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DOetOefftto* Sethntg, Marvurg «. L. MSttvoch, d« 27. AmE ISM
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The Germans io Ihe fronll“
- Die Ermordung des deutschen Gesandten Kettler - Die Einnahme Pekings durch die internationale Entsatztruppe
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Der Voxeraufstand vor 30 Jahren
3n diesen Tagen sind es 30 Jahre her. daß «s den vereinigten Bemühungen der Fremde Mächte h China gelang, die Borerbewegung endgültig niederzuwerfen. An diesen Kämpfen haben bekanntlich vor allem die deutschen Truppen einen ganz hervorragm- ven Anteil genommen. Die Operatmen, der aus Truppenteilen der verschiedenen in Chine interessierten Mächte zusammengestellten Armee waren zu Beginn des Feldzuges nicht immer von Erfolgen begleitet. Die erste Erpedftion unter dem Oberbefehl des eng» lischen Vizeadmirals Seymbur scheiterte schon kurz vor den Toren Tientsins. Die ausländischen Mächte sahen sich also genötigt, ein neues stärkeres Korps aufzustellen, dem er dann unter Führung des deutschen Feldmarschalls Graf Waldersee gelang, den Widerstand der Aufständischen zu brechen, die in Peking eingeschlossene kleine Gruppe der ausländischen Gesandtschaften zu entsetzen und in der chinesischen Hauptstadt einen Friedensvertrag abzuschießen, der ein für allemal die Wirksamkeit der ausländischen Mächte in China sicherstellt.
Wie außerordentlich hoch bei diesem Feldzug der Großmächte die Tüchtigkeft der deutschen Truppen eingeschätzt wurde, das ging aus der Tatsache hervor, daß stets, wenn sich die Situation für das angreifende Heer kritisch gestaltete, der Befehl erging, das deutsche Korps in die vorderste Linie einzusetzen. Der Ruf „the Germans to the front" hatte damals eine ganz besondere Bedeutung gewonnen. Er war eine Anettennung der außerordentlichen militärischen Tüchtigkeit der deutschen Armee, ihre Tapferkeit und all ihrer Fähigkeiten, die einen sicheren Erfolg gewährleisten mußten.
kritischen Stunde der Kämpfe mußten die Europäer sich dazu entschließen, alle Gesandtschaften bis auf die englische zu räumen. Hier im Mittelpuntt der Stadt wurde eine kleine Festung errichtet, die auch den zahlreichen Chttsten Pekings und den Flücht- llngen aus dem Lande einen sicheren Unterschlupf gewähtte In Peking selbst spielten sich in der Zeit dieser Kämpfe die grauenvollsten Szenen ab. Die Gebäude der Ausländer wurden von den Boxern in Brand gesteckt, jeder Ausländer, der festgenonnnen werden konnte, wurde ermordet. Als eines Tages der deutsche Gesandte Kettler sich zu einer Besprechung, zu der er eingeladen war begeben wollte, wurde er unterwegs von Boxern angegriffen und niedergestoßen. Die Zahl der Detteidiger schmolz von Tag zu Tag zusammen, die Munitton wurde immer knapper. Als das Schlachtvieh ausging, mußten die Gesandtschaftspferde und Maul- ttere daran glauben. In der Stunde der höchsten Not erhielten die Vetteidiger durch einen Kundschafter endlich die Mitteilung, daß die Entsatzungsarmee unmittelbar vor den Toren Pekings angekommen war. Diese Kunde spornte noch einmal die Eesandtschafts- truppe zu ihrem letzten Verzweiflungskampf auf. Einige der Barrikaden vor dem Tor der englischen Gesandtschaft waren Bereits in die Hände der Borer gefallen, die Aufständi- schen standen schon unmittelbar unter den Fenstern des Gebäudes, der Untergang schien schon gesichert, als nahenden Kanonendonner, Flintensalven und das Hurra deutscher Truppen die Rettung aus höchster Not verkündeten. Innerhalb weniger Stunden wurde dann ganz Peking von den Borerhorden gesäubett, ein großer Teil der Entsatzarmee
wurde in die Stadt selbst hinerngmommen, die chinesische Regierung mußte sich zu einem Verttag entschließen, der die den Mächten vor Jahresfrist emgeräumten Rechte nochmals feierlichst bestättgte. Man errnnett sich vielleicht noch an die Bettiner Reise des sogenannten „Sühneprinzen", der dem deuts^n Kaiser die Entschuldigung der chrnesischen Regierung zu überbringen hatte.
