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Nr.« 65. SM«. Mardarg a. 8abn

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Demonstration mit Bomben

Neue Erklärung der Nerteidigung im Bombenlegerprozeß

tagt.

Der Slldteil Floridas vom Tornado bedroht.

fk Newyork, 5. Fept. Nach den letz­ten aus Santo Domingo vorliegenden Nachrichten beträgt die Zahl der bei dem Tornadounglück Verletzten über 1000. den Straßen der Stadt spielten sich er­schütternde Szenen ab.

Da Nahrungsmittel und Medikamente fehlen, ist die Seuchengefahr groß.

Die Stadt ist vom Hinterland vorläufig noch völlig abgeschnitten, sodaß mit dem

die Zahl der Tote« in Santo Domingo auf 3001000 geschätzt wird.

90 Prozent der Bevölkerung sei obdachlos.

ft Newyork. 5. Sept. Nach den letzten Meldungen beträgt die Zahl der in Santo Domingo bei der Wirbelsturm-Ka­tastrophe ums Leben gekommenen Perso­nen 950. die Zahl der Verletzten ist auf 1200 gestiegen.

Sehr schwer wurde von dem Wirbel­sturm auch die britische Insel Dominica betroffen, auf der 35 Personen ge­tötet wurden.

Der Vertreter des Gouverneurs von Porto Riga hat die vom Orkan verwüste­

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

späteren Eintreffen von Hiobsbotschaften gerechnet werden muß. Der Flughafen ist durch die Sturmverwüstungen völlig unbe­nutzbar geworden. Das Dach der amerika­nischen Botschaft ist weggerissen.

Der Tornado geht mit etwas verminde- ter Geschwindigkeit in nordwestlicher Rich­tung weiter, sodaß er wahrscheinlich auf den Slldteil Floridas treffen wird.

Eine weitere Meldung besagt, daß der Präsident von Portorico, Roosevelt, an das Rote Kreuz gekabelt habe, daß

ten Gebiete überflogen. Nach einer tele­graphischen Mitteilung hat es in Santo Domingo über 800 Tote gegeben. Die Zahl der Verletzten ist sehr groß und ine Zahl der Obdachlosen ist noch gar nicht festzustellen. Vom Innern der ^nsel sind keine Meldungen bis jetzt eingetroffen.

Sturmverwüstungen auf de« Azoren.

fk. P a r i s, 5. Sept. Nach Meldungen aus Lisiabon wurden die Azoren am Don­nerstag von einem Orkan heimgesucht, der ungeheuren Schaden anrichtete. Besonders stark wurden die beiden Inseln Coroo und Flores heimgesucht, auf denen die Ernte restlos zerstört und zahreiche Gebäude stark beschädigt wurden.

Altona 4 Sept. Im weiteren Verlaufe des Altonaer Prozeßes erklärte auf eine An- fraqe des Rechtsanwalts Dr. Brand in der Mittwochsitzung Staatsanwalt Dr. Eichholz, es habe sich durchaus ein Anlaß gefunden, EN den Angeklagten Becker wegen Hochverrat An­klage zu erheben.

Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune gab dann eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt:

Die Behauptungen des Nebenklägers, daß für die Landvolkbewegung und insbesondere für die Gruppe der Angeklagten große Men­gen von Waffen und Munition auftragsgemäß eingekauft wurden, die Anschläge mit beab­sichtigter oder zugelasiener Gefährdung von Menschenleben geschehen seien, daß ferner

ein gewaltsamer Umsturz der Verfassung geplant

gewesen sei, seien Phantasien. Wahr sei allein, daß mit voller Absicht und allem Vorbedacht bei allen Anschlägen darauf gesehen worden sei, daß Menschenleben nicht einmal gefährdet würden. Alle Anschläge hätten ausschließlich reinen Demonstrationszwecken gedient.

