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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Nr. AI «Unfug, Marburg a. Mn

D« Anzrigenpret« beträgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM., sog. kleine Anzeigen nnd Famtlienanzeige« bei Barzahlung 0.07 SM, amtliche und aus­wärtige Anzeige» 0.10 SM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz» Vorschrift 50»,. Aufschlag. Sarnmelanzrigen 100°,. Auf­schlag. Reklam.-Millim. 0,40 SM. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt.

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SRatbuxg»

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Eröffnung örr Wkerbnnrsversammlung

TituleSm zum ASWentm gewählt Die Samstage emeut vertagt

Genf, 10. Sept. Die 11. ordentliche Vollversammlung des Völkerbundes ist am heutigen Mittwoch vormittag durch den Präsidenten Zumeta (Venezuela) eröffnet worden. Im Saale sind 5 Mini­sterpräsidenten und 18 Außenminister an­wesen, darunter zum ersten Male der süd­afrikanische Ministerpäsident H e r tz o g. Jede Abordnung ist durch drei offizielle Abgeordnete vertreten.

Deutschland durch de« Reichsaußeu- «inifter Dr. Curtius, Graf Bernstorff nnd Ministerialdirektor Gauß.

Die deutschen Delegierten haben ent­sprechend der Sitzordnung in der Reihen­folge des französischen Alphabets wie­derum ihr Plätze in der ersten Reihe ein­genommen, unmittelbar vor der Präsiden- tenbühne.

Als Vertreter der anderen großen Mächte sieht man Vriand, Henderson, Schober, den belgischen Außenminister Hymans, die drei Außenminister der Klei­nen Entente und Polens, Venizelas und den Maharadscha von Vikanio, ferner die bekannte und überall geschätzte Persönlich­keit des greisen Grafen Apponyi sowie auch den bereits betagten italienischen Se­nator Scialoja, der nach der plötzlichen Abreise des Außenministers Grandi seit längerer Zeit wieder im Völkerbundsrat seine Regierung vertritt. Die Tribünen find überfüllt. Einige hundert Pressever­treter sind anwesend.

In der

Eröffnungsansprache

warf der vorläufige Präsident der Völker­bundsversammlung Zumeta einen Rück­blick auf die Arbeit des Völkerbundes seit der letzten Völkerbundsversammlung. Er sprach von der Kritik an dem langsamen 'Fortschreiten wichtiger vom Völkerbund unternommener Arbeiten, die von den Hoffnungen der ganzen Kulturwelt be­gleitet wurden, und hielt dieser Kritik, der er nicht alle Berechtigung absprach,'den Grundsatz

Eile mit Welle" entgegen, der im Jntereffe der Gründlich­keit des Werkes geboten sei. Er gedachte mit Worten der Zustimmung der Initia­tive Briands zur Befriedigung der Be­ziehungen der europäischen Staaten und widmete den seit der letzten Tagung ver­storbenen Staatsmännern und Mitarbei­tern des Völkerbundes, vor allem

dem deutsche« Außenminister Strese- man» herzliche Worte der Auer- kennnng.

Im letzten Jahre so, führte er aus, betrat Stresemann dieses Podium, um uns wie­derum seinen Glauben an das Werk aus­zusprechen, besten entscheidenste Augen­blicke diese Versammlung in historischer Stunde miterlebt hat. Als Patriot wußte er, daß das Wohl jedes Landes seit 1914 unauflöslich verbunden ist mit dem Wohl der Gesamtheit der Nationen, und wir wissen, wie sein Patriotismus gestärkt und geadelt wurde durch seine männliche und aufrichtige Hingabe an die Sache der Völ­kerverständigung. Die Erinnerung an ihn bedeutet die höchste Steigerung der Innig­keit der Wünsche für die Vollendung der unausweichlichen Aufgabe, die sein Leben verkürzte und seinen Ruhm vermehrte. Der Ratspräsident gedachte weiter

Frithjof Nansens,

des unerschrockenen Vorkämpfers des Fortschrittes der Menschheit und des Frie­dens und des Fürsorgers für Millionen von Kriegsopfern, ferner Lord Bal­fours, eines der ersten Staatsmänner, der rückhaltlos den Völkerbund mit seiner großen Autorität unterstützt habe.

