Stt.MK.NlKS. Marburg a.Lnhn
RakbMM
ÄMmMer
DoMMÄUS. tcn 4. Seal. ISA
geffifdw «MMilwN
Zu der Meldung eines Berliner Früh- Mittagsblattes aus Genf unter der Aeber- schrist: „Die mächtigen Freunde des Herrn von Bülow", in der gesagt wird, in Genfer Völkerbundskreisen sehe man mit großer Erwartung dem Besuch des Staatssekretärs von Bülow in Genf entgegen, zumal es das erste Mal sein würde, daß
Die norwegische Regierung hat von den norwegischen Mitgliedern der llnter- suchungskommission ein Telegramm erhalten, wonach es ungewiß ist, ob die Funde auch die Ueberreste des dritten Mitgliedes der Expeditton in sich schließen.
Professor Lithberg erklärte, unter den Gebeinen habe sich auch eines befunden, von dem man nicht mit Bestimmtheit sagen könnte, ob es zu den anderen Gebeinen gehöre. Es sei wohl möglich daß ein Bär es an die Stelle geschleppt habe, wo man die anderen Gebeine gefunden habe.
Die Pariser Presse ist über die Ausweisung des amerikanischen Zeitungsverlegers Hearst hoch erfreut, der als ein ausgesprochener Feind,Frankreichs und als Deutschenfreund bezeichnet wird. Man wundert sich nur darüber, daß sich die französische Regierung erst so spät zu diesem Schritt entschlossen habe, obgleich Hearst seit der Veröffentlichung des geheimen englisch-französischen Flottenvertrages bereits mehrmals in Frankreich gewesen sei. Verschiedene Blätter wollen hieraus schließen, daß die Regierung erst nach einer neuen unfreundlichen Handlung Hearst's gegenüber Frankreich zu diesem äußersten Mtt- tel gegriffen habe. Das „Echo de Paris' bezeichnet Hearst als einen Demagogen, der feine ganze Macht dazu verwendet. die französischen Interessen zu be- kämpfen, um seinen zahlreichen deutschen Kunden in Amerika zu schmeicheln. (!) Man müsse sich wundern, daß er es nach dem Zwischenfall vor zwei Jahren überhaupt gewagt habe, noch einmal den Boden Frankreichs zu betteten.
innerhalb der norwegischen Gewässer von dem „Michael Sars" begleitet werden. Sie wird Aalesund und Eoteburg anlaufen.
Die Andree-Funde.
Nach der amtlichen Mitteilung über die Andree-Funde wird die Prüfung außerordentlich durch den Umstand erschwert, daß die Kleider sehr zerschlissen sind und jedes Stück sofort präpariert werden muß, damit es nicht vollkommen zerfällt. Die Kommission hofft heute die Untersuchung der Ueberreste Andrees zu Ende führen zu können.
Berlin, 3. Sept. Anläßlich der bevorstehenden Abreise der deutschen Delegation der Genfer Bölkerüundstagung fand heute unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning eine Aussprache über die auf der Genfer Tagung zur Erörterung kommenden Fragen, sowie die damit zusammenhängende« außenpolitischen Probleme statt. Die eingehende Aussprache in dem Ministerkreise führte zu einer völligen Uebereinstimmung mit dem Vortrage des Reichsministers des Auswärtigen Dr. Curtius. Der Reichskanzler stellte abschließend die einmütige Zustimmung des Reichskabinetts zu den Ausführungen feiner Trierer Rede fest, wonach Kanzler und Außenminister verfassungsmäßig für die Führung der Außenpolitik allein verantwortlich sind, und Voraussetzung zur Stabilität und Konsequenz einer erfolgreichen Außenpolitik das Weiterschreiten auf der bisherigen grundsätzlichen Linie bildet.
TXx Jvqeigettprett beträgt fite bett 11 zespatt. Zeilenmillimeter 0.08 SM., sog. kleine Anzeigen mrd Familienanzeige« bei Barzahlung 0.07 SM., amtliche und auswärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift 50»,. Aufschlag. — Sanrmeiani^iqe» 100»,« Aufschlag. ReNam.-Mlllim. 0,40 SM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt.