hierauf wurde in der Vernehmung des Landgerichtsdirektors Dr Masur fortg°iahren. Der Zeuge äußerte sich dabet über Hollander, der geglaubt habe, durch die Einlagerung des Sprengstoffes bei ihm solle etwas zum Schutze des Bauern geschehen Dor der dann folgen­den Vernebmung der b-retts für Mittwoch ge­ladenen Zeugen erklärte Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune, den Sachverständigen Kreisarzt Dr. Kracht wegen Besorgnis der Befangenheit abzulehnen, da er gegen die Angeklagten vor­eingenommen sei. Dr. Luetgebrune führte zu seinem Äblehnungsantrag noch aus, baß die Angeklagten den Kreisarzt Dr. Kracht ab- lehnten weil er einer Freimaurerloge ange- häre Wegen ihrer Schädlichkeit würden drese >oqen von der Landvolkbeweaung bekämpft. Dr Kracht habe daher die Angehörigen der Landvolkbewegung als seine persönlichen Feinde betrachtet. Rechtsanwalt Hüttmann fügt hinzu, da die Freimaurer ihrem Oberen mehr Gehorsam schuldig seien als selbst dem

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Zu den französischen lÄanöver» in Lothringen fragt unter der Aeber- schriftEine Provokation" das, Berliner Regierungsorgan, dieGermania", 8x16 man zu diesen Manövern sagen solle. Die sich hart an der deutschen Grenze und aus ehemaligem deutschen Gebiet abspielen, bei denen dieblauen Armeen" nichts als eine Umschreibung fürdeutsche Armeen seren, in deren Anlageplan sogar deutsche Orte als Aufmarschpunkte dieser Armeen« ge­nannt seien.Wir wissen es längst, so fährt dieGermania" fort,aus den Ar­tikeln Poincares und aus den Aeden des Kriegsministers Maginot, daß Franneuch nach der Rheinlandräumung in allem Ernst an einen deutsch-französischen Krieg denkt und daß man selbst den waffenstarrenden Festungsgürtel an der französischen Ost­grenze und die mit ungeheuren tech­nischen Hilfsmitteln ausgestatteten fischen Armeen für nicht ausreichend hält, um einem angeblichen deutschenAeber- raschungseinbruch" zu begegnen. Wozu ha­ben wir Locarno abgeschlossen, wozu den Kelloggpakt feierlich unterschrieben, der kriegerische Handlungen der Kulturstaaten grundsätzlich ausschließt, wenn die Militärs von alledem keine Kenntnis nahmen und Feldzugspläne entwerfen, als. ob es bis zum nächsten frischfröhlichen Krieg nur noch ein Schritt sei?

'

Wie dieSchlesische Zeitung" be­richtet, hat der preußische Minister für Handel und Gewerbe an die chm umer­stellten Behörden in den Provinzen Rieder- und Oberschlesien folgenden Erlaß herauf gegeben: Mir ist bekannt geworden, das dieSchlesische Zeitung" eine ausge- sprochene staats- und republikfeindlicht Haltung einnimmt. Zm Einvernehmen mit dem Herrn Ministerpräsidenten ersuche icy deshalb, dieser Zeitung im Bereich meiner Verwaltung Inserat- und.Druckaufträge nicht mehr zu erteilen." DieSchlesische Zeitung" hat bekanntlich die Oeffenllich- feit dieser Tage davon unterrichtet, daß die preußische Staatsregierung im Begriffe sei, mit dem tschechoslowakischen Schuh­fabrikanten Data einen Vertrag zu schie­ßen, nachdem Bata der Ankauf vmr Ge­lände und großen Fabriken in Oberschleswn ermöglicht wird. An zuständiger Preußi­scher Stelle in Berlin wird indessen- schieden bestritten, daß der Erlaß des Handelsministers irgend etwas mit oer Bata-Angelegenheit zu tun habe. Viel­mehr sei das Verbot schon seit Eger Zeit beabsichtigt gewesen, die Veröfffentlichung habe sich auf dem amüichen Wege aber etwas verzögert.