3nm Präsidenten der Versammlung wurde in geheimer Wahl der erste rumä­nische Delegierte. Titulescu, mit 46 vo« 50 Stimme« gewählt. Titulescu ge­hört dem Völkerbund als Delegierter Ru­mäniens seit Bestehe» a«. Er nahm die Wahl a« und wies in einer kurzen Rede auf die Vedeutuug der diesjährigen Ver­sammlung hin.

Nach der Wahl des Präsidenten nahm die Bundesversammlung die Konstituie­rung der verschiedenen Ausschüsse und die Verteilung der einzelnen Punkte der Tages­ordnung auf die Kommissionen vor. Dar­

auf vertagte sich die Vollversammlung auf nachmittags.

Nachmittags wurde die Wahl des Prä- Säalbüros vorgenommen. Zu Vizepräfi­nten wurden gewählt: Reichsaußenmi­nister Dr. Curtius, Vriand, Henderson, Matsudeira-Japan, Quinones de Leon nud Costa de Rels-Bolivien.

Die Frage des Saarbahnschutzes vor dem Ausschuß.

Genf, 10. Sept. Die am Dienstag vom Völkerbundsrat beschlossenen Ver­handlungen in der Frage der Zurück­ziehung des internationalen Bahnschutzes im Saargebiet wurden am Mittwoch nach-

Das Tagebuch Strin-bergs

9 Monate Meemmich Wer tW Eis

Stockholm, 10. Sept. Die Zeitung Dagens Nyheter" veröffentlicht heute einen Auszug aus dem Tagebuch Strind- b e r g s, aus dem u. a. hervorgeht, daß die Andree-Erpedition am 14. Juli

drei Tage «ach ihrem Ballonaufitieg auf einer Eisscholle

landete. Strindberg hat auf einer hand- gezeichneten Karte die Ortsbestimmungen ge­nau angegeben, so daß man die langsame Irrfahrt der Expedition in südlicher Richtung verfolgen kann-. Der Marsch nach Süden dauerte nach den Aufzeichnungen

fast drei Monate.

Die Expedition blieb bis zum 22. Juli auf dem Ankerplatz und mußte am 27. eine Menge Gepäck zurücklassen, von da an betrug das Gewicht der Ladung nur noch 140 Klg. Am 11. August wurde der 82. und am 7. September der 81. Breitengrad passiert. Am 12. September mußte der Proviant rationiert werden, und am 16. September gaben die Forscher den Versuch, den Marsch fortzusetzen, auf. Am folgenden Tage wurden die Gletscher von Bitön bemerkt. Die Eisscholle, auf der die Expedition eine Schneehütte gebaut »zerbrach am 2. Oktober und am 5.

der brach ein Schneesturm aus. Nach dieser Aufzeichnung ist nur noch ein Wort vermerkt:

Resignation".

Nach dem 17. Oktober hatten Strindberg die Kräfte verlassen, er war nicht mehr im­stande, weiterzuschreiten.

AbgeortmtrnveMtungen in Pelm

Warschau, 10. Sept. In der ver­gangenen Nacht wurden in Warschau und in der Provinz eitle Anzahl ehemaliger Sejmabgeordneter verhaftet, die in der Mehrzahl z« den Organisatoren des Kon­gresses der Zentro-Links-Parteie« in Kra­kau am 29. Juli gehörten. Auf diesem Kongreß find scharfe Angriffe gegen den

Staatspräsidenten gerichtet worden. In Warschau wurden nenn frühere Sejmab- geordnete. «. a. Dr. Liebermann «nd Bar- licki (Polnische Sozialistenpartei) nnd Kier- nik (Bauernpartei Piast) verhaftet, in der Provinz u. a. der frühere Ministerpräsi­dent Witos. Auch Redakteure der Oppo- fitionspresse sollen bertoffen werden. Mas- fenverhaftunge« find weiter in einer Reihe von Orten in Ostgalizien unter den Mitgliedern der «krainischen Minderheit vorgenommen worden.

