verlust unabwendbar erscheint, und schon Teile seiner seit Jahrhunderten erhaltenen Schönheit den Weg ins Ausland angetreten haben. Die Geschichte dieses Schatzes ist so eng mit dem Glanz und der Größe der deutschen Geschichte wie auch mit ihren Brüchen und Krisen verbunden, daß wir auch in dem traurigen Ende mit Widerstreben ein Zeichen unseres heutigen Zustandes sehen miigen. Wir haben so wenig echte Symbole unserer großen geschichtlichen Vergangenheit, daß man meinen könnte, es dürfe nichts unversucht bleiben, um diesen Schatz zu erhalten. Denn um was handelt es sich hier? Um nicht mehr und nicht minder als um eins der — nach dem Kunstwert und (was mehr ist!) der dahinterstehenden Gesinnung — höchsten und merkwürdigsten Dinge, die das ganze große Zeitalter geistlich-weltlicher Kultureinheit des heiligen Reiches der Deutschen, das Mittelalter, überhaupt hinterlassen hat. Was wissen wir denn noch davon? Unser geschichtliches Denken reicht nicht weit zurück. Denken wir: Deutsches Reich —
Nachdem der Fall Watkins-Bamberger schon ein paar Wochen lang die Gemüter aller Eltern — nicht nur in Chicago, sondern auch in den gesamten Vereinigten Staaten —, beschäftigt hatte, schien es, als sei die Geschichte durch einen gütlichen Vergleich aus der Welt geschafft. Doch jetzt stört plötzlich Vater Watkins das friedliche Einvernehmen und rollt die ganze Frage von neuem auf.
Der Fall ist auch etwas ungewöhnlich. Wurden da kürzlich im Englewood-Hospital in Chicago an einem Tage und im nämlichen Zimmer zwei Knaben geboren. Die eine glückliche Mutter war die auf ihr irisches Blut stolze Frau Watkins, die andere die dunkelblondige Frau Bamberger. Vierzehn Tage lang lagen die beiden Frauen nach die-
Kuppelreliquiar und der Eilber- tus-Tragaltar aus Köln, bann die große Menge der eigentlich niedersächsischen Arbeiten, sie zusammen zeigen den Grad der Bedeutung, den das Welsenhaus damals hatte und der Welfenschatz heute für die nacherkennende Kunstgeschichte hat. Eine umfassende Darstellung und Deutung wurde mchis weniger als eine Geschichte der deutschen Kunst im frühen und hohen Mittelalter bedeuten würde Beiträge für die mittelalter- liche Kunst Ztaliens und des Ostens ergeben. Aber wir wollen den Schatz betrachten als Zeugen und Symbol mittelalterlichen Denkens' da ist das erste die Erkenntnis, daß es hier keine Profankunst gibt, alles Denken und Gestalten findet seine höchsten Ausdruck im Religiösen. 3m kirchlich-liturgischen Gerät offenbart sich alles Lebensvolle dieser Zeit; daß es Eoldfchmiedearbeit, Werke des Handwerks, der Kleinkunst sind, bedeutet keinerlei Einschränkung, es ist vielmehr gerade so, datz nur das edelste Material, das Gold, verbunden mit den edlen Steinen, Perlen, mit dem wundervoll farbigen Email, mit Elfenbeinschnitzereien, mit antiken Gemmen den Gedanken des Opfers recht verkörpern kann. Man kann sich noch heute der magischen Gewalt dieser Steine, dieses Goldes kaum entziehen, ich glaube sicher, datz ein Teil der Wirkung, den der Schatz ausübt, dieser magischen Gewalt zu danken ist (ich sah den Schatz am Wahlsonntag, 5000 Menschen besuchten das Museum!), für den Menschen jener Epoche war im Gold — wie in den Steinen — symbolische Kraft, die es geeignet machte, Träger des Geheimnisses zu sein, das sich in den Religuien offenbarte. Der Ver» deutlichung des Geheimnisses dienen dann figürliche Darstellungen, die in unendlich verfeinerter Technik und edelstem Material alle diese Schatzstücke zieren.
Eine Beschreibung einiger Stücke mag dies verdeutlichen: Das grosse Kup-
das Wunderbare eben ist, datz an ihnen nichts gesondert ist, sondern datz sich ihr geistiger Gehalt in seiner Totalität unmittelbar im sichtbaren Werk offenbart.
Der Welfenschatz ist der D o m s ch a tz von Braunschweig, seine Bestandteile sind durchweg Stiftungen des Herrscherhauses der Welfen und gehören, gerade in den besten Stücken der lebendigsten und monumentalsten Epoche deutscher Geschichte an, in der durch die sächsischen Kaiser das nördliche Deutschland in den Vordergrund tritt. Das früheste Stück, ein kleines Medaillon, mit dem Brustbild Christi, eine Kupferscheibe mit Emailauflage in goldener Umrandung, gehört dem 8. Jahrhundert an — die späteren Stücke dem 15. Jahrhunrdert, so das große Reli - quienkreuz von 1483, das aber in seiner verhältnismäßig groben Gestaltung das Matz der üblichen auch in anderen Sammlungen vorhandenen Stücke keineswegs überragt. Mehrere Stücke, so zwei Armreliguiare, sind nachweislich Stiftungen Heinrichs des Löwen, höchstwahrscheinlich gebt auch das wunderbarste Stück des Schatzes, das große Kuppelreliguiar, auf ihn zurück, es barg das Haupt eines Heiligen, das Heinrich aus Konstantinopel zurückbrachte. Mit Konstantinopel haben wir bann den Ort, der die weltumspannende Größe dieser deutschen Geschichtsepoche- und des Welfenschatzes symbolisiert. Byzanz war die alte Lehrmeisterin der Eoldschmiedekunst, Bewahrerin antiken Erbes. Byzantinischer Herkunft sind zwei Tragaltäre, das Blasiushorn und die ganz einmalige Dernetriusplatte, eine getriebene emailierte Eoldplatte, die in Hochrelief den heiligen Demetrius zu Roß aufzeigt, mit Rubinen und Perlen verziert. Relignienkästen italienischer und irischer Herkunft, ein entzückendes Elfenbeinrelief mit der Hochzeit zu Kana aus der Maas- Schule (Lüttich), das prachtvolle Welfeu- kreuz aus Mailand (11. 3ahrh.), das
in schönster Ordnung gewesen, hätte nicht Vater Watkins eine entsetzliche Entdeckung gemacht. Er war interessierter Zeuge des ersten Bades seines Stammhalters im eigenen Seim, als er auf dem Rücken des Kindes ein Stückchen Heftpflaster fand. „Bamberger" stand darauf in roter Tinte. Fast gleichzeitig entdeckte Vater Bamberger in feinem Papierkorbe ein ähnliches Pflaster. Darauf stand „Watkins".
Nun wäre es das Einfachste gewesen, die beiden Mütter hätten sich miteinander in Verbindung gesetzt und dje Kinder ausgetauscht, denn allem Anschein nach lag nur eine Verwechslung durch das Pflegepersonal des Krankenhauses vor. Doch eine Mutter trennt sich nicht so ohne weiteres von dem Kinde, bas an ihrei^-Brust gelegen hat. Außerdem glaubte Vater Bamberger, fein getreues Ebenbild blicke ihm aus dem Gesicht des als Watkins plakatierten Knaben entgegen. Vater Watkins freilich war anderer Ansicht und strengte einen Prozeß an. Er wollte das Kind haben, bas augenblicklich in Frau Bambergers Armen lag. Ein ganzes
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