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hn 18. SM 1930

Zte jDberbeffijctt Zeitung" n» cheint lechsmal wöchentlich. Be» »g«pre>^ monatlich 2.20® 9K.au* 'chließl. ZusteVungegkbübr. durch die Post 2.45 SM. Für etwa durch Streik. Majchinendefekt oder eie» menlar, Ereignisse «uSsallend« Rurumern wird kew Srsar ge- «tstel. Verlag Dr. §. Lwerrlh. Druck bei Untb.-Dvchdrvck erel Ioh. Aug. Koch. Mark, 21/28 Fernsprecher: Mr. 54. y. Mr. 65. Postscheckkonto: Am« Franks«« tu M. Mr. 5016. Sprech zei« er Redaktion von 1011 und »,,11 Ubr.

Zeitung

Marburger LaMvWkM

ficfinthE LamZzerwns

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

ar. 219 6».SMg. Marburg n. Laba

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

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Die fünf Abgeordnete« der Konservativen Volkspartei.

Vaneurova im Ausschuß begraben

China fällt »mH - Sie Fragen ter Minderheiten

Der prozentuale Anteil art den abgege­benen Stimmen zeigt erst die wirkliche Verteilung, da ja weder die Mandatszif­fer noch die Stimmenzahl als solche bei den 4 Millionen Mehrstimmen kein klares Bild gibt. Danach sind Sozialdemokraten und Kommunisten von 42,2 auf 38,2 Pro­zent zurückgegangen.

Der ursprüngliche Antrag ist dahin ab ge­ändert worden, daß der europäische Aus- schuh das Recht hat, sowohl sämtliche außer­europäische Mitgliedsstaaten des Völkerbun­des als auch die Regierungen der Nichtmit­gliedstaaten, also auch der Vereinigten Staa­ten, Sowjetrußlands und der Türkei anzu­hören. Damit ist die allgemeine Aussprache

tionsvorsitzenden, die Abgeordneten Frau Bäumer, Bornemann und Meyer als stellvertretende Vorsitzende und Dr. Heuß zum Schriftführer sowie zu dessen Stellvertreter Dr. Hesse- Thüringen gewählt. Die Wahlen gelten bis zur ersten Sitzung nach Neujahr.

Der .erste Parteitag der Deutschen Stataspartei soll am 30. November oder 6. Dezember stattfinden. Kurz vorher wirb die Demokratische Partei ihren letzten ur­sprünglich für den 15. Oktober vorgesehe­nen Parteitag abhalten, auf dem die Ueberführung'der gesamten Partei in die Staatspartei soll am 30. November oder linksdemokratischen Kreisen rechnet man jedoch damit, dass Koch-Weser die zur Auf­lösung der Partei notwendige Drei­viertel-Mehrheit nicht erhal­ten wird.

Sozialdemokraten Deutschnationale Zentrum Kommunisten Deutsche Volkspartei Staatspartei (Demokraten) Wirtschaftspartei Bayerische Volkspartei Nationalsozialisten Christlich-nationale Bauern Welfen und Konservative Deutsche Bauernpartei Christlich-sozialer Volksdienst Volksrechtspartei

Berlin, 17. Sept. Die Besprechungen über die Auswirkungen des Wahlergebnis­ses sind in den maßgebenden politischen Kreisen bereits lebhaft im Gange. Ent­sprechend unserer gestrigen Andeutung hat der Kanzler die Fühlung mit den Vertre­tern der Parteien ausgenommen, und zwar zunächst mit dem Führer der Deut­schen Volkspartei Dr. Scholz, den er gestern nachmittag zu einer Bespre­chung empfing. Heute nachmittag dürfte Dr. Brüning diese Unterhaltungen nach der Seite der Deutschen Staats­partei hin fortsetzen. Dabei wird in unterrichteten Kreisen, betont, daß es sich nicht um offizielle Verhandlungen han­dele, sondern um eine persönliche Aus­sprache, die den Zweck habe, den Kanzler Über die Auffassungen in den verschiedenen Parteilagern zu unterrichten und weiter zu klären, ob sie mit der Stellungnahme der Reichsregierung einverstanden sind, wie sie in der amtlichen Mitteilung über die gestrige Kabinettssitzung zum Ausdruck kommt. Der Kanzler wird übrigens nur mit den Parteien Fühlung nehmen, die im alten Reichstag hinter der Regierung standen,' darüber hinaus dürfte er .auch eine Aussprache mit dem preußischen Ministerpräsidenten haben, es wird aber betont, daß sie nicht in erster Linie dem führenden Sozialdemokraten, sondern dem Ministerpräsidenten Otto Braun gelten werde.

