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Overhessische Zeitung. Marburg a. S„ Freitag, de» 12. September 1930

Nr. 214

Abschnitt des Jahresberichtes des Völkerbun­des über die Minderheitenfrage dem po­litischen Ausschuß der Völkerbundsver- fammlung zu überweisen.

Die deutsche Regierung hat damit die von allen Gett<n dringend geforderte Initia­tive in der Minderheitenfrage ergriffen. Der deutsche Antrag war notwen­dig, da das Völkerbundssekretariat die Min­derheitenfrage nicht auf die Tagesordnung r Völkerbundsversammlung

gelegt hatte und somit ohne den deutschen Antrag die Minderheitenfrage während des Septembers überhaupt nicht zur Sprache ge­kommen wäre. Durch den deutschen Antrag ist nunmehr die Möglichkeit gegeben, daß in dem politischen Ausschuß der Völkerbundsver­sammlung die bisher völlig ungenügende Re­gelung des Minderheitenverfahrens und vor allem die wenig glücklichen Erfahrungen, die man mit den Madrider Minderhellsbeschlüssen des Völkerbundsrates gemacht hat, zur Ver­handlung gelangen. Auf deutscher Gerte wird man dabei, wie verlautet, besonders darauf Hinweisen, daß die Veröffentlichungen des Völkerbundssekretariats über die bisher eingegangenen und behandelten Minderheiten­beschwerden tatsächlich völlig unzuläng­lich seien.

Zu erwarten ist ferner, daß die deutsche Abordnung im politischen Ausschuß prak­tische Vorschläge für eine Abänderung rung des Minderheitenverfahrens vorbringen wird.

Sie Sahl tu WahlvorsWgk und Bewerber

Berlin, 11. Sept. Nach Feststel­lungen des Reichswahlleiters sind für die Reichstagswahl 565 Kreiswahlvvr- schläge und 24 Reichswahlvorschläge, insgesamt 589 Wahlvorschläge zugelassen, gegenüber 642 Kreiswahlvorschlägen und 31 Reichswahlvorschlägen gleich 673 Wahl- Vorschlägen bei den Reichstagswahlen am 20. Mai 1928. Die Zahl der Wahl- Vorschläge ist mrichkn zurückgegangen.

Die Zahl der Bewerber beträgt aus den Kreiswahlvorschlägen 6651 (6051 männliche und 600 weibliche Bewerber), aus den Reichswahrvorschlägen 464 (427 männliche und 37 weibliche Bewerber), zu­sammen 7115 (6478 männliche und 637 weibliche Bewerber). Bei der ReichstagS- wahl am 20. Mai 1928 waren 6209 Be­werber vorhanden, davon 5718 männliche Und 491 weibliche Bewerber. Die Zahl der Bewerber insgesamt ist mithin um 906 (gleich 15 Prozent), die der männlichen tim 760 (gleich 13 Proz.) und die der weib­lichen Bewerber um 146 (gleich 30 Proz.) gestiegen.

Selen im Wfamef

Polen bemüht sich auch bei der dies­maligen Reichstagswahl, sich und >der Welt zu beweisen, daß das Polentum ständig in Deutschland an Boden gewinnt, und daß deshalb das Polentum in Deutsch­land unbedingt im Reichstag vertreten sein müsse. Der Polnische Volksbund gibt zu diesem Zweck freie D-Zug-Fahrkarten für alle Polen aus, die am Wahlsonntag nach Deutsch-Oberschlesien zur Wahl kommen wollen, vor allem versucht er dadurch die im Westen des Reiches ansässigen Polen für sich zu gewinnen. An sich ist dieses Wahlverfahren ja durchaus möglich, da sich K.D. di« westfälischen Polen durch die Beschaffung eines Stimmscheines eine Be­rechtigung zur Wahl in Oberschlesien er­werben. Wenn also diese Taktik Erfolg haben sollt«, so ist dies nicht etwa ein Be­weis für die Zunahme der Polen in Ober­schlesien. Im Gegenteil zeigen die letzten Wahlergebnisse, daß das Polentum in Deutschland ständig zurückgegangen ist. 1920 brachte der Polenbund noch 51000 Stimmen zusammen, die Reichstagswahl im Mai 1924 ergab nur noch 49 000 polnische Stimmen, im Dezember 1924 waren es noch 42000 und im Mai 1928 30 000 Stimmen, die für den Polnischen DolkS- bund abgegeben wurden, sodaß es in kei­nem Fall zu einem Mandat reichte. Aller­dings verzeichnete der Reichswahlvor­schlag der nationalen Mindecheiten bei der letzten Wahl 70 975 Stimmen, doch er­hielten die Minderheiten auch daraufhin kein Mandat, weil sie in keinem Wahlkreis 60 000 Stimmen aufgebracht hatten. Die Bemühungen der nationalen Minderheiten, die im Laufe dieses Jahres darauf abziel­ten. für die Mindecheiten ein Sonder­wahlgesetz zu schaffen, scheiterten, weil sich die zuständigen Behörden auf den Stand­punkt stellten, daß eine solche Ausnahme nicht mit unseren verfassungsmäßigen Grundsätzen in Eiwklang zu bringen sei. Man darf also gespannt sein, ob es den Polen am nächsten Sonntag mit Hilfe ihrer Freifahrkarten gelingt, einen 'Beweis ihrer .Stärke" in Deutschland zu erbringen