Die Verhaftungen von achtzehn oppo­sitionellen Abgeordneten fanden gleichzei­tig zwischen zwei und drei Uhr nachts statt. Die Abgeordneten wurden aus den Bet­ten geholt, wobei es zu dramatischen Szenen kam da die meisten von ihnen an einen Verhaftungsbefehl nicht glauben wollten und einen Ueberfall annahmen. ABC." berichtet der Abg. Barlicki habe, als die Polizei die Tür seines Zimmers im Hotel aufbrach, im Glauben, daß Ban­diten bei ihm einen Einbruch verüben wolltenHilfe, Räuber!" zum Fenster hinausgefchrieen. Die Sejmwache eilte herbei, wurde aber von dem starken Poli­zeiaufgebot nicht in das Zimmer hinein- gelasten. Die Regierungspresse teilt mit, daß die Verhafteten sich in einem Gefäng­nis in der Provinz befänden; es wird abe* nicht berichtet in welchem.

Der Ausschuß des Advokatenverbandes trat heute zu einer Sitzung zusammen und erhob in einer Entschließung Protest gegen die ungesetzliche Verhaftung der Abgeord- neten-Rechtsanwälte. Dr. Liebermann, Dr. Kiernik, Dr. Dambski und des Sena­tors Dr, Pragier. Die Entschließung ist dem Justizminister Car übermittät wor­den. Die gesamte Oppositionsprefie wurde heute nachmittag in Warschau beschlag­nahmt.

mittag ausgenommen. Von deutscher Seite nehmen an den Verhandlungen Reichsaußenmnister Curtius, Mini- stermldirektor Dr. Gauß, sowie einige Sachverständige teil, von französischer Seite Reichsaußenminister B r i a n d, sein Kabinettsches. Ferner wohnen den Verhandlungen bei der Generalsekretär des Völkerbundsrats und der Präsi- s i d e n t der Saarregierung Wilton.

'Die Verhandlungen haben zu dem vor­läufigen Ergebnis geführt, daß der Aus­schuß den Präsidenten der Saarregierung, Wilton, beauftragt hat, in den nächsten Tagen aus bestimmte Fragen Bericht

zu erstatten. Die ursprünglich für Don­nerstag angesetzte Sitzung des Völker­bundsrates mutzte daraufhin verschoben werden. Der Ausschutz hat sich also aus den Standpunkt gestellt, daß die Saar­regierung selbst die Unterlagen für die Entscheidung liefern soll, ob eine sofortige Zurückziehung des Bahnschutzes möglich sei. Die von dem Ausschuß an den Prä­sidenten Wilton gerichteten Fragen wer­den geheim gehalten. Sie sollen sich je­doch auf die Sicherung des Kohlentrans­portes sowie des gesamten Durchgangs­verkehrs des Saargebietes im Falle einer Zurückziehung des Bahnschutzes beziehen^

