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gelegentlich seines Besuches m Cardrng- t o n anfangs Mai mit dem Konstrukteur des R. 101 Richmond, und anderen eng­lischen Sachverständigen über gründ, atznche Fragen des Luftschiffbaues hatte. Seldstoer- ständlich. so fügt Eckener hinzu, sind mit den neuen Konstrukteuren auch neue Metho­den in den Luftschiffbau gekommen und ha­ben Aenderungen und Berbessemngen ge­bracht, die fortan dem Luftschiffbau über­haupt zugute kommen werden. R. luu und R. 101 unterschieden sich von den deut­schen Luftschiffen hauptsächlich durch die grö­ßere Dicke im Verhältnis zur Länge und durch die Verstärkung der Stütze zur Verankerung am Mast. R. 100 hat ferner Rohölmotoren, doch dürfte die Technik noch jahrelang mit der Frage der Ballastwassergewinnung zu schaf­fen haben.

Wir in Friedrichshafen bleibenbeiun- serem Blaugas, das kolossale Vorteile hat. An der Konstruktion desL. Z. 128 hat sich seither nichts mehr geändert. Die einzlenen Bauteile laufen in der Fabrikation und es wird jetzt mit der Montage begonnen.

Der Anzeigenpreis beträgt für bett 11 gespalt. Zeilenmillim-ter 0.08 SM sog. kleine Anzeigen und Famtlienanzeigen bei Barzahlung 0.07 SM^ amtlich« «mb a«S- tvärtiqe Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platz» Vorschrift 50»,. Aufschlag. Eammeianzeiqen 100 ">» Auf­schlag. R«klam.-Millim. 0,40 GM. 3ei>« Rabatt gilt al- Barrabatt.

Ziel 5 Tage-

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Paris, 2. Sept. Die Meldung, datz der amerikanische Zeitungsverleger Hearst, der sich seit einigen Tagen in Paris aufhält, einen Ausweisungsbefehl erhalten hat, wird von Havas bestätigt. Er reist bereits heute abend ab.

Die Gründe für dieses schroffe Vorgehen der französischen Behörden gegen einen der einflußreichsten Männer Nordamerikas, das natürlich in der Union das größte Aufsehen erregen muß, liegen schon zwei Lahre zuruck. Im August 1928 wurde die Oeffentlichkeit Frankreichs und Englands auf das Peinlichste durch eine Indiskretion der Hearstpresse über die in größter Heimlichkeit geführten Ver­handlungen über ein französisch-englisches Marineabkommen überrascht. Der Korre­spondent der Hearstpresse Horan kabelte damals ein Geheimdokument nach Amerika, dessen Kenntnis er dem französischen Jour­nalisten Delaplangue und dem Beamten am Quai d'Orsay Rodlet verdankte. Ern gegen diese angestrengtes Spionageverfahren endete mit der Entlassung Nobiets. Anscheinend hat man am Ouai d'Orsay die Angelegenheit noch nicht vergessen, daß man es aber wagt, Hearst selbst auszuweisen, ist immerhin er­staunlich. Die amerikanische Oeffentlichkeit hat das Vorgehen Hearsts damals durchaus im Einklang mit amerikanischen Zeitungs­methoden gefunden und die französische Auf­regung nicht recht verstehen können.

Was Hearst selbst meint.

William Randolph Hearst, der bekannte amerikanische Zeitungsverleger, der in London aus Paris eingetroffen ist, bestätigte, daß er von der französischen Regierung aufgefordert worden sei, Frankreich zu verlassen, und gab darüber folgende Erklärung ab:

Ich habe mich nicht zu beklagen. Die amtlichen Stellen waren äußerst höflich. Sie erklärten, daß ich ein Feind Frankreichs sei und eine Gefahr in ihrer Mitte. Ich , kam mir dabei ganz wichtig vor. Sie erklärten ich könne noch ein wenig bleiben, wenn, ich wollte. Sie würden sich mit dem Risiko einer eventuellen Katastrophe der Republik ab­finden.

Aber ich sagte ihnen, daß ich nicht die Verantwortung für eine Gefährdung der groben französischen Nation tragen wolle. Amerrika habe sie schon einmal während des Krieges gerettet, und ich würde' sie noch einmal retten, indem ich ihr Land verlasse.

