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Oberhessische Bettung, Marburg a. L-, Montag, den I. September 1930

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zMeshWlmlanmlW des AH. Gelchichtsvekeiur in Schlüchteru

Sm Freitag, 29. August, begann in Schlüch- Jahrhunderte doch stets an den schweren Schick- der Forschung Emer der tüchttgste^n^Re^mten hioGiöhrint» Itobresbauvtversammlung salen der deutschen Geschichte beteiligt gewesen, Hessens, Landgraf Carl, ege V"» 9

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salen der deutschen Geschichte beteiligt gewesen, besonders auch im 30jährigen Kriege und vor­her. Mit Recht wies er darauf hin, daß von großen Deutschen Grimmelshausen, die Gebrü­der Grimm und Ulrich von Hutten hier ge-

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tern die diesjährige Jahreshauptversammlung des hessischen' Geschichtsvereins, die aus allen Testen des ehemaligen Kurfürstentums recht besucht war. Mit reichem Flaggenschmuck hieß die gastliche Stadt im oberen Kinzigtale Gäste willkommen. Den Freitag-Nachmit- tna nahm eine Sitzung des Eesamtvorstandes ^in Abends 8K Ühr fand in der Turnhalle der neuen, ganz modern erbauten Volksschule «in Vortragsabend statt, in dem Herr Dr. K a n i a u g e - Kassel über die Baudenkmäler des Kreises Schlüchtern an der Hand von Lichtbildern referierte. Neben dem interssan- ten Benediktinerkloster in Schlüchtern, selbst waren es vor allem: Steinau a. d. Straße mit dem Grimm schen Amtshaus, und dem Schloß, Soden und Salmünster mit seinen Kirchen und anderen Baudenkmälern, die Steckelburg (Ulrich v. Huttens), Burg Schwarzenfels u. a., die kunstkritisch gewürdigt wurden. An den Vortrag schloß sich ein geselliges Zusammensein imHessische» Hof" an.

Todestag in dieses Jahr fallt, 'ist °uch der An­reger der Vorgeschichte gewesen. Bon> einer Jtalienreise (1699) brachte er das Interesse für Altertümer mit und ließ bei Maden das man als Mattium den tacitetschen Hauptplatz der Chatten deutete, 1709 Gräber offnen. 5) * von berichtet Schmincke in einer Marburger Dissertation, die viele g ru n.dl.eg e n de

Erkenntnisse für die hessische Prah'.storie ver­mittelte und noch heute wichtig ist. U Friedrich II., 108 Jahre später, wurde der Ge­danke (auch nach einer ?.^Enrelse)s w ausgenommen, ohne praktische

Die Gründung des Hessischen Eeschichtsverei iS 1835 weckte Jnteresie, in der ersten Nummer der Zeitschrift wird über vorgeschichtiche Funbe referiert (Willingshauser Steine). Der Red­ner spricht dann eingehend von der Bedeutung einzelner Forscher wie Ptnder Boh lau Georg Wolf (Limesforscher), ber bekannt­lich auch die Ausgrabungen am Frauenberg und im Lahntal leitete, Prof. Vonder au - Fulda (Pfahlbauten im Werratal, Straßen­forschung usw.), der Ausgrabung auf der AU tenburg bei Niedenstein, zu Ende geführt durch Hofmeister, und viele Einzelforscher., 190 wurde dann in Marburg eine Dozentur er­richtet. Redner würdigte eingehend die Ver­dienste des verstorbenen Professor Kremer um die Grabungen (Züschen) wie um die Me­thodik der Wissenschaft.