Außer diesen Besprechungen des Reichs­kanzlers sind noch die Verbindungen von Interesse, die zwischen den einzelnen par­lamentarischen Lagern gesponnen werden. So wird behauptet daß die angestrebte Verbindung zwischen den klei­neren Gruppen der gemäßigten Rechten bereits ziemlich weit gediehen sei.

Ferner hat Dr. Scholz ja bereits in sei­nem Interview mit dem WTB am Mon­tag früh erklärt, daß er die Samm­lungsbewegung der Mitte mit allem Nachdruck fortführen werde. Man spricht denn auch von der Möglichkeit einer Arbeitsgemeinschaft zwischen der Deutschen Volkspartei und der neuen Fraktion, die sich aus der gemäßigten Rechten heraus- kriltallisiert.

Es wird also versucht, in der bürger­lichen Mitte eine Arbeitsgemeinschaft von etwa 90100 Abgeordnete zu­sammenzubringen.

In parlamentarischen Kreisen verweist man auf die Erfahrung, daß den Samm­lungsbestrebungen der bürgerlichen Par­teien vor den Wahlen doch ganz erhebliche Schwierigkeiten im Wege standen, und man beurteilt demgemäß die Aussichten der treuen Anlehnungsbestrebungen vor­läufig noch skeptisch. Es wird aber zuge­geben, daß die Situation sich inzwischen doch erheblich geändert babe und daß nun immerhin die Möglichkeit besteht, daß die Bemühungen mehr Erfolg haben.

Stmetrnten mietet jelMtftänMg?

Berlin, 17. Sept. Wie die Presse­stelle der Deutschen Staatspartei mitteilt, tagte am Mittwoch vormittag die neuge­wählte Reichstagsfraktion der Deutschen Staatspartei zum ersten Male. An der Sitzung nahm der außerparlamentarische Führer Arthur M a h r a u n teil. In der Sitzung wurden auf Vorschlag einer vor­bereitenden Kommission, die aus den Ab­geordneten Abel, Höpker-Aschoff und Koch- Weser bestand, provisorische LLahlen vor­genommen. Nachdem der bisherige Frak­tionsvorsitzende der Deutschen Demokrati­schen Fraktion, Abgeordnete Oskar Meyer, gebeten hatte, auf seine Wahl zu verzich­ten, wurde einstimmig der Abgeordnete Dr. August Weber zum ersten Frak­

Die Stellung des Reichsministers Treviranus.

Ein Berliner Abendblatt weist daraus hin, daß das Reichsministerium für die be­setzten Gebiete mit dem Ende dieses Mo­nats aufgelöst wird. Das Blatt behaup­tet, daß bisher weder im Kabinett noch beim Reichspräsidenten irgendwelche Ent­scheidungen darüber getroffen worden seien, ob Minister Treviranus Mit­glied des Reichskabinetts bleibe. Von un­terrichteter Seite wird uns hierzu erklärt, daß diese Darstellung vollkommen falsch ist, da feststeht, daß Minister Treviranus mit der Auslösung seines jetzigen Mini­steriums zur Reichskanzlei übertritt und als Minister ohne Portefeuille seine neue Aufgabe, die Leitung der Osthilfe, durch­führen wird.

