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Sommbrte, tenl3.6tpt.1930

Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

obechessische Zeitung

Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 qespalt. Zeilenmillüneter 0.08 GÄL, sog. kleine Anzeigen nnd Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 SSL. amtlich« und a«S» wärtig« Anzeige« 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz­borschrist 50»J. Aufschlag. Sammelanzeige« 100 Auf­schlag. Reklam.»Mtllim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt.

Ziel 5 Tag«.

Druck der Untb.-Duchdruüerei Joh. Aug. «och, Mar» 21/23 Fernsprecher: Mr. 54. tu Ku 65. Postscheckkonw: «ml Franks»« a-M. Rr. 5015. - Sprechzeit ter Redaktion von 1011 und

lassen. Er sei in gleicher Weise wie der deutche Außenminister überzeugt, daß sich dieser Fall nicht ereignen werde.

Er begnüge sich jetzt mit der Feststellung der Tatsache, daß die Saarregierung üch bereit erklärt habe, alle Mittel zu ergrei­fen, um den ihr obliegenden Verpflichtun­gen nachzukommen.

Die Verhandlungen des Völkerbunds­rates in der Saarfrage waren damit be­endet.

Slittttelbmien in -er MMunMase

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Die ZtiriWehung des BWWtzes

65 wird eine 6entererwmifatien getonffen - Frankreich sichert sich deö Recht der WietetbestAmg

Genf, 12. Sept. (TA.) In der Ab- rüstungsfrage ist, Vie von gut unter­richteter Seite mitgeteilt wird, Zwischen der englischen und der französischen Abordnung eine Aebereinstimmung dahingehend er­zielt worden, daß die im November begin­nende Tagung des Abrüstungsausschusses die vorbereitenden Arbeiten a b s ch l i e - ßen soll und daß die Vollversammlung des Völkerbundes dem Völkerbundsrat den Auftrag erteilt, die Abrüstungskonferenz zum Herbst 1931 einzuberufen. Von französischer Seite werden gegen die Festlegung des Zeitpunktes der Welt- abrüstungskvnferenz keine Schwierigkeiten mehr gemacht, jedoch bestehen nach wie vor große Gegensätze über die alte Streit­frage der ausgebildetenReserven und des Kriegsmaterials.

Di« französische Abordnung beabsichtigt, sich im Abrüstungsausschuß kategorisch einer Aufrollung der Reservisten- und Kriegsmaterialfrage zu widersetzen. Sie will di« Verhandlungen über diese Frage als bereits abgeschlossen erklären. Demgegenüber wird auf deutscher und wahrscheinlich auch englischer Seite die Auffassung vertreten, daß die Verhand­lungen in der Reservisten- und Kriegs­materialfrage noch keineswegs abgeschlos­sen seien und daß eine neue Stellung­nahme des Abrüstungsausschusses erfor­derlich ist.

Calonder soll weiter amtieren.

Genf, 12. Sept. In Völkerbundskreisen besteht allgemein der Wunsch, daß der bis­herige Präsident der Gemischten Kommission für Oberschlesien, Calonder, der bekanntlich aus persönlichen Gründen sein Abschiedsgesuch beim Völkerbund eingereicht hatte, sein Amt weiterführen möge. Das allgemeine Ver­trauen, das Calonder sich durch ferne ob­jektive Amtsführung im früheren Abstim­mungsgebiet erworben hat, kommt darin zum Ausdruck, daß heute Reichsaußenminister Dr. Curtius und der polnische Außenminister Zaleski ein gemeinsames Schreiben an den Völkerbundsrat gerichtet haben, worin dieser ersucht wird, Calonder um Fortsetzung seiner Tätigkeit zu bitten.

Sie Selnttnng der gemtinblitten errocttetotenfürterge

Di« Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen be­reits größer als di« der Krisenunterstützten.