Während der Kämpfe in Pekmg fielen auf Seiten der Verteidiger 5 Offiziere, 46 Mann, 11 Freiwillige, es wurden verwundet 6 Offiziere, 99 Mann und 31 Freiwillige. An diesen Verlusten war die deutsche Schutztruppe mit 12 Toten und 14 Verwundeten im Verhältnis zur Zahl am höchsten beteiligt.
Die Geschichte des Feldzuges der internationalen Entsatzarmee ist reich an großen heroischen Taten. Man erinnert sich hier an die heldenmütigen Leistungen der Besatzung des deutschen Kanonenbootes „3Itis", an die Einzelheiten bei der Ersttrrmmrg der Takuforts und.besonders an die fast sprichwörtlich gewordene Tapferkeft der deutschen Matrosenkompanien bei der L Expedition unter Seymour. 30 Jahre, sind nunmehr seit diesen Ereignissen dahingeflossen, die Weltgeschichte hat wichtigere und entscheidungsvollere Begebenheiten in ihrer Chronik einschreiben müssen. Aber die Episode des Kampfes gegen die chinesischen Boxer wrrd doch ht Deutschland stets in Erinnerung bleiben, schon weil sie aus ihr der fast symbolisch gewordene Ruf ergab: „the Germans to the front"!, die Anerkennung deutscher Tapferkeit und Aufopferung auch für die Interessen der Mächte, für die damals mit Deutschland durch eine gemeinsame Not verbunden waren.
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Filmschauspieler Lo« Chaney gestorben.
Lon Chaney, der hervorragedne amerikanische Charakterdarsteller, auch in Deutschland aus zahlreichen Filmen bekannt, ist in Los Angeles verstorben. Seine Erkrankung ist auf eine Filmaufnahme zurückzuführen, bei der er während eines Schneesturms in einer offenen Lokomotive fahren mutzte.
SoKsOulnachrichken
X Ernannt wurde der a. o. Professor Dr. Oskar Eans in Heidelberg zum ordentlichen Professor der Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universität Frankfurt als Nachfolger von Geheimrat K. Herxheimer.
X Oberstudiendirektor i. R. Professor Dr. phil., Dr. med. h. c. Johannes Jlberg, der bekannte Historiker der antiken Medizin, ist am 20. August nach kurzem, schweren Leiden gestorben.
Die Borerbewegung ht China ist auf einen Verttag zurückzuführen, den vor mehr als 30 3ahren verschiedene Großmächte mft der kaiserlich chinesischen Regierung abgeschlossen und der diesen Mächten ht China gewisse Vorzugsstellungen einräumte. Die Borer, ehemals eine chinesische religiöse Sette, sahen diesen Verttag als Staatsstreich an, sie rotteten sich zusammen und versuchten ht Peking unter stillschweigender Duldung der chinesischen Regierung ht die ausländischen Gesandtschaften einzudringen. Schnell entschlossen hatten sich die Führer der einzelnen Gesandtschaften aus den Hafenotten Chinas eine kleine Marineschutztruppe kommen lassen, die ergänzt durch Freiwillige zu einem Schutz- korps ht Stärke von etwa 500 Mann ausausgestaltet wurde. Man verbarrikadiette die einzelnen Gesandtschaften, verteilte eie kleine Truppe auf die einzelnen Gebäude, stellte Geschütze auf und kämpfte mft einer Bravour sondergleichen gegen die fast hun- derffache Ueberzahl der angreifenden Borer. Mft welchem Heroismus der Widerstand den Gesandtschaften gegen die Aufständischen durchgeführt wurde, das geht aus der Tatsache hervor, daß die Borer mit 130 Geschützen Tag und Nacht das Gesandtschaftsviertel unter Feuer hielten, daß die kämpfenden Europäer von jedem Lebensmittelzu- S: abgeschnitten waren und daß immer und immer wieder durch die Mißerfolge der herannahenden Entsatzarmee die Stunde der Befreiung hinausgezögett wurde. In der
Die Fliegerehrenhalle am Tannenberg-Denkmal feierlich enthüllt
Die Einweihungsfeier vor der neuen Fliegergedenkballe von Tannenberg
Das Innere der Fliegerballe mit dem große» Mosaik
Feierlich wurde die neue Salle am Tannenbergdenkmal $u Ehren der im Weltkrieg gefallenen deutschen Flieger und Luftschiffer eingeweiht.