Zlslschlff „Wringen" in Flammen

Sos größte «vttlager der Kell

Berlin. 11. Sept. Auf dem Ziel, schiff „Zähringerr" ist gestern abend nach einem Treffer im Achterschiff ein Brand ausgebrochen. Das Schiff liegt vor Hol­tenau zu Anker. Die Löschung des Bran­des ist zu, Zeit «och nicht beendet.

Der Brand auf dem Fernlenkschiff „Zäh­ringen" konnte trotz aller Bemühungen der Feuerwehren bisher nicht gelöscht werden. Der Brand hat fich vielmehr auf das Mit­telschiff ausgedehnr, sodaß

die „Zahringen" von den Maschinen- eäume« bis znw Heck brennt.

Sechs Feuerlöschboote liegen jetzt längseits des brennenden Zielschiffes und schleudern stündlich ungeheure Wassermassen in den Schiffsleib hinein. Die Wassermengen, die man jetzt in die untersten Räume hinein­geleitet hat, um den Brand der Korkmas- sen zu ersticken, find so gewaltig, daß die „Zähringen" mit ihren eigenen Pumpen unausgesetzt das Waffer wieder hinaus­drücken mutz, um zu verhindern, dah fich die Gleichgewichtslage des ehemaligen Schlachtschiffes verschiebt. Seit Donnerstag mittag werden grohe Menge Kohlensäure in das Schiffsinnere geleitet um die Flammen zu ersticken. Die Beschädigungen an der „Zähringen" find, soweit fich bis­

her übersehen läßt, recht erhebllch, da durch den Brand selbst die Auhenhaut gelitten hat. Das Fernlenkschisf wird für längere Zeit ins Dock gehen müssen, um wieder hergestellt zu werden. Der Schaden, der durch den Brand entstanden ist, dürfte sehr namhaft sein, da -

da« Fernlenkschiff das größte Stott» lager de, Welt darstellt.

Als seinerzeit die „Zähttngen" für ihren jetzigen Zweck umgebaut wurde, verstaute man so ungeheure Mengen Kork in den unteren Räumen, dah in den Schiffsleib zwei Jahresernten Spaniens Platz gefunden haben. Als die deutsche Marineleitung seinerzeit durch Agenten diese ungeheuren Massen Kork aufkaufen lieh, entstand eine große Beunruhigung am Korkmarkt da zunächst niemand wußte, wozu btefe riesenhaften Aufkäufe dienen sollten. Der Brand konnte bisher trotz größter Anstrengungen der Feuer­wehr noch nicht gelöscht werden, da es außerordentlich schwierig ist, an den eigentlichen Brandherd heranzukommen. Man hat fich deshalb entschlossen, die brennenden Korkmassen vollständig aus« brennen zu lassen, was wahrscheinlich Bis Freitag mittag dauern wird. Die Gefahr eines llebergreifens des Brandes besteht jedoch nicht mehr.