Es mutz eine leichte Verärgerung vorge­legen haben, über die gelegentlichen Andeu­tungen unserer Zeitungen,

daß Frankreich als nunmehr eines der reichsten Länder der Welt einen Teil des deutschen Tributes dazu verwenden könnte, um seine ehrliche Schuld an Amerika abzuzahlen. Denn ohne Amerika würde Frankreich jetzt Tribute bezahlen müssen, statt solche zu erhalten.

/2Betm ein kompetenter Journalist und loyaler Amerikaner persona non grata m Frankreich ist, dann glaube ich es ertragen zu können, ohne viel Worte darüber zu ver­lieren. In der Tat, die ganze Affäre er­innert mich an eine Geschichte von entern etwas effeminierten Jüngling, der seine Freundin besuchen wollte und sie in den Armen eines anderen jungen Mannes fand. Der effeminierte Jüngling geht darauf hm- aus auf den Flur und zerbrach den Regen­schirm seines Nebenbuhlers:So, jetzt hoffe ich, daß es regnet! Um die Revanchepolitik Frankreichs erfolgreich zu machen, mützke es jetzt gehörig regnen.

Nr. tonet stellt richtig

Berlin, 2. Sept. Der Friedrichshafe­ner Korrespondent derD. A. Z." hatte mit Dr. Eckener eine Unterredung über die Meldung englischer Blätter, daß Dr. Eckener die englischen Luftschiffe R. 100 und R. 101 als demGraf Zeppelin weit überlegen bezeichnet habe. Er hat den Korresponden­ten ermächtigt, diese ganze Meldung für eine Phantasienachricht zu erklären.

Dr. Eckener steflt den Sachverhalt wie folgt richtig: Auf der Bristoler L u f t f a h r t - konferenz wird eine Reihe von Vorträgen gehalten, darunter auch solche über die eng­lischen und deutschen Luftschiffe spricht der Di­rektor am Luftschiffbau Zeppelin, Diplom- Ingenieur Dörr, der mit dem Chefkon­strukteur der Zeppelinwerft, Dr. h. c. Dürr, nicht identisch ist. Weder Dr. Eckener noch Dr. Dürr wohnen der Bristoler Tagung bei.

Schon damit entfallen alle die weitgehen­den Kombinationen, die englischerseits an diese Tagung geknüpft werden. Die Kombina­tionen gehen offenbar auf einen Mei- nungsaustausch zurück, den Dr. Eckener

Seorft aus Frankreich ausgewlesen

Er mW sich Wer die Stanzeien Wig

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D a n z i g, 2. Sept. Die Antwort Dan­zigs auf die polnische Stellungnahme ist gestern dem Hohen Kommissar des Völkerbundes zugeleitet worden. Die Note setzt sich im Einzelnen mit den pol­nischen Behauptungen auseinander und führt den Beweis, daß die polnische These von der Notwendigkeit zweier H ä f e n für den Auhenhandel Polens nicht zu halten ist. Zn der Danziger Antwort wird eine Außenhandelskalkulation für Polen aufgestellt, aus der hervorgeht, daß dieser Auhenhandel im Höchstfälle 11 Mil­lionen erreichen kann, während das Fas­sungsvermögen des Danziger Hafens 12 Millionen mindestens betrage und das von Edingen nach den polnischen Plänen auf 15 Millionen Tonn^r gebracht wer­den soll.

Es bestehe auch keine Aussicht» datz der gegenwärtige Verkehr Polens in Zukunft eine Steigerung erfahre.

Im Gegenteil sei anzunehmen, daß die polnische Ausfuhr immer mehr über dre Landgrenzen geht, je mehr Handelsver­träge mit den europäischen Staaten obge= schlossen werden. Polen habe den Cha­rakter eines Binnenhandelsstaates. Die Danziger Note geht dann noch auf die Be­hauptung Polens daß der Danziger An­trag auf Entscheidung durch den Hohen

Dic ^Sberhessisch« Leitung" et- ietnt sechsmal wöchentlich. De- Mvprew monatlich 2.20 EM.aue- schlteßl. ZnstellmttzSgedübr, durch W Post 2^5 SW. Für etwa durch gttett. Maschinen defekt oder eie» «wttfli* Ereignisse «Wallende Mnmmern tottb kein Ersav ge» Mel. Verlag Dr. §- Httzeroth. Dmck der Untd-»Bnchdrnck erei Job. Ang. Koch, War« 21/23 Fernsprecher: Sir. 54. tu Rr. do, Postscheckkonto: «ml Frankfurt a. M. Rr. 6016. - Sprechzeit i>et Redaktion von 1011 tmb

Aewsrr, 2. Sept. Der Flieger «vstes erschien um 7,08 Uhr abends ^Ortszeit) über dem Flugplatz Curtis tzield und landete um 7,13 Uhr abends <12,12 Uhr MEZ.).

