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Mittwoch, den 20. AttMji 1930

~ie -Sberhessisch« Zeitung" er- cheint sechsmal wSchentlich. Be- «gspreismonatlich 20rvEM.au» schließ!. ZustellungSgebühr, tutet bie Post 2.45 EM. Für etwa durch Streik, Maschinendefekt oder ele­mentar, Lreigniste «usfavende Nummern wird kein Srsae ge­eist«. Verlag Dr. §. Hitzeroth. Druck der Unib.-Buchdruckerei Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 65 Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. Sprechzeit ? et Redaktion von 1011 und

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Anzeiger für (das frühere kurhessifche) Oberheffen

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

EMgreiche ElnigMgsverWMWM

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Berlin, 19. Aug. Die Parteiführer Treviranus (Korttervative Volkspar-* teij. Dr. Scholz (Deutsche Bolksparteij und Sachsenberg (Wirtschaftspartei) habe« sich in einer gemeinsamen Bespre­chung darüber geeinigt, daß ihre drei Parteien im künftigen Reichstag grund­sätzlich Burgfrieden gegeneinander bewah­ren wollen. Weiterhin habe« sie beschlos­sen, wie das Nachrichtenbüro de- Vdz. .hört, in einem gemeinsamen Wahlaufruf zum Ausdruck zu bringen, daß die drei Parteien gewillt sind, im sozialpolitischen, hmeits und aussenpolitischen Fragen zu­sammenzuarbeiten. Ueber die Form die­ser Zusammenarbeit wurden Beschlüsse noch nicht gesagt. Man denkt etwa an die Bildung eines interfraktionellen Ausschus- , ses, nicht aber an eine Fraktionsgemrin- schaft. Die Verhandlungen zwischen den drei Parteien sollen fortgesetzt werden, sie werden aber im wesentlichen nur noch der Formulierung des gemeinsamen Wahlauf­rufes dienen.

Don unterrichteter konservativer Seite wird die Information derBerliner Bör­senzeitung" über die Einigungsverhand­lung zwischen den Konservativen, der Deutschen Volkspartei, und der Wirt­schaftspartei bestätigt. An der gestrigen Besprechung nahmen für die Konservative Volkspartei Reichsminister Trevira- n u s, für die Deutsche Volkspartei Dr. Scholz und für die Wirtschaftspartei der Abgeordnete Sachsenberg teil. Aller­dings wird betont, datz diese Besprechung noch keineswegs bindenden Charakter ge­habt hat. Namentlich der Vertreter der Wirtschaftspartei legt Wert darauf, sich erst noch einmal mit seinen Parteifreun­den zu besprechen. In den beteiligten Krei­sen beurteilt man die Aussichten aber im­merhin optimistischer als in den früheren Stadien dieser Einigungsversuche. Das hat seinen Grund mit darin, datz diesmal nicht über so weitgehende Bindungen,verhandelt I wird wie anfangs. So unterscheidet sich der jetzige Plan von dem früheren.inso­fern als man die enge Verbindung nach den Wahlen lediglich in der Bildung eines V interfraktionellen Ausschusses sucht, dage­gen also

de« Gedanken der direkten Fraktions­gemeinschaft zurückgestellt hat.

Damit ist wohl erreicht worden, datz die Widerstände innerhalb der Wirtschafts­partei beseitigt sind. Der Plan eines ge­meinsamen Wahlaufrufes ist dagegen ge­blieben. In dem Wahlaufruf soll das Fragen und auch hinsichtlich der ^nnen- und Außenpolitik überhaupt zum Ausdruck gebracht werden. Ferner erstrecken sich die Verhandlungen auf die Vereinbarung t eines Burgfriedens während des Wahl­kampfes.

Die Vertreter der drei Parteien werden i heute oder moregn wieder zusammenkom­men. Es wird nicht damit gerechnet, datz der gemeinsame Wahlaufruf schon in die­ser Besprechung fertiggestellt werden kann. Immerhin beurteilt man die Aussichten der Verhandlung auch in den Kreisen der Deutschen Volkpartei recht optimistisch. Die Sympathie der Deutschen Volkspartei mit dieser Einigung wird damit erklärt, datz sie im Prinzip schließlich dasselbe bedeu­tet, was Dr. Scholz mit seiner Aktion erstrebt habe.

gemeinsamer Wlaufriif

Gescheiterte Einigungsverhandlungen in Schleswig-Holstein.

Kiel, 19. August. Die hier geführten Verhandlungen zwischen der Deutschen Volkspartei und der Deutschen Staatspar­tei über die Bildung einer gemeinsamen Front der bürgerlichen Parteien sind ab­gebrochen worden, ohne zu einem Ergeb­nis geführt zu haben, da die Deutsche Staatspartei erklärte, daß ihr eine Zusammenarbeit mit dem rechts van der Deutschen Bolks- partei stehenden Parteien « «- möglich sei.