Aus der Wahlbewegung

, Die gestrige Wahlversammlung der Na- tlonalsozialistkschen Deutschen Arbeiterpattei war die am stärksten besuchte des ganzen Wahlkampfes. Herr Rechtsanwall Dr. Freister führte etwa folgendes aus:

Man solle sich nicht damll vertrösten, daß die Entscheidung über unser Schicksal erst in einigen Jahren komme. Wir ständen schon heute mitten int Zusammenbruch des Systems. Es bestehe, wie schon 1918 die Well des kämpfenden Deutschland nicht mehr die Welt der Staatsführer gewesen sei, auch heute ein unüberbrückbarer Gegensatz zwischen den schaffenden Menschen und denen, die da herrschen. Das versprochene Leben in Schön­heit und Würde sei gekommen, aber nur für Brolad und Gcheidemann. für die Bonzen und Nutznießer dieses Systems. Das Volk aber habe geglaubt und jahraus, jahrein ge­hofft, die neuen Männer dächten nicht nur an sich, sondern sie seien bereit, sich für das Wohl des Volkes zu opfern. Heute ständen wir mit einem Arbeitslosenheer von 3 Mil­lionen im Hochsommer, das bedeute von über 4 Millionen im kommenden Winter, mitten in der Katastrophe. Und dieser Staat sei, wie Herr Scheidemann sich rühme, der Staat der Sozialdemokratie. Dieser sozia­listische Staat habe mit Hilfe des Liberalis­mus die Dawesversklavung ermöglicht. Dieser Staat sei auch kein Rechtsstaat mehr, denn das Urteil des Staatsgerichtshofes würde nicht einmal von dem Ministerpräsidenten des preußischen Staates mehr geachtet. Ist das ein Rechtsstaat, in dem jeder Mann wegen seiner politischen Gesinnung beschnüffelt wird? Wo der Beamte von seinen verfas­sungsmäßigen Rechten nicht mehr Gebrauch machen kann? Skandale könnten immer Vor­kommen, aber im heutigen Staat jage ein Skandal den anderen und das System sei un- Smit ihnen fertig zu werden. Die

-Hauptstadt sei durch Herrn Böß in un­glaublicher Weise geschädigt worden, aber er erhalte eine lebenslängliche Pension, von der er herrlich und in Freuden leben kann. Die Nationalsozialisten verlangten bagegen, daß der Spitzbube und Gauner auch als Spitzbube behandelt werde. Dieses System werde so­lange leben, als das deutsche Volk es sich gefallen lasse. Wenn aber bas deutsche Volk sich aufraffe, wer sei denn noch da, für das heutige System sich zu opfern? Gewiß nicht die Gatten und Zufriedenen, aber auch nicht die Kämpfer von Langemarck, die heute in dem am weitest verbreiteten Buch „3m Westen nichts Neues" als elende Hunde be­zeichnet würden: und gewiß auch nicht die Hungernden, die man so oft enttäuscht habe. Der Redner wandte sich bann ben Parteien zu und bezeichnete die Gtaatspartei als eine Vereinigung von zwei Nullen, die sich über ihre Prinzipien nicht einig seien. Die bürger­liche Gammlung bestehe aus neun sich be­kämpfenden Parteien. Die Nationalsozialisten würden dagegen ohne Rücksicht auf Gtanb und Beruf alle biejenigen zusammenfassen, bie dieses aussichtslosen Gpieles überdrüssig wären. Man könne bie neue Idee nicht ausrotten, indem man ihr die Hemden aus­ziehe. Gold) kleinliche Schikane sei nur ein Zeichen von Angst. Auch das Zentrum bleibe von dem Zusammenbruch nicht verschont: in Berlin habe es jetzt als Spitzenkandidaten den Vorsteher der Gynagogengemeinde auf- gestellt. Die Nationalsozialisten wollten nicht Pfründen sattgewordener Herren schaffen, sondern sie seien ein geschlossenes opferberei­tes Seer, hungrig nach Reinheit, Freiheit und Brot. Für den Nationalsozialisten be­deute das Fronterlebnis, daß es etwas Höheres gibt als den Gtoff, bas ist der Mensch und sein Wille. Und ferner, daß der Einzelne nichts ist,, sondern nur alle etwas sind als Glieder einer großen Gemeinschaft. Nationalsozialisten seien Kollettivisten mit der Parole: Gemeinnutz vor Eigennutz. Der