Zur Landung von Costes und Bellonte wird berichtet: Das FlugzeugFragezei­chen" erschien in Begleitung einer grohen Anzahl von Militär- und Zivilflugzeugen !«m 7 08 Uhr abends Sommerzeit über dem Flugplatz Curtis Field, zog mehrere Schlei- Knd landete unter dem Jubel der Tau-

von Zuschauern glatt ihn 7.12 Uhr, genau 37 Stunden 18,5 Mi- muten nach dem Start in Paris.

Die beiden Flieger dürfen sich nicht län­ger als 48 Stunden in Newyork aufhal- ifen, wenn sie den Preis von 25 000 Dol­lar gewinnen wollen, der sie verpflichtet, l mindestens 2 Tage nach ihrer Ankunft in Newyork nach Dallas (Texas) weiter zu fliegen. Die Rückkehr der beiden Flieger wird auf dem Wasserwege erfolgen, das Fragezeichen" dagegen wird auf dem Luftwege Konstantinopel zu erreichen ver­suchen, um den Streckenweltrekord zu bre­chen. 'Der Flieger Gotos, der Costes auf dem Oftasienflug begleitete, wird deshalb bereits in den nächsten Tagen in Amerika ! eintreffen.

Jubel in Frankreich über den Ozeanflug des Fragezeichen".

Paris, 3. Sept. Beim Bekanntwer- den der Nachricht von dem Gelingen des Fluges Costes und Bellontes bemächtigte sich der auf den Straßen und Plätzen der Stadt harrenden Menge eine unbeschreib­liche Begeisterung. Der Flug wird als Gegenleistung zum Fluge Lindberghs und gleichsam als Gegenbesuch ange­sehen Man betont, datz das Unterneh­men von Costes und Bellonte einen Mark­stein in der Geschichte der Weltlufffahrt darstelle und datz dieser Erfolg die Früchte einer geduldigen langjährigen Vorberei­tung darstellt.

Es ist das zwölftemal, datz der Nord- atlantik durch Flugzeuge bezwungen wird und das erstemal in Richtung Ostwest auf einer so weiten Strecke ohne Zwischen­landung. 19 Versuche sind tragisch aus­gegangen und hatten den Tod von 28 Personen zur Folge; 18 Versuche sind, ohne datz Menschenverluste zu beklagen waren, gescheitert.

Die bisherigen Europa-Nordamerika- Flüge.

Als erstem gelang es Hermann Köhl im April 1928, mit seinerBremen den Ozean zu überqueren. Dann folgt nach langer Pause erst im vorigen Monat 8. Gronau, dem, allerdings mit einer Zwischenlandung, das große Wagnis glückte. Jetzt ist es ein Franzose, der wie­der ohne Zwischenlandung den Ozean überflog. In west-östlicher Richtung ist die lleberquerung erheblich leichter, was aus der großen Zahl der geglückten Fluge hervorgeht. Seit 1927 haben 7 Flugzeuge den Sprung Nordamerika-Europa gewagt und sind glücklich gelandet. Als erster flog Lindbergh von Newyork nach Paris, einen Monat später landete Chamber- lin in Kottbus, im August 1927 flog Byrd von Newyork nach Frankreich, im nächsten Monat Brock und S ch l e e von USA. nach England und Deutschland, im Juni 1928 führte Stulz seinen Flug Amerika-England aus, ein Jahr später flog L e f tz v r e von Amerika nach Spa­nien und im August 1929 landte der Pathfinder" ebenfalls in Spanien,

