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Sie ^0b«rh«sfijchr Zettuug" et- chei»! sechsmal wöchentlich. Be> Mgsprets monatlich 2 ^0 EM.au«. schließ!. Znstellungstzebühr, durch bi« Post 2.45 GM. Für etwa durch Vtreik, Maschinendefekt oder eie» mentar« Ereigntste avsfavend« Kummer» wird kein Srsat ff eistet. Verlag Dr. §. -itzeroth. Druck der Unib..Bu»druckerei 3»h. Auq- Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Kr. 54. e. Kr. 65 Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Skr. 5015. —s Sprech,«lt rer Redaktion von 10—11 und
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Äberhessische
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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
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Marburg «.Ma
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
AndrerS letzt« Fahrt
Ein WwebWeS Kriegsschiff bringt die Leiche in die Seinen — Ebrenbegrübms in SiMvlm
Wie der „Montag" aus Stockholm meldet. hat die schwedische Regierung beschlösse«, ei« Kriegsschiff in die Arktis zu ent- seuden. Das Schiff soll der „Vcotvaag", auf der Dr. Horn die Leichen Andree s «nd seiner Gefährten zuriickbriagt, eutgegenfahren. Die Leichen sollen dann auf das Kriegsschiff übernommen «nd «ach Stockholm gebracht werden, wo ein Staatsbegräbais stattfindet.
Man wartet mit begreiflicher Spannung auf weitere Funknachrichten der Expedition. Aus der ersten Nachricht ging bekanntlich hervor, daß auch ein Tagebuch Andrees gefunden worden sei. Sn diesem Tagebuch sind zweifellos auch Angaben über den Verlauf des Ballonfl'Uges enthalten. Die Auffindung der Leichen auf der Viktoria-Insel des Franz - Joseph - Landes läßt darauf schließen, daß der Ballon vom Winde weit nach Osten abgetrieben wurde, und daß Andröe und seine Begleiter freiwillig niedergingen, als ein Gelingen des Fluges nicht mehr zu erwarten war.
Nach der Schilderung, die der Kapitän des Seglers „Terningen" über die Auffindung der Leiche Andrees gegeben hat, steht es mit ziemlicher Sicherheit fest, dah die Erpedition nicht etwa mit dem Ballon verunglückt ist. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dah man es mit den Ueberresten eines ordnungsgemäß angelegten Lagers zu tun hat. Andree und seine Begleiter müssen die Stelle entweder zu Fug oder in ihrem Segeltuchboot erreicht haben. Auf eine lange Wanderung deutet il a. hin, dah die aufgefundenen Mokassins und andere Ausrüstungsgegenstände sehr abgenutzt sind. Andree, dessen Leiche, wie bereits gemeldet, außerordentlich gut erhalten ist, hat anscheinend am längsten gelebt. Die wissenschaftlichen , Instrumente und die Feuerwaffen der Expedition lagen neben ihm. Er ist auch bereinige, der die letzten Eintragungen in das Erpeditionstagebuch gemacht hat. Einer seiner Begleiter ist von Hm in einem improvisierten Grabhügel beigesetzt worden, um die Leiche von Eis und Schnee zu schützen. Skletteile lassen vermuten, dah auch die Ueberreste der anderen Mitglieder der Expedition in unmittelbarer Nähe des Lagers gefunden werden können.
Aus Oslo wird gemeldet: Der bekannte norwegische Flieger Riiser Larsen, der die Verhältnisse im Polargebiet gut kennt, erklärte zu der Nachricht über die Auffindung der Leiche des Polarftschers Andräe und seines Lagers, dah die „Weihe Insel ge- wöhnlich mit einer dicken Eisschicht bedeckt sei und dah in diesem Sommer eine derartige Auftauung des Eises stattgefunden habe wie noch nie. Damit sei das späte Auffmden des Lagers zu erklären.
