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Ein Ultimatum" Gandhls Der Bries an ben Nizekönig ven Indien

jjte ^Oberhessijch« Zeitung" ei­che inl iechsmal wichentltch. Te- -ngSPrei« monatlich 2.20 GM.aus- ichließl. Zustellung«gebühr, durch fcte Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Maschtnendefekt oder «le» menta« Ereignisse au«fal!end« Nummern wird kein Srfol- pe» eistet. Verlag Dr. §. Kideroth. Druck der U«kb.-Buchdrvckerei Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Nr. 54. tu Nr. 65 Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. Sprech,etr rer Redaktion bon 1011 und

fein.

Abreise Les türkischen Botschafters nach Teheran.

Konstanstinopel, 18. Aug. Der neue türkische Botschafter in Teheran, Khosro Bey, hat heute abend Angora verlassen, um sich auf seinen Posten zu begeben. Zu seiner Verabschiedung waren auf dem Bahnhof der Minister des Aeußeren, der sowjetrussische Botschafter und der persische Geschäftsträger er­schienen.

Der Anzeigenpreis beträgt füt ben 11 gespalt. Zeilenmillimete, 0.AS GM., sog. kleine Anzeigen und Famllienanzeigen bei Barzahlung 0.07 SM amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz» borschrist 50»|, Aufschlag. Sammelanzeige« 100 °f9 Auf- schlag. Neklanu-Milliin. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage.

Offerkeu-ZebLhr: 25 Pfg. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Berlin, 18. Aug. Ein Rundschrer- 6 en des Reichsarbeitsminister vom 8. August 1930 gibt in Ergänzung des in der Presse bereits veröffentlichen Schrei­bens über das zusätzliche Vauprogramm für 1930 nähere Bestimmungen für die Finanzierung dieses Bauprogramms. Der neue Erlaß betrifft hauptsächlich die Zwi­schenfinanzierung. Die Baukredltgesetze 1929 und 1930 ermöglichen es der Deut­schen Bau- und Vodenbank A. G. in Ber­lin, für eine Zwischenfinanzierung erste Hypotheken zu bevorschussen. Hierdurch wird der heimische Kapitalmarkt wesentlich entlastet.

Die Zwischenkredite werden auf ein Jahr, jedoch nicht länger als bis zum 15. August 1931, gewährt. Ihre Ver­zinsung wird nicht über 7% Prozent bei voller Auszahlung liegen.

Dieser Zinssatz ist in Anbetracht der all­gemeinen Lage auf dem Geld- und Ka­pitalmarkt so günstig, daß den Lander­regierungen empfohlen wird, die Inan­spruchnahme der Zwischenkredite den Bau­herren nahezulegen. Da die Zinsen für das Vaukapital eine nicht unwesentliche Rolle spielen, sollen die Zinsbedingungen für die Zwischenfinanzierung vor Eeney- migung jedes Bauvorhabens nachgeprufi werden. Voraussetzung für Gewährung der Zwischenkredite ist der Nachweis einer gesicherten Dauerfinanzierung. Einzelhei­ten über die Bedingungen der Zwischen- kredite und ihre Sicherung sind der der Deutschen Bau- und Bodenbank und ihren Zweigniederlasiungen zu erfragen, übrigen haben die Bauherren für die Be­schaffung der ersten Hypotheken und mit Ausnahme der Reichsbaudarlehen auch für die Reftfinanzierunz selbst zu sor­gen.

Die Diklaiur im MmMai»

Memel, 18. Aug. Der memelländische Landtag wird am 26. August zusammen­treten, um sich mit der durch die Ueber- nahme der Geschäfte durch das litauische Landesdirektorium Reisgys entstandenen Lage zu beschäftigen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß

der Landtag dem Direktorium das Mißtrauen aussprechsn

wird, nicht nur weil die Mitglieder des neuen Direktoriums ihrer Vorbildung nach garnicht in der Lage find, die schwie­rigen Verwaltungsposten des Gebietes zu bekleiden, sondern auch weil die Ein­setzung einer litauischen Landesregierung durch den litauischen Gouverneur eine un­erhörte Herausforderung der deutschen Mehrheit des Memelländischen Landtages und eine grobe Mißachtung der memel- ländischen Autonomie darstellt.