Ra» Ladenschluß
Skizze von Kurt Miethke.
Die Rue de Rivoli ging zur Ruhe.
Monsieur Toussaint, Juwelier und Hof» LeferaM der Königin von Rumänien, schlüpfte in seine schwarzen Halbschuhe. Jedoch dabei ttß ihm der Schnürsenkel des rechten Schuhs, und wäre das nicht geschehen, so hätte es sich übechaupt nicht gelohnt, diese Geschichte aufzuschreiben. Der Leser wird später noch sehen, wieso und warum.
Monsieur Toussaint stteß ein wenig par- lameMarisches Schimpfwort aus und ärgerte sich über den Kerl von Hausierer, der ihm dieses Schnürband gerade heute nachmittag angedreht hatte.
In dieser Beschäftigung des Sichärgerns wurde er aber.unterbrochen. Es ttopfte jemand auf das Metallschlld, das vor der Scheibe des Ladeneingangs angebracht war.
„Was ist los?" fragte Toussaint vom « Hinterzinnner aus.
»Schnell, öfffnen Sie, Monsieur!"
»Ich denke gar nicht daran. Mein Laden ist geschlossen, wenn Sie etwas kaufen wollet!, müssen Sie morgen wieder kommen."
„Um Himmelswillen, öfffnen Sie", klagte die Stimme von draußen, „es ist , etwas Entsetzliches geschehen. Ihre Gattin —“ »Was ist mit meiner Frau?" „Ein Anfall, Monsieur!"
Toussaim lief mit ein paar Schtttten zum Ladeneingang und schloß zitternd auf. Ein Unbekannter trat in den Laden — oder nein, war ihm der Mann nicht doch irgendwie bekannt? Mer Monsieur Toussaint war das im Mgenblick völlig gleichgülüg. Bebend fragte er den Mann: „Weine Frau ist verunglückt? Sprechen Sie! Ich beschwöre Sie."
Der andere grinste Brest und ironisch und schlcH ein Äuge. Mü dem anderen halb
geöffneten blinzelte er Monsieur Touffaint unverschämt an.
Dieser Begriff absolut nicht. „Was ist geschehen! Sprechen Sie doch!"
Run erst öffnete der Mann den Mund: „Was geschehen ist? Sie sind 'reingefallen. Wester nichts."
Sprachlos starrie Monsieur Touffaint den seltsamen Gast an, der sich blitzschnell umwandte und die Ladenthür abschloß, dann in die Tasche griff und ein kleines funkelndes Etwas hervorzog.
„Hände hoch!" sagte er freundlich.
Monsieur Toussaint warf die Hände in die Luftt
„Sie sehen aus wie der griechische Ado» rant im Battkansmuseum", scherzte der Eindringling. »Stellen Sie sich in die Ecke dort!"
Monsieur Toussaint gehorchte.
„Mein Dame ist übrigens Felix, falls Sie das interessiert."
„Was wollen Sie?" knirschte Toussaint.
„Haha, was ich hier wohl will? Was will man wohl, wenn man in ein Ju- welengeschäst nach Geschästsschluß eindringt! Run, man wird mit dem Besitzer Gesangbuchverse einstudieren wollen, hihi!"
Felix zog einen Kasten auf, immer mit drohendem Revolver und stteß einen entzückenden Pfiff aus. In dem Kasten lagen etwa 40 Brillantringe.
Monsieur Toussaint erbleichte. Felix strich mst der Hand durch den Kasten und hob sie dann, mst einem Vermögen ae- süllt, wieder in die Höhe. Schmunzelnd ließ er den Raub in seine Tasche gleiten. Es folgten ein paar Perlenketten, zwei Mamantagraffen, siebzehn Krawattennadeln.