Berlin, 12. Sept. Die anhaltende Un­gunst der allgemeinen Wirtschaftslage, die eine ständige Ausdehnung der lang­fristigen Erwerbslosigket zur Folge hat, macht die Gemeinden in zu­nehmendem Maße zu Trägern der Er­werbslosenfürsorge. Von den Wohlfahrts­ämtern der Städte mit mehr als 25 000 Einwohnern (die zusammen 25 Millionen Einwohner haben) wurden am 31. August insgesamt 445 000 Wohlfahrtserwerbslose be­treut, davon 47 000 durch Zuweisung ge­meindlicher Fürsorgearbeit. Gegenüber dem Juli (404 000) errechnet sich eine Steige­rung um 9,9 v. H., während die Zahl der in Erwerbslosenversicherung und Krisenfür- sorge Unterstützten im Reich in der gleichen Zeit nur um 2,4 v. H. anzieht. Der Kreis der Wohlfahrtserwerbslosen in den genann­ten Städten ist damit heute bereits größer als der gesamten Krisenfürsorge im Reich. Außer den Wohlfahrtserwerbslosen hatten die Städte mit mehr als 25 000 Einwohnern 49 000 Empfänger von Arbeitslosenvernche- rungs- und Krisenunterstützung laufend zu­sätzlich zu unterstützen.

Senf, 12. Sept. Der Völkerbundsrat beschloß heute einstimmig, den internatio­nalen Bahnschutz im Saargebiet, sowie die Eiseubahnkommission innerhalb einer Höchstfrist von drei Monate« aufzulösen.

Der Berichterstatter für die Saarfrage, Scialoja, berichtete über die Ver­handlungen zwischen der deutschen und der französischen Regierung, die zu der nun­mehr vorliegenden Einigung geführt hät­ten. Danach hat der vom Völkerbundsrat am 10. September eingesetzte Ausschuß an die Saarregierung die Frage gerichtet, ob diese in der Lage sei, entsprechend dem Versailler Vertrag den Transport und den Transit im Saargebiet zu sichern und unter welchen Bedingungen. Die Saarregierung hat darauf erklärt, sie sei in der Lage, die Verantwortung für die Sicherheit des Transportes und des Transit auf den Eisenbahnen des Saarge­bietes im Falle einer Zurückziehung des internationalen Bahnschutzes in folgender Weise zu übernehmen:

1. Sie werde bei de? Ausbilduug und Zusammensetzung der lokale« Gendarme­rie der Notwendigkeit des Schutzes des * Transports und des Transits im Saar­gebiet besonders Rechnung tragen.

2. Sie werde einen besonderen Organis­mus bilden, für den die einleitenden Schritte bereits ergriffen seien, um vom technischen Standpunkte aus die Sicherheit, des Transportes und Transits zu gewähr­leisten.

' 3. Für de« Fall von Unruhen habe sich die Regierung bereits das Recht vorbe­halten, i« Anwendung der Bestimmungen des Friedensvertrages die notwendigen «ilAärischen und technische« Kräfte heran­zuziehen, um den Eisenbahnverkehr auf­recht erhalte« zu könuen.

Auf Grund dieser Stellungnahme der Saarregierung hat Scialoja dem Völker­bundsrat eine Entschließung vorgelegt, in der von der Saarregierung vorgenomme­nen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung und Sicherung des Transit- und Transport­verkehrs im Saaraebiet Kenntnis genom­men und festgestellt wird, daß diese Maß­nahmen innerhalb einer Höchstfrist von 3 Monaten durchgeführt werden können. Im Hinblick auf diesen Tatbestand beschließt daher der Völkerbundsrat, den Vahnschutz und die Eisenbahnkommission aufzuheben.

Reichsaußenminifter Dr. Curtius gab hierzu folgende Erklärung ab:

Mit Befriedigung begrüße ich, daß durch diese Regelung ei« Zustand geschaffen sein wird, der den Wünschen ber Saarregie­rung entspricht. Zu dem Punkt drei der Stellungnahme der Saarregierung hat Dr. Stresemanu seinerzeit im Bölker- bnadsrat bereits den deutschen Rechts- standpunkt eingehend dargelegt. Es er­übrigt sich somit, auf diese Frage hier ein- Mgeheu, zumal der in diesem Punkt vor­gesehene Fall meiner Ueberzeugung nach niemals ehrtreten wird.