N e w y o r h, 19. Aug. Auf der Inter­nationalen Landwirtschaftstagung in Ithaka im Staate Newyork hielt der bekannte Volkswirtfchaftler Professor S e r i n g von der Universität Berlin eine bemerkenswerte Rede. Er erklärte, die augenblicklich in der Landwirtschaft der gesamten Welt herrschende Krise sei ein Teil der internationalen Wirtschafts­krise. Sie könne nur durch Zusammen­arbeit Aller behoben werden.

Deshalb müsse der Youngplan, der für Deutschland untragbar sei, abgeschasst werden; denn nur durch Annullierung aller der internationalen Lasten, die durch den Weltkrieg hervorgerufen worden sind, lasse sich das Ziel der Krisenbeilsgung erreichen. Das inter­nationale ökonomische Gleichgewicht könne ferner nur durch Steuer­ermäßigung in allen Ländern, durch

Sutieiintmter in Bayern

München, 19. Aug. Die politische Lage in Bagern hat auch durch die heutigen Be­schlüsse des Landtages und seines zuständigen Ausschusses noch kerne Klärung erfahren. Nachdem im Staatshaushaltsausschutz dre Schlachtsteuernotverordnung der Regierung abgelehnt worden ist, halten auch die weiteren Abstimmungen über die neuen Deckungsoor- schläge der Parteien zum Teil überraschende Ergebnisse. So wurde ein Bauernbunds­antrag auf Kürzungder Beamten- gehälter mit vier Stimmen des. Bauern­bundes bei Stimmenthaltung sämtlicher übrigen Parteien angenommen, obwohl die Regierung erklärt hatte, datz eine..solche Kürzung verfassungsrechtlich unzulässig ist, so­lange das Reich selbst nicht eine Kürzung der Beamtengehälter beschlossen hat. Ein weiterer Antrag des Bauernbundes, die Ministerial­zulagen der bayerischen Beamten ab 1. Sep­tember aufzuheben, wurde bei Stimmenthal­tung der übrigen Parteien mit den Stimmen der Sozialdemokraten und des Bauernbundes ebenfalls angenommen. Weiter nahm der Ausschuh, der über vier Stunden tagte, einen Antrag der Bayerischen Vvlkspartei an, die Regierung zu ermächtigen, sofortige Mast- nahmen zur Vereinfachung der Staatsver­waltung zu treffen. Ein sozialdemokratischer Antrag auf Abbau der freiwilligen Leistun­gen des Staates an die Kirchengesellschaften wurde abgelehnt. Schließlich wurde noch em Antrag der Deutschnationalen, die Aufwands­entschädigung der Landtagsabgeordneten um

Die Verhandlunge« ht der Metallindustrie gescheitert.

Berlin. 19. August. Wie wir erfah­ren. sind die Verhandlungen, die, wie ge­meldet, heute im Reichsarbeitsministerium mit Arbeitgeber, und Arbeitnehmerver­tretern de, Metallindustrie über die ge­plante Abbauaktion geführt wurden, ge­scheitert. Der Vorschlag des Reichsar­beitsministers. im Anschluß daran in den Einzelbetrieben zu verhandeln, ist damit gegenstandslos geworden. Es ist nun noch ganz unbestimmt, wie die Abbauaktion weitergehen wird.

die Wiederherstellung der Kaufkraft der Verbraucherfchaft, durch Beendi­gung der überall herrschenden Ar­beitslosigkeit sowie durch die Wieder­herstellung normaler industrieller Tätigkeit wiederhergestellt werden.

Selbst Amerika könne den furchtbaren Folgen einer verarmten Welt nicht auf die Dauer entgehen, denn gerade seine Fruchtbarkeit mache Amerika vom inter­nationalen Handel, besonders von Europa abhängig. Nur durch ein starkes inter­nationales Solidaritätsgefühl zwischen allen Nationen könne die augenbllckliche Wirtschastsdepression überwunden werden.

Sodann wandte sich Professor von Dietze von der Universität Jena scharf gegen den Youngplan, worauf wieder weitere Redner die Niederlegung der Zoll­schranken forderten. .

25 Prozent zu kürzen, für eine roeitere Sitzung des Ausschusses morgen vormittag zurückge­stellt. Die Entscheidung über einen etwaigen Rücktritt der Regierung oder eine andere Ent­wickelung der politischen Lage kann erst am Mittwoch vormittag fallen, an dem um 10 Uhr vormittags das Plenum des Landtages wieder zusammentteten wird.