Der norwegische Polarforscher Dr. Rasmussen. der Andree sehr gut kannte äuherte u. a.: Es sei durchaus möglich, dah die Tagebücher, die gut aufbewahtt, waren, selbst nach so vielen Iahren leserlich fern könnten. Als Andräe stattete, flog er m nördlicher Richtung mit einer Geschwindigkeit von etwa 35 Klm. Er hätte den Pol m etwa 24 Stunden und die Bermg-Sttahe m etwa 80 Stunden erreichen können. Andree habe kurz vor seinem Fluge Fritjoff Nansen gefragt, was er von dem bevorstehenden Fluge halte und ob er ihm einige Daten über die Windverhältnisse am Pol geben könne. Nansen habe damals dringend abgeraten, da er geglaubt habe, der Flug sei mft den technischen Mitteln der damaligen Zett nicht ausführbar gewesen. Andree hätte sich aber bereits so festgelegt, dah er seinen Flug nicht aufgeben wollte. Auf die Frage, ob vielleicht eine Verwechslung zwischen Andree und Nobiles Leuten vorliege:! könnte, er- klätte Rasmussen, dah er daran nicht glaube, da die Tagebücher nach den vorliegenden Nachrichten wohl erhalten aufgefunden seien.
SitmußenfM »es »Griff Zeppelin"
Berlin, 24. August. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wurde gestern abend kurz nach 23.15 llhr in Staaten gesichtet, machte eine lange Schleife um den Platz und landete 23.37 Uhr nachts mit 14 Passagieren an Bord. Das Luftschiff ist von allen Seiten mit Scheinwerfern beleuchtet. Etwa 2000 Berliner haben es sich nicht nehmen lassen, das Schauspiel der Landung während der Nacht zu geniehen. Die Schutzpolizei hat erfreulicherweise dem Publikum gestattet, bis dicht an das Schiff heranzukommen. Der Direktor der Berliner Flughafengesellschaft Ober- baurat Sauernheimer und Stadtbaurat Adler begrühten Kapitän Lehmann im Namen der
Stadt. An der Nachtfahrt werden teilnehmen der Oberpräsident von Brandenburg, Maier und Professor Dr. Eoerling vom Reichsverkehrsministerium. Das Schiff hat nicht am Ankermast angelegt, da es nur ungefähr eine Stunde in Staaten liegen bleiben wollte.
Die Ostpreußenfahrt des „Gras Zeppelin".
Berlin, 24. August. „Graf Zeppelin" ist heute nacht 0.30 llhr, also wesentlich früher, als ursprünglich geplant war, zur Fahrt nach Ostpreußen aufgestiegen. Der Start erfolgte glatt. Das Luftschiff entfernte sich in schneller Fahrt in nördlicher Richtung und passierte um 0.35 llhr das Zentrum Berlins.
Königsberg, 24. August. „Graf Zeppelin", der am Sonntag früh um 24 Uhr 20 in Staaten wieder aufstieg, erreichte auf seiner Ostpreußenfahrt um 5 llhr 45 Danzig und
Meder ein Srenvflug geglückt
MM V. Gronau Uber Bland und Grönland naK Amerika geflogen
Reykjavik, 23. August. Der deutsche Flieger Gronau landete in Ivigtut sErön- land) am Freitag um 15.30 Uhr.
Der unerwartete Ozeanflug des deutschen Fliegers Gronau wird in Amerika mit größtem Jntereffe verfolgt. Die Redaktionen wurden am Freitag nachmittag mit zahlreichen Falschmeldungen über seine angebliche Notlandung in Neufundland oder Neuschottland überschwemmt. Schließlich wurde der allgemeinen Ungewißheit durch Londoner Telegramme über seine Landung in Grönland ein Ende gemacht. Vielfach wird die Vermutung ausgesprochen, daß Deutschland durch die Fehlschläge anderer direkter Atlantikflüge gewitzigt, einen regelmäßigen Luftverkehr über Island und Grönland anstrebt.
Gronau auf dem Weiterflug nach Süden.
Newyork, 24. August. Nach hier einge- tioffenen Meldungen ist der Flieger v. Gronau am Sonntag früh um 5 Uhr Ortszeit, das ist um 11 Uhr MEZ. von der Eartwright weitergeflogen. Er wurde eine Stunde später bereits über Battleharbor gesichtet.
v. Gronau über Neufundland gesichtet.
Newyork, 24. August. Weitere hier ein« getroffene Nachrichten besagen, daß v. Gronau Kap Anguille überflog und über Neufundland gesichtet wurde. Die Sichtmeldungen lauten etwas verworren, anscheinend beabsichtigt von Gronau, Halifax anzusteuern.