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Am Samstag früh wurde das Schlüchterner Kloster unter Führung des verdienstvollen Lei­ters des Schlüchterner Heimat-Bundes und Kenners der Lokalgeschichte Herrn Lehrer Praesent besichtigt. Eine reiche Sammlung von Herrn Praesent selbst zusammenge­bracht. aufgestellt und betreut an kultur- aeschichtlich interesianten Eebrauchsgegenstän- den alter Zeit, Bildern usw., führte zunächst in die Kultur und Geschichte des oberen Kin- ziatales ein. Dann wurde die Huttenkapelle und die Katharinenkapelle mit den merkwür­digen Grabsteinen einer Freiftau von Hutten, des Abtes und Reformators Schlüchterns Lo- tichius u. a. gezeigt. Zum Schluß gab Herr Praesent im Klosterhof einen fesselnden Ueber- blick über die Geschichte des Klosters, seine Be­wohner und seine Besucher, zu denen u. a. die Gemahlin Gustav Adolfs (der selbst nicht hier war) und Napoleon im Jahre 1813 (nach Leipzig) gehörten. Er wies darauf hin, daß das Kloster nicht, wie man vielfach höre, von Bonifatius gegründet sei. Das Kloster stamme aus dem Anfang des 11. Jahrhun­derts. Der hl. Kilian komme als Gründer der Kirche die aus der Karolinerzeit stamme, in Frage.' Zunächst haben Mönche in der Umge­bung vereinzelt gewohnt, worauf auch die Na­men auf Zell (Oberzell usw) deuten Die «echselvolle Geschichte des Klosters, den Kampf zwischen Würzbung und Hanau nach der Re­formation, die Gründung der im 16. Jahrhun­dert schon angesehenen Schule, die Schicksale bis zur Gegenwart erzählte der Redner an der Hand von einigen Daten. War Schlüchtern auch nicht ein Kloster von der Bedeutung Fuldas oder Hersfelds, hat man auch im oberen Kinzigtal nicht Geschichte gemacht, so ist dieses Durchgangsland im Laufe der

lassen. Der preußische Staat habe das kur- hessische Kronfideikommitz, aus dem früher oas Theater unterhalten wurde, übernommen, lio auch dessen Verpflichtungen. Eine zwet.e Re­solution beschäftigte sich mit bem geplanten Ausbau der Mellnau als -5uge ud- herberge durch den Oberhessischen Eebirgs- verein. Der Regierungspräsident wird ge­beten, dem Plan, der einer falschen Romantik entspreche, die Genehmigung zu versagen, da­gegen die Mittel zu genehmigen die Burg, eine Zierde der hessischen Landschaft, vor wei­terem Verfall zu schützen.

Daraufhin wurden die Herren Direktor der Hessischen Landesbibliothek Dr. Hopf und Zoll­direktor i. R. Woringer als 1. und 2- Vor­sitzender unter lebhaftem Dank für dre bisher geleistete treue Arbeit wiedergewahltDer Vorsitzende übereichte darauf zwei hervor ragenden Mitgiedern des ^amtvorstandes seit 25 Jahren, den Herren Z^irektor r. R Woringer - Kassel und Geh. Justi^rat Heer- Marburg die Urkunde als Ehren­mitglieder des Hessischen Geschichtsver­eins, indem er mit dem Dank für treue hin- gebende Mitarbeit die Hoffnung auf wettere Omnibusfahrt nach Stekelburg, Schwarzenfels,

Mit der Wahl von Eschwege als nächstjährigem Tagungsort wurde die Versammlung geschlossen.

Am Nachmittag fanb am Actsbrunnen ein Kaffee statt, bei bent Darbietungen von Schulen, Turn- unb Gesangvereinen Schlüch­terns die Gastgeber mit den Gasten naher zu- sammenführten.« Abends war Festessen im $®ei'sonntag führte bte Xetlnefjtner in einer Omnibusfahrt nach Stakelberg,

Marjoß, Steinau, Salmünster, Bad Soden zur Besichtigung der geschichtlichen Denkmäler des Kreises. *