Liberalismus habe zur brutalen Herrschaft des Kapitalismus geführt, der Marrismus zur Verpfändung und Verschacherung des deutschen Besitzes an das ausländische Kapllal. Der größte und schlimmste Verrat seien bie Verhandlungen über den Doungplan gewesen, nach dessen Annahme der Reichskanzler Mül­ler an Herrn Aoung ein Danktelegramm ge­schickt habe. Mll dem Manismus gebe es kein Paktieren. Wie sein Wirtschaftssystem zusammengebrochen sei, so auch die Parole von der internationalen Verbrüderung. Die Antwort von drüben sei die schallende Ohr­feige von Versailles gewesen. Freiheit werbe nie verschenkt, sie sei das edelste Gut eines Volkes, das erarbeitet und erkämpft werden müsse. Nicht Verbrüderung von Klassen, sondern engste Vereinigung auf nationaler Grundlage ermögliche die Freiheit. Aber bie Nationalsozialisten riefen nicht „Auf nach Frankreich". Gie wollten den Krieg ver­meiden, wenn es irgend geht. Aber durch die Rufe „Nie wieder Krieg" fei der Krieg noch nicht abgeschafft. Und so müsse man wie vor den Freiheitskriegen erst die soziale Frage lösen, Schluß machen mit dem Klassen- und Kastengeist und alle schaffenden Volksgenossen zusammensassen. Der Weg zum neuen Gtaate führe nicht über parlamentarisches Geschwätz, sondern über die Kampffront der schaffenden Männer. Die wirtschaftlichen Gegensätze dürften nicht zu aktiver Bestechung der Poli­tiker führen, sondern sie müßten in einer be­sonderen Körperschaft ausgetragen werden, die neben der politischen Leitung besteht. Ge­wiß werde Deutschland nicht frei durch das Kreuz des Einzelnen am Wahltage. Die Nationalsozialisten forderten den ganzen Menschen und seinen Willen, auch über den Wahltag hinaus täglich neu um bie Führung zu kämpfen.

Zur Aussprache meldete sich niemand. Herr Dr. Freisler erklärte dazu, man könne sehen, wie namentlich die GPD. ihren Glauben verteidige. Er beantwortete dann bie Frage über die «Stellung zur Beamtenschaft, wobei er betonte, daß nicht mehr das Partei­buch ausschlaggebend sein dürfe, daß not­falls zuerst oben abgebaut werden müsse und daß für die Beamten ein neues Disziplinar- recht notwendig sei. Er bekannte sich dann grundsätzlich zur,Erhaltung des Privat­eigentums, jedoch für Enteignung des reinen Spekulationsbesitzes und der Ver­kehrsunternehmer. Die notwendige Kredll- hergabe für bie Wirtschaft dürfe nicht zur Abhängigkeit der schaffenden Wirtschaft von privaten Kreditgebern führen, daher gehöre bie Verwaltung des Kreditkapitals in bie Hand der Allgemeinheit. Er schloß mit den Worten, daß der Weg zur deutschen Frei­heit über den Willen und den Mut gehe. Gerade die Aufmerksamkeit, mll der das Ausland das Anwachsen der nationalsozia- listlschen Bewegung verfolge, gebe ihnen die Soffnung, daß sie auf dem richtigen Wege zur Wiedererkämpfung der Freihell seien.

Herr Dr. Freisler war etwas verspätet emgetroffen. Go hatte Herr Referendar Gtowesandt kurz entschlossen bas Referat übernommen und es verstanden, die Zeit bis zur Ankunft des Redners in seiner frischen und sachlichen Art mll fesselnden Ausfüh­rungen über die Folgen des Versailler Ver­trages auszufüllen. G.

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Sterzhausen. Die gestrige Versamm­lung der Deutschen Dolkspartei war gut besucht. Ein interessanter Redner bot aus dem reichen Schatze seiner politischen Erkennt­nis und seiner gereiften Weltanschauung wert­volle Anregung und weckte in den Hörern den Willeu zu verantwortlicher Mitbetüttgung.

Steter ein SalionalWüt getötet

Ess««-Ruhr, 1L Sept- Der 21 Jahr, alte Student Hein Oetting aus Gladbeck, bet an ben am gleichen Abend stattgefundenen Deranstaltunge n der Rationalsozia, listen teilgenonnnen hatte und ein Haken- ttenzabzeichen trug, wurde gestern abend von unbekannten jungen Burschen durch einen Mess, serstich in die rechte Brustseite so schwer ver­letzt, daß et kurz nach seiner Einlieferung i, das Krankenhaus verstarb. Dit Täter konn­ten noch nicht ermittelt werden.

Hagen berg und der Wirtschaftsbericht des Deutschen Kreditueteius.