Die Stimmung im Memelgebiet über den neuesten Vorstoß des litauischen Gou­verneurs gegen die Autonomie ist außer­ordentlich erregt. Allgemein wird daraus hingewiesen, daß die Einsetzung des Mi­nisteriums Reisgys ein Versuch ist, die Autonomie auszuschalten und die Dik­tatur des litauischen Gouverneurs an ihre Stelle zu setzen. Die Mitglieder der neuen Landesregierung wählt der Gouverneur lediglich als Strohmänner, hinter denen er seine Entdeutschungspläne umso un­gestörter durchzuführen hofft.

In Memel hält man jetzt das Ein­greifen Deutschlands für unaus­bleiblich.

Denn nicht zuletzt bedeutet die Aufrich­tung der Gouverneur-Diktatur auch eine Brüskierung des Berliner Auswärtigen Amtes, das anscheinend bisher immer noch gehofft hat, mit Litauen zu, einer güt­lichen Vereinbarung über die memel- lündisch-litauischen Streitfragen zu ge-

Zm Hinblick auf die Erreichung einer möglichst billigen Verzinsung des Baukapi­tals enthält der Erlaß die Weisung, daß

Reichsbaudarlehen keinesfalls gewährt werden dürfen, falls die Zins- nnd Tilgungsbedingungen für die aus dem privaten Kapitalmarkt entnommenen Hypotheken ungünstiger liegen, als dis zur Zeit üblichen Sätze der füh­renden Znstitute der privaten und öffentlichen Realkredits.

Von verschiedenen Seiten wurde die Befürchtung geäußert, daß Gemeinden mit Rücksicht auf die Bautätigkeit des Reiches ihre eigene Bautätigkeit ent­sprechend einschränken würden, und daß dadurch die Zusätzlichkeit der Maßnahme des Reiches gefährdet werden könnte.

Lohnkampf im Ruhrbergbau.

Essen, 18. Aug. Das Schreiben des Bergbauvereins, in dem die Lohnordnung vom 22. April 1929 zum 30. September ge­kündigt wird, ist heute bei den Berg­arbeitergewerkschaften eingegangen. We­gen des Verhandlungstermins _ wird sich der Bergbauverein in den nächsten Tagen mit den Gewerkschaften in Berbindung setzen.

In fast allen Städten des Ruhrgebiets fanden gestern Versamlungen des Ge- werkverems Christlicher Bergarbeiter statt, in denen gegen die Kündigung des Lohnabkommens in scharfer Weise prote­stiert wurde. Nach Ansicht der Referenten dürfte eine Tarifverschlechterung bei der gegenwärtigen Notlage der Bergarbeiter­schaft nicht ruhig hingenommen werden, sondern der Versuch, einer Lohnkürzung würde nur schwere soziale Kämpfe aus- lösen.

Nach Abschluß der Friedensbesprechungen im Gefängnis von Poona hat Gandhi am letzten Freitag einen Brief an den Vize- könig von Indien gerichtet. Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" will wissen^ daß der Brief folgenden Inhalt hat: Gandhi erllärt, er übersehe nicht, daß der Vizekönig und die britische sozialistische Regierung angesichts der starken konservativen und liberalen Opposition vielleicht nicht imstande sein werden,

Indien gegenüber die Gewähr dafür zu übernehmen, daß das Ergebnis der Kon­ferenz wirkliche Unabhängigkeit sein wird.

Er verlange aber, daß der Vizekönig und die britische Regierung sich verpflichten, diese Politik am Konferenztisch offiziell zu der ihrigen zu machen. Wenn sie eine solche Verpflichtung übernehmen und die Durchführung einer Amnestie für alle politi­schen Gefangenen bekräftigt werden würde, dann würden die indischen Nationallisten­führer bereit sein, die jetzt im Gang befindliche Bewegung einzu- st eilen.