Wrts-NrwMk in 37 Stunden

Der srmOjiM twftug SftWeil geglückt - Ungeheure Begeilterung in MiS

Tagesspiegel

In politischen Kreisen ist man ertiftlich be­unruhigt durch den sich entwickelnden Kampf in der Metallindustrie, der durch die Angestelltenenilassungen emgelettet wurde und sich jetzt durch Kündigung des Ta­rifvertrages, von dem 140 000 Arbeiter der Berliner Metallindustrie betroffen werden, zu verschärfen scheint. _ Auch die drohenden rtt- beitskämpfe im Westen des Reiches verschieß lern die Situation. Die Regierung hat ledoch im Augenblick keine Möglichkeit, m diesen Kampf einzugreifen und wird erst emmal die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern abwarten, bei deren Scheitern die ganze Angelegenheit automatisch dem staatlichen Schlichter Zur Entscheidung unter­breitet werden muß. Erst bann kann das Reichsarbeitsministerium Eingreifen. (Erne Ein­ladung in diesem Augenblick, sich unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers zu einigen, hat wenig Aussicht auf Erfolg, ba.mia) den gemachten Erfahrungen sich der Minister da. mit mehr belastete als für bte fpatercrt Schlichtungsverhandlungen zweckmäßig ist. Tis Lage ist besonders deshalb bedrohlich, weil die Gewerkschaften trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten über so große finanzielle Mit. tel verfugen, daß sie das Risiko emes Streiks auf sich nehmen könnten, wodurch die Lags noch komplizierter würde.

Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Ar» beiten, die sogenannte Arb eitsb ank, die vor einigen Wochen. gegründet wurde, hat jetzt, wie wir hören, ihre Organisation be­endet und ist bereits an die Arbeit Spangen. Die Bank beruht vor allem auf den Geldern, die in der wertschaffenden Arbeitslo enfur- sorge investiert wurden und wird ihre Gelder an öffentlich-rechtliche Unternehmungen aus. leiben, die gemeinnützigen Charakter nachweisen können. Ihre Gründung geht auf die Initiative des Reiches , zuruck und steyt , in engem Zusammenhang mit dem zusätzlichen Arbeitsbeschaffungsprogramm., Es hegen ber Bank bereits eine ganze Reihe von Dar­lehnsanträgen vor, deren Bewilligung durch den Kreditausschuß erfolgt, der seine Arbeiten schon seit einiger Zeit aufgenommen fiat. Wie wir von gut unterrichteter Seite Horen, stno auch Verhandlungen mit dem Ausland tm Gange, die eine größere Anleihe zum Ziel haben und einen günstigen Verlauf neh­men. Es handelt sich dabei um em Pro­gramm für Notstandsarbeiten, die für meh­rere Monate vorgesehen sind, und wozu etwa 50 Millionen benötigt werden. Die Durch­führung dieses Programms soll in Gemein­schaft mit den Landesregierungen und Lan- besarßeitsämtern erfolgen. Die zuständigen Stellen beabsichtigen, schon m nächster Zeit, wenn sich die Tätigkeit der Arbeitsbank eini­germaßen überblicken läßt, eine Uebersicht über ihre Inanspruchnahme zu veröffentlichen.

Nie Meine AnbreeS an Land gebracht

DieBraatvaag" in Tromsö.

Stockholm, 2. September. Der Dampfer Braatvaag" mit den Gebeinen der Mitglie­der der Andree-Expedition ist heute früh um 9 Uhr in Trornsö eingetroffen und, wie der Sonderberichterstatter der Schwedischen Tele- graphenagentur drahtet, auf der Reede vor Anker gegangen. Offizielle Empfangsfeier­lichkeiten fanden nicht statt. Die ganze Be­völkerung nimmt jedoch den regsten Anteil. Die ^Wissenschaftler waren schon während der Einfahrt an Bord gegangen. Um chrtlUhr öoimittags wurden die beiden provisorischen Särge mit den Gebeinen von der Mannschaft des Dampfers an Land getragen, auf einen Leichenwagen gesetzt und zu einem Kranken- hause gebracht, wo Profesior Hadrön sie spater untersuchen soll. Matrosen des Regierungs- dampfersMichael Cars" stellten eine Ehren­wache. 5m Leichenzuge folgten u. a. die Be­satzung derBraatvaag", die witzenschafllichen Kommissionen, die Aerzte und die Ortsbehor- den. Es bestätigt sich jetzt, daß der Kopf Andrees fehlt. Alles deutet darauf hin, daß Andree länger als seine Kameraden ge­lebt hat. Die Expeditionsteilnehmer scheinen durch Uebermüdung und Kälte den Tod gefunden zu haben. Das Tagebuch Andrees soll völlig unleserlich sein. Aus dem Logbuch geht hervor, datz die Ballon­fahrt nur wenige Tage gedauert hat. Dies Buch umfaßt eine Zeit von etwa 2 Monaten.

ÄbechMsche Zeitung

Anzeiger für (das frühere kurhesfifche) Oberheffen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.