Tagesspiegel

Trotz der Beschwerde der Memelländer in Genf setzt, wie demBerliner Lokal- anzeiger" aus Memel gemeldet wird, die litauische Regierung ihre Vorstöße gegen das Autonomiestatut fort. Im Zu­sammenhang mit den am 10. Oktober statt« findenden Memeler Landtagswahlen ist im Amtsblatt des Memelgebiets eine Anwei­sung für die Wahlkreiskommissionen er­schienen, derzufvlge auch alle aus Litauen zugezogenen grohlitauischen Staatsange­hörigen das Wahlrecht zum neuen menÄ- ländischen Landtag zugestanden wird, falls sie einen Antrag auf Einbürgerung gestellt haben, Da nach dem Memelstatut aber nur Bürger des Memelgebiets wahlberech- tigt sind, handelt es sich hierbei um einen Bruch des Statuts, gegen den die memel­ländischen Parteien schärfsten Protest er­hoben haben. Die Wahlkreiskommissionen, die fast ausschließlich aus Mauern be­stehen, haben übrigens auch eigenmächtige Abänderungen des Wahlgesetzes vorge­nommen, durch die den lttauischen Parteien mehr Sttmmen zugeführt werden sollen.

Es ist unmöglich, von Edgar Wal­lace nicht gefesselt zu werden." 'Das steht auf denBauchbinden" seiner zahl­losen Bücher. Herr Wallace ist der erfolg­reichste Kriminalschriftsteller der Gegen­wart. Die Verbreitung seiner Bücher ist überhaupt nicht mehr abzuschätzen. Alein das deutsche Verkaufsgeschäft, das er so nebenher betteibt, dürfte ihm jährlich eine runde MMon einbringen. Herr Wallace hat nun auch ein Buch geschrieben, das sich Der grüne Schrecken" nennt Der Inhalt ist wirklich interessant. Da hat ein Süd­amerikaner einen Pilz entdeckt, einen Ge­treide-Rost, der die Weizenernte ganzer Länder vernichten kann. Im Einverständ­nis mit südamerikanischen Getreidehänd­lern will er den Pilz in England und den brttischen Kolonien verbreiten, die britische Weizenernte aus viele Jahre vernichten und dadurch eine Hausse in 'den Getreide­preisen herbeiführen, die seinen Geschäfts­freunden zugute kommt. Im Augenblick der höchsten Gefahr wird England durch einen wackeren Detekttv und ein schönes junges Mädchen gerettet. Der Verbrecher sühnt sein Vorhaben mit dem Tode, And der Leser ist sehr befriedigt weil ein so furchtbares Verbrechen an Millionen un­schuldiger Menschen bereitelt wurde.

Aber diese schöne, lehrreiche Geschichte ist nicht nur in deutscher, sondern auch in schwedischer, französischer und natürlich auch in englischer Sprache erschienen. Wer die deutsche Ausgabe gelesen hat, würde sich, meint man meint Herr Wallace nicht für die fremdsprachige interessieren? Man sollte es dennoch tun. Denn diese Lektüre ist sehr aufschlußreich. In der schwedischen und wohl auch in der fran­zösischen und selbstverständlich in der eng­lischen und spanischen Ausgabe ist der schurkische Held nämlich durchaus kein Süd­amerikaner, sondern einDeutscher.And er arbeitet nicht für schurkische Geschäfts­leute, sondern für die deutsche Regierung. And der Zweck seines Beginnens ist nicht eine einfache Getreide-Hmrsse, sondern furchtbare, unmenschliche, barbarische Rache für den verlorenen Krieg, für Versailles. Aus dem fantasiedollen Kriminalroman wird plötzlich ein politisches Pamphlet. Es sagt den Lesern sehr genau, was er von den Deutschen zu halten habe. Sie sind alle gemeine, unmenschliche Schurken und Mörder. Das Deutsch, das sie sprechen, ist eine Gaunersprache. Die Deutschen ha­ben (wörtliches Zitat)nie etwas anderes getan, als Kulturgüter zerstött. Sie sind nun einmal Hunnen!" Der deutsche Schurke deckt seine Schandtaten mit dem Motto: Am deutschen Wesen soll die Welt ge­nesen" und die heroischen Briten retten schließlich die Welt vor demgefährlichsten Anschlag aus die Zivllisatton".

Man sieht, Herr Wallace schöpft seine Kenntnisse und Ausfafiungen aus dem glei-