In einem Leitartikel nenntDaily Tele­grap h" diese Mitteilung Gandhis ein Ultimatum und sagt, sie bedeute nur eine Wiederholung der unsinnigen Forderungen, die schon vor Monaten gestellt wurden. Das Programm Gandhis sei lediglich insofern ge­ändert worden, als er jetzt nicht mehr dem britischen Parlament, sondern der britischen

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Dem Reichskabinett, Vas sich Dienstag wieder versammelt, werden zwei Gesetzentwürfe vvrliegen: Über die Re­form des Reichtagswahlrechtes und die Reform der Finanzen. Der vom Reichsinnenministerium ausgearbeitete Wahlreformentwurf enthält, wie die vssische Zeitung" wissen will, m der Hauptsache nur eine Aenderung der Wahlkreiseinteilung. Gegenwärtig gibt es 35 Wahlkreise. Der neue Entwurf schlägt die Bildung von 162 Wahlkreisen vor mit einer durchschnittlichen Bevölkerungszahl t>on 300 000. Wenn das Wahlalter bei- behalten wird, bedeutet das Wahlkreise mit rund 250 000 Wahlberechtigten und (eine 80prozentige Wahlbeteiligung vor­ausgesetzt) von rund 200 000 Wählern. Diese Wahlkreise ermöglichen eine unmit­telbare Beziehung zwischen Wählern unk» Kandidaten. Bon Bedeuwng wird es fern, wie in den verkleinetten Wahlkreisen dem Grundsatz des Berhältniswahlrechtes Rech­nung getragen wird, besonders bei der Zuweisung der Reststtmmen. Denn die Reichsliste soll verschwinden. In Zukunft sollen die Reststtmmen in den Wahlkreisen selbst verrechnet und aufgeteilt werden.

Die Vorarbeiten zur Finanzreform sinv noch nicht so weit gediehen. Rach zuver- lästigen Mitteilungen liegt hier ein fertig ausgearbeiteter Plan noch nicht vor. Der Reichsfinanzminister dürfte am Dienstag zunächst seine Vorschläge innerhalb beS. Kabinetts eingehend entwickeln, die nn wesentlichen auf eine Neuregelung des Fi­nanzausgleichs zwischen Reich und Ländern für einen längeren Zeitraum hinauslaufen. Erst auf Grund der Berichterstattung des Finanzministers und der anschließendewEr- klärungen innerhalb des Kabinetts dürfte das Finanzministerium einen Referenten-- entwurf fertigstellen, der dann das Kabi­nett noch einmal zu einem späteren Zeit­punkt beschäftigen würde. Infolgedessen entbehren auch alle Kvmbinattonen über die Rolle, die bestimmte Steuerarten in den Reformplänen des Finanzministers spielen sollen, einstweilen auch jeder greif» baren Grundlage. Man rechnet damit, daß die Sitzung des Reichskabinetts den ganzen Dienstag in Anspruch nehmen wird. J

So begrüßenswert an sich Ske Tatsache ist daß auch ausländische jungen Menschen durch Deutschland wandern und die Schön­heiten der deutschen Landschaft kennen­lernen so darf doch die deutsche Jugend dabei nicht benachteiligt werden. So wich aus interessietten Kreisen berichtet, daß die Jugendherbergen, die schon meist überfüllt sind, in einzelnen westlichen Der­len des Reiches so stark durch auslän­dische Jugend belegt waren, daß deutsche jugendliche Wanderer,, die abends um Unterkunft baten, abgewiesen werden mußten. Allerdings hatten die auslandr- schen Gruppen das Quartier vorher bestellt.