Ziel S Tage- vffrrte«-S«»Lhr: 25 Pfg. Belege werden berechnet. Lrsüllangssrt Marburg.
Die «Oderhesflsche Zeitung" er- sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2^0EM.aus> schließl. Zustellungsgebühr. durch He Post 2.45 SM. Für etwa durch Streik. Maschtnendrfekt oder eie- gwntart Ereignisse ausfallende Kummern wird kein Srsat geeister. Verlag Dr. §. pitzervth. Druci bet Unib.-Buchdnicherei Job» Aug. Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Nr. 54. tu Nr. 66. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a.M. Nr. 5015. - Sprechet .« Redaktion von 10—11 >mb i^i—1 Ubr.
Dor dem Ausschuß deutschnattonaler Industrieller wandte sich Dr. Oberfohren zunächst gegen die von gewisser Sette aufgestellte tendenziöse Behauptung, die Deutschnattonale Volkspartei habe durch ihr Verhallen im Reichstag wirtschaftliche Belange außer Acht gelassen oder gar ge- schädigt. Das Gegenteil sei richtig. Bei der Besprechung der Notverordnung der Regierung wies er sodann auf die besondere Bedeutung der Kreditermächti- gungen hin. Wahrscheinlich werde der Fehlbettag in der nächsten Zett zum Verschwinden kommen, weil in den Notverordnungen sich eine Kreditaufnahmeermüch- ttgung für mehrere Milliarden Mark befinde. Man dürfe aber darüber nicht im Zweifel sein, daß diese Att der Deckung und Kredtte für in Wirklichkeit vorhandene Fehlbeträge seien. Prakttsch gesprochen gehe die Schuldenwirtschast also Wetter. Die Frage, an welcher Stelle überhaupt derattige Kredtte ausgenommen werden könnten, sei von ganz besonderer Bedeutung. Sollte hierbei etwa Frankreich in Frage kommen, so erhalte die Angelegenhett einen hochpolitischen Cha- raüer. Von deutschnattonaler Sette seien für die Ordnung der Reichsfinanzen durchaus brauchbare posittve Vorschläge gemacht worden, mit denen eine Mehrbelastung der Wirtschaft hätte vermieden werden können, z. D. die Vorschläge einer Lombardierung oder Abstoßung der werbenden Betriebe des Reiches, einer Besteuerung der Betriebe der öffentlichen Hand und der Vorschlag des Verwaltungskostenbeittages. An den Vorttag von Oberfohren schloß sich eine Aussprache, in deren Verlauf sich cm hervorragender Finanzsachverständiger noch eingehender über die Kreditaufnahme- ermüchttgungen äußerte, deren Höhe man mit 2 bis 2Vs Milliarden berechnen könne. Die Möglichkeit, Kredite in solcher Höhe
NWlinlen ffir die «en-elitik
Ein Wjames KomnmlWUS über die gestrige KabinettWung
Freiballon „Barmen" dritter Sieger im Gordon-Bennett-Wettsliegen.
Newyork, 3. Sept. Nach der Revision der von den einzelnen Ballons zurückgelegten Flugstrecken hat der amerikanische Freiballon „Eoddyear 8" mit 550 Meilen auch diesmal den Wettflug gewonnen, es folgt an zweiter Stelle der Ballon „Belgica" mit 435 Meilen und an dritter Stelle der deutsche Ballon „Barmen" mit 435 Meilen. Die „Citi, of Detroit" folgt dann mit 400 Meilen, „City of Cleveland" mit 350 Meilen, „Pierre Fisbach" mit 160 Meilen.
Die beiden Ballonführer Kaulen und Götze berichten noch über den Flug, daß sie in der Nähe von Buffalo in einen furchtbaren Gewittersturm gerieten, der sie zwang, alles über Bord zu werfen, selbst die überflüssige Kleidung, sodaß der Ballon dann 3000 Meter Höhe und später sogar 6000 Meter erreichte, wobei die stark unter der intensiven Kälte zu leiden hatten. Bei dem Versuch, geringere Höhen zu erreichen, mußten sie dann landen.