Wie von der Konservativen Volkspartei mitgeteilt wird, gelten nach der letzten Feststellung folgende fünf Kandida- "'/ T ' ":arp, Lambach, von Lin8einer-Wildaü, Treviranüs und

glieder des Völkerbundes offen ständen und diese die Möglichkeit hätten, ihren -Stand­punkt zu äußern.

DSr Zeitpunkt für den Zusammentritt des Ausschusses ist bisher noch nicht festgesetzt worden.

Die Minderheitenfrage vor der Völker­bundsversammlung.

Im Anschluß an die gewissermaßen neben­sächlich geführte Minderheitsdebatte mEenf ist folgendes Londoner Telegramm von be­sonderem Interesse: Der französische Kor­respondent desDaily Telegraph" meldet aus Genf, es werde vielleicht ein Schrrtt zur Bildung eines ständigen Völker­bunds-Kontroll aus schuss es zum Schutze der Minderheiten in ganz Europa unternommen werden. Em Mitglied der britischen Delegation werde im Zusam­menhang mit diesem Vorschläge genannt.

Kellogg als Mitglied im Haag.

Der Fortgang der Beratungen brachte heute mittag die Wahl des Nachfolgers des zurückgetretenen Mitgliedes des ständigen in­ternationalen Gerichtshofes im Haag, des früheren Staatssekretärs Charles E. Hughes. Mit 30 Stimmen wurde der frühere ameri­kanische Staatssekretär Kellogg gewählt.

Mussolini und Grandi kommen nicht nach

Genf.

fk. London, 18. Sept.Daily Tele­graph" berichtet aus Rom, von maßgeben­der Seite werde mitgeteilt, daß Musso­lini nicht beabsichtige, persönlich nach Genf zu gehen, wie es in Völkerbundskreisen ge­rüchtweise verlautete. Auch Grandi ge­denkt nicht nach Genf zur Teilnahme an den französisch-italienischen Verhandlungen über die Flottenfrage zurückzukehren. Diese Ver­handlungen hätten bisher keinen merk­lichen Fortschritt gemacht und seien nicht über vorbereitende Erörterungen hinaus­gekommen.

der Völkerbundsversammlung über die P an- europafrage für dieses Jahr ab­geschlossen. Titulescu, der den Antrag zur Abstimmung stellte, wies darauf hin, daß selbstverständlich die Sitzungen des europäi­schen Ausschusses für sämtliche übrigen Mit-

Genf, 17. Sept. Die Völkerbund s- versammlung hat heute an'Stille der ausscheidenden nichtständigen Ratsmit­glieder Canada, Cuba und Finnland für die nächsten drei Jahre Guatemala, Norwegen und Irland zu Mitgliedern des Völkerbunds­rats gewählt. Guatemala erhielt 43, Nor­wegen 38 und Irland 36 Stimmen. Portu­gal hatte bei der Abstimmung 30 Stimmen erhalten. Auch der Versuch der chi­nesischen Regierung, einen nichtstän­digen Sitz im Völkerbundsrat zu erhalten, ist mißglückt, da China nur 27 von 48 ab­gegebenen Stimmen erhielt. Die Ablehnung des chinesischen Antrages wird darauf zurück- geführt, daß die gegenwärtigen innerpoliti­schen Zustände in China keine genügende Ge­währ für eine feste Regierung bilden und deshalb die allgemeine Stimmung in der Völkerbundsversammlung für China nicht günstig war.

Im weiteren Verlauf der Völkerbundsoer­sammlung wurde alsdann, wie vorauszusehen war,

der Antrag sämtlicher europäischer Möchte auf sofortige Einsetzung eines aus Re­gierungsvertretern sämtlicher europäischer Staaten bestehenden Sonderausschusses zur weiteren Behandlung der Pan­europafrage angenommen.