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Im zweiten Teil seines Vortrages spricht bet Reimer von ben Aufgaben bei Vor­geschichte, ihren bisherigen Ergebnissen an ber Hanb von Lichtbilbernn unb ihren schwierig zu lösenben Fragen. Die Forschung muß er­klären, wie einzelne Kulturen nur Durchgang fanben, sich festsetzten ober Ausläufer bilbeten. Hierfür ist wichtig bie Auffindung ber Stra- tzenzllge in ben ältesten Zeiten, um bie sich schon Rektor Malbfelb (Steinau), Prof. Vonberau u. a. erfolgreich bemüht haben. Es würbe zu weit führen, auf bie Einzelheiten bes Vor­trages, ber eine Fülle prähistorischer Einzel­heiten, Fachergebnisie unb Fachausdrucke ent­hielt, an dieser Stelle einzugehen da das nur ausführlich geschehen könnte. Der Vortrag wirb in ber Zeitschrift ,,i>e|(enlanb gebrückt erscheinen. Reicher, wohlverbienter Beifall lohnte bie fast zweistünbigen Ausführungen.

Anschließenb fand dann die

Jahreshauptversammlung des Vereins statt. Nach dem Bericht des Schriftführers, des Kasienfuhrers und des Konservators der Sammlungen (Giebel-Mar­burg), die einstimmig genehmigt wurden, faßte man eine geharnischte Resolution gegen den Plan, im Kasieler Theater, besonders bei der Oper, große Einschränkungen etntreten zu

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Anschließend fand die Hauptversammlung in der Turnhalle statt. Der Vorsitzende des Hes­sischen Eeschichtsvereins Bibliotheksdirektor Dr. Hopf- Kassel begrüßte die erschienenen Ehrengäste Oberreg.-Rat Dr. Simons als Ver­treter des Oberpräsidenten, Oberschulrat Dr. Grau (früher Seminardirektor in Schlüchtern) als Vertreter des Provinzialschulkollegiums, Landrat Dr. Müller für den Regierungspräsi­denten, Landesrat Dr. Stöhr für die Landes­verwaltung, Baurat Niemeyer für die Kirchen­verwaltung und die Vertreter der Stadt Schlüchtern, nachdem er in besonders herzlich­warmen Worten des verstorbenen Landes­hauptmanns Dr. v. Gehren gedacht hatte, der sowohl als Mensch wie als Vorstand der Lan­desverwaltung den idealen Bestrebungen des Hessischen Eeschichtsvereins stets herzliches Ent­gegenkommen, tatkräftige Unterstützung und Verständnis entgegengebracht hätte. In den mannigfachen Erwiderungen der Ehrengäste kam zum Ausdruck, wie sehr heute in den lei­tenden Kreisen der Verwaltung die Pflege des Heimatgedankens als wertvoller Bestandteil der Kultur unseres Volkes gewertet wird, gerade gegenüber den nivellierenden Ten­denzen unserer Zeit und wie sehr man lernt Bestrebungen, wie sie der Eeschichts- verein pflegt, nach ihrer wahren Bedeutung einzuschätzen. Besonders wies Oberschulrat Dr. Grau darauf hin, wie heute im Schulwesen überhaupt, nicht etwa nur in dem Unterricht der Geschichte und Geographie, der Heimat- qedanke die Grundlage der Zentralpunkt, sei. Ja der Eeschichtsverein leiste mit seiner wis­senschaftlichen Pflege der Lokalgeschichte gründ- legende Arbeit. Aus den Veröffent­lichungen und Zeitschriften der Ee- schichtsvereine gewinne der Lehrer mehr für die Praxis seines Unterrichtes als aus dicken Compendien der Philosophie.

Bürgermeister Eänßlen begrüßte die Er­schienenen besonders herzlich im Namen der Stadt, die sich freue, so viele Gäste aus Hessen in ihren Mauern zu haben, die, wie er hoffe, die Schönheit des Landes noch öfter herfuhren möge.

Darauf nahm der Redner des Tages Privat­dozent Dr. Möbius das Wort zu dem ange­kündigten Vortrage über den

Stand der vor- und frähgeschichtlichen For­schung in Hessen.

Im ersten Teile seines Vortrages gab der Redner einen Ueberblick über die Geschichte

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