Tl>MpiWl
Wie der Evangelische Pressedienst erfährt, entspricht die in einem Teil der Presse verbreitete Mttteilung über Ferttgftellung des Entwurfs eines Staats- verttages zwischen dem preußischen Staat und den evangelischen Kirchen in keiner Weise den Tatsachen. Der Behauptung, daß in allen wesentlichen Fragen ein Einverständnis zwischen den beiden Vertrags- pattnern erzielt sei, sei die Tatsache ent» gegenzuhalten, daß in den bisherigen Verhandlungen noch wichtige und entscheidende Fragen, insbesondere die der polittschen Klausel offen geblieben seien. Die evangelischen Kirchen watteten auf einen formulierten Vorschlag, der ihnen seit Mo-, naten vom Staatsminifterium in Aussicht qestelll sei. Das Staatsministerium habe aber zu dem Entwurf des Staatsverttages überhaupt noch nicht Stellung genommen, vielmehr sei diese Stellungnahme immer wieder hinausgeschvben worden.
Stockholm, 3. Sept. Die Untersuchung der Andrcke-Funde durch die Wis- enschaster hat laut Meldungen aus Trom- soe ergeben, daß die in dem Segeltuchboot der Ändr^e-Expedition aufgefundenen Knochen nicht von einem Menschen, sondern von einem Eisbären her- ttihren. Die Gebeine Fränkels sinv also noch nicht geborgen; man nimmt an, daß sein Skelett sich noch auf Mtö befindet. Die Dokumente werden nach Stockholm gebracht.
Bei der Untersuchung der Ueberreste der beiden Nordpolfahrer ist festgestellt worden daß die organischen Teile beträchtlich zerstört sind. Mehr oder minder erhalten find dagegen die Kleider. Aus den in den Kleidern eingenähten Kennzeichen geht hervor,
daß es sich tatsächlich «m die Ueberreste von Andree «nd Strindberg handelt.
-kur Teile der Sklette sind erhalten geblieben Andrees Kleider sind mehr oder- minder zerrissen, wahrscheinlich von Bären. Sein Jackett bedeckte den oberen Teil des Körpers. Unter dem Jackett wurden einige andere Bekleidungsgegenstände, darunter eine Mütze, gefunden. Auf dem Rücken des Körpers fand man em Wachstuch eingewickelt ein wollenes Hemd, in dem zwei Notizbücher lagen. Das eine von ihnen enthält nur auf ben er,ten Seiten Aufzeichnungen und ist im übrigen unbeschrieben. Das andere war
das Tagebuch der Wanderung über das Eis.
Hiss ist bis jetzt und vielleicht das wich - tigste Dokument über das Schicksal der Expedition. Das Tagebuch, das zuerst gefunden wurde und das Dr. Horn an sich nahm, ist nämlich nur auf den ersten Seiten beschrieben. Das Tagebuch, das jetzt gefunden wurde, ist von der ersten bts zur Letzten Seite beschrieben. Die Aufzeichnungen, die im übrigen durchaus leserlich find, wurden mit einem Bleistift gemacht.
Heber den Inhalt des zuletzt aufgefundenen Tagebuchs Andrees sind kerne Mitteilungen zu erlangen. Die Sachverständigen haben anscheinend von der Regierung Instruktionen erbeten. Viel besprochen wurde die von einer Stockholmer Zeitung gebrachte Nachricht, der zufolge aus dem Tagebuch hervorgehen soll, daß Fraenkel währed des Marsches über das Eis umkam. Hierzu erklärt Prof. Lithberg, er habe zwar selbst das Tagebuch nicht gelesen, aber die anderer Kommissionsmitglieder hatten es eingesehen und würden ihn sicher auf etwas tierartiges aufmerksam gemacht haben. Wenn das Tagebuch in den $anben bet Regierung sei, werde über ferne Veröffentlichung entschieden werden. Vorher werde niemand, außer der Kommission und den hier anwesenden Verwandten der Expeditionsteilnehmer. unterrichtet werden. Prof. Hedren sprach sein Erstaunen über die Meldung des Stockholmer Blattes aus.