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Sos Aiislmd und die Wahlen

Wer hat je daran gezweifelt, daß Rechtswahlen bei uns in Frankreich nicht beliebt sind, daß man sich dort ein pazi- fistisch-svzialistisches Deutschland eher wünscht? And nun lese man die Links­presse, die mit zitterndem Augenaufschlag diebedenklichen" Kommentare der Sauer­wein und Genossen imMatin" wie im holländischenTelegraaf" wiedergibt, um dem deutschen Wähler nachträglich vor seiner eigenen Courage Angst zu machen.

Zu den Mitteln, uns gruseln zu machen, gehören auch gewisse internationale Bör- senmanöver, die dem deutschen Volle zei­gen sollen, wie man in diesen Kreisen wünscht, daß gewählt würde. Die sogen. Beruhigung" tritt dann auch prompt bald wieder ein. Es gehört in dasselbe Kapitel.

Das Arteil des Auslandes, das nicht unter französischem Einfluß steht, Amerika. England und besonders Italien, ist denn auch wesentlich ruhiger, vielfach geradezu von Verständnis getragen: So lehnt man in England es ab, den überwältigenden Sieg der Aationalsozialisten als Sieg des Radaumachertums und der Anvernunft hinzustellen, sieht vielmehr darin die An- zufriedenheit mit der partei­politischen Kuhhand elspvlitik und vor allem den

nationalen Protest gegen Verfailles und seine Folgen.

Daß Italien die Hitlerbewegung als kon­genial empfindet und die führenden Blät­ter dort sich eingehend mit diesem neuen nationalen Aufschwung" (so der ©ordere della fera) in Deutschland beschäftigen, ist besonders heute selbstverständlich, wo der französisch-italienische Antagonismus wie­der einmal stark ist.

Das Arteil der außerordentlich einfluß­reichen Hearstpresse in Amedka haut in dieselbe Kerbe. Dort sieht man auch nicht Anvernunft" in dem Wahlergebnis sondern das Auflehn en gegen die Knebe­lung Deutschlands wirtschaftlich aber auch auf dem Gebiete der Selbst­achtung. Mag hier auch das Gefühl mit­sprechen, daß gerade in Versailles Deutsch­land von Wilson tief getäuscht wurde oder die Aeberzeugung, daß die Auspowerung Deutschlands durch die Kriegslasten schließ­lich die gesamte Weltwirtschaft zerrütten müsse, zumal sie nur dem Militarismus Frankreichs zugute kommt. Alle diese Stimmen sind für Deutschland ein Mus. Der Sieg der Aationalsozialisten ist allen ein Warnungssignal, das sie nicht überhören, und das kann uns nur nützen. Alle diese Stimmen wollen auch nicht auf unsere innere politische Haltung Einfluß gewinnen, wie Frarllreich und seine deutschen Aachtreter, sie behandeln einfach das Ergebnis als Tatsache und ziehen ihre Schlüsse.

Deutsche Padeien sollten sich zu gut sein, die Regelung unserer politischen Ver­hältnisse zum Spiel des Auslandes dadurch zu machen, daß sie sich daran interessied zeigen.

Das gilt auch für die Fragen der Regierungsbildung. Die Sozialdemokratie bietet sich jetzt zur großen Koalition direkt an. Herr Braun wohl aus Angst vor Konsequenzen für Preußen. DerVor- wäds" will sogar das Vergangene verges­sen, sekundied wie immer von der Staats- partei. Das ist Wohl niemand eine Aeber- raschung, ebensowenig, daß der trotzige Republikaner Wirth den Feind rechts sieht und die Koalitionsverhandlungen von vornherein festzulegen sucht. Daß aber die französische Presse die große Koalition direkt zu suggerieren sucht, dürfte sie uns Deutschen kaum empfehlen. Dorläuftg sind ja wohl alles nur Kombinationen, Rechen- tunststücke, wenn nicht gar wie so oft Futterkrippenmanöver. Das Volk verlangt vor allem, daß das Sanierungswerk der deutschen Wirtschaft und der deutschen Innen- und Außenpolitik kraftvoll fort­gesetzt werde. Vor den Wahlen hieß es. daß die Sozialdemokratie dieses Sanie-