Berlin, 11. Sept. Die Deutschnational, Pressestelle nimmt unter der Ueberschrift „Auch Brüning" zu bet Behauptung Stellung, daß Dr. Hugenberg als stellvertretender Auf. fichtstatsvorsttzender einen Geschäftsbericht des Deutschen Kreditvereins aus dem Juni 1929 unterzeichnet habe, der die wirtschaftliche Ent- Wicklung in Deutschland als Folge des Poung- planes verttauensvoll anfieht. In der Kund- gebuug des Zentrums im Sportpalast in Bet- Iln fet auch der Reichskanzler in vorsichtiger Form auf diese Angelegenheit eingegangen, indem er sagt: „lieber den Doungplan, gegen den immer noch verschieden agitiert wird, ha­ben manche Hugenberg nahestehende Unter­nehmungen der Wirtschaft sich ganz anders ge­äußert als er selbst und seine Presse." Gegen diese dauernden Versuche" so erklärt die Pressestelle der Deutschnationalen Dolkspar­tei," einen Gegensatz zwischen den politischen Aeußerungen und seiner wirtschaftlichen Betä- tigung Hugenbergs zu konstrurieren, sei noch einmal festgestellt: Es handelt sich bei der Veröffentlichung des Deutschen Kreoitvereins vom Juni 1919 nicht um einen Geschäftsbe­richt, sondern um einen Wirtschaftsbericht, so­bald er zu seiner Kenntnis kam, beanstandet und ist aus dem Aufsichtsrat des Deutschen Kreditvereins ausgeschieben."

Max Hölz fordert Rache.

F a lk e n st e i n, 11. Sept. (WTD.) Hier fand gestern abend eine Protestver- sammlung der Kommunisten aus Anlaß der Vorgänge in der WilhelmShöhe statt. Anschließend an die Prötestver- sammlung bewegte sich ein Demonstta» tionszug durch die Straßen der Stadt. Vor der Wohnung des Max Hölz be­handelnden Arztes machte der Zug halt. Hölz wurde aus der Arztwohnung in ein Auto gebracht, das mit ihm in dem De- monstrationszug fuhr. Vor dem Rat­haus sprach Hölz mit verbundem Kopfe zur Menge und forderte zur Rache auf. Gegen 8.45 Uhr war dre Demonstration beendet. Heute früh 7 Uhr hat Hölz im Automobil Falkenstein mll unbekanntem Ziel verlassen.

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UnvolttWe Sogtinatbtithten

Deutscher Fluglehrer tödlich abgestürzt.

Krefeld, 11. Sept. Der Fluglehrer Störrig von den Naab-Katzenstein-Werke« unternahm heute auf dem hiesigen Flug­platz mll einer Sportmaschiae eine« Uebungsfulg. In einer Höhe von etwa 20 Meter geriet die Maschine ins Trudeln «nd stürzte ab. Störrig wurde auf der Stelle getötet.

Flugzeugunglück in Mecklenburg.

Schwerin, 11. Sept. Am Donners­tag vormittag gegen 10.30 Uhr stürzte ein Flugzeug der Verkehrsfliegerschule Braun­schweig an der Schwerin-Ludwigsluster Bahnstrecke in der Nähe der Ortschaft Ra­tow ab. Der Führer, Diplomingenieur von llngern-Sternberg aus Braunschweig, der sich mit einem Udet-Flamingo-Doppel- becker aus bem Fluge nach Warnemünbe befand roatbe sofort getötet. Die Ur­sache des Unfalles wird auf Motorstörun- gen zurückgeführt.

„Graf Zeppelin- «ach Friedrichshafen zurückgekehrt.

Friedrichshafen, 11. Sept. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist von seiner Fahrt nach Moskau heute vormittag 11.35 Uhr wieder nach Friedrichshafen zurllckge- kehrt «Ttb glatt gelandet. Es hat bie Strecke bes Rückfluges mit 2500 Kilo­metern in ungefähr 19 Stunben bewältigt. An Borb befanben sich 22 Fahrgäste.

Fünf Tote, SO Verletzte bei einem Sttaßenbahnunglück in Odessa.

Odessa, 11. Sept. Eine furchtbare Straßenbahnkatastrophe, bei der fünf Fahrgäste getötet »nd fünf verletzt wur­de«, hat fich heute hier ereignet. Infolge des Versagens der Bremsen fuhr ein voll­besetzter Straßenbahnwagen in rasender Geschwindigkeit bergab, entgleiste und be­grub die Fahiyäste unter fich.