Monsieur Toussaint sah mst hellem Ent- • setzen zu , wie er zum armen Manne gemacht wurde. Run war er aber im gewöhnlichen Leben ein Manu der kühlen
Aeberlegung. Der freche Aeberfall hatte chm für einen Mgenblick die Besinnung geraubt, langsam jedoch begann er sich zu sammeln.
„Sie kommen mir bekannt vor, Monsieur Frist", sagte er
„Wittlich? Run, ich war gestern nachmittag hier und habe Ihnen, als Hausierer aufgemacht, ein paar Schnürsenkel verkauft. Um ein bißchen zu spionieren."
„Sie waren das?" schrie Monsieur Toussaim und sah auf seinen rechten Schuh, der noch immer nicht zugebunden war. Und siehe: Ihm kam ein ausgezeichneter Gedanke.
Er sah sich vorsichüg um. Hm. Da war der Lichtschalter. Da stand der Ofenschirm. Da war die Tür. Da, an seinem Bein, saß der nicht zugebundene Halbschuh.
Monsieur Toussaim frohlockte. Da war die Tür! Und mehr als das: Der Schlüsselloch! Es kam also nur auf Fixigkeit an.
Und Monsieur Toussaim bewies, daß er ein heller Kopf war.
Es tat einen lauten Krach!
Der Einbrecher fuhr verblüfft herum. Was war geschehen?
Monsieur Toussaim hatte das Bein gehoben und dem Ofenschirm einen kräftigen Tritt versetzt.
Der Ofenschirm fiel vor den Ofen, und so entstand der Lärm. Felix — und das bezweckte das Manöver — war erschreckt worden und hatte einen Mgenblick seine Aufmerksamkeit von Monsieur Toussaim abgelenkt. Diesen Mgenblick beimtzte Monsieur Toussaint. Wte eine Katze sprang er auf den Lichtschalter zu und knipste das Licht aus.
Der Laden war plötzlich vollkommen ht Dunkel gehüllt.
Monsieur Toussaim bückte sich, um mst den Redolvettugeln des Einbrechers nicht in zu nahe Berührung zu kommen. —
Fettx fauchte vor Wut. „Schweinehund!" schimpfte er. „Das sollst du mir büßen!"
Plötzlich gab es einen neuen Krach. Felix zögerte mcht. Er schoß sofort in der Richtung, wo er den neuen Lärm gehört hatte.
Schoß zweimal. Dreimal «.. Frohlockte. Denn Monsieur Toussaim mußte nach seiner Berechnung nunmehr eine Leiche sein.
Er frohlockte aber nicht lange. Denn plötzlich hörte er, wie der Schlüssel im Schloß herumgedreht wurde, und ehe er sich nur von seinem Erstaunen erholen formte, war die Tür geßfffnet, wieder geschlossen, und zwar von außen, mst dem Schlüssel.
Felix stand mst offenem Munde.
Dann knipste er das Licht an. Sah sich um. Monsieur Toussaim lag mcht als Leiche auf dem Boden, war überhaupt mcht mehr im Laden.
Dann ging er zu der Ecke, ht die er dreimal geschossen hatte, sah sich suchend um und fand die Bescherung: In der Ecke lag ein Schuh. Mst einem zerrissenen Schnürsenkel.
Wenige Augenblicke später drangen mehrere Polizisten in den Laden.
Felix ließ sich ohne weiteres verhaften, da er einsah. daß jeder Widerstand nutzlos war.
Monsieur Touffastst aber, der nur mit einem Schuh bekleidet war, konnte sich nicht verkneifen, dem Häftling noch eine kleine Ansprache zu halten: „Wenn Sie mst mal wieder Schnürsenkel verkaufen sollten, dann nur beste Qualität. Dann können Sie auch nicht noch mal so rein- fliegen. Dadurch, daß das Schuhband zerriß, hatte ich die RDAichkeit, meinen Schuh schnell auszuziehen, ihn in die Ecke zu toerfen. Sie irre zu führen und zu eM- wischen. Man sagt wohl, daß Verbrecher an Kleinigkeiten scheitern. Sie, Monsieur, stich über einen Schnürsenkel gestolpert."