Der Ballon ist nach kurzem Flug havariert. Die Expedition ist dann weiter nach Südosten marschiert. Etwa am 5. September wurde die Insel erreicht wo Dr. Horn die Expedition auffand. Sicher ist zuerst Sttindberg an Ermattung gestorben und von Andree begraben worden, der, ehe er selbst zugrunde ging, die wertvollen Aufzeichnungen bei sich barg.
Die Kisten mit den Resten der Erpedi- tion werden wahrscheinlich am Sonntag an Bord des noch auf dem Wege nach Tromsoe befindlichen schwedischen Schiffes „Svensksund" gebracht werden. Die „Svensksund" wird auf dem Rückwege
Bülow nach Genf ginge, erfahren wir von zuständiger Sette, daß, soweit bish« fest- zustellen ist, Staatssekretär von Bulow " nicht nach Genf gehen wird. Im übrigen wäre sein Besuch in Gens nicht der erste, sondern er war bereits als Mitglied des Kelloggausschusses zum ersten Male dort. Wenn es weiter heißt, daß Staatssekretär von Bülow die Rede des Reichsministers für die besetzten Gebiete, Treviranus, die bekanntlich auf eine große Gegnerschaft in Frankreich und Polen gestoßen tft, vorher gekannt und ausdrücklich gebMgt habe, so wird demgegenüber festgestellt, daß er die Rede nicht gekannt hat. Weiterhin soll sich Staatssekretär von Bülow in jeder Weise für den Wechsel in der Leitung der deutschen Heeresmacht ausgesprochen haben. Demgegenüber wird erneut darauf hingewiesen, daß das Auswärtige Amt sich in keine anderen Angelegenheiten irgend eines Ministeriums einmischt, und also auch nicht zum Wechsel in der Reichswehrleitung Stellung genommen hat. Entgegen einer weiteren Aeußerung des Blattes, daß zwischen dem Reichsminister Trevira- nus, dem Staatssettetär von Bülow und Generalmajor Schleicher aus dem Reichswehrministerimn sehr enge Beziehungen bestanden, und daß der vierte in diesem Bunde, der eine wichtige Querverbindung zwischen den deutschen Aemtern unterhalte, der Sohn des Reichspräsidenten, Oberstleutnant von Hindenburg, sei, wird erklärt, daß es nicht richtig ist, daß solche Bindungen bestehen. Ster Staatssekretär von Bülow kennt die genannten Herren nur oberflächlich.
zmWalls AiMUgimgM
fl. El Ferrol. 4. Sept. Eine Flugzeugkatastrophe, die sieben Menschenleben forderte, ereignete sich gestern in der Nähe Kap Priorino Grande. _ Ein Dornier- Seeflugzeug, das a« den spanischen Flottenmanövern teilnahm, fing aus nicht aufgeklärter Ursache Feuer und stürzte ins Meer. Der Flugzeugführer, zwei Beobachter und 4 Mechaniker fanden dabei den Tod.
Santo Domingo vom Wirbelsturm vernichtet.
ft San Juan, 4. Sept. Nach einet Meldung des Staatsobservatoriums von gestern abend, hat der Wirbelsturm, durch den der größte Teil von Santo, Sonttngos verwüstet ist, sich jetzt Rückwärts gegen Haiti gewandt. Der in Santo Domingo angerichtete Schaden soll außeror^ ^m.- groß sein. Bis jetzt liegen noch feine Meldungen über Verluste von Menschenleben vor. Kuba scheint nicht gefährdet zu sein.
Ein zweites Tagebuch Andrees
Mm helft es entziffern zu kennen - Ser Mesmarlch über dos Els
iDbcrhcWc Zeitung
Anzeiger für (das frühere kurhessischej Oberhefsen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.