Newyork, 24. Aug. Der deutsche Flieger v. Erona« hat seine« Etappenflug, von Deutschland über Island und Grönland nach Kanada glücklich beendet und ist nm 22 Uhr Berliner Zeit in Halifax gelandet. Von Eartwright ans hatte er in ständiger Verbindung mit den kanadischen drahtlosen Stationen gestanden. Der Flug ist glatt verlaufen und die Motore arbeiteten vorzüglich. Die Stimmung an Bord war glänzend, obwohl an der ganzen atlantischen Küste rauheg und stürmisches Wetter herrschte. Damit ist der zweite deutsche Ost-West-Ozeanflug geglückt.
Ozeanwettrennen „Mauretania" gegen „Europa".
Paris, 24. August. Zwischen dem englischen Dampfer „Mauretania" und der „Europa" findet im Augenblick ein regelrechtes Wettrennen über den Ozean statt. Die beiden Luxusschiffe hatten zu gleicher Zeit Southampton verlaßen. Doch war die „Europa" mit einem Vorsprung von einer Seemeile in Cherbourgh eingetroffen. Die „Mauretania" setzte nach sehr kurzem Aufenthalt die Reise nach Newyork fort, in einem Abstand von nur einer Viertelstunde von der „Europa" verfolgt.
wenig später ostpreußischen Boden. Kaum eine ostpreußische Stadt ließ er aus. Er folg an der ganzen Grenze entlang und wurde in allen Städten, die zum Teil geflaggt hatten, jubelnd begrüßt. Die Ankunft in Königsberg verzögerte sich durch außerordentlich schechtes Wetter sehr stark. Eine Regenböe folgte der anderen. Mit etwa zweistündiger Verspätung konnte „Graf Zeppelin" um 18 Uhr 15 glatt landen, jubelnd begrüßt von den etwa 30 000 Zuschauern, die das Deutschland-Lied sangen. Nach 25 Minuten um 18.40 Uhr stieg „Graf Zeppelin", der die Spitzen der ostpreußischen Behörden und eine Anzahl von anderen Passagieren ausgenommen hatte, wieder auf und wich einer schweren Eewitterböe in Richtung auf die Sarnland-Küste aus.
Rückfahrt nach Friedrichshafen.
ft. V e r I i n, 25. August. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" erschien von Osten kommend um 5.45 Uhr über Berlin und flog in Richtung Staaten weiter.
Tödlicher Absturz venu Goslarer Flugtag.
Goslar, 25. August. Auf dem Goslarer Eroßflugtag stürzte heute der Braunschweiger Flieger Linz von der Akademischen Flieger- Suppe mit seiner Sportmaschine beim Bal- nrammen ab. Das Flugzeug, das sich in geringer Höhe befand, bohrte sich mit dem Propeller tn einen Kartoffelacker. Linz trug
mehrere Rippen- und Beinbrüche sowie schwere Kopfverletzungen davon, denen er auf dem Transport zum Krankenhaus erlag.