*

Die Sozialdemokratische Partei Deutsch­lands veranstaltet fest einigen Tagen mit Flugzeugen des Flugunternehmens Sturm- trogti Wahlpropagandafluge, die über das ganze Reich führen. Aeber allen Ortschaften, die überflogen werden, werden sozialdemokratische Flugbätter abgeworfen. Es ist nun behauptet worden, daß es sich bei einem oder mehreren dieser Flugzeuge um reichseigene Flugzeuge han­dele. Hierzu wird von amtlicher Seite folgendes mitgeteilt: Mit Zustimmung des Reichsverkehrsministeriums sind von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt und der Deutschen Verkehrsfliegerschule vor längerer Zeit einige Flugzeuge, die für ine Zwecke der genannten Anstalten nicht mehr in Betracht kamen, an private Luftfahrt­vereinigungen verliehen worden. Die Leih­gebühren sind im Hinblick auf die wirt­schaftliche Lage dieser Vereinigungen und den Marktwert der Flugzeuge auf eine An- erkennungsgebühr beschränkt worden. Der Sturmvogel ist mit drei Flugzeugen betei­ligt worden, nachdem er die Erlläm^Ü abgegeben hatte, daß er P arteipoli­tisch neutral (!) sei und daß * im Falle der Verwendung seiner Flugzeuge zu Werbezwecken dies allen anfordernden Stellen gegenüber zu den^gleich«n Be­dingungen machen werde. Der Reichsver-,

Staate, so bestehe auch hierin die Gefahr der ^AchvÄändiger Dr. Kracht bestreitet da- gegen jegliche Feindschaft gegen dte Landvolk- benraung. Die Freimaurer seren kerne ge- Heimen Orden und betätigten sich auch mcht politisch. Nach längerer Beratung erging ent Gerichtsbeschluß dahin, daß der Ablehnungs- antraq unbegründet sei.

Rach der Mittagspause wurde als erster Zeuge der Amtsvorsteher Thomsen aus Hol- langstädt vernommen. Er äußerte sich über den Anschlag gegen sein Haus am 27. No­vember 1928. Er hat geglaubt, es set gegen ihn vorgegangen worde», weil er Steuern rtn- treiben und Zwangsvollstreckungen vornehmen mußte. Der nächste Zeuge, Amtsvorsteher Rutz von Fleddenworth, hatte am gleichen 27. No­vember sein Auto in der großen Diele seines Hauses untergestellt, da es in der Garage so kalt war. Am nächsten Morgen entdeckte er in der Garage ein in Zeitungspapter etnge- wickeltes Paket mit Romperit. Die Landwirt­schaft war nach Ansicht des Zeugen zweifellos in Not und die Grundbücher waren stark be­lastet. Er, der Zeuge, habe selbst den Regie­rungspräsidenten Und den Landrat gebeten, Ermäßigungen eintreten zu, lasten und Harten zu mildern. Landmann Thiele, der als Zeuge und Sachverständiger vernommen wird, hat das Paket und seinen Inhalt untersucht. Ob die Zündschnur eingebrannt war, konnte nicht mehr festgestellt werden.

Sodann sagte der Amts- und Gemeindevor­steher Mahlstedt über den Anschlag gegen sein Haus in Beidenfleth aus, er habe angenom­men, daß der Anschlag im Zusammenhang mit den Pfändungen, die damals in Beidenfleth vorgenommen wurden, gemacht worden sei. Die Frage des Rechtsanwalts Dr. Luetgebrune, ob dem Zeugen nicht bekannt gewesen sei, daß diese Pfändungen ungesetzlich waren, und der Landrat Anweisungen gegeben habe, man solle möglichst Milde walten lasten, verneinte er. Der als Zeuge sodann vernommene Kraft­wagenführer Lorenz aus Itzehoe gibt u. a. an. von einer Explosion in Beidenfleth nichts ge­hört zu haben. Nachdem noch der Zollassistent Richal über den Anschlag auf das Finanzamt in Winsen an der Luhe vernommen worden war, wurde die Verhandlung auf Freitag ver-

100« Tote auf HM?