Außenminister Briand erklärte, da die Saarregierung feststelle, daß sie alle notwendigen Maßnahmen zur Sicherung des Transportes ergreifen werde, wolle er auf der Aufrechterhaltung des interalli­ierten Bahnschutzes nicht weiter bestehen. Zu dem dritten Punkt der Stellungnahme der Saarregierung bemertte er,

et wünsche, sich jetzt nicht auf eine Auslegung der Bestimmungen einzu­

Eeneral Weygand kündigt bereits große Truppenmanöver für 1931 an.

Während in Genf derpazifistische Paneuropaplan" Briand» zur Verhand­lung steht, kündigt der Chef des französi­schen Generalstabes, General W e y g a n d, für das nächste Jahr bereits Truppen­manöver von doppeltem Umfange der diesjährigen, an denen bekanntlich insge­samt über 100 000 Mann und 400 Flug­zeuge teilnahmen, an. Weygand begrün­det die großen Uebungen mit der Notwen­digkeit, die Ausbildung des Heeres den Erfordernisien und Erkenntnisien der neue­sten Kriegstechnik anzupassen. Die Mo­torisierung der Truppen und die dadurch erzielte Schnelligkeit stelle ganz andere Anforderungen als etwa der Stellungs­krieg der letzten Jahre des Weltkriegs. Aus der modernen Kriegstechnik erwachse die wichstige Frage, die Verkehrsregelung im Felde, die von einer eigens dazu aus­gebildeten technischen Truppe mit fliegen­den Tankstellen, Reparaturwerkstätten, Er­satzlagern usw. ausgeübt werden müsse. Ebenso sei es notwendig, die Funkverbin­dung zwischen Heer und Luftflotte für die Zwecke des Aufklärungsdienstes zu ver- vollkommen. Rur große Manöver böten die Möglichkeit zum Studium dieser Frage und zur Behebung der noch vorhandenen Schwierigkeiten.

Sagtefofegel

Man fühlt sich wie in den Zetten der Inflation: täglich erfolgt ein immer wieder neues Bombardement mit Zahlen, die irgendwie mit der Reichstagswahl zusammenhängen. Aber während die Mll- livnenzifsern der Znflattvn den Hisamrnen- bruch und das Chaos beschleunigten, be­gründen sich auf die Zahlen rund um die Wahl die Hoffnungen des ganzen deutschen Volkes auf Ordnung und Festigung der Regierungsgewalt und des Staatsappara­tes. Da ist zuerst die Drei-Millionen-. Ziffer der Jungwähler, d. h. der Wähler, die diesmal wahlberechttgt sind und ihren Stimmzettel in die Wahlurne werfen werden. Rund 43 Millionen Deutsche sind im ganzen wahlberechttgt, 3 Millionen unter ihnen sind am 14. September seit dem Mar 1928 20 Jahre alt geworden. Im Mat 1924 waren erst 38,4, im Dezem­ber 1924 schon über 39 Millionen Wahl- berechttgte vorhanden. Gegenüber dem Iahre 1920 bedeutete das eine Zunahme von rund 3 Millionen. Diese 3 Millionen umfassen jedoch noch nicht die Gesamt­summe der Jugendlichen. Denn ihnen muh ja auch jene Zahl hinzugerechnet werden, die der Summe der inzwischen Verstor­benen oder Ausgewanderten entspttcht. Da durchschnittlich in Deutschland rund 600 000 Menschen sterben, die älter sind als 20 Jahre, so kommt man zum Ergebnis, daß bei den Wahlen im Dezember 1924 imn« bestens 8,1 Millionen Wahlberechtigte vor­handen waren in den Lebensjahren zwi­schen 20 und 25. Dieser Anteil der jungen Generation hat selbstverständlich von Iahr zu Iahr weiter zugenommen und man wird schätzen können, daß am ^.Septem­ber etwa 153/4 Millionen Wahlberechtigte ' vorhanden sind, die höchstens die Drei­ßigergrenze erreicht haben, also Anspruch darauf erheben können, $ui jungen Gene­ratton zu gehören. Diese 153/< Millionen werden denn auch von der Parteien be­sonders umworben, und es ist schade, daß keine Abstimmung nach dem Wahlalter stattfindet, sonst erhielt man zweifellos ein lehrreiches Bild über die politische Einstellung der deutschen Iugend.