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Newyork, 23. Aug. „Associated Preß" berichtet aus Lima Einzelheiten über die in der drittgrößten Stadt von Peru, Arequipa, ausgebrochene Militärrevolte, durch die nach den vorliegenden Meldungen die Regierung des Präsidenten Leguia ernstlich bedroht erscheint. Die Garnison von Arequipa meuterte unter der Führung der Offiziere, nahm die Führer der Zivil- und Militärbehörden gefangen und befindet sich im Besitz der Stadt. Bisher hat s a st kein Blutvergießen stattgefunden. Die Regierung hat bereits Schritte unternommen, um d:e Bewegung niederzuschlagen. Sie beabsichtigt, Flottenstreitkräfte nach dem Hafen Mollendo in der Nähe von Arequipa zu entsenden, sowie Militärflugzeuge gegen die Stadt einzusetzen. Nach amtlicher Darstellung ist die Revolte auf einen gefälschten Armeebefehl zurückzuführen
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Die Regierung Slawe! ist «ach etwa fünfmonatiger Amtszeit zurück-- getreten. Sie gelangte nach dem parla* mentsfreundlichen Bartel am Ende der Budgetsession zur Macht unter der Losung, den gegenwärtigen Sejm nicht mehr zu Sorte kommen zu lassen. Gleichzeitig scheute aber Slawe!, offenbar in ttchtiger Erkenntnis der Stimmung im Lande, davor zurück, den Landtag aufzulösen und Neu» wählen auszuschreiben. So kam es zu dem würdigen Schauspiel der Vertagungen und Sessionsschließungen. Die oppositionelle Mehrheit, durch diese Winkelzüge ihrer Tribüne beraubt, zog auf die Straße. Es kam dann der Krakauer Kongreß mit sei» neu bekannten regierungsfeindlichen. Ent» schließungen. Run rüstet die Opposition za einem neuen Schlage. Für den 14. Sep» tember sind in 20 größeren Städten, darunter auch in Warschau selbst. Massen Veranstaltungen der Zentro-Links-Oppo-- sition gegen das Pilsudski-Shstem geplant. Da nun die oppositionellen Fraktionen in den ersten Septembertagen den Antrag auf, neuerliche Einberufung einer außerordentlichen Sejmtagung einbringen wollen, so ist verfassungsmäßig die Antwort des Präsidenten gerade nm den 14. September herum fällig. Es ist also klar, daß die Opposition, die gegenwärtig unter dem Zeichen: „‘Beseitigung der Diktatur und Wiederherstellung der Demokratie" kämpft, durch diese Massenkundgebungen die Äb- sicht hat, den Präsidenten zur Einberufung des Sejm zu zwingen, und daß er dann seinem ihm verfassungsmäßig zustehenden Recht abermals Gebrauch macht, den Sejm noch vor seiner ersten Sitzung wieder zu vettagen. Man kann der Opposition nicht Anrecht geben, wenn sie behauptet, daß dieser chronische Bettagungs- und Schlie- hungsvorgang wohl dem Buchstaben, aber sicherlich nicht dem Geist der Dersaffung entspricht. Die Volksvertretung ist tatsächlich gegen ihren Willen p-raMsch aus- geschallet.
Wie weiter amtlich mitgeteilt wird, Hot Marschall Pilsudski erklärt, daß er den Entschluß Slaweks, zurückzutreten, '«m nicht länger mehr „Mädchen für alles" zu sein, wohl verstehen könne. Sofern er sich selbst an die Spitze der Regierung stellen werde, lege er Wett darauf, mit den bisherigen Ministern Wetter zu arbeiten. Er würde es aber für notwendig halten, in das künftige Kabinett seinen langjährigen Mitarbeiter Oberstleutnant Deck als Minister ohne Potteleuille zu berufe«.
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Der Kampf um die drei im SeptemVtt freiwerdenden Sitze im Völker- bundsrat hat bereits begonnen. Aach des Geschäftsordnung des Völkerbunds- rates scheiden dieses Jahr Finnland, Kuba und Kanada aus dem Völlerbundsrat aus. Traditionsgemäß wird der fteiwerdende südamerikanische Ratssitz wiederum durch Guatemala, besetzt werden. Anstelle Finnlands soll wiederum eine nordische Macht und zwar aller Voraussicht nach Norwegen in den Völlerbundsrat gewählt werden. Für den freiwerdenden kanadischen Sitz wird mtt der Wahl eines englischen Dvmi- niums gerechnet, doch scheint jetzt bereits eine Aebereinkunst vorzuliegen, daß Irland zum ersten Mal den dreijährigen Sitz des Völlerbundsrates erhält. Die Kandidaturen von Belgien und China, die für dieses Jahr von neuem erwartet werden, haben unter den gegenwärtigen Amständen kaum Aussicht auf Erfolg. Die größere Bedeutung gewinnt diesmal die Wahl des Präsidenten der Völlerbundsversammlung, da die Leitung der allgemein mit größtem Interesse erwarteten paneurvpäischen Verhandlungen mtt 26 europäischen Mächten im wesentlichen in den Händen des Präsidenten der Völlerbundsversammlung liegen wird. Als aussichtsreichster Kandidat wird nach wie vor der finnländische Außen- Außenminister Procope genannt, der sich während fetter Tätigkeit als Mitglied