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Meldungen, die aus Sa« Juan (Porto- tite) eintreffen, drücken die grötzte« Be­fürchtungen für das Schicksal von Santo Domingo aus, über das der Wirbelsturm himoegging. Ei« Nachricht vom späten Nachmittag besagt lediglich, datz ein Wir­belsturm, der mit einer Stundengeschwin- digkeit bis za 180 Melle« dahinjagte, Dä­cher abritz, und datz der DampferCoamo" «icht seine Passagiere an Land zu setzen «rmochte und deshalb nach San Zua« zu­rückdampft. Die Funkverbindung mit dem DampferCoamo" ist abgerissen. Nach einer Meldung des Staatsobservatoriums hat der Wirbelsturm, nachdem der grötzte Teil Santo Domingos verwüstet ist, sich jetzt rückwärts gegen Haiti gewandt.

Wie das Büro der Allamerikanischen Kabelgesellschaft in Santo Domingo mel­det ist die 'Hälfte der Stadt völlig zerstört. Die Lage sei kritisch. Medikamente und Master seien dringend nötig.

Unter der Bevölkerung spielten sich während des Wirbelsturmes, der vier Stunden anhielt, furchtbare Schreckens­szenen ab. Die gesamte Armee wurde für die Rettungsarbeiten aufgeboten. Die Ver­bindungen der Stadt mit den übrigen Tei­len des Landes sind unterbrochen, Brücken find zerstört und die Straßen unpassierbar. Die Bezirke Djevavilla, Duarte und San Caros bildeten gleichfalls einen Trümmer­haufen Das städtische Irrenhaus wurde dem Erdboden gleichgemacht, und eine Anzahl Geisteskranker, die unverletzt da- vonqekommen waren, rannten in der Stadt wild umher bis sie schließlich vom Militär wieder eingefangen wurden. Auch die Gebäude der ZeitungLa Opinion wurden zerstört. Regierungsbeamte und die Zeitungen appellieren an die Hilft Amerikas, da sich bereits Hungersnot be­merkbar macht.

'Das Staatsdepartement in Washington übermittelte dem Roten Kreuz ein Gesuch des amerikanischen Gesandten Eurtius in Santo Domingo um die Einleitung einer sofortigen Hilfsaktion und um Zusendung von Kleidung, Nahrungsmitteln und Me­dikamenten.

Kuba bedroht.

Havanna, 4. Sept. Entgegen der Anfangs gehegten Hoffnungen, daß Kuba von dem Wirbelsturm nicht berührt wer­den würde äußerte fpätnachts das Obser­vatorium von Selen die Befürchtung daß sowohl die Bahamainseln wie auch Kuba bedroht find. Der Sturm bewegt sich zwar nur mit einer Geschwindigkeit von 1b Stundenmeilen weiter, aber das Zentrum dreht sich mit einer Geschwindigkeit von über 100 Meilen, sodaß man mit schweren Schäden und auch den Verlust von Men­schenleben, namentlich im Nordteil von Oriente und int Südteil von Guatanao und Santiago, rechnen müsse. Bet der gegenwärtigen Geschwindigkeit und Rich- tung dürfte der Cyklon zunächst innerhalb von 74 Stunden die Bahama-Jnseln er­reiche«.

20 Todesopfer des Wirbelsturms auf den Kleinen Antillen.

Havanna (Kuba), 4. Sept. Nach Meldungen derAstoziated Preß" aus Kingston (Jamaika) wurde auf der kleinen Insel Dominica (zwischen den In­seln Martinique und Guadeloupe) durch den Wirbelsturm 20 Menschen ge­tötet, die Radiostation zerstört und großer Schaden angerichtet