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Semt ZwWtnmll in Brüssel

Berlin, 19. August. Zn der Voll­sitzung des internationalen Studentenver­bandes kam es. wie aus Brüssel gemeldet wird, durch die Behauptung eines polni­schen Vertreters. die deutsche Studenten­schaft sei ein nationalsozialistischer Klub, der keine sachliche Arbeit auf internationa­lem Gebiete leiste, zu einem Zwischenfall, der dadurch verschärft wurde, daß der deut­schen Abordnung, die diese Behauptung zurückweisen wollte und das Wort zur so­fortigen Erwiderung verlangte, von dem französischen Präsidenten Paul Saurin das Wort entzogen wurde. Die deutsche Ab­ordnung verließ unter Protest die Ver­sammlung. Ob sie weiter dem Kongreß beiwohnen wird, hängt von den weiteren Verhandlunge« ab.

WeltwtttfOaftsttlse und Aungplan

StmetteiiWt Mete Sroftfct Strings in Amerika

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Die türkische Presse bringt Enthüllungen über das Treiben der Kurdenführer in Syrien. Danach sollen die Fran­zosen eine ganze Reihe der gegen die Tür« ker arbeitenden Kurdenführer als Grenz- inspektoren angestellt und ihnen so ihre Machenschaften erleichtett haben. Auch sollen französische Offiziere in Zivil an den Beratungen der Kurden über die Einfälle in die Türkei teilnehmen. Bekannt ist ja, daß im vorigen Jahre bei einem Einfall der Kurden ftanzösische Offiziere in die Hände der Türken fielen, die kurdische Kleidung über ihren französischen Offi- ziersuniformen trugen. ,

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DieTagespost" meldet aus Bel» des: Um 9 Ahr abends ist ganz uns erwartet die rumänische Königinmutter Matta aus Veldes, wo sie einen Monat zu verbleiben gedachte, nach Bukarest abge- reist. Wie aus rumänischen Hofkreisen verlautet, werde die unerwartete Abreise in Verbindung mit dem verschärften Kon­flikt zwischen König Carol und der Regierung einerseits und der Prinzessin Helene andererseits ge­bracht. König Carol habe der Regierung mitgeteilt, daß er sich so schnell wie mög­lich krönen lassen wolle, ohne Rücksicht darauf, ob es zu einer Versöhnung mit der Prinzessin Helene komme oder nicht. Wäh­rend Prinzessin Helene darauf beharrte, daß die Scheidung in Geltung bleibe, sei Ministerpräsident Maniu dagegen auf­getreten und habe erklärt, dah die ge­samte Regierung sofott zurücktreten werde, falls der König bei feinem Entschluß bleibe, und die Krönung ohne die Königin Helene stattfinden sollte. Jetzt hätten Hof und Regierungskreise die Königinmutter ge­beten, sofott nach Bukarest zu kommen, um eine Versöhnung herbeizuführen. Falls dieser letzte Versöhnungversuch keinen Er­folg haben sollte, werde die Krönung des Königs auf unbesttrnrnte Zeit verschoben werden.

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Das ursprünglich in Aussicht genommene großzügige Arbeitsbeschaffungs­programm der Reichsregierung hat sich, wie jetzt ettichtlich wird, nicht in dem ge­planten Umfange verwirklichen lassen. Nachdem anfänglich rund 1 Milliarde für diesen Zweck ausgeworfen werden sollten, Verringerte sich die Summe bald um 250 Millionen und ist jetzt schließlich noch einmal um die gleiche Summe herabgesetzt worden, sodaß im Augenblick rund 500 Millionen für die Arbeitsbeschaffung $ur Verfügung stehen. Das Reich hat jetzt, um sich über den augenblicklichen Stand dieser Aktton zu unterrichten, bei den Ländern über das Schicksal des Bauprogramms!,, ferner auch bei der Reichspost und der Reichsbahn Erkundigungen eingeholt und hofft, Anfang der kommenden Woche die genauen Ergebnisse des augenblicklichen Standes der Durchführung veröffenüichen zu können. Wie aber jetzt schon von unter­richteter Seite verlautet, sind von den erst vorgesehenen 750 Millionen, durch die etwa 250 000 Arbeiter Beschäftigung fin­den sollten, zunächst 150 Millionen von der Reichsbahn aufgebracht worden, welche erst 272 Millionen in Aussicht gestellt hatte. Die Post hat 200 Millionen flüssig ge­macht und weitere 150 Millionen sollen dem Daumattt zur Verfügung gestellt werden. Dagegen sind weitere 100 Milli­onen, die dem Baumattt noch zugefühtt werden sollten, in Wegfall gekommen, vor allem ist der gleiche Betrag für den Straßenbau einstweilen zurückgestellt wor­den. Mit diesen 500 Millionen schätzt man, im Herbst etwa 150 000 bis 180 000 Arbeiter beschäftigen zu können und damit &ie Arbeitslosenversicherung erheblich zu entlasten. Ratürlich können noch keine ge­nauen Zahlen für die Entlastung der Ar­beitslosenversicherung aus dem Arbeits­beschaffungsprogramm angegeben werden, doch rechnet man mit einer Summe von