wäre aber doch wünschenswert, wenn die zuständigen Stellen hier für Abhllfe sorgen könnten, denn schließlich ist das Ausland wohlhabender als wir, und die billigen Anterkunftsmöglichkeiten in deut­schen Jugendherbergen mühten in erster Linie der deutschen Jugend Vorbehalten bleiben. Als Ausweg wird von,interessier­ter Seite vorgeschlagen, ähnliche Maß­nahmen zu treffen, wie sie der Deutsche und Oesterreichische Alpenverein in den Hütten für Nichtmitglieder aufgestellt hat: Erhöhte Gebühren für Ausländer, ferner können Ausländer wohl vorher Betten be­stellen, bis zur Schließung der Herberge, in den meisten Fällen abends 10 Uhr ha- aber jeder deutsche Junge Anspruch auf ein Bett vor den Ausländern, sodaß im Notfall der Ausländer an den später ein­treffenden Deutschen seinen Platz abzu­geben hätte. Letzten Endes werden es sich die jungen Ausländer eher leisten können als die deutsche Zugend, in einem Gast­hof zu übernachten.

fl. Paris, 19. August. Wie Mattn" berichtet, ist nach Nachrichten aus Teheran ein Aufruhr in Schiras ausge­brochen. Mehrere Offiziere und 120 Mann Regierungstruppen Men getötet worden

Gu AMlas auf Lemberg

Warschau, 18. Aug. Die Hauptstadt Ostgaliziens, Lemberg, war gestern nacht vier Stunden lang von der Welt abge­schnitten. Unbekannte Täter hatten gleichzeitig sämtliche Telephon- und Tele­graphendrähte durchschnitten. Ebenso wurde mit den Leitungsdrähten verfah­ren, die zu den Eisenbahn-Einfahrtsignalen führten. Nur einem Zufall ist es zu ver­danken, daß die Einfahrt von zwei in­folgedessen ohne Vorsignal ankommenden Eilzügen ohne Zusammenstoß ablief. Die polnische Presse erklärt, daß man es hier vermutlich wiederum mit einem Sabotage­akt der geheimen Ukrainischen Mmtar- organisation oder vielleicht auch der Kom­munisten zu tun habe. Die Blätter berich­ten auch, daß die Polizei bisher schon 21 Ukrainer verhaftet habe.

Regierung seine Polittk diktiere. Der von gemäßigten indischen Politikern unter­nommene Friedensschritt sei also vergeblich gewesen und die indische Regierung habe lediglich weiterhin ihre Pfticht zu tun.

England verhandelt mit Gandhi, und es verhandelt gleichzettig mst den Fürsten. Von diesen Fürsten, etwa 700 an der Zahl, be­ruhte setther Englands Herrschaft in Indien. Von dm etwa 700 Fürsten, von denen manche nur über ein paar Dörfer, andere über Gebiete von der Größe Deutschlands herrschen, sind die meistm bereit, weiterhin unter unmittelbarer britischer Oberhohett zu bleiben. Sie ziehm also die Herrschaft Eng­lands dem Dominion-Charakter eines sich selbst verwaltenden Indiens vor, und dadurch wird naturgemäß auch das Drittel Indiens, über das sie heute noch gebietm, bei der briti­schen Krone bleiben, ganz gleich, welche Ver­fassung die beidm anderen Drittel, die hinter Gandhi stehm, erhaltm werdm. Sie sorgm dafür, daß der von Gandhi über mgllsche Waren verhängte Boykott m ihrem Herr­schaftsbereich nicht durchgefühtt wird. Indem sie den größtm Teil ihres Lebens müßig- gehend in England oderr Amerika verbringen, ihre Kinder völlig französisch oder englisch er­ziehen lassen und rund 20 Prozent ihrer öffentlichen Einnahmen für ihre privaten Be­dürfnisse verwenden, sind sie die beauemstm Stützen der mglischen Macht. Doch noch jede Drohnenherrschaft ist zusammmgebrochm.

ÄbechessischL Zeitung

Anzeiger für (bas frühere kurhefsische) Oberhessen

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen fiir Stadt «nd Kreis Marburg