Die 43 Millionen wahlberechtigten Deutschen werden am Sonntag sich für ins­gesamt 589 Wahlvorschläge entscheiden müssen. 6651 männliche und 600 weibliche Bewerber ringen um die Gunst der Wäh­ler. Zu ihnen treten 427 männliche und 37 weibliche Bewerber auf der Reichsliste. Die Zahl der Bewerber ist gegen 1928 um 15 Prozent gestiegen, davon die der männ­lichem um 13 v. H. und die der weiblichen Bewerber um 30 v. H. Gs hat also ein recht erheblicher Ansturm der Frauen auf den Reichstag eingesetzt. Man könnte die Inflattonszahlen dieser Wahl noch um einige kuriose Ziffern erweitern. So ha­ben findige Köpfe ausgerechnet, daß die Reichstagskandidaten, die auf Wahlreise gegangen sind, zur Erlangung der drei inhaltsschweren BuchstabenM. d. R." rund ein Drittel des Erdumfanges in der Eisenbahn zurücklegen müssen, um von Ort zu Ort zu gelangen, und daß sie bis zum 14. September abends durchschnittlich einen Text in der Länge von 800 Schreib­maschinenseiten oder 240 Metern reden.

Wie jetzt bekannt wird, hatte der tsche­chische Schuhkönig Bata, bevor er sich wegen Errichtung einer Schuhfabrik in Oberschlesien an Deutschland wandte, den Versuch gemacht, eine gleiche Konzession in Sowjetrußland zu erhalten. Interessant sind dabei die' politischen Hintergründe, denn die Tschechen boten als Aequivalent für die Gewährung dieser Konzession die offizielle Anerkennung Sowjettußlands an, die ja bekannllich von der Tschechoslo­wakei'bis heute nicht erfolgt ist. Die Sow­jetregierung lehnte diesen Vorschlag jedoch ab, weil sie sich wahrscheinlich von der Errichtung einer tschechischen Schuhfabrik in Rußland größere Nachtelle versprach, als die Anerkennung ihrer Staaisform ihr Vorteile bringen konnte. Jetzt versucht Bata, seinen Absatz durch die Errichtung einer oberschlesischen Fabrik zu steigern.

Nrr State ter Ätfngtn"

Kiel, 12. Sept. Der Brand auf der Zähringen" wütete trotz aufopfernder Arbeit der Kieler Feuerwehr und der Werftarbeiter zur Mittagszeit noch immer fort. Um den Brand wirksamer bekämp­fen zu können, wurde der schwere Panzer über der Wasserlinie an mehreren Stel­len durch Sauerstoffgebläse ausgeschnitten, um einerseits dem Qualm Abzug zu schaf­fen und andererseits noch mehr Wasier in das Schiffsinnere leiten zu können. Auch das Oberdeck wurde an zwei Stellen ange­schnitten, und während der Nacht wurden so ungeheure Wasiermengen in das Schiff geleitet, daß es zu sinken begann und heute früh neben der Hasenmauer bereits auf Grund lag. Nach Ansicht der Marinefach­leute wird der Schaden nicht allzu erheb­lich sein, da die wertvollsten Einrichtun­gen derZähringen" gerettet zu sein schei­nen. Man hofft, daß im Laufe des heu­tigen Tages durch Ueberfluten des ganzen Schiffes der Brand restlos gelöscht sein wird und daß man in den nächsten Tagen daran gehen kann, dieZähringen" aus- zupurnpen und ins Dock zu bringen.